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  #1  
Alt 01.08.2006, 02:00
ozymandias ozymandias ist offline
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Standard glaner braut

weiss vielleicht jemand ob es märchen, sagen über die glaner braut gibt?

die glaner braut ist eine mächtiges großsteingrab in einer geheimnisvollen gegend bei dötlingen, raum wildeshausen; also großraum weser-ems in der bundesrepublik.

vielleicht gibts ja auch etwas über die kirche in dötlingen.

ich würde mich freuen, wenn ihr mir weiterhelfen könnt anbei noch ein bild von der glaner braut.

gruß ozymandias
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016-20.jpg  
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  #2  
Alt 03.08.2006, 13:43
Dieter Dieter ist offline
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Standard AW: glaner braut

Hallo, die Glaner Braut wird von Derungs Kurt, Mythologische Landschaft Deutschland, amalia 1999 , im Zusammenhang mit der Visbeker Braut genannt. Zur Visbeker Braut ist eine Versteinerungssage erhalten geblieben (Mädchen, das ungeliebtem Bräutigam folgen muss, wünscht zu Stein zu werden). Derungs sieht in der ganzen Gegend eine größere Kultstätte. Die Bedeutung der Glaner Braut ist sicherlich mit der Visbeker vergleichbar. Hintergrundinformationen gibt es in o.g. Buch, oder in: Meier John, Der Brautstein, Frauen, Steine Hochzeitsbräuche, amalia 1996.

Grüße, Dieter
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  #3  
Alt 03.08.2006, 23:40
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard AW: glaner braut

Ich habe mich auch umgesehen. Zu den Großsteingräbern bei Weser und Ems kann ich folgendes Buch empfehlen:

Etta Bengen, O Wunner, o Wunner. Wat ligg hier woll unner?
Großsteingräber zwischen Weser und Ems im Volksglauben. Oldenburg 2000. Erhältlich vermutlich auch über die Autorin.

Das Buch (76 Seiten) ist eine hervorragende Einführung zu den Großsteingräbern, mit Erklärungen zum Bau, zur möglichen Begräbniskultur, den Bedrohungen der Gräber auch in der Geschichte und natürlich Darstellungen zum Volksglauben.

Etta Bengen geht dabei auf die folgenden Großsteingräber ein:
- Die Gräber von Hekese
- Das Grab von Ganderkesee
- Das Grab Mehringer Steine
- Das Grab Visbecker Braut
- Das Grab Visbecker Bräutigam
- Das Grab Kellersteine
- Das Grab Karlstein - Schluppstein
- Das Grabmal des Königs Surbold

Ergänzt wird das Werk durch SW-Abbildungen, Skizzen, archäologische Zeichnungen und besonders wichtig: einer guten Literaturliste zu Sagenliteratur der Region.

Die von Dir gesuchte Sage zur Glaner Braut ist leider nicht dabei.
Hast Du auch den Bereich auf SAGEN.at durchgesehen, den Frau Etta Bengen zur Riesensagen und Zwergensagen gestaltet hat?

Ansonsten bitte ich noch um etwas Geduld. Eine Idee habe ich noch...

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #4  
Alt 04.08.2006, 23:49
Nicobär Nicobär ist offline
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Standard AW: glaner braut

Zur Glaner Braut kann ich gerade mal sagen, dass ich sie in der kommenden Woche besuchen will...Es ist ein wahrhaft magischer Ort und eines der schönsten Großsteingräber in Norddeutschland! Ähnlich, wie die Steingräber an der Engelmannsbäke liegt es an einem auenorientierten Punkt, was eben auch Rückschlüsse auf die Besiedelung der Wildeshauser Geest gibt. Theoretisch gesehen liegen alle auf einer Linie, die von Nordhorn in der Grafschaft Bentheim kommend, sich bis nach Stenum in der Gemeinde Ganderkesee erstreckt.
Übrigens: Es gibt jede Menge Ortssagen zu dem Raum Dötlingen/Wildeshausen. Letzteres war im Mittelalter ein bedeutender Pilgerort, in dem die Gebeine des Hl. Alexander, Sohn der Felicitas von Rom, einem frühchristlichem Märtyrer, aufbewahrt wurden. Die 'Tranlatio Alexandri' von Rudolph von Fulda aus dem Jahre 863 gehört mit zu den ältesten Reiseberichten, die aus Mitteleuropa vorliegen.

