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  #51  
Alt 25.07.2010, 15:46
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alpeiner alpeiner ist offline
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Standard AW: Bergwerk / Bergbau Valsertal, Tirol

Btw: Benötigt man zum Abführen von archäologischen Funden im systematischen Stil keine behördliche Genehmigung? Falls ja, welche Stelle wäre hier zuständig?[/QUOTE]

Meines Wissens sind dafür die Bundesforste zuständig, die ja nunmehr Grundbesitzer sind. Der Bergbau ist ja heimgesagt, es hat niemand mehr Schürfrechte. Die oberflächlichen Funde gehören dem Grundbesitzer bzw. dem Staat.
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  #52  
Alt 27.07.2010, 22:05
krisu krisu ist offline
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Standard AW: Bergwerk / Bergbau Valsertal, Tirol

Zitat:
Zitat von alpeiner Beitrag anzeigen
Meines Wissens sind dafür die Bundesforste zuständig, die ja nunmehr Grundbesitzer sind. Der Bergbau ist ja heimgesagt, es hat niemand mehr Schürfrechte. Die oberflächlichen Funde gehören dem Grundbesitzer bzw. dem Staat.
Ich denke hier weniger an eigentumsrechtliche Aspekte, da keine materiell wertvollen Dinge auffindbar sind (weder eine Ötzi noch eine Himmler Mumie wurden gefunden).
Aber ich denke, dass hier sehr wohl das Denkmalschutzgesetz gilt, nachdem für systematische Nachforschungen und Bergungen um Bodendenkmäler eine Genehmigung notwendig ist und es sich ansonsten um Raub handeln kann.

Der Konflikt zwischen jenen Kräften, die möglichst viel herausholen wollen für sich bzw. ihre "Forschung", und jenen die für ein Erhalt eines Gesamtensembles plädieren, ist sehr wohl .... durch die zuständige Denkmalbehörde zu regeln. Dafür ist diese da.


Dass sich neuerdings hier wohl keiner mehr drum schert und mitnimmt was das zeugs hält, ist eine andere Sache...
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  #53  
Alt 27.07.2010, 23:54
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alpeiner alpeiner ist offline
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Standard AW: Bergwerk / Bergbau Valsertal, Tirol

Ich gehe davon aus, dass die Leute von der TU Wien sich da schon mit dem Bundesdenkmalamt abgesprochen haben. Weitere Infos zu so genannten Bodendenkmälern (und hier geht es weniger um materielle, als vielmehr um kulturelle Werte) finden sich hier: http://www.bda.at/faq/0/1122

Ich höre aus den Äußerungen von krisu immer eine latente Kritik an anderen Personen bzw. Institutionen, die sich der Erforschung des Bergwerkes auf der Alpeiner Scharte annehmen. Selbstverständlich kann und muss über bestimmte Ansätze diskutiert werden. Einen Primat hat aber niemand auf eine Forschung oder einen bestimmten Ansatz, solche eine Forschung zu unternehmen. Letzendlich geht es um einen Diskurs, sowohl innerhalb der Wissenschaft, als auch mit der Öffentlichkeit. Dieser scheint ja nun (endlich) begonnen zu haben.
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  #54  
Alt 28.07.2010, 02:00
krisu krisu ist offline
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Standard AW: Bergwerk / Bergbau Valsertal, Tirol

Zitat:
Zitat von alpeiner Beitrag anzeigen
Ich höre aus den Äußerungen von krisu immer eine latente Kritik an anderen Personen bzw. Institutionen, die sich der Erforschung des Bergwerkes auf der Alpeiner Scharte annehmen. Selbstverständlich kann und muss über bestimmte Ansätze diskutiert werden. Einen Primat hat aber niemand auf eine Forschung oder einen bestimmten Ansatz, solche eine Forschung zu unternehmen. Letzendlich geht es um einen Diskurs, sowohl innerhalb der Wissenschaft, als auch mit der Öffentlichkeit. Dieser scheint ja nun (endlich) begonnen zu haben.
Das ist so nicht richtig, ... siehe daher bitte nochmal http://www.sagen.at/forum/showpost.p...7&postcount=46 , insbesondere den damals bereits extra unterstrichenen Satz....


Wenn Wissenschaft bzw. Forschung ein Vehikel ist, um sich medial selbst in Szene zu setzen und einhergehend das Gesamtbild vor Ort unwiederbringlich degradiert wird: Dann ja, dann erlaube ich mir die Kritik an der Methode, vgl. ebenso obigen Link.

Geändert von krisu (28.07.2010 um 03:20 Uhr)
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  #55  
Alt 28.07.2010, 03:07
krisu krisu ist offline
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Standard AW: Bergwerk / Bergbau Valsertal, Tirol

Bzgl. der Qualität der "Forschungen" habe ich dennoch meine Zweifel. Wenn man bereits im Infoprospekt (vgl. Anhang) zur Ankündigung eines Vortrages sogar in der besonders hervorgehobenen Titelzeile eine fehlerbehaftete Aussage einbaut, so frage ich mich schon welches die Motivationen für diese Methoden der Forschung sein mögen (Das Bergwerk befindet sich statt auf 2950m Seehöhe einiges tiefer, und zwar lt. Stollenplänen genau auf 2805m! Alles spielte sich unter 2805 (bzw. 2835m) ab. Die Arbeiterbaracken lagen unterhalb 2800m.
Das mag jetzt ein plakativer Fauxpas gewesen sein, und es finden sich zahlreiche weitere. Natürlich ändern diese nichts an den eigentlichen Kernaussagen, aber ein gewisser Beigeschmack stellt sich schon ein.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Capture.jpg  
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  #56  
Alt 29.07.2010, 08:34
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alpeiner alpeiner ist offline
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Standard AW: Bergwerk / Bergbau Valsertal, Tirol

