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  #31  
Alt 13.07.2007, 10:12
harry harry ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Aus "gegebenem Anlass" musste ich wieder einmal meinen Schreibtisch aufräumen. Da ist mir ein guter alter Bekannter in die Hände gefallen.
Heute kennt ihn fast niemand mehr. Vor dem Aufkommen der Taschenrechner Ende der 1960er Jahre war der Rechenschieber ein unverzichtbares Instrument für jeden Techniker.


Rechenschieber
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Harry
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  #32  
Alt 13.07.2007, 15:10
siegi siegi ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Zitat:
Zitat von harry
Vor dem Aufkommen der Taschenrechner Ende der 1960er Jahre war der Rechenschieber ein unverzichtbares Instrument für jeden Techniker.
Und ein schweißtreibendes Begreifen der Funktionsweise für die Schüler


Der Wurlitzer, oder die Musikbox in den Gaststätten ist verschwunden. Moderne Tonanlagen haben das Kommando übernommen. Dabei waren sie früher fast Pflicht für ein gutes Gasthaus.
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mfG siegi
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  #33  
Alt 13.07.2007, 23:58
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Der Rechenschieber - schauerlich...

Mein älterer Bruder musste sich noch mit diesem Alptraum beschäftigen. Meine Neugier erforschte damals eine zweiteilige Kunststoffhülle in den Farben grün und weiß. Die Lösung der Bedienung des Rätsel um den Rechenschieber selbst plane ich nicht mehr ein

Es wäre heute (2007) fast nicht vorstellbar, heutigen Schülern zu erklären, dass wir bis vor 25 Jahren solche mechanische Abakus verwendet haben. Aus ethnologischer Sicht möchte ich anmerken, dass Fotos von der Anwendung von Abakus bis vor nicht allzu langer Zeit in den Medien zur Verspottung von Nationen gedient haben.

In meiner Volksschulzeit wurde ich durch das sogenannte "Turmrechnen" anfangs gequält, irgendwann hat mir das gefallen und das wurde fast ein Hobby von mir.

Dann kam unser erster Taschenrechner, die Marke hieß "Omron" und dieser hatte tatsächlich noch ein Röhren-Display...
mit Mathematik plage ich mich seit diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #34  
Alt 14.07.2007, 00:40
harry harry ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Jetzt muss ich doch eine Lanze für den Rechenschieber brechen:

Dieses Gerät war einfach ein geniales Ding. Man konnte neben den Grundrechnungsarten (nicht Addieren und Subtrahieren!) auch komplexere Berechnungen, wie Wurzelziehen, Exponentialrechnung oder Winkelfunktionen schnell und mit hinreichender Genauigkeit durchführen. Und das alles zu einer Zeit als elektr(on)ische Rechenmaschinen erst in Science-Fiction Büchern und Taschenrechner noch nicht einmal dort existierten.

Und: Ein Alptraum sind viele Fertigkeiten während der Lernphase. Maschinschreiben (richtig!) oder Stenografie (wer weiß noch, was das ist?) habe ich zum Beispiel nie begriffen
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Harry
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  #35  
Alt 14.07.2007, 15:57
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Beiträge: 2.493
Lächeln AW: Dinge des Verschwindens?

