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  #61  
Alt 31.08.2014, 09:20
Babel Babel ist offline
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Standard AW: das Sprechen

Zitat:
Zitat von Jackdaw Beitrag anzeigen
... die Last der ständigen Erreichbarkeit ...
Kürzlich wurde in einer TV-Sendung das Problem behandelt, daß für heutige Angestellte der Urlaub kein Urlaub mehr ist, weil sie für Kollegen und Vorgesetzte ständig erreichbar sind, und was dagegen zu tun sei. Es wurde beklagt, daß die meisten Firmen noch keine Vereinbarungen getroffen hätten, wie der Urlaub zu schützen sei vor ständigen Behelligungen ("Entschuldige, daß ich schon wieder anrufe, aber wo hast du die Akte XY abgelegt?", "Hör mal, war in eurer Besprechung letzte Woche auch von NN die Rede?", "Ich schreibe gerade den Bericht über ..., hilf mir doch mal ..." – und all das, während man am Strand liegt). Ob es wirklich so schlimm ist?
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  #62  
Alt 31.08.2014, 10:50
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cerambyx cerambyx ist offline
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Cool AW: Verlernt der Mensch das Sprechen? Die kulturelle Bedeutung von Smartphones...

Ich kann jedem nur empfehlen, mal den Spitzer in youtube anzuhören oder das Buch Digitale Demenz zu lesen.

Es geht bei der Anwendung der Handys/Smartphones vielfach um die Lebens-Voraussetzungen, ehe die Geräte zur Anwendung kommen.

Wir Alten haben ein "normale" Jugend gehabt ohne handy und können es (hoffentlich) besser als "Arbeitsbehelf" nutzen, uns besser abgrenzen, es Nicht-nutzen.
Für die Jungen ist es Teil des Erwachsen werdens und wird daher oft unbedarft eingesetzt, daher auch manchmal risikoreich mit gesundheitlichen Nebenwirkungen. Außerdem wird es zum Statussymbol "Erwachsen" und gibt Jugendlichen die Möglichkeit, sich fast zur Gänze den Erwachsenen zu entziehen.

Das Thema füllt immerhin mehrere Bücher, daher mach ich jetzt Schluß

Glg Norbert
__________________
unterwegs mit allen Sinnen ...
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  #63  
Alt 31.08.2014, 12:57
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Verlernt der Mensch das Sprechen? Die kulturelle Bedeutung von Smartphones...

Zitat:
Zitat von cerambyx Beitrag anzeigen
Wir Alten haben ein "normale" Jugend gehabt ohne handy und können es (hoffentlich) besser als "Arbeitsbehelf" nutzen, uns besser abgrenzen, es Nicht-nutzen.

Statussymbol "Erwachsen" und gibt Jugendlichen die Möglichkeit, sich fast zur Gänze den Erwachsenen zu entziehen. Glg Norbert
Also ich gehör ja zu den Alten mit normaler (?) Jugend, hab auch keine Hemmungen, das Ding läuten zu lassen, wenn es grad spannend ist, oder überhaupt abzuschalten.

Nachdem schon jeder Grundschüler eines hat, dürfte sich am Erwachsenensymbol inzwischen was geändert haben, ABER: stimmt es nicht, dass gerade deshalb die Ableger überall zu orten sind??? Oder ist das nur erfunden worden, um die Eltern weiter dazu zu animieren, die teuren Handy-Rechnungen zu finanzieren .
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  #64  
Alt 31.08.2014, 14:52
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Verlernt der Mensch das Sprechen? Die kulturelle Bedeutung von Smartphones...

Zitat:
Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
Also ... hab auch keine Hemmungen, das Ding überhaupt abzuschalten.

Nachdem schon jeder Grundschüler eines hat, dürfte sich am Erwachsenensymbol inzwischen was geändert haben...

... stimmt es nicht, dass gerade deshalb die Ableger überall zu orten sind??? Oder ist das nur erfunden worden, um die Eltern weiter dazu zu animieren, die teuren Handy-Rechnungen zu finanzieren .
Das Problem bei den Anrufen im Urlaub scheint – nach der erwähnten TV-Sendung – darin zu bestehen, daß die Arbeitgeber das Abschalten übelnehmen oder gar untersagen.

