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  #31  
Alt 27.01.2009, 11:59
dolasilla dolasilla ist offline
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Registriert seit: 27.12.2005
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Zitat:
Zitat von gropli Beitrag anzeigen
Lieber Dolasilla, darf ich aus deinen Äusserungen schliessen, dass du kein Mann bist?
.
Das hast du jetzt aber ganz scharfsinnig erkannt

LG,
Dolasilla (eine erfahrene Benutzerin)
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"Ein kluges Weib in seinem dunklen Drang ist sich des rechten Weges wohl bewusst" (Irmtraud Morgner)
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  #32  
Alt 01.02.2009, 19:04
alterego alterego ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Mein Vater war ein "Jünger Gutenbergs", will heißen, er erlernte den Beruf des Schriftsetzers.

Dieses Handwerk ist mit der zunehmenden Computerisierung verschwunden,
genauso wie sein Zugang zu dem Beruf, zu dem er sich
spätere entwickelte.
Auch als diplomierter Graphiker war es reine Handarbeit
in der seine Entwürfe entstanden.
Etwas was heutige Graphiker nicht mehr zuwege bringen.
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  #33  
Alt 02.02.2009, 14:38
Benutzerbild von Dresdner
Dresdner Dresdner ist offline
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Ort: Dresden
Beiträge: 2.275
Standard AW: Untergegangene Berufe

Zum Thema ist das Buch "Die verschwundene Arbeit" wieder erhältlich.
Infos mit Bildstrecke unter: http://www.parthasverlag.de/
Dresdner
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  #34  
Alt 23.04.2009, 06:25
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Mein Großvater war Sensenschmied, hat am Schmiedehammer des "schwarzen Grafen" hier im Ort gearbeitet und Sicheln, Sensen und Gabeln gemacht.

Meine Großmutter war Magd am selben Hof, wusch das Pferdegeschirr der Kutschen die das Eisen vom Erzeberg brachten und war zuständig für Milchausgabe an die Leute die sich in Kannen früher die Milch noch jeden Tag holten. Sie hat auch die vielen Kühe noch mit der Hand gemolken.
Dafür bekam unsere ganze Familie gratis Milch und Fleisch.

Später hat Opa als Holzknecht unter den Rothschilds gearbeitet.
Er ist noch mit dem "Goaßschlitt`n" gefahren, mit dem das Holz transportiert wurde, hat die Rinden der Bäume mit einem "Sappe`l" abgeschält und roch immer gut nach Baumharz wenn er nach Hause kam.

Auch meine andere Oma war Magd auf verschiedenen Höfen, da sie in einem Waisenhaus aufgewachsen ist, wurde sie von einem Bauern zum anderen "weiter gereicht" und musste immer hart arbeiten. Der Lohn für zwei Jahre Arbeit auf einem Hof in Seeburg im Ybbstal war ein Fahrrad.
Sie hatte das getragene Gewand der Altbäurin zu tragen. Nicht selten gab es sexuelle Übergriffe des Bauern auf die Mägde, wurde eine schwanger, wurde sie meist vom Hof vertrieben oder umgebracht. Auch Beziehungen unter den Mägden und Knechten waren nicht erwünscht. Zog eine Magd oder ein Knecht an einen anderen Hof, passte sein ganzes Hab und Gut in eine hölzerne Kiste. Solche Kisten findet man heute noch oft bei Altwarenhändlern, innen steht oft noch das Datum am Deckel.

In Waidhofen gab es in der Stadt früher einen Nachtwächter.
Für Touristen werden deshalb heute noch in Waidhofen Nachtwächter-Führungen angeboten.

Sonja (Erfahrene Benutzerin)
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  #35  
Alt 09.09.2009, 11:11
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cerambyx cerambyx ist offline
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Ausrufezeichen AW: Untergegangene Berufe

Beruf Schindelhacker - auf die Frage von far.a zum Bild Radlberger Alm - Schindeldach (1) bezüglich Haltbarkeit:

Die gehackten (so sagt man hier bei uns in OÖ) Schindeln halten besser, weil sie der Holzfaser folgen, die beim Schnitt durchtrennt werden und so dem Wasser vermehrt Angriffsfläche bieten, weil sie sich aufstellen, wenn sie nass werden (Wer ein Fichtenbrett lackiert, weiß, dass man dann "drüberschleifen" muß, um die "Borsten" wegzubekommen!)
Es wird bei uns zwischen Brett- und Spanschindel unterschieden. Das "Brettl" wird jeweils vom Mittelpunkt des Stammstücks aus gehackt, der "Span" parallel zum Mittelpunkt ... und wer jetzt fragt was die bessere Schindel ergibt? Da sind sich auch die Schindelhacker nicht einig ....

