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  #81  
Alt 02.09.2011, 00:16
Benutzerbild von Elfie
Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Lieblingsgedichte

Liebe Ulrike, ich mag auch Weinhebers "Wien wörtlich", muss ich mich deshalb schämen? Hab es allerdings auch erst durch Oskar Werner kennengelernt und in dem Fall ist mir wurscht, wer was geschrieben hat: es ist einfach herrlich anzuhören. Den Weinheber als Figur muss ich nicht haben.
Was Waggerl angeht, weiß ich nicht, was genau gemeint ist mit "sich nicht gegen Vereinnahmung gewehrt". Ganz allgemein kann man glaube ich sagen: man kann sich heute nicht vorstellen, wie die Zeit damals war. Ob da ein Schullehrer einfach zu denen sagen konnte: mir gefällt nicht, dass euch das gefällt? Oder irgend eine blödsinnige "Ehrung" (falls es eine solche gegeben hat, weiß nicht) verweigern? Ich glaube, grundsätzlich sollte man unterscheiden, ob jemand, der nie in der scheußlichen Sache AKTIV war, aber aus einer Angst, die sich heute niemand von uns mehr vorzustellen braucht, nicht gewehrt hat. Oder ob sich jemand angebiedert hat, um persönliche Vorteile zu haben.
Es war nicht wirklich eine Wertung, das mit dem Goethe, bei der "Glocke" kann ich heute noch heulen und den "Faust" hab ich auf CD mit Will Quadflieg als Faust, ein Genuss.
Liebe Grüße, Elfie
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  #82  
Alt 08.09.2011, 13:20
alterego alterego ist offline
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Standard AW: Lieblingsgedichte

Ein Anderer, der großen deutschen Stimmen:

[ame="http://www.youtube.com/watch?v=dJwNmQsPhAc"]Kinski spricht "Die Ballade von der Mäusefrau" (Villon) - YouTube[/ame]
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  #83  
Alt 08.09.2011, 19:34
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Lächeln AW: Lieblingsgedichte

Vielen Dank für "Villon" bezw. Kinski: Mir lief und läuft jedesmal eine
Gänsehaut den Rücken runter! Ich besitze die etwas "sanftere"
Schallplatte: Heinz Reincke spricht Villon. Ich mochte diesen
Schauspieler sehr, er ist wohl in diesem Jahr in Ö (?) gestorben.
Vor über 40 Jahren sprachen wir in der Buchhändlerschule/FfM. in franz.
Literatur über Villon. Ich habe noch ein angestaubtes dtv Taschenbuch
im Regal: Die lasterhaften Balladen des Francois Villon, Nachdichtung
von Paul Zech, Umschlagbild: der unvergessene Piatti, der damals der
dtv Reihe das künstlerische Aussehen gab. Ich liebe diese alten Ausgaben!
Nun aber: viele Grüße an alle hier! Ulrike
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  #84  
Alt 17.11.2011, 23:57
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Andromeda Andromeda ist offline
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Schwere Gedanken

Eisige Nebel verdunkeln das Herz
Kalte Bilder vergangener Tage
Regen gleitet die Wangen herab
Das Purpur ist dem Schwarz gewichen
Das Gelb zu Weiß verblaßt
Der Regenbogen hat das Schillern verloren
zu steinig, den gemeinsamen Weg zu entdecken
zu ungeduldig, den rechten Moment zu begreifen
zu gering die Zeit, Vergangenes zu bewältigen
zu schwach, das Glück in Händen zu halten
zu einfach, in Selbstzweifel zu vergeh´n
Regen gleitet die Wangen herab

Dieter Franke
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  #85  
Alt 18.11.2011, 11:16
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Danke für dieses Gedicht und viele Grüße von Ulrike!
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  #86  
Alt 18.11.2011, 13:08
Benutzerbild von Elfie
Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Lieblingsgedichte

Oskar Werner liest Rilke:
Herbsttag
[ame="http://www.youtube.com/watch?v=DWk5ZP4xrvQ&feature=related"]Herbsttag (R. M. Rilke) vorgetragen von Oskar Werner - YouTube[/ame]
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  #87  
Alt 19.07.2012, 14:48
alterego alterego ist offline
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Standard AW: Lieblingsgedichte

Nach längerer Zeit habe ich wieder etwas gefunden,
das mich stark bewegt hat und an dem ich euch
teilhaben lassen möchte.

Der Blinde an der Mauer


Ohne Hoffnung, ohne Trauer
Hält er seinen Kopf gesenkt.
Müde hockt er auf der Mauer.
Müde sitzt er da und denkt:

Wunder werden nicht geschehen.
Alles bleibt so, wie es war.
Wer nichts sieht, wird nicht gesehen.
Wer nichts sieht, ist unsichtbar.

Schritte kommen, Schritte gehen.
Was das wohl für Menschen sind?
Warum bleibt den niemand stehen?
Ich bin blind, und ihr seit blind.

Euer Herz schickt keine Grüße
aus der Seele ins Gesicht.
Hörte ich nicht eure Füße,
dächte ich, es gibt euch nicht.

Tretet näher! Laßt euch nieder,
bis ihr ahnt was Blindheit ist.
Senkt den Kopf, und senkt die Lieder,
bis ihr, was euch fremd war, wißt.

Und nun geht! Ihr habt ja Eile!
Tut, als wäre nichts geschehen.
Aber merkt euch diese Zeile:
"Wer nichts sieht, wird nicht gesehen."

Erich Kästner
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  #88  
Alt 25.07.2012, 13:41
Benutzerbild von f1renner
f1renner f1renner ist offline
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Standard AW: Lieblingsgedichte

Einge werden mich schon kennen von den "alten Worten"
und wissen um meinen Hang zur Mundart. Deshalb handelt mein Lieblingsgedicht auch über die Mundart:


I red wia mei´ Ahnl,
Der lustig Mau;
So hat aa mei´ Voda
Der Muada schö´ dau.

Und druckt mi der Kummer,
Wer frogt denn danoch?
Nur oane, dö tröst mi;
Der Hoamat ihr Sproch.

I red wia mei´ Ahnl, Der hot ma s` verirbt.
Is d` Sproch net wia d` Hoamat?
I red s`, dass s` net stirbt.
Herbert Brachmann
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  #89  
Alt 25.07.2012, 14:13
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Lieblingsgedichte


*applaus klatsch*
wunderschön! danke!
liebe grüße, sonja
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  #90  
Alt 25.07.2012, 15:22
alterego alterego ist offline
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Beiträge: 579
Standard AW: Lieblingsgedichte

Der Hang zu Mundart ist auch in mir.
Darum ein Gedichtfragment das, obwohl
vollständig erscheinend, keinen Anspruch
auf Vollständigkeit stellt:


I und du und nu a Mau
hom in Wiat in Kölla dau;

Wann da Wiat denn des tat wissn
daß eam mai in Kölla g'schissn;

Tat er uns beim G'richt verklgn
miassat ma in Dreck austrogn;

I nahm d' Schaufl
Du nahmst d' Händ
Hätt da gaunz Dreck
an End.

Attwenger haben dieses Gedicht 1992 zum Teil verwendet.
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