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  #31  
Alt 31.12.2012, 11:34
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Dresdner Dresdner ist offline
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Standard AW: historisches Vokabular der Technikgeschichte

Auch auf dem Gebiet der Fahrkarten und Tickets gibt es viele interessante historische Vorläufer.
Richtige Fahrkarten in Pappausführung, die mit einer Lochzange entwertet wurden, findet man heue nur noch bei historischen Schmalspurbahnen. Eine besondere Spezies davon waren Bahnsteigkarten, mit denen man lediglich den Bahnsteig betreten, jedoch nicht im Zug mitfahren durfte. Alle Fahrkarten kontrollierte an einem Bahnsteigeinlass ein Bahnsteigschaffner. Die Weichen wurden selbstverständlich von einem Handstellwerk aus gestellt, heute übernimmt dies, hunderte Kilometer entfernt, ein Zentralrechner.
Was die Seilbahntickets betrifft, haben einige wenige Unternehmen den Werbewert früherer nostalgischer Tickets wieder erkannt - Vorreiter ist hier die SAD Bozen mit Mendel-, Rittner- und Jenesienbahn:
Hier das Beispiel des aktuellen Tickets der Jenesienbahn mit der historischen Kabine:




Quelle der Fotodateien: http://www.sii.bz.it/de/tickets
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  #32  
Alt 31.12.2012, 18:30
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: historisches Vokabular der Technikgeschichte

Die kleinen Kontroll- Häuschen nannten wir Sperren, man mußte "durch die
Sperre" gehen. Manchmal wurde auch am Ausgang kontrolliert. Im Zug
waren Schaffner und Zugführer, vor einem Tunnel rannten sie durch den Zug,
um die Beleuchtung an bezw. auszuschalten. Es gab 1. u. 2. Klasse, jeweils
Raucher- und Nichtraucherabteile. Es waren Hand-Hebel für die Heizung und
Fenster zum Öffnen, sogar Vorhänge aus Stoff. An den Wänden hingen
gerahmte, teils lustige, Werbeschilder. Ich habe viele Erinnerungen an
Bahnfahrten! -Ulrike
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  #33  
Alt 26.01.2013, 10:04
Gerd Gerd ist offline
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Standard AW: historisches Vokabular der Technikgeschichte

Es gab auch eine 3. Klasse (Holzbrettklasse). Vielleicht weiß jemand wann diese aufgelassen wurde ???
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  #34  
Alt 26.01.2013, 10:24
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Dresdner Dresdner ist offline
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@ gerd: da hilft uns wiki wieder einmal ausführlich weiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Abteilwagen.

Auch reichsbahngeschichtlich interessant: die Mannschaftstransportwagen. Sie sahen aus wie Güterwagen, nur dass darin Betten, Tische und Stühle aus Holz installiert waren. Diese Wagen waren für die Verlegung von Militäreineiten eingesetzt, NVA und GSSD nutzten sie.

Ich kann mich auch an ein FDJ-Treffen in Berlin erinnern, von dem wir in solchen Waggons zu unserem Heimatort zurückkehrten.
Das war schon ein besonderes Erlebnis: Nachtfahrt im unbeleuchtetem Waggon, wir alle um die 15, 16 Jahre und natürlich "gemischtes Publikum" ...

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  #35  
Alt 26.01.2013, 10:50
Babel Babel ist offline
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Standard AW: historisches Vokabular der Technikgeschichte

Bei meinen Bahnfahrten in den 50er Jahren gefielen mir vor allem die netten kleinen Bahnhöfe mit ihren Blechplakaten (Schöller-Wolle, Nomotta, Juno, Provinzial-Feuersozietät, Beru-Zündkerzen) und ihren vielen Blumen in Kästen an allen Fenstern und in Ampeln, die vom Vordach hingen. Der Bahnhofsvorsteher trug Uniform mit Mütze, eine Art Schiedsrichterpfeife und das Ding, für das ich nicht mal einen Namen weiß: das runde weiß-rote Schild auf einem Stab, mit dem er dem Zugführer die Abfahrt freigab (wenigstens soweit ich es verstanden habe). Er machte durchaus den Eindruck einer Respektsperson, auch wenn sein Bahnhof so klein war, daß nicht unbedingt jemand aus- oder einstieg.
Diese kleinen Bahnhöfe verschwanden im Zuge der Streckenstilllegungen, als sich die Bahn zunehmend auf die einträglicheren Städteverbindungen konzentrierte und die Dörfer nur noch mit Bussen erreichbar machte (bzw. das anderen Unternehmen überließ). Kleinere Bahnhöfe, die noch angefahren werden, bestehen heute meist nur noch aus einem übel vernachlässigten Gebäude, entweder zugesperrt oder gerade noch als überdachter Durchgang und Warteraum (für Winter- und Schlechtwettertage) offen gehalten, und einem Fahrkartenautomaten.
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  #36  
Alt 26.01.2013, 11:40
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Joa Joa ist offline
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Magisches Auge

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  #37  
Alt 20.02.2013, 09:59
Gerd Gerd ist offline
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In den 1950/60 er Jahren hat man beim Mopedfahren eine Drahtbürste zum Putzen der Zündkerze gebraucht. (Wenn sie verrußt war und kein Funke mehr entstanden ist.)
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  #38  
Alt 17.05.2013, 18:00
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Dresdner Dresdner ist offline
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Nicht nur beim Moped.
Auch beim Trabant wurden die Zündkerzen ordentlich mit einer Drahtbürste bearbeitet und wenn der Lichtmaschinenriemen mal wieder gerissen war, sorgte ein zusammengedrehter Damenstrumpf für Ersatz.
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  #39  
Alt 17.05.2013, 20:39
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Babel: Das komische Ding würde ich "Kelle" nennen, vielleicht gibt es aber auch
einen anderen Ausdruck dafür? -Viele Grüße von Ulrike
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  #40  
Alt 06.08.2013, 11:12
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Las einen Zeitungsartikel über altmodische Kinderbücher in Neuauflage,
z.B. stände dort: er legte den Hörer auf die Gabel - darunter könnte
die heutige Generation sich nichts mehr vorstellen - nur ein Beispiel! Ulrike
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Stichworte
linguistik, sprachwissenschaft, technik, technikgeschichte, techniksteinzeit, vokabular

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