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Alt 01.04.2015, 14:38
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Joa Joa ist offline
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Standard AW: Der Rote Hahn als Unglücksbote

Da ist sicher etwas Wahres dran! Denn kaum hatte ich ihn gestern in Schönbrunn fotografiert, ist ein Regenschauer niedergegangen und ich bin nass geworden! Zum Glück hat's nicht gebrannt!

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Alt 01.04.2015, 18:02
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baru baru ist offline
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Standard AW: Der Rote Hahn als Unglücksbote

Zitat:
Zitat von Egon Beitrag anzeigen
Der Schmäh ist viel älter als die Feuerwehr - das gibt's aber auch im Volkslied : "Die Pinzgauer wollten wallfahrten gehen"
Für die, die "Pinzgauer Wallfahrt" nicht kennen: Dieses Spottlied hat einen interessanten geschichtlichen Hintergrund und auch Mozart hat sich seiner angenommen.

Die ersten Beschreibungen jenes Kirchgangs des Mitterpinzgaus nach Salzburg, den wir heute als "Pinzgauer Wallfahrt" bezeichnen, stammen aus den Jahren 1613 bzw. 1616. Die Kreuzgänge waren eine beliebte Gemeindeandacht. Das Verhältnis der Urpfarre zu ihren Tochtergründungen spiegelte sich darin wider, daß diese an bestimmten Festtagen, hinter den Kreuzträgern und "Volkssingern" ziehend, "als Kreuztrachten", Gottesdienste ihrer Mutterpfarre mitfeiern sollten. Die Kreuztrachten aus Zell am See und Saalfelden kamen schon seit dem Mittelalter zu den Kirchen der "Haupt- und Residenzstadt".Den Zellern soll der Titel "Getreue Knechte des hl. Rupertus" verliehen worden sein, weil sie sich 1526 den aufständischen Bauern, als einzige Gemeinde des Pinzgaus, nicht angeschlossen hatten. Aus den historischen Quellen ist eine besondere Treue der Gerichte Saalfelden und Zell zu Kardinal Matthäus Lang (1519-1540) nicht ersichtlich.Daß es, vor allem auf dem Rückmarsch, nicht immer gesittet zuging, mißfiel der Geistlichkeit bereits im 16. Jahrhundert. Auch die Sangesfreude dürfte sich auf dem Heimweg vom geistlichen zum weltlichen Gesang gewandelt haben.Was frühere Zeiten als Werkzeug zur Vertiefung der Frömmigkeit des einfachen Mannes erachteten, mußte dem Aufklärer Hieronymus Colloredo (1772-1803), dem letzten regierenden Fürsterzbischof, als religiöses Tandwerk erscheinen. Am 16. März 1789 stellte das Dekanat Zell, dann am 6. April auch das Dekanat Saalfelden die Bitte, daß in Zukunft "die kostspieligen und jeder sündhaften Ausschweifung Gelegenheit gebenden" Kreuzgänge nach Salzburg unterbleiben möchten. Am 6. Mai 1789 erfolgte der Konsistorialbefehl zu deren Auflassung. Die für den 31. Mai vorgesehene Pinzgauer Wallfahrt unterblieb in diesem Jahr zum ersten Mal.Als Maria Vinzenz Süß (1802-1868) seine Sammmlung "Salzburger Volkslieder" zusammenstellte, hat er sie, vor ihrer Drucklegung (1865), einem interessierten Kreis vorgelegt - und leitete damit eine Diskussionsrunde über den Ursprung der "Pinzgauer Wallfahrt" ein. Süß publizierte seine Sammlung ohne Nennung von Gewährsleuten, Ort und Zeit der Niederschrift. Die beigegebenen Singweisen haben zwei Angehörige des Domchors dreistimmig arrangiert. Schon August Prinzinger, ein früher Dialektforscher, dem Süß die Texte vorgelegt hat, bedauerte, daß Süß seinen Vorschlag "einer Scheidung nach Mundarten" nicht gefolgt sei. In der Literatur wurde darauf verwiesen, daß Goethes Mutter auf Verse dieses Liedes in zwei Briefen Bezug nimmt. Das Spottlied "Der Binschgauer Bußgang", aus dem die Frau Rat zitierte, war 1807 als "Sammlung Deutscher Volkslieder" in Berlin erschienen. Leopold Schmidt, der verdiente Volkskundler, meinte, daß das Lied nur im Zusammenhang mit tatsächlich gesungenen Wallfahrtsliedern, gewissermaßen als deren lustige Kontrafaktur, entstanden sein könnte. (Dr. Werner Rainer, Salzburg)

