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Gries im Sulztal Gries im Sulztal

Gries im Sulztal

 
Eingetragen von SAGEN.at, 31.10.2008 13:33 Uhr
Gries im Sulztal.
1.573 m. 200 Einwohner.
Abzweigung in Unterlängenfeld, Bergstraße mit mehreren Serpentinen und einer Maximalsteigung von 11,5 %. Auf halber Länge die Obere Kapelle beim Grantbichl, früher Kramer Kapelle, weil sich hier die Kramer (= Händler) eine Rast gönnten und um gute Geschäfte beteten.

Bergpanorama in Gries: Hörndle (2.988 m), Gamskogel (2.815m), Mutterberger Seespitze (3.296 m) mit dem Bockkogelferner, Schrankogel (3.497 m), Winnebachspitze (3.115 m).

Geschichte: Um 1303 Nennung eines Jägers im Sulztal. Um 1400 Schwaighöfe in Gries, die dem Kloster Frauenchiemsee und dem Landesfürsten gehörten. Freie Bauern in Winnebach. Im Kataster von 1627 als Teilgemeinde "Im Gries" des Kirchenspiels Längenfeld.
"Gries ist nit siess" lautete ein alter Spruch, der darauf hindeutete, wie hart einst das Leben im Hochtal war. Früher hauptsächlich Anbau vom Kartoffeln und Gerste. Lange Wintermonate, da die Sonne vom 26. November bis 14. Jänner die Sonne hinter der südlichen Talwand verborgen bleibt.

Kaplaneikirche zu Unserer Lieben Frau Mariä Heimsuchung: 1655 wahrscheinlich von Georg Keill erbaut, 1703 vergrößert und 1723 wurde der Turm erhöht.
Zweimal war die Kirche sichere Zufluchtsstätte für bedrohte Heiligtümer:
Während der napoleonischen Kriege wurde in der Kirche die Heilig-Blut-Reliquie des Stiftes Stams aufbewahrt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde im Jahr 1944 das gefährdete Mariahilf-Bild der Innsbrucker St. Jakob Pfarrkirche in Gries aufbewahrt. Kaplan Albin Guggenbichler tauschte die vorhandene Kopie in Gries mit dem Original aus, er war der einzige in Gries der dies wußte und auch in Innsbruck gab es nur wenige Mitwisser.

Tourismus: Gries ist ein beliebter Stützpunkt für zahlreiche Wanderungen und Bergtouren.
1 1/2 Std zur Nisslalm (2.100 m), hoher Gamskogel (2.813 m) von der Nisslalm 2 1/2 Std., Schönrinnenkarsee (2.353 m) von der Nisslalm in 1 Std. erreichbar.
Winnebachseehütte (2 Std., 2.361 m, 1901 erbaut) umgeben von 10 Dreitausendern. Tour auf den Gänsekragen (2.902 m, 1 1/2 Std), Hoher Seblaskogel (3.225 m, 3 Std.), Übergang zum Westfalenhaus (2.273 m, 3 - 3 1/2 Std.).
Vordere Sulztalalm (1.915 m, 1 1/2 Std.), Hintere Sulztalalm (2.085 m), Amberger Hütte (2.135 m, 1888 erbaut) auf dem Sulzbühel (3.497 m), Sulztalferner, Wannenkogel (2.976 m) und Hinterer Daunkopf (3.225 m). Schrankogel (6 Std.).

Warme Schwefelquellen und "Schwefelsee" unterhalb der Amberger Hütte (19,5 Grad).

Quelle: Beatrix und Egon Pinzer, Ötztal, Landschaft, Kultur, Erholungsraum, Innsbruck 2008, S. 344 - 352 (stark gekürzt)

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