Anregung: Bei meinen Bergfahrten konnte ich verschiedene Arten der Deckung (Einfach, zweifach, lange und kurze Schindel, geformte Kleinschindel....) beobachten. Vielleicht könnten wir entsprechende Bilder sammeln bzw. bereits vorhandenen Bildern das Schlagwort "Schindel" zuordnen (nicht "Schindeldach", weil ja auch Hauswände geschindelt wurden und werden ...)

LG Norbert
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  #36  
Alt 09.09.2009, 14:54
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Dresdner Dresdner ist offline
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Cool AW: Untergegangene Berufe

Nur als Anregung: könnte man das Kapitel untergegangene Berufe nicht auch alphabetisch ins Lexikon übernehmen? Das wäre bestimmt eine sinnvolle Auflistung, zudem, wenn man sie ergänzen könnte.
Dresdner
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  #37  
Alt 09.09.2009, 15:31
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Hallo Dresdner,

super-Idee! Danke!

Werde ich in den nächsten Tagen umsetzen!

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #38  
Alt 10.09.2009, 08:51
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Frage AW: Untergegangene Berufe

Einen Nachtwächter haben wir neuerdings wieder (allerdings nur für
touristische Altstadtführungen). Auch Frauen sind dabei aktiv, dies war
sicherlich früher nicht möglich! - Es gab auch Berufe der "Schieferverarbeitung",
denn viele Häuser z.B. im Bergischen Land waren damit verkleidet. -
Besenbinder und Bürstenmacher kenne ich noch aus einer Werkstatt für
Blinde, früher kamen sie von Haus zu Haus, die Ware zu verkaufen (hervor-
ragende Qualität). Der letzte Korbflechter hat auch vor einiger Zeit sein
Ladengeschäft geschlossen. - Dies so meine Erinnerungen, viele Grüße von
Ulrike
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  #39  
Alt 10.09.2009, 09:26
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cerambyx cerambyx ist offline
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Daumen hoch AW: Untergegangene Berufe

Hallo Ihr Alle!

Gibt es den "Moorstecher" noch irgendwo? Bekam gerade ein Buch zur "internen Rezension", da ist dieser Beruf aufgeführt ...

Aus Reinhold Gayl, Fazination Moor, Lebensraum und Kultur, öbv&hpt, Wien (kurzgefaßt mit eigenen Worten):
früheste Torfstiche und Werkzeugfunde sind bereits um 800 v.Chr. datiert, die beginnende Holzknappheit durch Erzverhüttung und Glasindustrie bewirkte stärkeren Torfabbau im Mittelalter, 1658 kam ein "Torflehrbuch" von Martin Schook heraus. Anwendungen als Brenntorf zum Malzdarren, Branntwein-Destillation, Glasschmelze, Salz- und Seifensieden, sogar als Brennstoff für Lokomotiven (! um 1830) wurde er vorgeschlagen!
Mit dem Spaten wuren viereckige Löcher senkrecht ausgestochen, der Torf zu Ziegeln geschnitten, den "Torfsoden", die einen Sommer lang gedörrt wurden (auf Trockengestellen, auf Stangen gesteckt, ...)
Der tiefer liegende "Schwarztorf" wurde mit Wasser getränkt und "gepettet", also gestampft, um das Überschußwasser wieder herauszubekommen. Erwachsene taten dies mit Holzschuhen, die Kinder barfüßig ...
Akkordarbeit war auch hier scheinbar schon Mode: bis zu 12.000 Torfziegel wurden von einem 4-er-Team pro Tag gefördert.

Wie komm' ich zu dem Buch: Bei uns im Nationalpark Kalkalpen gibts einige Moore, von denen auch Pollenanalysen vorliegen, mittels derer die Vegetation ab der Eiszeit bestimmt werden konnte ... daher das Interesse am Moor-Thema. Ein Moor wurde dabei auch als Themenweg gestaltet - Orchideenwiese pur!

Liebe Grüße
Norbert
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  #40  
Alt 10.09.2009, 15:55
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Frage AW: Untergegangene Berufe

Torfstecher war der Vater einer Freundin! Nach dem Krieg kam die Familie
aus dem Norddeutschen ins Ruhrgebiet, es gab "bessere" Arbeit in der
Fabrik, eine Wohnung in der Arbeitersiedlung. Diese Wohnungen hatten
2 Zimmer: Wohnküche u. Schlafzimmer. Waschhäuser und Plumpsklos draußen
(dieses Thema hatten wir schon mal). Natürlich nur Kaltwasser und Kohleherd
oder -ofen (im Wohnraum). Bescheidene Verhältnisse! Aber vielen ging es nicht
besser. - Viele Grüße von Ulrike
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beruf, diktat, hallknechte, halloren, salzwirker, stenotypistin

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