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  #1  
Alt 19.11.2014, 16:15
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Dresdner Dresdner ist offline
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Standard Frauensichten

Der derzeitige Totalumbau des Dresdner Kulturpalastes (komplette Entkernung und völlig neue Innengestaltung) bringt es mit sich, dass auf der Westseite das 1968 geschaffene Mosaik "Der Weg der roten Fahne" (http://www.hfbk-dresden.de/studium/s...t-herbst-2010/) und die Werbung einer englischen Modemarktkette aufeinandertreffen.
Auch eine Anregung, über das Frauenbild in dieser und jener Gesellschaft nachzudenken.
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kp5.JPG   kp3.JPG   kp4.JPG  
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  #2  
Alt 19.11.2014, 19:23
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Standard AW: Frauensichten

Da hast Du einen extremen Kontrast dokumentiert - vielen Dank!

Die Firma mit dem "modernen" Frauenbild gehört so ziemlich den übelsten Unternehmen in Bezug auf Globalisierung, Mitarbeiterausbeutung und Produzentenausbeutung. Die Kleidung dürfte unter unmenschlichen Bedingungen vermutlich in Gefängnissen produziert werden, vergleiche etwa hier. Den Käufern dürfte das leider ziemlich egal sein...

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #3  
Alt 19.11.2014, 21:02
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TeresaMaria TeresaMaria ist offline
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Standard AW: Frauensichten

Ich sehe mich hier mit zwei Schrecknissen gleichzeitig konfrontiert (gerade auch das Bild links, das nicht mit einer demokratischen Gesinnung vereinbar ist)- obgleich das Bild selbst ein interessantes Zeitdokument darstellt. Beides ist für mich nicht im Sinne einer menschenwürdigen Grundordnung. Von beispielsweise den Idealen der Aufklärung sind wir hier auch weit entfernt. Das vorherrschende Konsumdenken verkörpert das Bild rechts, sowie das Idealbild der jungen Frau von heute- schlank, gestylt, möglichst unabhängig von allem und von jedem und immer auf der Suche nach dem neuesten Trend.
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  #4  
Alt 20.11.2014, 11:03
harry harry ist offline
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Standard AW: Frauensichten

@TheresaMaria: Jetzt würde ich gerne mit Dir eine Grundsatzdiskussion (im besten Sinne) über fast jedes einzelnes Wort beginnen, aber das wäre zuviel des Guten. Nur zwei Gedanken:
Zitat:
Zitat von TeresaMaria Beitrag anzeigen
... das Bild links, das nicht mit einer demokratischen Gesinnung vereinbar ist...
Das mag ja sein - mit meiner auch nicht, aber: Hier und auf ähnlichen Fassadenbildern der DDR wird Frau nicht ausschließlich als Sexobjekt, Heimchen am Herd oder Frau und Mutter dargestellt, sondern als Gestalterin einer neuen Gesellschaft in Bildung, Wissenschaft und Kunst. Ist es nicht auch bemerkenswert, dass gerade eine Frau aus dieser Gesellschaft die erste Deutsche Bundeskanzlerin wurde?
Zitat:
Zitat von TeresaMaria Beitrag anzeigen
.... das Idealbild der jungen Frau von heute- schlank, gestylt, möglichst unabhängig von allem und von jedem und immer auf der Suche nach dem neuesten Trend.
Ein hübsch versteckter Widerspruch: Möglichst unabhängig von allem und dennoch abhängig von den neuesten Trends, sowie Schönheits- und Fitnesswahn.
Ein Beispiel für den Wandel des Frauenbildes habe ich auch hier in die Bildergalerie gestellt ...
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Harry
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  #5  
Alt 20.11.2014, 12:14
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Joa Joa ist offline
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Ich sehe hier bloß ein unterschiedliches Outfit, welches ausgewechselt, kaum ein anderes Bild ergeben würde! Frau bleibt Frau
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  #6  
Alt 20.11.2014, 17:04
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TeresaMaria TeresaMaria ist offline
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@Harry Die Diskussion können wir ja verschieben, denn im Forum ist eine Regel aufgestellt worden, dass politische Diskussionen hier nicht erwünscht sind, was ich auch begrüße.
Nur so viel. Der Kommunismus hat mir insgesamt zu viele Opfer gefordert, hinzu kommt der schändliche Verfall von Baudenkmälern und vieles andere. In der Tat wurden aber in der DDR-Zeit beispielsweise begrüßenswerte Veranstaltungen für die Jugend organisiert- wie Weimar Kulturfahrten, großzügige Filmförderungen etc. Das Programm diesbezüglich war beachtlich.
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  #7  
Alt 21.11.2014, 16:45
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Dresdner Dresdner ist offline
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@TeresaMaria

Wie du bestimmt gesehen hast, geht es mir bei diesem Thema nicht um die Diskussion zu Vor- und Nachteilen verschiedener Gesellschaftssysteme, sondern um unterschiedliche "Frauensichten" in verschiedenen Zeiten.
Auf der einen Seite die gleichberechtigte Mitgestalterin einer neuen Gesellschaft und auf der anderen Seite das sich lasziv räkelnde (minderjährige?) Sexbömbchen einer angloamerikanischen Modekette.