Geändert von SAGEN.at (05.08.2006 um 12:26 Uhr)
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  #5  
Alt 05.08.2006, 12:39
ozymandias ozymandias ist offline
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Standard AW: glaner braut

hallo dieter, niccelausi und wolfgang

recht schönen dank für eure antworten. das buch vom derung hab ich mir gleich mal bestellt. bei etta bengen bin ich nicht fündig geworden.
allerdings ist die glaner braut wohl auch nicht so eine "prominente" wie die anlage um visbeker braut/bräutigam oder die kleinenknetener steine. vielleicht gibt es darum auch keine sage? sie ist ja auch nicht so einfach zu finden, gehört meiner meinung nach aber zu den schönsten anlagen in der region, was auch an der geschützten lage liegt. der eindruck der visbeker steine wird doch sehr durch die bab 1 gestört.

an niccelausi: die glaner braut mal in einer sommernacht besuchen!!! das mysteriöse spiel der nebel, die sich bilden und über die steinringe ziehen ist wunderschön. man erwartet jederzeit einer elfe zu begegnen. an ruhigen abenden trägt die luft dort auch den schall ungemein weit fort, so daß man sich zwischen den steinkreisen locker über 70m entfernt etwas zuflüstern kann.

bei meinen besuchen der steinanlagen ist mir aifgefallen, das die visbeker braut und auch der bräutigam sowie eine der glaner braut keinen eingang zur grabkammer haben. das hätte ja bedeutet, daß bei jeder nachbestattung decksteine hätten entfernt müssen. ich habe auch mal gehört, das "grabfunde" nicht in diesen anlagen sondern drum herum gefunden wurden. weiss vielleicht jemand näheres dazu?

einen schönen gruß vom ozymandias
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  #6  
Alt 05.08.2006, 18:06
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard AW: glaner braut

Die Expertin für Großsteingräber zwischen Weser und Ems, Etta Bengen, teilt auf meine Anfrage freundlicherweise mit, dass ihr zur "Glaner Braut" keine verschriftlichte Volkssage bekannt ist.

Allerdings gibt es die Erzählung:
"Die Glaner Braut" von Rudolph Koop, in "Die Nordwestmark", Schriftenreihe
der Forschungsgemeinschaft für den Raum Weser - Ems e.V., Band 1: Dichtung und Forschung im Raum Weser - Ems, Oldenburg 1941, S. 143 - 150.

Wolfgang (SAGEN.at)

Geändert von SAGEN.at (05.08.2006 um 18:10 Uhr)
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  #7  
Alt 05.08.2006, 20:38
Nicobär Nicobär ist offline
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Standard AW: glaner braut

Zitat:
Zitat von ozymandias
an niccelausi: die glaner braut mal in einer sommernacht besuchen!!! das mysteriöse spiel der nebel, die sich bilden und über die steinringe ziehen ist wunderschön. man erwartet jederzeit einer elfe zu begegnen. an ruhigen abenden trägt die luft dort auch den schall ungemein weit fort, so daß man sich zwischen den steinkreisen locker über 70m entfernt etwas zuflüstern kann.
...ich weiss - es ist ein zauberhafter und magischer Ort - und dass das benachbarte Wildeshausen im Mittelalter zu einem wichtigen Pilgerort wurde - wie auch Visbeck, kommt m.E. nicht von ungefähr.

