SAGEN.at  FORUM  

Zurück   SAGEN.at FORUM > ERZÄHLEN

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 07.07.2007, 19:38
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.04.2005
Ort: Innsbruck
Beiträge: 25.064
Standard Dinge des Verschwindens?

Wer erinnert sich an Dinge, die aus unserer Lebenswelt verschwinden?

"Das können ganz unspektakuläre Dinge sein, eine bestimmte Bewegung, eine Geste der Höflichkeit, eine von Not erfundene Speise, Markenartikel und unterschiedliche Dienstleistungen und natürlich all die technischen Geräte." So beginnt das "Kleines Glossar des Verschwindens. Von Autokino bis Zwischengas. Lauter Nachrufe.", herausgegeben von Andrea Köhler, München 2003.

Welche Dinge des Alltags fallen Euch ein, die verschwinden oder schon verschwunden sind?

Wolfgang (SAGEN.at)
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 07.07.2007, 20:40
Alexander Alexander ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 06.11.2005
Beiträge: 117
Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Hallo Wolfgang,

als erstes fallen mir dazu die Compact Cassetten ein. Im Handel scheinen sie komplett von den CDs verdrängt worden zu sein, und auch im Privaten verschwinden sie zusehends. Zeitgleich verschwindet natürlich auch der allseits beliebte Bandsalat.

Viele Grüße, Alexander.

Ps.: Das Wort "Bandsalat" selbst steht übrigens seit 2006 in der Liste der aussterbenden Wörter.

Geändert von Alexander (07.07.2007 um 20:55 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 07.07.2007, 21:45
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.04.2005
Ort: Innsbruck
Beiträge: 25.064
Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Hallo Alexander,

die "Compact Cassetten" und der "Bandsalat" sind sehr schöne Beispiele! Ich erinnere mich noch an die orangen Cassetten von BASF, die gabs als C60 und als C90, also mit 60 Minuten (=2x30 Minuten) und 90 Minuten (=2 x 45 Minuten). Irgendeine Marke gab es auch in grün.

Der Bandsalat war immer eine Aufregung, galt es doch die kostbare Cassette zu retten. Es war immer eine Wuzelei aus dem Gummirad und so einem Stäbchen, die eigentlich fast immer den Bandsalat ausgelöst haben. Das gerettete - aber meist zerknitterte Band - war halt dann leider bei späteren Abspielungen eine besonders gefährdete Stelle für neuen Bandsalat.

Wolfgang (SAGEN.at)
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 07.07.2007, 22:25
harry harry ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 29.04.2005
Ort: Klosterneuburg, Bezirk Tulln
Beiträge: 11.021
Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Wer verwendet noch eine mechanische Schreibmaschine? - Ich habe jedenfalls schon lange keine mehr gesehen.

Einen Nudelwalker aus Holz zu kaufen war mir unlängst nicht möglich. Alles Plastikware in Zwergerlgröße für den "Single-Haushalt". Ein Bekannter erbarmte sich meiner und drechselte mir einen.
__________________
Harry
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 07.07.2007, 22:37
siegi siegi ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 03.06.2007
Ort: Klagenfurt
Beiträge: 1.079
Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Weil Harry einen Nudelwalker anführt, fällt mir das Nudelbrett ein. Weiter ein sogenanntes Stopfschwammerl oder Stopfholz. Wer kennt das noch? Strickliesl für Kordeln machen. Da wird mir noch so einiges einfallen.

In Klagenfurt gibt es ein Geschäft, in dem man sich in die Vergangenheit zurückversetzt fühlt. Ein Eisenwarenhandel der alten Schule. Alles was man sonst nirgends mehr bekommt, dann heißt es geh zum ..............
__________________
mfG siegi
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 07.07.2007, 22:48
siegi siegi ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 03.06.2007
Ort: Klagenfurt
Beiträge: 1.079
Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Wäre ein interessantes Fotothema, Gegenstände des alltäglichen Lebens vor 1970

Oder "Es war einmal"
__________________
mfG siegi
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 08.07.2007, 00:02
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.04.2005
Ort: Innsbruck
Beiträge: 25.064
Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Zur von Harry beschriebenen Schreibmaschine gibt es einen kleinen essayistischen Text "Meine Schreibmaschine" auf SAGEN.at, den ich aus technikgeschichtlichen Gründen sehr interessant erachte. Bei diesem Text - dieser ist nun fast 100 Jahre alt - ist es übrigens ganz interessant, wenn man das Wort Schreibmaschine beim Lesen durch ein sonstiges technisches Gerät (zB PC) ersetzt.

Wolfgang (SAGEN.at)
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 08.07.2007, 00:14
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.04.2005
Ort: Innsbruck
Beiträge: 25.064
Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Hallo Siegi,

Zitat:
Wäre ein interessantes Fotothema, Gegenstände des alltäglichen Lebens vor 1970
ich habe Deinen Vorschlag in der Fotogalerie soeben umgesetzt:
Alltagstechnik vor 1970

Bin schon sehr gespannt, was kommen wird?