Ich bin immer dafür, Ross und Reiter zu nennen. Also, gegen wen geht es jetzt? Gegen die Breits? Johannes ist kein Wissenschaftler mit akademischem Grad, sondern ein Student sowie ein Medienschaffender, der sich sehr professionell mit der Sache beschäftigt. Sein Vater, der diesen Vortrag gehalten hat, ist ein Grafiker, der die Rechercheergebnisse seines Sohnes sowie eigene Recherchen vorträgt. Wie gesagt, niemand (weder die wissenschaftliche Zunft noch dilletierende Laien, haben ein Primat auf ein Thema). Die Ungenauigkeit im Ttel kann kritisiert werden, tut aber wenig zur Sache (ob 2800 oder 2900 MüM, das Bergwerk befindet sich im Hochgebirge). Oder geht es gegen die TU-Leute? Der ORF sieht in seiner Berichterstattung ein genuines Interesse, auch, weil er die Beteiligten als seriös einschätzt.
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  #57  
Alt 29.07.2010, 11:09
krisu krisu ist offline
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Standard AW: Bergwerk / Bergbau Valsertal, Tirol

* Der ORF produziert seine Reportage, wenn man den Sender zuvor explizit informiert und damit implizit einlädt...

* Das Beispiel der wohl im Eifer etwas zu hoch gegriffenen Höhenangabe in der Überschrift zum Vortrag führte ich auf, um aufzuzeigen, dass auch die Akteure nicht vor Fehlern gefeit sind, und die gleichen Akteure sich dennoch zweifelsfrei(?) legitimiert sehen, die Aktionen am Bergwerk in ihrem Sinne durchzuziehen.

* Ich habe dargelegt, dass durch die derzeitig praktizierte Vorgehensweise das Gesamtbild am Bergwerk bald nicht mehr so sein wird wie es bisher war. Nachdenken sei ja noch erlaubt...

* Ich habe ferner dargelegt, weshalb dieses Gesamtbild am Bergwerk bislang einzigartig war. Alpeiner hält dieses für "esoterisch".
Vorgehensweisen, die den dauerhaften Erhalt des Gesamtbildes ermöglicht hätten, werden folgerichtig (zugunsten einer Methodik mit hoher publizität) nicht in Erwägung gezogen.

* Weitere Diskussionen diesbezüglich haben wohl keinen Sinn, man würde sich im Kreis drehen bis Godwin's Law zuschlägt. Fin.

(welcher Name versteckt sich eigentlich hinter dem Benutzer "Alpeiner"?)

Geändert von krisu (29.07.2010 um 19:30 Uhr)
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  #58  
Alt 29.07.2010, 11:32
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Standard AW: Bergwerk / Bergbau Valsertal, Tirol

Hallo Krisu,
Zitat:
(welcher Name versteckt sich eigentlich hinter dem Benutzer "Alpeiner"?)
es ist das Recht eines Foren-Benutzers anonym zu bleiben. Dieses Recht akzeptieren wir.

Da hier im Augenblick zweifellos interessante, aber doch unterschiedliche Standpunkte festgefahren sind, können wir im Augenblick nur auf weitere bzw neue Aspekte zum Thema "Bergwerk Alpeiner Scharte" warten. Vielleicht melden sich weitere Leser mit Erinnerungen, Fotos, Berichten etc.?

Da diese vorliegende Diskussion außerordentlich viele Leser erreicht und vor allem auch interessiert, möchte ich vorschlagen, das Thema "Bergbau in den Alpen im 2. Weltkrieg" in seperatem Kapitel auch auf weitere Bergwerke auszudehnen.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #59  
Alt 29.07.2010, 19:04
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baru baru ist offline
Erfahrener Benutzer
 
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Ort: Salzburger Land
Beiträge: 3.182
Standard AW: Bergwerk / Bergbau Valsertal, Tirol

Zu diesem Thema kann ich ja nichts beitragen, ich möchte nur einmal deponieren, dass ich diesen Thread mit großem Interesse verfolge!

In unserer Gegend waren die Kraftwerksbaustellen in Kaprun und im Stubachtal NS-Arbeitslager, worüber man erst relativ spät "geredet" hat...
__________________
Servus und a guate Zeit! Leni
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  #60  
Alt 29.07.2010, 23:42
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alpeiner alpeiner ist offline
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Beiträge: 15
Standard AW: Bergwerk / Bergbau Valsertal, Tirol

Mit "esoterisch" habe ich Mystifizierungen gemeint, die vorgenommen werden, um eine einem offenbar unangenehme Vorgehensweise anderer zu kritisieren. Im Falle der Alpeiner Scharte ist klar, dass in etwa 80 % des einstigen Bestandes fehlen. Der Großteil davon wurde unmittelbar nach Kriegsende verbracht (Maschinen etc.). Was also so die "einzigartige" Gesamtsituation ort oben heute sein? Trotzdem wäre eine etwas faktengeladenere und weniger emotinal geführte Diskussion betreffend Musealisierung des einstigen Bergbaues interessant. Leider scheint solch eine Debatte hier nicht zu führen zu sein.
Alpeiner ist Alpeiner, wie krisu krisu ist.
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Stichworte
alpeiner scharte, alpen, bergbau, bergwerk, forschung, gedenkort, geschichte, industrie, molybdän, nationalsozialismus, russland, seilbahn, tirol, valsertal, weltkrieg, zwangsarbeit

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