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  #1  
Alt 19.03.2013, 11:35
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LS68 LS68 ist offline
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Standard Das Glasauge des Wadi

Eine der erfolgreichsten Farmen in den afrikanischen Kolonien war die Farm Krüger. Und das kam so. Her Krüger hatte sich an einen Tisch gesetzt, von welchen er die Sklaven und den Sklavenaufseher gut im Blick hatte und machte seine Schreibarbeiten. Weil es so heiß war empfand er sein Glasauge als störend und legte es auf den Tisch. Zwischendurch ging er in sein Haus zu Mittag. Als er wieder kam, war er erstaunt, das die Sklaven in seiner Abwesenheit so fleißig weiter gearbeitet hatten. Er nahm sein Glasauge und setzte es wieder ein. Ängstlich fragte der Sklavenaufseher Herrn Krüger, ob es Ihm alles erzählt hätte. Da er aber nicht wusste was gemeint war, hat er die Frage bejaht. Ab sofort brauchte er nur noch sein Glasauge Irgendwo sichtbar hinzulegen und der Sklavenaufseher hat die Arbeiter zur Arbeit angetrieben.

Bei einen Aufstand der Afrikaner wurde ein Herrenhaus von aufgebrachten und bewaffneten Afrikanern umzingelt um die Farmerfamilie zu töten. Der Farmer stellte sich im Hof auf einen Tisch und zitierte lautstark, mit den schlimmsten Grimassen und Bewegungen Schillers Glocke. Die Afrikaner kannten " Schiller`s Glocke" nicht und dachten, der Farmer würde einen mächtigen Fluch aussprechen. Dabei flog Ihm sein Gebiss aus dem Mund und traf den Anführer der Afrikaner. Dieser dachte, das der Farmer Ihn gebissen hätte und der Farmer sich weiter in seine Einzelteile zerlegen würde. Augenblicklich flüchteten die Angreifer und erst am späten Abend kamen sie mit Speisen und Geschenken wieder, um sich mit Ihrem Herrn zu vertragen.

Geändert von SAGEN.at (19.03.2013 um 22:09 Uhr) Grund: Admin: historische, diskriminierende Ausdrücke ersetzt.
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  #2  
Alt 19.03.2013, 22:33
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Standard AW: Das Glasauge des Wadi

Die Erzählung vom "Glasauge des Wadi" ist ein sehr bekanntes Beispiel einer Anekdote aus Kolonialzeit, die sagenhafte Züge trägt, aber leider auch diskriminierende Elemente.

Unter besonderem Hinweis auf das Verständnis der diskriminierenden Inhalte behalten wir die Anekdote hier; auch damit Leser beim Lesen und Weitergeben solcher Erzählungen darauf sensibel werden, wie schnell und oftmals unbemerkt solche Diskriminierungen weitergegeben werden.

Abgesehen davon ist die Anekdote bzw. Schwank vom "Glasauge des Wadi" ein "Klassiker", in der Wissenschaft unter anderen von Hermann Bausinger 1967 und von Rolf Wilhelm Brednich 1996 kurz besprochen.

Ich habe vor längerer Zeit mehrere Zeitungsartikel zu dieser Geschichte gesammelt, der früheste von ca 1890 und spätere Varianten, alle mit dem Anspruch auf Wahrheit. Wenn ich diese Zeitungsartikel in meinem Archiv wiederfinde, bringe ich diese hier.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #3  
Alt 19.03.2013, 23:03
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Standard AW: Das Glasauge des Wadi

Ich habe mir jetzt noch die Variante "Glasauge sei wachsam" bei Rolf Wilhelm Brednich in seinem Buch "Die Ratte am Strohhalm" (1996) angeschaut. Diese Variante bringt doch noch eine neue Pointe, die ich jenen, die das Buch nicht kennen sollten, nicht vorenthalten möchte:

