SAGEN.at  FORUM  

Zurück   SAGEN.at FORUM > Off Topic und Tratsch

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #71  
Alt 30.05.2011, 01:34
volker333 volker333 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 29.05.2007
Beiträge: 502
Standard AW: Lieblingsgedichte

Wie versprochen hier mein Lieblingsgedicht von Eichendorff:


Mondnacht
Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst'.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis' die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.


Grüße Volker
Mit Zitat antworten
  #72  
Alt 30.05.2011, 14:56
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.511
Standard AW: Lieblingsgedichte

Hallo Volker, danke für das "Lieblingsgedicht", es ist immer wieder schön, so
klassische Verse zu lesen. Wenn ich bedenke, was ich früher alles auswendig
konnte!? - Konntest Du letzte Nacht nicht schlafen? (Uhrzeit!) - Viele Grüße
sendet Ulrike
Mit Zitat antworten
  #73  
Alt 30.05.2011, 15:23
Rabenweib Rabenweib ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.03.2009
Beiträge: 5.274
Standard AW: Lieblingsgedichte

Ein wunderschönes Gedicht. Danke.
Liebe Grüße, Sonja
Mit Zitat antworten
  #74  
Alt 16.06.2011, 00:35
Benutzerbild von Andromeda
Andromeda Andromeda ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 11.11.2010
Ort: D-HD
Beiträge: 293
Standard AW: Lieblingsgedichte

Erinnerungsblatt

Wie das Leben auf und nieder schwankt
Und sich bald an Rosen, bald an Dornen rankt
Wie es traumhaft schnell vorüberirrt
Hier beklatscht, dort ausgepfiffen wird -
's ist ein Jammer, trostlos bis zum Grund
Sei's nun Traum, sei's Wahrheit. Hols der Hund!

F. Nietzsche

Mit Zitat antworten
  #75  
Alt 03.08.2011, 10:01
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.511
Standard AW: Lieblingsgedichte

Auf einer Trauerkarte:

Je lebendiger und voller die Erinnerung
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung
in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
wie ein kostbares Geschenk in sich.

D. Bonhoeffer


Ulrike
Mit Zitat antworten
  #76  
Alt 01.09.2011, 10:36
Benutzerbild von Pathy
Pathy Pathy ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 31.08.2011
Beiträge: 3
Standard AW: Lieblingsgedichte

Une Charogne

Rappelez-vous l'objet que nous vîmes, mon âme,
Ce beau matin d'été si doux:
Au détour d'un sentier une charogne infâme
Sur un lit semé de cailloux,

Les jambes en l'air, comme une femme lubrique,
Brûlante et suant les poisons,
Ouvrait d'une façon nonchalante et cynique
Son ventre plein d'exhalaisons.

Le soleil rayonnait sur cette pourriture,
Comme afin de la cuire à point,
Et de rendre au centuple à la grande Nature
Tout ce qu'ensemble elle avait joint;

Et le ciel regardait la carcasse superbe
Comme une fleur s'épanouir.
La puanteur était si forte, que sur l'herbe
Vous crûtes vous évanouir.

Les mouches bourdonnaient sur ce ventre putride,
D'où sortaient de noirs bataillons
De larves, qui coulaient comme un épais liquide
Le long de ces vivants haillons.

Tout cela descendait, montait comme une vague
Ou s'élançait en pétillant;
On eût dit que le corps, enflé d'un souffle vague,
Vivait en se multipliant.

Et ce monde rendait une étrange musique,
Comme l'eau courante et le vent,
Ou le grain qu'un vanneur d'un mouvement rythmique
Agite et tourne dans son van.

Les formes s'effaçaient et n'étaient plus qu'un rêve,
Une ébauche lente à venir
Sur la toile oubliée, et que l'artiste achève
Seulement par le souvenir.

Derrière les rochers une chienne inquiète
Nous regardait d'un oeil fâché,
Epiant le moment de reprendre au squelette
Le morceau qu'elle avait lâché.

— Et pourtant vous serez semblable à cette ordure,
À cette horrible infection,
Etoile de mes yeux, soleil de ma nature,
Vous, mon ange et ma passion!

Oui! telle vous serez, ô la reine des grâces,
Apres les derniers sacrements,
Quand vous irez, sous l'herbe et les floraisons grasses,
Moisir parmi les ossements.

Alors, ô ma beauté! dites à la vermine
Qui vous mangera de baisers,
Que j'ai gardé la forme et l'essence divine
De mes amours décomposés!