Beide in der Darstellung - aus unterschiedlichen Gründen - extrem überhöht, aber dennoch beispielhaft für das Denken in der jeweiligen Zeit.
Da ändern auch Frauenquote & Co. nichts dran.

Damit du die Mosaikdarstellung auch ohne die dich störenden Elemente auf dich wirken lassen kann, habe ich mir extra Gimp heruntergeladen, verpixelt und dir das Resultat als Bilddatei diesem Beitrag angefügt.

Gestatte mir dennoch einen Kommentar zu deinen Bemerkungen.

Du hast geschrieben:
Zitat:
Der Kommunismus hat mir insgesamt zu viele Opfer gefordert, hinzu kommt der schändliche Verfall von Baudenkmälern und vieles andere.
Mal davon abgesehen, dass das allein vom Standpunkt der Formationstheorie völliger Unsinn ist (Kommunismus hat es in keinem Land der Erde je gegeben, wenn schon Sozialismus in einer seiner unterschiedlichen Entwicklungsstufen) sind Verbrechen, Opfer und auch der Verfall und die Zerstörung von Bauten und Denkmälern kein Alleinstellungsmerkmal dieser Gesellschaftsformation.

Vietnamkrieg, I.und II. Weltkrieges sowie die derzeitigen großen Krisenherde in aller Welt zeigen ein ganz anderes Bild als jenes vom Reich des Guten und vom Reich des Bösen, welches man versucht, uns massiv einzuimpfen.

Große Feiern zu den Jubiläen I. Weltkrieg und Schlachten des II. Weltkrieges mit vielen Sonntagsreden - nur gelernt hat man daraus nichts.

Kurz noch zu den Baudenkmälern: Ja, es stimmt, dass in den ersten Jahren nach 1945 z.B. die Paulanerkirche in Leipzig und die Sophienkirche in Dresden zerstört wurden.
Dem steht jedoch auch gegenüber, dass in Berlin der Palast der Republik nach 1990 geschliffen wurde, mal von der ganzen Denkmalstürmerei abgesehen.
Es entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie, dass auch das abgebildete Wandbild zerstört werden sollte, was aber von der Bürgerschaft verhindert wurde.

Um nochmal auf das Thema Frauen zurückzukommen.
Es waren gerade die Trümmerfrauen, die die völlig zerstörten Städte beräumt und damit die Grundlage geschaffen haben, dass sie wieder aufgebaut werden konnten. Dabei ist es völlig egal, ob das in Dresden, Berlin, Hamburg oder Köln war.
Silly hat ihnen auch musikalisch ein Denkmal gesetzt
https://www.youtube.com/watch?v=kozqP3zXlbM
Was meine Stadt anbetrifft, da hat man, als man wieder ein Dach über dem Kopf hatte, zuerst Zwinger, Brühlsche Terrasse wieder aufgebaut und die Reste dessen, das man nicht sofort wieder aufbauen konnte, zumindest gesichert - und das alles ohne fremde Hilfe.

Das "Entweder - Oder" ist untauglich Teresa Maria - sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.
Dazu noch ein Musikschatz aus längst vergangenen Zeiten.
https://www.youtube.com/watch?v=clq2...5p9FbV&index=2

/ Videoquelle: youtube /
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kpf.jpg  
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  #8  
Alt 21.11.2014, 19:24
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Beiträge: 2.493
Standard AW: Frauensichten

Das ideale Frauenbild ändert sich - mit Schrecken erinnere ich mich
z.B. an" Twiggy" , wurde dadurch die Magersucht gefördert? Es ist
nicht immer leicht "gegen den Strom" zu schwimmen, warum lassen
sich die Menschen weiterhin manipulieren, um einem "Idealbild"
zu entsprechen, ich denke da auch an "Schönheitsoperationen" usw.
Es kommt doch wohl auf andere Werte an als z.B. äußerlich einer" Barbie"
zu entsprechen. -Ulrike
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dresden, frauen, kulturpalast

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