Wolfgang (SAGEN.at)
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 08.07.2007, 00:47
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.04.2005
Ort: Innsbruck
Beiträge: 25.064
Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Hallo Siegi,

Zitat:
In Klagenfurt gibt es ein Geschäft, in dem man sich in die Vergangenheit zurückversetzt fühlt.
Da habe ich vor 2 Jahren in Hamburg ein witziges Geschäft entdeckt. Das ist eigentlich eine große Kette, die es zwischenzeitlich auch in Österreich und der Schweiz gibt, die sozusagen die besten Produkte des 19. und 20. Jahrhunderts nachbaut. Dort habe ich mir dann einen Katalog gekauft, der schon aus ethnologischer Sachkulturforschung eine nette Lektüre ist. Wenn die Angaben in dem Katalog stimmen, sucht dieser Anbieter in entlegendsten Regionen noch alte Fabriken, die dann in deren Auftrag mit Originalwerkzeugen und den ursprünglich verwendeten Rohstoffen wieder die Produktion aufnehmen.

Die hatten z.B. die schönen Bakelit-Lichtschalter - das sind die Schalter in weiß und dunkelbraun, die so voll und kräftig "Klack" gemacht haben - in wunderbaren Nachbauten. Die hatten eine schöne Spielwand mit diesen Schaltern... Grad' dass sie nicht noch einen "Stromspion" (Zweifachverteiler an der Glühbirne) hatten

Übrigens bieten die auch eine schöne mechanische Schreibmaschine um ca 500 Euro an.

Der Trend zu "guten Dingen" (der Werbeslogan dieser Kette) scheint also zwischenzeitlich wieder so gross zu sein, dass größere Unternehmen damit ziemlich gut leben können.
Trotzdem, und das ist für mich der negative Haken an der Sache, wäre mir persönlich Regionalhandel lieber, als tausende LKW-Fuhren von und zur Logistik von Großanbietern.

Wolfgang (SAGEN.at)

Geändert von SAGEN.at (08.07.2007 um 00:51 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 08.07.2007, 22:00
volker333 volker333 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 29.05.2007
Beiträge: 502
Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Hallo Wolfgang,
zu dem Thema fällt mir spontan meine alte Super-8 Kamera ein, die im Schrank verstaubt. Filme und Entwicklung gibt es wohl gar nicht mehr. So wird es wohl auch mit den alten Tonbändern und irgendwann auch mal mit den mechnanischen Kameras sein.
Im untertägigen Bergbau darf zulassungsbedingt (schlagende Wetter) nur mit mechanischen Instrumenten gemessen werden. Über Tage wird natürlich mit elektronischen Instrumenten gemessen. Stirbt der u.T. Bergbau stirbt auch diese Art der Vermessung und die speziellen Kenntnisse darüber.
Selbst alte Darstellungen (Risse) lassen sich heutzutage nur noch schwer deuten, weil mit uns fremden Maßen gemessen wurde. (Lachter, Klafter,Rute)
Gerade wenn ich an den Bergbau denke, fallen mir etliche Dinge ein, die für immer in Vergessenheit geraten werden. Vor einigen Jahren wurde bei uns ein Schacht verfüllt, der eine der wenigen noch erhalten alten Fahrkünste enthalten hat. Hab leider zu spät davon erfahren, sonst hätt ich was dagegen getan. Aber zu ist zu.
Früher sprach man noch von Künsten. (Wasserkunst, Fahrkunst)
Wer heute von Kunst spricht, denkt an Malerei und Musik aber meist nicht an alte Handwerkskunst. Viele Berufe sind weggefallen. Ich denke da auch an die alten Explorateure, die über Land zogen und Kenntnisse hatten und auf Dinge achteten, die vollkommen in Vergessenheit geraten sind. Wer sieht schon einem kleinen Bachlauf an, dass das Gebirge in der Umgebung Kupfer enthält? Wer weiß noch von der Möglichkeit Pflanzen als Anzeiger für Bodenschätze zu nutzen? Ich glaube viele Sagen sind auch aus Nichtwissen bzw. Halbwissen entstanden.
Ein alter Bergmann hat mir erzählt, dass er als junger Mann einmal fast von einem herabbrechenden Fels erschlagen worden wäre. Er konnte sich nur noch mit einem beherzten Sprung hinter den Holzausbau retten. Die alten Bergleute fingen an zu lachen und sagten: " Eh Kleiner, hast wohl Angst zu sterben?" "Das war der Grubenkarl."-->Sage
Dann zeigten sie ihm, wie man das Gebirge mit einem Stock abklopft und die losen Steine am Klang erkennt und fachmännisch löst. Zum Glück nicht zu spät.
Übrigens, wer kennt den sogenannten "Klanghammer"? Kenne ihn nur vom Erzählen.
Sorry, war vielleicht etwas zuviel auf einmal aber das Thema ist sehr gut.
Gruß Volker

Geändert von volker333 (08.07.2007 um 23:50 Uhr)
Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 16:18 Uhr.


©2000 - 2017 www.SAGEN.at