— Charles Baudelaire
Mit Zitat antworten
  #77  
Alt 01.09.2011, 15:22
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.511
Standard AW: Lieblingsgedichte

Zu den beiden "französischen" Gedichten fiel mir eine Ballade ein, die mich
immer sehr beeindruckt hat: Conrad Ferdinand Meyer, Die Füße im Feuer.
Eine Geschichte, die etwas über die Verfolgung der Hugenotten erzählt.
Leider ist der Text sehr lang, deshalb kann ich ihn nicht hier eingeben. In der
Schule lernten wir noch sehr viele Balladen und Gedichte, z.B. auch "Die
Glocke" von Schiller. Dazu wurde extra ein Heft angelegt, Strophe für Strophe
mit Erläuterungen aufgeschrieben. Leider habe ich es (das Heft) nicht mehr.
Möchte noch einige "Erinnerungen" hier angeben:
Herder, Joh. Gottfried: Edward
Bürger, Gottfr. August: Leonore
Goethe, Joh. Wolfgang: Erlkönig, Der Fischer, Der Zauberlehrling, Der getreue Eckhard,
Der König in Thule (und einige mehr!)
Schiller, Friedr.: Die Bürgschaft, Die Kraniche des Ibykus, Der Taucher,
Der Ring des Polykrates, Das verschleierte Bild zu Sais (und viele mehr)-
Mit Zitat antworten
  #78  
Alt 01.09.2011, 15:41
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.511
Standard AW: Lieblingsgedichte

(Forts.)
Chamisso, Adelbert von: Der alte Sänger
Uhland,Ludwig: Bertran de Born, Des Sängers Fluch
Platen, August Graf von: Das Grab im Busento
Die Dichterin meiner Heimat Westfalen: Annette von Droste Hülshoff:
Der Knabe im Moor
Kopisch, August: Die Heimzelmännchen
Wir waren wieder mal in Köln, dort gibt es "alte" und moderne Bücher
mit dem Text, zudem ein Heinzelmännchen-Brunnen
-Mörike,Eduard: Schön-Rohtraut
Freiligrath, Ferdinand: Das berühmte: Prinz Eugen
Fontane, Theodor: Archibald Douglas, John Maynard (ein" Renner" damals
in der Schule-7./8. Klasse)
Arno Holz: Een Boot ist noch buten (liebe ich)
Börries von Münchhausen: Ballade vom Brennesselbusch (herzig!)
Agnes Miegel ist neuerdings umstritten (Nazi-Vergangenheit)
Auch bei uns läuft eine Auseinandersetzung, ob eine Straße umgewidmet
werden soll. In meiner alten Balladensammlung stehen von ihr
4 Gedichte (Die Nibelungen u.a.)

Wir haben A. Miegel in der Schule als große Dichterin Ostpreußens
nahegebracht bekommen. Wenn es nun nicht stimmt, d.h. politisch
zweifelhaft, was kann man als Kind beurteilen, wenn einem die
Informationen fehlen. Es gab damals noch keinen Computer!

Mich würde doch mal die Meinung anderer dazu interessieren!
Wenn dies nun wieder unter "zu politisch" fällt, dann bitte löschen!

Viele Grüße von Ulrike
Mit Zitat antworten
  #79  
Alt 01.09.2011, 17:40
Benutzerbild von Elfie
Elfie Elfie ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.06.2009
Beiträge: 23.792
Standard AW: Lieblingsgedichte

Mir geht es so mit K.H.Waggerl. Den hab ich als Kind in einem Schulfilm lieben gelernt, da hat er Weihnachtsgeschichten vorgelesen und durch seine Heimat Wagrain geführt. Das erste Buch war sein „Heiteres Herbarium“, das weckte meine Begeisterung für Kräuter. Es folgten dann viele Bücher, sein „Alles Wahre ist einfach“ ist ein Leitsatz von mir.
Irgendwann erfuhr ich, dass er auch braune Flecken haben soll, weil er sich „gegen die Vereinnahmung seiner Werke durch den Nationalsozialismus nicht gewehrt hat.“ Ich lese immer wieder in seinen Büchern und hör immer noch seine Stimme aus dem Schulfilm…

Untenstehendes vom großen Goethe hätte mich beim Selberlesen vielleicht nicht wirklich erreicht, aber auf der CD von Oskar Werner gelesen: unvergeßlich!!

Johann Wolfgang von Goethe

Der Gott und die Bajadere
(Indische Legende)

Mahadöh, der Herr der Erde,
Kommt herab zum sechsten Mal,
Daß er unsersgleichen werde,
Mitzufühlen Freud und Qual.
Er bequemt sich, hier zu wohnen,
Läßt sich alles selbst geschehn.
Soll er strafen oder schonen,
Muß er Menschen menschlich sehn.
Und hat er die Stadt sich als Wandrer betrachtet,
Die Großen belauert, auf Kleine geachtet,
Verläßt er sie abends, um weiterzugehn.

Als er nun hinausgegangen,
Wo die letzten Häuser sind,
Sieht er, mit gemalten Wangen,
Ein verlornes schönes Kind.
>>Grüß dich, Jungfrau !<< - >>Dank der Ehre!<<
Wart, ich komme gleich hinaus.<< -
>>Und wer bist du?<< ->>Bajadere,
Und dies ist der Liebe Haus.<<
Sie rührt sich, die Zimbeln zum Tanze zu schlagen,
Sie weiß sich so lieblich im Kreise zu tragen,
Sie neigt sich und biegt sich und reicht ihm den Strauß.