Mein Mann (ebenfalls Techniker) besitzt auch noch einen Fundus an
Taschenrechnern (was bitte ist eine Schiebelehre?), Zirkelkästen,
Rotring (hoffentlich keine Schleichwerbung)-Schriftschablonen, Tuschefüllern
u.a. Bevor es mit CAD losging war ja alles Handarbeit (Zeichnen u. Beschriften).
Wir haben z.B. noch einen Ziegenhaar-Staubpinsel um radiertes (besser vom
Pergament geschabtes/weggekratztes) säuberlich zu entfernen. Wenn ich so
etwas erkläre! Meine Schwester hat Steno und Schreibmaschine unterrichtet
und gibt Computerunterricht. Nur ich neige zu den brotlosen Künsten! Unser
Sohn dagegen ist IT-Fachmann, er verzweifelt nochmal an mir. Ihm und meiner
Schwester verdanke ich hier kommunizieren zu können. Mein Mann hat
noch 2D Zeichnen am Computer gelernt, nun ist er in Rente. Manchmal denke
ich: wir könnten ein Museum eröffnen. Habe z.B. eine alte Reiseschreibmaschine
von meinem Schwiegervater geerbt (behalte ich mal in Reserve). Dank meiner
Schwester kam ich auch zu einem passenden Farbband. Sie besitzt übrigens eine
Sammlung alter Schreibmaschinen! Die ersten Taschenrechner waren von
Texas Instruments (wurden in der Schule verlangt und ein teurer Spaß
für die Eltern). Hat übrigens hier im Forum noch jemand Platzprobleme vor
allem mit Büchern oder einen "überquellenden" Dachboden. Für die Bücher
dachte ich schon mal an Apothekerregale (Spaß beiseite). Es beruhigt mich
aber nicht alleine verschiedene "Dinge des Verschwindens" zu sammeln.
Kann leider noch keine Fotos übersenden, möchte aber mal allen im Forum für die
vielen interessanten Berichte und Bilder danken!Ihr schlagt glatt das aktuelle Fernsehprogramm. Viele Grüße sendet Ulrike!
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  #36  
Alt 14.07.2007, 16:29
siegi siegi ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff
(was bitte ist eine Schiebelehre?)
Eine Schiebelehre (Schublehre, Schieblehre) ist ein Messinstrument, welches zum Messen von Aussen und Innendurchmessern bei Werkstücken verwendet wird. Ist heute auch noch nicht aus der Metallverarbeitung wegzudenken. Einige zeigen in Digitaltechnik an.

Schiebelehre

Am Bild kannst die untere Zahlenreihe mit der Maus verschieben. Vorher am Bild ein Hakerl bei show setzen.
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mfG siegi

Geändert von siegi (14.07.2007 um 16:34 Uhr)
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  #37  
Alt 16.07.2007, 09:06
harry harry ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Zu den fast vergessenen Dingen gehört auch das Siegel. Einen Brief zu versiegeln, gehörte früher zum guten Ton und war auch notwendig, da es keine mit Klebstoff versehenen Kuverts gab. Das Geschäftssiegelauf einem Schreiben war der Vorläufer des Firmenstempels.

Auf dem Foto zwei Monogrammsiegel (JH und KT) und rechts ein Geschäftssiegel ("U. Karl Tiefenthal, Glashandlung, Hartberg").


Siegel (etwa 1900) mit Siegelabdruck
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Harry
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  #38  
Alt 16.07.2007, 09:09
harry harry ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Um schöne Monogramme an der Wäsche anzubringen verwendete man früher Monogrammstempel, die den Blaudruck-Stempeln ähnlich waren. Das Monogramm wurde mit blauer Wäschefarbe auf das Wäschestück gestempelt und dann kunstvoll ausgestickt. Beim ersten Waschen ging die Farbe dann wieder aus und das gestickte Monogramm kam voll zur Geltung.

Auf dem Foto zwei Monogrammstempel (JH und JT) und ein fertiges Handtuch. Das abgebildete Handtuch aus Leinenstoff übrigens, das aus der Zeit vor 1917 stammt, ist heute noch in Verwendung und immer noch wie neu! Der zum Handtuch gehörige Stempel ist leider verschwunden.


Monogrammstempel und gesticktes Monogramm auf einem Handtuch (vor 1917)
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Harry
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  #39  
Alt 29.07.2007, 19:55
Benutzerbild von mina
mina mina ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

dinge des verschwindens hab ich auch auf der alm gefunden ... die fensterbalken ... die alte handkaffeemühle und den handgeschnitzten tram ... bilder davon findet ihr in meiner galerie *g*
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  #40  
Alt 29.07.2007, 20:54
Lisa Lisa ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Zitat:
Zitat von harry
Aus "gegebenem Anlass" musste ich wieder einmal meinen Schreibtisch aufräumen. Da ist mir ein guter alter Bekannter in die Hände gefallen.
Heute kennt ihn fast niemand mehr. Vor dem Aufkommen der Taschenrechner Ende der 1960er Jahre war der Rechenschieber ein unverzichtbares Instrument für jeden Techniker.


Rechenschieber
Dieses "Unding" wurde sogar bei der Apollo 13 Mission verwendet und hat offenbar einwandfrei funktioniert, weil die Menschen es benutzen konnten. Leider hab ich es nur ansatzweise gelernt und gleich wieder vergessen... hab sowas auch noch und komm nicht dahinter, wie ich es benutzen könnt. Bräucht halt nicht mal Batterien oder sowas...

Grüße von Lisa
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ein stein sprach zu einstein: ich bin auch ein stein
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