SAGEN.at  FORUM  

Zurück   SAGEN.at FORUM > Technik und Wissenschaft

 
 
Themen-Optionen Ansicht
  #11  
Alt 06.11.2009, 13:08
Verkehrsarchiv Verkehrsarchiv ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 09.12.2008
Beiträge: 60
Standard AW: seilbahngeschichte.de - Updateinfos

Ja das ist die Crux, dass Ausdrücke durcheinander gewirbelt werden und vielleicht weniger technisch bewanderte Leute geneigt sein mögen auf Grund dessen Vergleiche anzustellen, die hinken!
Richtig "schweben" tut gar nichts, sondern es geht um den Fahrweg, der eine Anlage in eine bestimmte Kategorie definiert, Seilbahnen sind ja alle!

Zum Werk "Bergbahnen der Welt" von Josef Hons, das von Dresdner ins Rennen gebracht wurde kann ich nun gerne einige Zitate ins Rennen bringen, die die These des Dresdners leider ins Wackeln bringen:

Seite 297 in der Tabelle 3: Standseilbahnen:

Loschwitz - Oberloschwitz (Einschienenbahn) DDR, Dresden

Seite 152 im Kapitel Seilbahnen und Skilifts:

Zitat:
"Die Kohlererschwebebahn vollendete den Übergang von den Lastenseilschwebebahnen (die davor beschrieben sind Anm.) zur Personenschwebebahn. Sie war Muster für weitere Grosskabinenschwebebahnen."

Auf den Seiten 150 bis 152 wird auf die drei Erstanlagen San Sebastian, Wetterhorn und Kohlern eigegangen, wobei dem Autor insoweit ein Fehler unterlaufen scheint, als er zeitlich den Wetterhornaufzug vor Kohlern reiht, was aber nicht stimmt (Kohlern 29.06.1908, Wetterhorn 27.07.1908).

Die Loschwitzer Schienenhängebahn reiht er berufend auf Wuppertal auch historisch korrekt ein, hierzu ein Zitat: (seite 111)

Zitat:
"Dieses Grundprinzip (dort natürlich motorisch und nicht seilzugsmässig angetrieben Anm.) wurde zur gleichen Zeit bei der 13,3 km langen Wuppertaler "Schwebebahn" verwirklicht."

Hons beschreit die Bahn mit den von mir schon gewählten Worten: "Traggerüst", und weiters ist folgendes Zitat interessant:

"... An den Fahrbalken wurden die Fahrschienen der Einschienenbahn angebracht..."

Also eine "schwebende" Einschienenbahn, Hängebahn oder wie auch immer... Sicher aber keine Seilschwebebahn oder Luftseilbahn, wie man diese heute hinlänglich kennt. Hier gesteht Hons Kohlern zu, diese Entwicklung ausgelöst zu haben (siehe oben)...
Daher ist Dresden sicher eine höchst interessante Konstruktion, eine Einzelanlage, die in dieser Form keine Nachfolger fand (das schreibt auch Hons), aber sicher keine Seilschwebebahn. Hier bin ich bei Dachstein, dass wir uns am Fahrweg orientieren müssen und den macht bei Seilschwebebahnen unverrückbar das Seil aus, alles andere sind Seilbahnen mit Fahrbahnträgern und das sind Standseilbahnen, wie Hons in seiner Einordnung in der im Anhang geführten Liste völlig korrekt festgestellt hat.

Seite 297 Tabelle 3: Standseilbahnen: fünfte Bahn von oben: Loschwitz - Oberloschwitz (Einschienenbahn) DDR Dresden

und

Seite 299 Tabelle 4 Grosskabinenschwebebahnen

1 in der Tabelle: Wetterhornaufzug

2 in der Tabelle: Kohlernbahn Italien (Bolzano)


Damit wäre die Zuordnung jedenfalls nach Hons klar...

Ich halte daher zur Dresdner "Bergschwebebahn" fest:

Schmoll sieht diese dem Grundprinzip nach als Standseilbahn

Hefti sieht diese dem Grundprinzip nach als Standseilbahn

Armbruster sieht diese dem Grundprinzip nach als Standseilbahn

Hons sieht diese dem Grundprinzip nach als Standseilbahn

Denoth sieht diese dem Grundprinzip nach als Standseilbahn

Dachstein sieht diese als Berghängebahn, wobei ich ihn bitten würde diese Bahn auch einem der gängigen Systeme zuzuordnen und sich dazu zu äussern (deutscher Begriff für feste Fahrbahn mit hängenden FBM´s) Feste Fahrbahn wäre eigentlich Standseilbahn, oder... (siehe Fleissalmbahn Heiligenblut usw...)... Was spricht für die Standseilbahn: Schienen, Zangenbremsen nach Bucher/Durrer, nur Zugseil, kein Tragseil, Fahrwerke und keine üblichen "Gehänge"... Was spräche allenfalls für eine Schwebebahn: nur das "verkehrte" Aufgehängtsein der FBM´s und das ist zu wenig...

Argumente bitte, sonst wird das ein Start-Ziel Sieg für San Sebastian, Kohlern und Wetterhorn...

LG und versuchen wir die Geschichte wieder ins rechte Licht zu rücken, dann ist die stürmische Entwicklung des Seilbahnwesens rund um die Jahrhundertwende sicher leichter nachvollziehbar...

Günter
Mit Zitat antworten
 

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 16:28 Uhr.


©2000 - 2020 www.SAGEN.at