Ich habe auch schon mal ein Kind im Buggywagen gesehen, das an einem Smartphone herumfummelte. Bei dem dürfte das Ding wohl noch nicht "Erwachsenensymbol" sein, sondern einfach das kleinkindgemäße "Ich auch!!!" Überlegt hab ich allerdings, ob in der Reihenfolge, in der die Kulturtechniken erlernt werden, bald die Bedienung dieses Geräts vor dem Lesen- und Schreibenlernen kommt – auch wenn dann zunächst noch nicht alle Möglichkeiten des Geräts genutzt werden können.

Anfang der 90er Jahre (?), als Handys noch als Luxusartikel galten, gaben Eltern, die ihrem Kind eins kauften, dafür Sicherheitsgründe an: Nun wisse man doch, wo das Kind sei, wenn es sich auf dem Heimweg von der Schule verspäte, wenn es eine unvorhergesehene Freistunde habe oder bei ähnlichen Katastrophen. An dieser Rechtfertigung wird sich seither wohl wenig geändert haben. Nur ist natürlich noch dazu gekommen: Da alle eins haben, muß unseres doch auch ...
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  #65  
Alt 31.08.2014, 19:46
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Jackdaw Jackdaw ist offline
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Standard AW: das Sprechen

Zitat:
Zitat von klarad Beitrag anzeigen
[E]s [gibt] mehr Buchhandlungen als jemals zuvor, irgendwer wird ja doch noch lesen, oder lesen sich die Bücher selbst ?
Dass in einer Zeit, in der selbst die Branchenriesen "Weltbild" und "Thalia" Filialen schließen die Anzahl der Buchhandlungen bundesweit gestiegen sein soll, wird wohl kaum ein Brancheninsider bestätigen. Die Zahl der Betriebe soll sich von 2011 bis 2013 eher um rund 140 vermindert haben.

Und, offen gestanden: Wenn ich heute manche Buchhandlung im Vorbeigehen taxiere oder auch betrete, um nach einem bestimmten Titel zu suchen (der dann zumeist auch nicht vorrätig ist, sondern extra bestellt werden muss), dann habe ich zunehmend Verständnis für die Leseunlust mancher meiner Zeitgenossen. Die Buchhandlungen sind voll von narrativen Erzeugnissen, die ihrem Leser weder den geistigen Horizont erweitern noch ein gesteigertes Bedürfnis nach sprachlicher Schönheit zu wecken vermögen.
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  #66  
Alt 31.08.2014, 20:44
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: das Sprechen

Zitat:
Zitat von Jackdaw Beitrag anzeigen
Und, offen gestanden: Wenn ich heute manche Buchhandlung im Vorbeigehen taxiere oder auch betrete, um nach einem bestimmten Titel zu suchen (der dann zumeist auch nicht vorrätig ist, sondern extra bestellt werden muss), dann habe ich zunehmend Verständnis für die Leseunlust mancher meiner Zeitgenossen. Die Buchhandlungen sind voll von narrativen Erzeugnissen, die ihrem Leser weder den geistigen Horizont erweitern noch ein gesteigertes Bedürfnis nach sprachlicher Schönheit zu wecken vermögen.
Ich bedauere das auch, aber vermutlich sind das die Produkte, die sich verkaufen und damit das Überleben sichern. Und die Lagerwaren müssen, so vermute ich weiter, vorfinanziert werden.
Ich denke, wenn man den Buchläden das Überleben sichern oder dazu beitragen will, kann man schon mal ein paar Tage auf ein Buch warten, dafür braucht man nicht zu suchen, sondern gleich zum Infostand, fragen, ob es vorrätig ist und wenn nicht bestellen. Seine Telefonnummer hinterlassen und ein paar Tage später hören, dass es eingetroffen ist.
Herumsuchen ist ja nicht verboten und etwas finden, mit dem man gar nicht gerechnet hat, immer eine Bereicherung.
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  #67  
Alt 31.08.2014, 21:12
klarad klarad ist offline
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Standard AW: das Sprechen

Zitat:
Zitat von Jackdaw Beitrag anzeigen
Dass in einer Zeit, in der selbst die Branchenriesen "Weltbild" und "Thalia" Filialen schließen die Anzahl der Buchhandlungen bundesweit gestiegen sein soll, wird wohl kaum ein Brancheninsider bestätigen. Die Zahl der Betriebe soll sich von 2011 bis 2013 eher um rund 140 vermindert haben.