"Ein Plantagenbesitzer im ehemaligen Deutsch-Ostafrika hatte ein Glasauge. Einmal wollte er in den benachbarten Ort fahren, befürchtete aber, dass während seiner Abwesenheit die einheimischen Arbeiter eine Pause einlegen würden. Er nahm deshalb sein Glasauge heraus, legte es auf einen Pfahl und erklärte den Arbeitern, dieses Auge werde während seiner Abwesenheit alles genau beobachten.
Als er zurückkam, fand er seine Arbeiter alle schlafend im Schatten liegen. Über den Pfahl mit dem Glasauge hatten sie einen Hut gestülpt."
Quelle: Erzähler: Ulrich Troitsch, in: Rolf Wilhelm Brednich, Die Ratte am Strohhalm, München 1996, S. 51.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #4  
Alt 20.03.2013, 01:16
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Lächeln AW: Das Glasauge des Wadi

Die Geschichte ist auch interesant. Danke

( ich wollte auch nicht unsere afrikanischen Mitmenschen diskriminieren, das liegt mir fern. )
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  #5  
Alt 20.03.2013, 02:14
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Standard AW: Das Glasauge des Wadi

Ich finde die geschichte Lustig, weil sie zeigt, wie beide Parteien versucht haben sich gegenseitig auszutrixxen.
Ich bin seit über 30 Jahren ein großer Verehrer von Martin Luther King und seines Gleichen , gleich welchem Geschlecht.
Sklaverei gibt und gab es zu jederzeit und ich muß gestehen, das sich auch bei meiner Wäsche Keidung finden wird, die in Billigländern hergestellt wurden.
Traurig aber war.
Ich möchte da die Kinder, welche als Steineklopfer und Näher in Indien arbeiten, nennen.
Es tut mir sehr leid, das die Armut und Kriminalität (Menschenhandel und Zwangsprostitution) soviel leid hervorruft.
Noch schlimmer finde ich die diskriminierung der Frauen. Die Vergewaltigungen und Wertlosigkeit der Frau in Indien und anderswo.
Daher bin ich auch Mitglied der evangelischen Kirche.
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  #6  
Alt 23.03.2013, 15:39
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Standard AW: Das Glasauge des Wadi

Aus dieser Zeit gibt es noch ein Zitat von dem amerikanischen Schriftsteller Mark Twain :
" Mein lieblingsinstrument ist der Flügel. Ich begleitete meinen Vater auf dem Flügel währende er singend auf der Komode saß und der Missisipi uns 3 Tage Fluß abwärts trieb. "

Geändert von LS68 (23.03.2013 um 15:43 Uhr) Grund: rechtschreibung
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  #7  
Alt 06.10.2014, 21:45
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Standard AW: Das Glasauge des Wadi

Hier habe ich noch eine Geschichte über "die tödlichen Stiefel".
Ein holländischer Pächter in Nordamerika mähte mit seinen Schwarzen eine Wiese. Aus Angst vor Schlangen zog er seine Stiefel an. Beim mähen sprang eine Schlange nach den Stiefel, wurde aber im gleichen Moment von der Sense des Nebenmann halbiert.
Am Abend bekam der Farmer Bauchschmerzen und verstarb.
Wenige Tage später zog der Sohn die Stiefel seines Vaters an und verstarb am nächsten Morgen. Die Witwe des ersten Toten verpachtet die Farm und verkaufte auch die stiefel.
Ein Nachbar kaufte die Stiefel und bekam die selben Symptome aber seine Frau ließ den Arzt holen. Welcher ihn mit einem speziellen Öl rettete.
Die Stiefel wurden sorgfältig untersucht und man fand , das die Giftzähne der Klapperschlange im Leder steckten - versehen mittig der Gifts und einigen Nervensystem .
Die Personen hatten sich beim ausziehen der Stiefel an an abgebrochenen Giftzähnen geritzt und vergiftet.

Quelle Kirchschlager Criminal - Curiusitaten- Cabinet
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