1. Dö Pinzgara wolt'n kirfiart'n gehn, widi wadi we, eleison! / Sö wolt'n singa, aba kunnt'ns nit ga schen, widi wadi we, eleison! / Kirfiart'n thoants gean, dös woaßt ja von eh', Juhe! Widi wadi we! / G'lobt sey dö Christl und d'Salome.
2. De Pinzgara gengant um an Dum herum, widi … / D'Fahnastang is brocha, hiatz gengans mit'n Trumm, widi … / Ung'schickt sands ja, dös woaßt ja von eh, Juhe …
3. Dö Pinzgara wolt'n en Dum hinein, widi … / D'Heilög'n that'n schlaf'n, sö kunnt'ns nit daschrey'n … / Guatö Tag habmt sö, dös woaßt ja von eh …
4. Dö Pinzgara gengant en Dum hinein … / 's großö G'schlamp voraus, das kloanö hint'n drein; … / Pinzgara sands ja, dös woaßt ja von eh …
5. Grüaß dö Got, Salvata, du guldana Man … / Schau üns fei gnädög und güatla heunt an, … / Allö Jahr kemma ma, dös woaßt ja von eh …
6. 's Dorf laßt di grüaß'n, davontweg'n samma da … / Mia klag'n dar ünsa Noth, en Seg'n hol'n ma a … / A guata Datl bist ja, dös woaßt ja von eh …
7. Thua ünsan Füarscht'n 's Herz damahn' … / Daß ear üns mecht mit'n Stoian vaschon … / Armö Hascha samma, dös woaßt ja von eh …
8. Thua ünsan Pflegan 's Concept varucka, … / daß sö üns thoant nit gar a so drucka … / Leutschindta sands ja, dös woaßt ja von eh …
9. Wannst üns liaßt a d'Schörgn varöcka … / That ma dar epps an Opfastock stöcka … / Wolta z'fürcht'n sands ja, dös woaßt ja von eh …
10. Laß üns 's Korn und 'n Woatz'n krathn … / Aft woln ma üns brav Dampfnudl brat'n … / Fress'n mög'n ma vül, dös woaßt ja von eh …
11. Schick üns Kölba, schick üns Rinda … / Aba dazua nit ga z'vül Kinda … / A Stubn voll is gnuag, dös woaßt ja von eh …
12. Und wannst üns hoia mit'n Schaua thuast plag'n … / Thoan ma da d'Heilögn üban Altar abö schlag'n … / Grobö Liml'n sam ma, dös woaßt ja von eh …
13. Sag en heilög'n Petan, daß ear auf üns paßt … / Daß' wann ma sterbm, ear üns en Himl laßt … / A harta Man dös is a, dös woaßt ja von eh …
14. Gieb üns halt nacha a seelöges Endt … / daß sö halt koanar e da Höll en Arsch vabrennt … / Es Fegfoia müaß ma, dös wiß ma von eh …
15. Heilöge Maria, junkfräulöchö Ziard! … / Mach, daß koan Bua üns koan Diandl vafüart … / Valiabtö Katzn sands, dös woaßt ja von eh …
16. Heilöga St. Leanhart, dea 's Vich alls kuriart … / Mach, daß üns hoia koan Rindl nit krepiart … / D'Ochsn sand ja thoia, dös woaßt ja von eh …
17. Heilöga St. Florian, du Wassaküblman! … / Vaschon ünsrö Häusa, zündt andarö an … / 'S Foia, dös fürcht' ma, dös woaßt ja von eh …
18. Dö Pinzgara gengant aus 'n Dum heraus … / und laff'n glei einö es nagstö Wiarthshaus … / Da trink'ns Salvatas G'sundheit von eh …
Quelle

Der Pinzgauer Autor und Germanist Peter Blaikner ergänzt in einem seiner Bücher: Und Wolfgang Amadeus Mozart verarbeitete im Jahr 1784 den Refrain der Liedes in seinem F-Dur Klavierkonzert (KV 459)

Und so klingt es: Die Florianstrophe ist hier die 4. .
[ame]www.youtube.com/watch?v=LpiHjZ3L2Dw[/ame]
__________________
Servus und a guate Zeit! Leni
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