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  #21  
Alt 14.09.2014, 09:56
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Danke für die Aufklärung! -Ulrike
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  #22  
Alt 14.09.2014, 13:16
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Zur Hausarbeit gehört auch die Verwaltung des zur Verfügung stehenden Geldes, die häusliche Buchführung. Welche Anteile des Einkommens wofür ausgegeben werden, das hat sich im Laufe der Jahrzehnte extrem geändert. Mein Haushaltsbuch von 1955 gibt folgende Richtwerte an – "bezogen auf einen Haushalt mit 1 bis 2 kleinen Kindern":

10 % Miete
6 % Heizung, Licht
45 % Ernährung
4 % Genußmittel
6 % Hausrat
12 % Bekleidung
6 % Reinigung der Wohnung und Körperpflege
6 % Bildung, Unterhaltung
3 % Verkehrsmittel
2% Sonstiges
= 100 %

Das wird dann spezifiziert am Beispiel eines Haushalts mit 387 DM Nettoeinkommen (und gelegentlichen, nicht näher bezeichneten Zusatzeinkünften, die von -,60 bis 50 DM reichen). Dieses Beispiel enthält zusätzlich 50 DM Sparrücklagen monatlich, die in der obigen Einkommensaufteilung nicht enthalten sind.

Auf der Abbildung einer handgeschriebenen Haushaltsbuchseite findet sich der Einnahmeposten "Rabattmarkenheft". Wer erinnert sich an diese Faltblätter, in die man die Rabattmarken einklebte, die man an der Kasse für den jeweiligen Einkauf bekam?

Geändert von Babel (14.09.2014 um 14:20 Uhr)
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  #23  
Alt 13.01.2015, 18:31
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Ich bewundere dich unendlich!!!
Ein Haushaltsbuch kenn ich nur vom Hörensagen . Noch dazu in prozentueller Aufteilung. Zu Zeiten von Mitbewohnern hab ich die Kosten bzw. Rechnungen vermerkt, das war mir lästig genug. Ansonsten schau ins Börsl: was ist drin - fertig. Naja und wenn das fertig ist, dann schaumamal, was das Konto sagt .
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  #24  
Alt 13.01.2015, 18:50
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Zitat:
Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
Ich bewundere dich unendlich!!! Ein Haushaltsbuch kenn ich nur vom Hörensagen .
Nein, das war aus einem Buch zitiert ("Mein praktisches Haushaltsbuch", 1955 gedruckt). Sooo alt bin ich nun auch wieder nicht, daß ich 1955 einen Haushalt mit zwei kleinen Kindern gehabt hätte.

Aber da wir einmal beim Thema sind, scanne ich die Haushaltsbuchseiten aus diesem Buch hier mal. Ist schon ganz interessant, da in einem anderen Thread gerade von Kaufkraft vor soundsoviel Jahren die Rede war.

Tatsächlich führe ich sowas aber tatsächlich. Ich habe es angefangen, als ich in Rente ging, um zu sehen, wie ich mit dem nunmehr viel geringeren Monatseinkommen zurechtkomme. Ich habe mir also ein Computerdokument eingerichtet, das alles schön addiert und nach allen erdenklichen Gesichtspunkten auswertet , und weil mir das Spaß macht, führe ich es immer noch – mehr Computerspielerei als sonst was.
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  #25  
Alt 13.01.2015, 19:43
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Ich hab schon die Anführungszeichen gesehen (also nicht gedacht, du warst 1955 Mutter 2er Kinder ), dachte aber, das wäre eben eine Richtlinie, um dein Haushaltsbudget in Prozenten zu errechnen , allein schon dieses Ansinnen .
Die Kostenaufstellung ist sehr interessant! 1 Brot 1 Mark kommt mir irgendwie viel vor. Mark-Schilling war 1:7, Mitte 1950er Jahre kostete eine Semmel ca. 30Groschen und Kleingebäck war irgendwie Luxus. Aber vielleicht hab ich auch etwas falsch in Erinnerung. Ich weiß nur, dass wir 1959 wieder mal umziehen mussten und die Miete errechnete sich aus dem Brotpreis: 40 kg. Wenn der Brotpreis stieg, dann auch die Miete. Was das genau in S war, weiß ich nicht mehr. Die Wohnung bestand aus 2 winzigen Räumen und Brunnen im Hof.
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  #26  
Alt 13.01.2015, 20:19
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Man bekommt Haushaltsbücher und viele Tipps übrigens oft kostenlos
in den Verbraucherberatungen! -Ulrike
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  #27  
Alt 13.01.2015, 20:30
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Zitat:
Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
Die Kostenaufstellung ist sehr interessant! 1 Brot 1 Mark kommt mir irgendwie viel vor.
Es ist die Frage, wie groß das Brot war. Weiter oben auf derselben Seite steht: "9 Brötchen, 1 Pfd. Schwarzbrot –,85 DM. Es muß also schon ein recht großes Ding gewesen sein – naja, für eine vierköpfige Familie ...

1 Liter Milch ist mit –,38 DM angegeben. Ich weiß noch, daß ich im Milchgeschäft –,42 Pfennig bezahlt habe – der einzige Preis, den ich behalten habe, wahrscheinlich weil man im Milchladen sonst nichts kaufte (oder bekam?) und diese 42 Pfennig sozusagen "netto" alle Tage ausgab.

