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Naturschutzgebiet Rosengarten (Tirol) Naturschutzgebiet Rosengarten (Tirol)

Naturschutzgebiet Rosengarten (Tirol)

 
Eingetragen von SAGEN.at, 24.10.2009 14:53 Uhr
Naturschutzgebiet Rosengarten (Tirol)

Der Rosengarten erstreckt sich zwischen der Taxburg in Igls und dem Grünwalderhof und wurde 1934 zum Naturschutzgebiet erklärt. Im Rosengarten, zu dem der Rosenbichl und der Goldbichl gehören, sind verschiedene Elemente der Kulturlandschaft auf engem Raum vereint. Zudem verdient der Rosengarten wegen seines Bestandes an seltenen Pflanzen Beachtung.

Rosenbichl und Goldbichl sind gletschergeschliffene Quarzphyllit-Erhebungen. Der Rosenbichl bildet den Kernbereich des Naturschutzgebietes; er wird durch den Wanderweg Nr. 8 erschlossen. Tritt man, von Igls kommend, aus dem Wald heraus, sieht man am Waldrand die Reste einer allen, verfallenen Trockensteinschlichtung, welche einen Teil der Grenze zwischen Patsch und Igls bildet. Die Steinschlichtung wird auf einer kurzen Strecke von einem interessanten Feldgehölz begleitet, das oberhalb einer Lärchwiese rechtwinkelig nach Süden abbiegt. Das Mantelgebüsch wird hauptsächlich von Haselnusssträuchern aufgebaut. Birken, Pappeln, Grauerlen sowie Ebereschen gestalten das Feldgehölz sehr abwechslungsreich. Einzelne Strauch- und Baumgruppen auf den flachen Quarzphyllitkuppen strukturieren den Bereich des Rosenbichls reichlich. Auf den trockenen Felsen kommt eine Reihe südlicher und östlicher Steppengrasarten wie das Pfriemengras oder die traubige Graslilie vor. Der Ostabhang des Rosenbichls wird größtenteils von Fichtenwald eingenommen, unterbrochen von wenigen kleineren Laubwaldbeständen. Interessant ist vor allem das Vorkommen mehrerer junger Zirben auf dem Rosenbichl.

Sie sind vom höchsten Punkt des Hügels aus sichtbar und befinden sich am Steilabfall zur Patscher Straße. Diese Zirben bilden angeblich das tiefste natürliche Vorkommen der Art in Tirol. Im Bereich des Südabfalles wachsen auch viele alpine und subalpine Flechten und Moose, die wie die Zirbe auf das besondere Lokalklima des Rosenbichls hinweisen.

Der Rosengarten bietet auch einen prachtvollen Ausblick auf die abwechslungsreiche Bergwelt. Die nun folgende, jedoch unvollständige Beschreibung der sichtbaren Gebirgswelt soll jeden anregen, diese anhand einer Umgebungskarte selbst zu vervollständigen.

Richtung Nordwesten blicken wir ins Oberinntal und können im Hintergrund die rund 500 m hohe, fast senkrecht abstürzende Martinswand östlich von Zirl erkennen. Gegen Westen erstreckt sich die westliche Mittelgebirgsterrasse mit den Gemeinden Natters und Mutters. Auffallend sind besonders die Lärchwiesen um Telfes am Eingang ins Stubaital. Oberhalb der Gemeinde Mutters liegt der Nockhof, schräg darüber die Muttereralm. Dahinter erhebt sich schließlich die Nockspitze (2406 m).

Quelle: Greußing, Seitz, Natur- und Kulturführer Südöstliches Mittelgebirge, Aldrans 1996, S. 46

Wolfgang (SAGEN.at)

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