SAGEN.at  FORUM  

Zurück   SAGEN.at FORUM > ERZÄHLEN

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #21  
Alt 02.06.2010, 19:45
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.09.2005
Beiträge: 2.558
Standard AW: Russische Kriegsgefangenschaft

Ich weiß, ich "vermenge" immer vieles, wenn mich etwas besonders berührt.
Allerdings meine ich auch, daß man nichts ohne "Zusammenhänge" sehen
kann, d.h. isoliert für sich gestellt. Ich werde mir in Zukunft Mühe geben, beim
Thema zu bleiben. Viele Grüße von Ulrike
Mit Zitat antworten
  #22  
Alt 02.06.2010, 20:00
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.04.2005
Ort: Innsbruck
Beiträge: 28.266
Standard AW: Russische Kriegsgefangenschaft

Hallo Ulrike,

kein Problem wegen ausschweifender Beiträge.

Es gab hier eine Religionsdiskussion, die hier nicht zum Thema passte und deren Beiträge ich gelöscht habe.

Wolfgang (SAGEN.at)
Mit Zitat antworten
  #23  
Alt 02.06.2010, 23:53
Rabenweib Rabenweib ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.03.2009
Beiträge: 5.274
Standard AW: Russische Kriegsgefangenschaft

ich habe heute von meiner oma 2 entlassungspapiere aus der kriegsgefangenschaft in russland sowie ein "besitzzeugnis" (verwundetenabzeichen in schwarz) aus opas papieren bekommen und meine mutter hat mir das alles in PDF-Dateien geschickt.
ich würde es gerne hier reinstellen, es hat aber jede datei mehrere MB und ich müsste die irgendwie verkleinern....
kann mir das bitte jemand erklären?
ich habe versucht das zu zippen, aber da werden sie nur ein BISSCHEN kleiner aber nicht klein genug...
Mit Zitat antworten
  #24  
Alt 03.06.2010, 04:42
Benutzerbild von LS68
LS68 LS68 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.05.2010
Ort: Bergisches Land
Beiträge: 808
Unglücklich AW: Russische Kriegsgefangenschaft

Hallo Zusammen,

mein Vater hatte auch einen Bekannten, welcher in Ilmenau ( Sachsen oder Thüringen ) auf einer besonderen Schule war.
Das Ziel war, im Siegesfalle, diese Schüler zu Erbhofbauern zu machen.
Das Heißt : Sie hätten große Länderreien bekommen und mit der dortigen Bevölkerrung bewirtschaftet.
Alle Schüler, die zu Kriegsende 16 oder älter waren wurden dann nach Russland verschleppt.
Ich weiß aber nichts genaueres.
Gruß Lars
Mit Zitat antworten
  #25  
Alt 03.06.2010, 11:15
Benutzerbild von Lena
Lena Lena ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.07.2009
Beiträge: 106
Standard AW: Russische Kriegsgefangenschaft

Was nun die Gefangenschaft meines Grossonkels anbetrifft,so weiss ich aus Erzählungen meiner Grossmutter, dass er als einer der letzten Adenauerbefreiten
heimkehrte. Bilder die noch in meinem Besitz sind zeigen einen ausgemergelten Menschen empfangen vom Bürgermeister unserer Gemeinde auf dem Marktplatz.
Er war auch einmal aus der Gefangenschaft geflohen und kam bis Frankfurt/Oder. Dort wurde er von Deutschen bei denen er auf einem Bauernhof nach Brot bettelte wieder an die Russen verraten.
Er wurde gefoltert. Haare abscheren und tagelang in einen engen Holzkasten sperren - dabei Wasser auf den Kopf ständig tropfen lassen - war nur eine der angewendeten Foltermethoden.
Er kehrte wieder an seinen Arbeitsplatz zurück und war bis zu seiner Pension Polizeihauptkommissar in Feuchtwangen.
Das fette Essen, war es wohl,welches seviert von seiner Frau, ihn schnell wieder körperlich dick werden liess. Er verstarb in der Kirche unmittelbar bei der Hl.Kommunion an einem Infarkt.

Gruss
__________________
Die Schule ist nur die Saat -
der Beruf ist die Ernte
Mit Zitat antworten
  #26  
Alt 03.06.2010, 11:50
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.04.2005
Ort: Innsbruck
Beiträge: 28.266
Standard AW: Russische Kriegsgefangenschaft

Hallo Lena,

die Rückkehr sollte dieses Foto von Dir sein:
http://www.sagen.at/fotos/showphoto.php/photo/14658/

Wolfgang (SAGEN.at)
Mit Zitat antworten
  #27  
Alt 05.06.2010, 20:05
Rabenweib Rabenweib ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.03.2009
Beiträge: 5.274
Standard AW: Russische Kriegsgefangenschaft

Hier sind die Dokumente von Opas Rückkehr aus Russland:
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Bild3.jpg   Bild4.jpg   Bild5.jpg   eNTLASSUNG.jpg  
Mit Zitat antworten
  #28  
Alt 22.08.2010, 00:40
Hallknecht Hallknecht ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 07.07.2010
Beiträge: 49
Standard AW: Russische Kriegsgefangenschaft

Zitat:
Zitat von SAGEN.at Beitrag anzeigen
Kriegsgefangenschaft in Russland (Sowjetunion) gehört bis heute zu den am wenigsten erforschten und bekannten Themen der Zeitgeschichte.

Es wäre interessant, wenn jemand, der russische Kriegsgefangenschaft erlebt hat, hier etwas darüber erzählen möchte.

Es kann heute nur geschätzt werden, aber etwa 3 Millionen Soldaten und Offiziere geraten im 2. Weltkrieg in sowjetische Gefangenschaft. Nur 2 Millionen von ihnen kehren zurück. Zum Vergleich: Von etwa 5,7 Millionen sowjetischen Gefangenen sterben in Deutschland mehr als die Hälfte.