Lebensmittel waren – gemessen an heute – teuer; ein Großteil des Monatseinkommens ging ja dafür drauf. Was Neues zum Anziehen war eine große Ausgabe, die man sich selten leisten konnte (ich habe mir damals noch alles selber genäht und kam damit auf ca. 1-2 neue Kleider jährlich) – heute nimmt man ein T-Shirt mal so nebenbei mit und hat zu Hause schon vergessen, daß man dafür Geld ausgegeben hat. Und ein Kühlschrank wird in dem Buch als eine "erhebliche finanzielle Belastung" bezeichnet und "für ein jungverheiratetes Paar in der Regel noch nicht erschwinglich".

Ich bilde hier noch eine Doppelseite aus dem Buch ab. Als ich das Buch bekam, konnte ich es nicht leiden – wie alle diese ewigen Drohungen: "Du heiratest ja mal, und dann ..." Heute liebe ich es innig.
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  #28  
Alt 13.01.2015, 20:50
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Herrlich! Heute, wo man das alles gefahrlos betrachten kann, ist es sehr interessant ! Und Vieles ja immer noch gebräuchlich – also je nachdem: mein Haushalt ist recht unkompliziert und mit wenig Aufwand .
Da fällt mir ein: es gibt keine brauchbaren Flaschenbürsten mehr und dort liegt eine!

So einen Wasserpfeifer hatte ich auch mal und die gute alte Milchkanne: anfangs schöpfte die Milchfrau sie mit einem ½ Litermaß aus der großen Milchkanne, dann war auf einmal ein Pumpe da, die viel bestaunt wurde: mit einem Hub kam 1L Milch, sie konnte es auch auf ½ umstellen.
Ich denke schon, dass es alle Molkerei-Produkte gab. Joghurt war noch nicht modern, aber Sauermilch, Butter… Käse. Meine Großmutter kaufte im Milchgeschäft immer ihren Lieblingskäse: den mit dem Mäderl. Das war ein Eckerlkäse mit einer Frau in Tracht, ich glaube Vorarlberger oder so. Alma-Käse wars.
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  #29  
Alt 13.01.2015, 22:07
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Zitat:
Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
es gibt keine brauchbaren Flaschenbürsten mehr ...

So einen Wasserpfeifer hatte ich auch mal ...

Ich denke schon, dass es alle Molkerei-Produkte gab. Joghurt war noch nicht modern, aber Sauermilch, Butter… Käse. Meine Großmutter kaufte im Milchgeschäft immer ihren Lieblingskäse: den mit dem Mäderl. Das war ein Eckerlkäse mit einer Frau in Tracht, ich glaube Vorarlberger oder so. Alma-Käse wars.
Wieso nicht? Ich hab eine, die genauso aussieht wie auf dem Bild. Aber wozu braucht man die überhaupt noch? Zur Zeit der Milchflaschen natürlich – aber heute? Soll ich dir eine schicken?

So einen Pfeifkessel hatten wir in unserer Dreimäderl-WG in meiner Augsburger Studienzeit. Da passierte es schon mal, daß wir Teewasser aufsetzten, dann kamen ein paar Kommilitonen und nahmen uns irgendwohin mit, wir vergaßen das Teewasser, der Kessel pfiff stundenlang, bis er leer war, und bei der Heimkehr erwartete uns wutschnaubend die Mieterin der Wohnung unter uns ...

Ja, unser Milchladen hatte auch so eine Pumpe. Butter und Eckerlkäse kauften wir im Lebensmittelladen, und ab und zu wurde ich beauftragt, nach der Schule in der Kaufhaus-Lebensmittelabteilung Edamer und/oder Emmentaler zu kaufen. Joghurt gab es im Milchladen, stimmt, und er wurde leider in den 50er Jahren sehr schnell modern. Ich habe niemals Milch trinken können, und Joghurt war das Allerschlimmste. Nun kam meine Mutter leider auf die Idee, Salat nicht mehr mit Essig und Öl anzumachen, sondern mit Joghurt. Ich habe nie wieder in meinem Elternhaus Salat gegessen.
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  #30  
Alt 13.01.2015, 22:52
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Ich hab auch eine – neue – die aber deshalb ziemlich unbrauchbar ist, weil der Stiel zu weich ist. Die hat zwar am Ende einen schönen eleganten bunten Griff daran, den keiner braucht, aber schruppen kann man mit der nicht, alles gibt nach … Naja, ich setz im Sommer aus Kräutern alles mögliche Zeug an in Glas(Mineral)flaschen, da setzt sich dann auch manches innen an, weil sie ja etwas stehen müssen, deshalb. Außerdem für ein Glas-Babyflascherl, das ich für meine Hautcremepantscherei brauche, da kommt man auch mit sonst nix rein zum Reinigen…
Es gibt in Melk noch ein Geschäft, die haben Sachen, von denen die meisten gar nicht mehr wissen, dass es die mal gab. Früher war das eine Bürstenbinderei, jetzt ein Geschirr- und Haushaltswarengeschäft, die könnten noch so ursprüngliche stabile haben, wenn nicht, komm ich gern auf dein Angebot zurück .

Naja, so ein Kessel macht auch ein ganz scheußliches Geräusch, Wand an Wand würde ich auch ebendiese hochgehen .

Dressing ist eben auch modern !
Als Kind konnte ich auch kein Joghurt essen, später dann gern, aber bei der Umstellung auf die Plastikbecher dauerte es wieder sehr lange.
Milch war am besten kuhwarm .
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