Schmeichelnd zieht sie ihn zur Schwelle,
Lebhaft ihn ins Haus hinein:
>>Schöner Fremdling, lampenhelle
Soll sogleich die Hütte sein.
Bist du müd, ich will dich laben,
Lindern deiner Füße Schmerz.
Was du willst, das sollst du haben,
Ruhe, Freuden oder Scherz.<<
Sie lindert geschäftig geheuchelte Leiden.
Der Göttliche lächelt; er siehet mit Freuden
Durch tiefes Verderben ein menschliches Herz.

Und er fordert Sklavendienste;
Immer heitrer wird sie nur,
Und des Mädchens frühe Künste
Werden nach und nach Natur.
Und so stellet auf die Blüte
Bald und bald die Frucht sich ein;
Ist Gehorsam im Gemüte,
Wird nicht fern die Liebe sein.
Aber, sie wird schärfer und schärfer zu prüfen,
Wählet der Kenner der Höhen und Tiefen
Lust und Entsetzen und grimmige Pein.

Und er küßt die bunten Wangen,
Und sie fühlt der Liebe Qual,
Und das Mädchen steht gefangen,
Und sie weint zum erstenmal,
Sinkt zu seinen Füßen nieder,
Nicht um Wollust noch Gewinst,
Ach! und die gelenken Glieder,
Sie versagen allen Dienst.
Und so zu des Lagers vergnüglicher Feier
Bereiten den dunklen, behaglichen Schleier
Die nächtlichen Stunden, das schöne Gespinst.

Spät entschlummert unter Scherzen,
Früh erwacht nach kurzer Rast,
Findet sie an ihrem Herzen
Tot den vielgeliebten Gast.
Schreiend stürzt sie auf ihn nieder;
Aber nicht erweckt sie ihn,
Und man trägt die starren Glieder
Bald zur Flammengrube hin.
Sie höret die Priester. die Totengesänge,
Sie raset und rennet und teilet die Menge.
>>Wer bist du? Was drängt zu der Grube dich hin?<<

Bei der Bahre stürzt sie nieder,
Ihr Geschrei durchdringt die Luft:
>>Meinen Gatten will ich wieder!
Und ich such ihn in der Gruft.
Soll zu Asche mir zerfallen
Dieser Glieder Götterpracht?
Mein! er war es, mein vor allen!
Ach, nur Eine süße Nacht!<<
Es singen die Priester: >>Wir tragen die Alten,
Nach langem Ermatten und spätem Erkalten,
Wir tragen die Jugend, noch eh sie's gedacht.

Höre deiner Priester Lehre:
Dieser war dein Gatte nicht.
Lebst du doch als Bajadere,
Und so hast du keine Pflicht.
Nur dem Körper folgt der Schatten
In das stille Totenreich;
Nur die Gattin folgt dem Gatten:
Das ist Pflicht und Ruhm zugleich. –
Ertöne, Drommete, zu heiliger Klage!
O nehmet, ihr Götter! die Zierde der Tage,
O nehmet den Jüngling in Flammen zu euch!<<

So das Chor, das ohn Erbarmen
Mehret ihres Herzens Not;
Und mit ausgestreckten Armen
Springt sie in den heißen Tod.
Doch der Götterjüngling hebet
Aus der Flamme sich empor,
Und in seinen Armen schwebet
Die Geliebte mit hervor.
Es freut sich die Gottheit der reuigen Sünder;
Unsterbliche heben verlorene Kinder
Mit feurigen Armen zum Himmel empor.
Mit Zitat antworten
  #80  
Alt 01.09.2011, 20:21
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.511
Standard AW: Lieblingsgedichte

Liebe Elfie, ich danke für deine Antwort! Waggerl mag ich auch!
Von seiner Vergangenheit wußte ich auch nichts. Muß ich mich
jetzt schämen? Immerhin habe ich Buchhändlerin gelernt! In der
Ausbildung kam so etwas nicht zur Sprache, wohl die Werke.
Wahrscheinlich hat man damals noch die Akten unter Verschluß
gehalten und erst in letzter Zeit kommt so manches zu Tage (Entnazifizierung).

Auch in meinen damaligen Literaturgeschichtsbüchern wurde
dergleichen nicht erwähnt. Computer gibt es (glaube ich) erst 30 Jahre,
ich bin immerhin doppelt so alt. Besitze viele Fachbücher, Gedichtsammlungen,
Literaturgeschichten-aber in genannter Hinsicht ???

Danke auch für die Erinnerung an "den alten Goethe" - darf ich hier sagen,
daß ich immer ein "Schiller-Fan" war (und bin). Nach einer Umfrage gilt
natürlich Goethe weiterhin als "der größte Deutsche"! "Faust" ist sicherlich
weltweit so bekannt wie die Bibel und übrigens Grimms Märchen.

Viele Grüße von Ulrike
Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 20:43 Uhr.


©2000 - 2017 www.SAGEN.at