Und, offen gestanden: Wenn ich heute manche Buchhandlung im Vorbeigehen taxiere oder auch betrete, um nach einem bestimmten Titel zu suchen (der dann zumeist auch nicht vorrätig ist, sondern extra bestellt werden muss), dann habe ich zunehmend Verständnis für die Leseunlust mancher meiner Zeitgenossen. Die Buchhandlungen sind voll von narrativen Erzeugnissen, die ihrem Leser weder den geistigen Horizont erweitern noch ein gesteigertes Bedürfnis nach sprachlicher Schönheit zu wecken vermögen.
Ich habe mich nicht auf die letzten Jahre bezogen, sondern auf das 20.Jh.
In meiner Studienzeit in Wien hat es sicherlich nicht so viele und so viel billige Bücher gegeben wie jetzt. In meiner Zeit als Schülerin habe ich sowieso meine Bücher nur aus Leihbibliotheken bezogen. Also hört bitte auf dem Jammern !! .... Und wenn man etwas wirklich braucht, dann kriegt man es online schnell und gar nicht sooooooooo teuer, oder ??
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K.D.
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  #68  
Alt 31.08.2014, 21:37
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Jackdaw Jackdaw ist offline
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Standard AW: das Sprechen

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Zitat von klarad Beitrag anzeigen
Also hört bitte auf dem Jammern!
Soweit ich mich erinnere, ging's in diesem Thread hauptsächlich um das sich abzeichnende Problem nachlassender verbaler Ausdrucksfähigkeit durch die Verlagerung der persönlichen Kommunikation durch die technisch unterstützten Möglichkeiten audiovisuell "in Verbindung" zu stehen.

Wie sich zeigt, haben SMS, eMail, Twitter usw. nicht nur das verfügbare Vokabular beschnitten, die Fähigkeit, zuzuhören, ist ebenfalls im Aussterben begriffen.
Zitat:
Zitat von klarad Beitrag anzeigen
Und wenn man etwas wirklich braucht, dann kriegt man es online schnell und gar nicht sooooooooo teuer, oder?
Schnell zu beschaffen sind lediglich lieferbare Titel - oder solche, die in großer Zahl verkauft wurden und heute in ebenfalls großer Zahl als Restposten oder antiquarische Ware angeboten werden. Die Suche nach einem bestimmten Titel kann sich auch heute über Jahrzehnte hinziehen.
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  #69  
Alt 31.08.2014, 21:58
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: das Sprechen

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Zitat von klarad Beitrag anzeigen
Also hört bitte auf dem Jammern !! .... Und wenn man etwas wirklich braucht, dann kriegt man es online schnell und gar nicht sooooooooo teuer, oder ??
Ich hab gar nicht gejammert , hab nur gemeint, dass so Vieles, was da die gängigen Buchhandlungen wie Thalia und Libro bevölkert und oft nicht viel mit Literatur zu tun hat, deren Überleben sichert wie eben auch die Bestellung DORT und nicht via Internet.
Aber das ist jedem seine Sache, ich weiß meist, was ich will, such nicht herum, sondern frag, ob das da ist und wenn nicht, bestell ich.
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  #70  
Alt 31.08.2014, 23:04
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Jackdaw Jackdaw ist offline
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Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
Eine Katze, die in der gezeigten Weise mit dem Schwanz zuckt, ist entweder genervt oder in höchstem Grade angespannt. - Wie versehentlich passend also als "Emoticon" in einem Onlineforum, wenn die ausformulierte Aussage doch "beschwichtigend" wirken soll.

In der Tat ist der Buchhandel heutzutage ein Business wie jedes andere - während der kulturelle Wert der Literatur (aber auch des Lesens) zur Nebensächlichkeit erklärt wird. Und insofern tangiert dieser Exkurs das ursprüngliche Thema treffender, als man's erwarten sollte - denn Kommunikation als wischende Handbewegung hat mir der ursprünglichen Funktion der Wissens-, Gedanken- und Ideenübermittlung praktisch nichts mehr zu tun. Was in unserer heutigen Zeit für mitteilenswert gehalten wird, sind Grußformeln, altbackene oder spontan eingefallene "witzige Bemerkungen", ein Alltag, für den man keine Worte mehr findet.
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