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  #1  
Alt 01.06.2008, 11:37
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Reden Die Brunnenfrau

Es geht hier um einen verschollenen Brunnen in unserer Altstadt, der eine
Pumpe mit einem großen Schwengel besaß:
Eines abends kam eine Nachbarsfrau ,um einen Eimer Wasser zu holen ,zu
besagtem Brunnen. Sie erschrak, als sie unerwartet jemanden in ihrer Nähe
niesen hörte. Als höflicher Mensch sagte sie gewohnheitsgemäß: Gott helm di!
Als sie mit dem Pumpen beginnen wollte, schaute sie zur Schwangrauge
(Pumpenschwengel-westfälisches Plattdeutsch) hoch und sah darauf zu ihrem
Entsetzen eine zierliche Frauengestalt sitzen. Diese
antwortete nun mit einer freundlichen Miene der staunenden Wasserholerin:
Gott lauhn di - Vergelt``s Gott! Dann erzählte sie, daß sie seit Jahrhunderten
verzweifelt auf dieses Wort gewartet habe. Nun sei sie erlöst und könne Ruhe im
Grabe finden. Sodann verschwand sie und niemand hat die Brunnenfrau je
wieder gesehen.
Finde ich doch eine nette Geschichte!?
(Seit dem Erscheinen meiner kleinen Sagensammlung vor 10 Jahren habe ich
tatsächlich noch 4 mir damals noch nicht bekannte Geschichten gefunden.)
Es grüßt herzlich Ulrike!
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  #2  
Alt 24.04.2014, 13:51
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.493
Standard AW: Die Brunnenfrau

Dazu fand ich jetzt in einem Nachlaß (datiert 1962) diese Sage mit dem
Vermerk: der uralte Brunnen war in der Heilig -Geist- Straße. Diese Gasse gibt
es noch heute, aber alle alten Gebäude wurden abgerissen. Früher war dort
das Armenhaus: Heilig-Geist-Hospital. So hat diese kleine historische Ortssage
einen"wahren Kern", nämlich den früheren Brunnen dort. -Ulrike
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  #3  
Alt 25.04.2014, 12:37
Babel Babel ist offline
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Registriert seit: 05.12.2012
Beiträge: 7.974
Standard AW: Die Brunnenfrau

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
Es geht hier um einen verschollenen Brunnen in unserer Altstadt, der eine
Pumpe mit einem großen Schwengel besaß:
Eines abends kam eine Nachbarsfrau ,um einen Eimer Wasser zu holen ,zu
besagtem Brunnen. Sie erschrak, als sie unerwartet jemanden in ihrer Nähe
niesen hörte. Als höflicher Mensch sagte sie gewohnheitsgemäß: Gott helm di!
Als sie mit dem Pumpen beginnen wollte, schaute sie zur Schwangrauge
(Pumpenschwengel-westfälisches Plattdeutsch) hoch und sah darauf zu ihrem
Entsetzen eine zierliche Frauengestalt sitzen. Diese
antwortete nun mit einer freundlichen Miene der staunenden Wasserholerin:
Gott lauhn di - Vergelt``s Gott! Dann erzählte sie, daß sie seit Jahrhunderten
verzweifelt auf dieses Wort gewartet habe. Nun sei sie erlöst und könne Ruhe im
Grabe finden. Sodann verschwand sie und niemand hat die Brunnenfrau je
wieder gesehen.
Finde ich doch eine nette Geschichte!?
(Seit dem Erscheinen meiner kleinen Sagensammlung vor 10 Jahren habe ich
tatsächlich noch 4 mir damals noch nicht bekannte Geschichten gefunden.)
Es grüßt herzlich Ulrike!
Diese Geschichte erstaunt mich - nein, nicht die Geschichte, sondern sie von dir zu hören. Solche Geschichten, daß arme Seelen durchs "Vergelts Gott" erlöst werden, gibt es in Bayern und wohl ebenso in Österreich massenhaft. Aber sie sind an den katholischen Arme-Seelen-Glauben gebunden, und bei euch ist man doch evangelisch? Sagt man bei euch überhaupt (noch) "Vergelt's Gott"? Ich habe das nördlich der Main-Linie noch nie gehört, auch nicht im katholischen Rheinland. Jedenfalls ist es interessant, daß solche Geschichten die Jahrhunderte nach der Reformation überlebt haben.
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  #4  
Alt 25.04.2014, 13:18
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.493
Standard AW: Die Brunnenfrau

Die Geschichte stammt aus der Zeit, als hier noch "Westfälisch Platt" gesprochen
wurde. Heuer hochdeutsch - wenn jemand niest - "Gesundheit" "Danke" -
Danke für deine Antwort, mich interessiert dergleichen sehr (es gibt
schlimmere Hobbys). Habe zwei "Büchertaschen" geerbt, überwiegend
Sagenliteratur. Schmöker!-Ulrike
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