In seinem sehr interessanten Buch beschreibt Johann Raffeiner seine Elebnisse in russischer Gefangenschaft:



Johann Raffeiner, Meine Erlebnisse in russischer Kriegsgefangenschaft, Athesia Verlag Bozen 2009, ISBN 978-88-8266-599-9

In diesem Buch erzählt der heute über 80jährige Hans Raffeiner von seiner entbehrungsreichen Kindheit in Südtirol. In einer Kleinbauernfamilie in Laas, Vinschgau, aufgewachsen, kann sein Vater kaum die sieben Kinder ernähren, neben der kleinen Landwirtschaft mit 2 Kühen muss er als Waldarbeiter schuften. Die Kinder schlafen gemeinsam in einem Bett. Als 17jähriger wird kurz vor Kriegsende gegen seinen Willen zur Waffen-SS eingezogen und im April 1945 nach Prag geschickt.

Beim Zusammenbruch gerät er in sowjetische Gefangenschaft und dabei in das Lager Focsani, Rumänien, das als "Hölle" galt. Schon dort war die Sterblichkeitsrate enorm; die dortige Ruhrepedimie überlebt er knapp mit etwas Holzkohle. In der Folge gerät er nach Dnjepropetrowsk, Rostow, Armavir, Rustavi, Grosny und Baku.

Raffeiner schildert einen täglichen Überlebenskampf bei extremen klimatischen Bedingungen, der zudem durch unglaublichen Hunger geprägt war. Er schildert, wie sich die Menschen mit am Boden aufgelesenen Brotkrümeln am Leben hielten oder auch von den ebenfalls hungerleidenden Russen ein Stück Brot erhielten, was ihm schließlich das Leben rettete.

Das Buch ist schlichtweg ein drastischer Bericht, völlig frei von jeglichen Schuldzuweisungen aber auch von Erklärungen des Zusammenhanges.

War in der Sowjetunion noch bis in die 1950er Jahre solcher Hunger, dass man Kriegsgefangene noch verhungern liess? Wie war da die Rolle des Roten Kreuzes? Warum wurden Kriegsgefangene in Russland für völlig sinnlose Projekte eingesetzt und nicht für infrastrukturelle Projekte, die dem Aufbau des Landes hätten dienen könnten?

Es wäre interessant, wenn jemand berichten oder Erklärungen bringen möchte, der dies noch selbst erlebt hat?

Wolfgang (SAGEN.at)
Richtiger ist aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zu berichten.
[SIZE="4"][FONT="Arial"]

Woina Pleni (Война плену) - Kriegsgefangener
Im Mündungsgebiet der Lena am nördlichen Eismeer war unser Lager. Der Krieg war zu Ende. Etwa auf 35 000 Mann war unser Lager angewachsen. Die Kriegsgefangenen wurden aus allen ehemaligen Frontabschnitten herangefahren, mit Güterzügen, versteht sich. Niemand wußte genau wo er herkam und wo er jetzt gelandet war. Die Züge waren oft wochenlang unterwegs gewesen, sie fuhren teilweise nur Schritt Tempo.
Von den Lebensverhältnissen als Война плену bis zur Heimkehr am 22.April 1949 berichtete uns unser Vater.
.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
TELEVAT.JPG  

Geändert von Hallknecht (22.08.2010 um 00:42 Uhr) Grund: FEHLERHAFT
Mit Zitat antworten
  #29  
Alt 22.08.2010, 00:53
Hallknecht Hallknecht ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 07.07.2010
Beiträge: 49
Standard AW: Russische Kriegsgefangenschaft

Zitat:
Zitat von Hallknecht Beitrag anzeigen
[CENTER]


Richtiger ist aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zu berichten
Im Mündungsgebiet der Lena am nördlichen Eismeer war unser Lager. Der Krieg war zu Ende. Etwa auf 35 000 Mann war unser Lager angewachsen. Die Kriegsgefangenen wurden aus allen ehemaligen Frontabschnitten herangefahren, mit Güterzügen, versteht sich. Niemand wußte genau wo er herkam und wo er jetzt gelandet war. Die Züge waren oft wochenlang unterwegs gewesen, sie fuhren teilweise nur Schritt Tempo.
Von den Lebensverhältnissen als Война плену bis zur Heimkehr am 22.April 1949 berichtete uns unser Vater.
.

Woina Pleni (Война плену) - Kriegsgefangener

Geändert von Hallknecht (22.08.2010 um 00:54 Uhr) Grund: ZU GROSSE SCHRIFT
Mit Zitat antworten
  #30  
Alt 22.08.2010, 21:44
Benutzerbild von LS68
LS68 LS68 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.05.2010
Ort: Bergisches Land
Beiträge: 808
Standard AW: Russische Kriegsgefangenschaft

Zum Zitat von Herrn Hallenknecht,

das 5.7 Millione sowjettische Kriegsgefangen sterben in deutscher Gefangenschaft.

In den Textil- u. Maschienenfabricken meiner Verwandschaft gab es auch
" Hilfswillige " Kriegsgefangene, welche sehr unter den alierten Bombenangriffen zu leiden hatten.

Es schmerzt mich sehr, wie damals mit den Menschen umgegangen wurde.
Mit Zitat antworten
Antwort

Stichworte
bericht, erzählen, gefangenschaft, heimkehr, hunger, italien, krieg, kriegsgefangenschaft, laas, militär, raffeiner, russland, rückkehr, sowjetunion, südtirol, vaterländischer, vinschgau, weltkrieg, Überleben, zeitgeschichte

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 09:13 Uhr.


©2000 - 2019 www.SAGEN.at