Zitat:
bei meinen besuchen der steinanlagen ist mir aifgefallen, das die visbeker braut und auch der bräutigam sowie eine der glaner braut keinen eingang zur grabkammer haben. das hätte ja bedeutet, daß bei jeder nachbestattung decksteine hätten entfernt müssen.
Richtig - und vom bautechnischen Standpunkt aus gesehen gibt vor allem die Visbecker Braut einen Einblick in die Konstruktionsweise dieser Großsteingräber: die Grabkammern befanden sich in einem langgezogenen, mit Findlingen eingefriedeten Erwällen. Vor allem im 19. Jh. sind viele dieser Anlagen dem Vandalismus und der Entdeckungswut zum Opfer gefallen. Die Visbecker Braut wurde sogar 'verschönert'. E. SPROCKHOFF ist in seinen Untersuchungen zur Archäologie norddeutscher Großsteingräber detailliert darauf eingegangen und hat bei der Visbecker Braut darauf hingewiesen, dass man im 19. Jahrhundert die Decksteine der Grabkammer am Westende der Gesamtanlage aufgestellt hat, um die Anlage zu 'verschönern'. Es mutet paradox an, dass zahlreiche 'Spezialisten' die Stellung dieser ehemaligen Decksteine zu Mutmaßungen hinsichtlich ihres Sinnes angeregt wurden. So wurden die Decksteine als 'Wächtersteine' interpretiert, die von steinzeitlichen Astronomen dort auf Grund genauer Berechnungen aufgestellt worden sein sollten.
Zitat:
ich habe auch mal gehört, das "grabfunde" nicht in diesen anlagen sondern drum herum gefunden wurden. weiss vielleicht jemand näheres dazu?
Ähnliches gilt für das Umfeld der Kirche in Ganderkesee, die an der Stelle eines ehemaligen Großsteingrabes errichtet worden ist, wobei die Baumaterialen aus dem abgebrochenen Megalithgrab beim Bau der Kirche wiederverwandt wurden. Der sogenannte 'Teufelsabdruck' am Südportal der Kirche ist hier ein wichtiger Hinweis, handelt es sich doch hierbei vermutlich um einen ehemaligen Türstein.
Beim Bau der Friedhofsmauer wurden nach dem Ganderkeseer Chronisten Hans Grundmann zufolge, bei den Ausschachtungsarbeiten zahlreiche bronzezeitliche Urnen gefunden. Dies mag ein Hinweis darauf sein, dass ehemalige Megalithplätze auch in späteren Zeiten als Begräbnisorte von anderen Kulturen weiterbenutzt wurden.
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  #8  
Alt 06.08.2006, 12:32
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Beiträge: 2.559
Standard AW: glaner braut

Die Nonne von Glane
In einem interessanten Sagenbüchlein (genaue Angabe unten) steht
folgende Geschichte: 1665 wurde das Katharinenkloster zu Almelo
aufgehoben. Man konnte aber den Konvent erhalten und fand an
der niederl. Grenze ein Gebäude "Marienflucht" wo die Nonnen für die kath.
Bevölkerung von Losser tätig waren. 1811 wurde auf Geheiß von Napoleon
alles abgebrochen u. die Steine z.B. für den Bau der Kirche von Lonneker
verbraucht. Vor dem Haus stand ein Bildnis einer Frau mit Wappenschild,
die Nonne von Glane. Auch dieses sollte verschwinden u. wurde in einer
Gräfte versenkt. Es fand sich auch nach mehrmaligen Versuchen immer
wieder am alten Platz ein! Viele verehrten es auch als Marienbild. Es stellte
aber einen weltlichen Schildhalter dar, ursprüngl. aus d. abgebrochenen
Burg Gronau. Irgendwann "verschwand" es tatsächlich. Eine Nonne aus
"Marienflucht" (um 1800) hat übrigens "Klosterfrau Melissengeist"
erfunden. Quelle: Sagen-Safari. Hrsg. vom Krs. Borken. 2. Aufl. 1994.
ISBN 3-927851-61-2. Das besondere an dem Büchlein: es ist in niederl.
u. dt. Sprache! Autor d. nacherz. Gesch. ist Aug. Bierhaus/Ahaus.
Ich weiß nicht ob es zum Thema paßt? Viele Grüße von Ulrike!
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  #9  
Alt 08.08.2006, 11:59
ozymandias ozymandias ist offline
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Registriert seit: 01.08.2006
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Standard AW: glaner braut

dank dir für deine recherche, ulrike. da scheint es noch einen anderen ort namens glane zu geben, auf welchen sich die nonnengeschichte bezieht.
die glaner braut liegt bei dötlingen, ist nach einem ort namens glane in grossenkneten benannt.

@ niccelausi danke für deine ausführung: die evtl. "schönung" der visbeker braut sowie die astronomischen spekulationen (ich frag mich eh, warum ein phänomen beobachtet werden sollte. daß alle 12 jahre auftritt und eigentlich unspektakulär ist) wird auch hier erörtert:
http://www.sternwarte-recklinghausen...bekerbraut.pdf

mich interessiert, warum/bzw. ob einige grabkammern keinen eingang haben und auch sprockhoff diesen nicht rekonstruierte. weshalb ich mal annehme, daß es auch nie einen gab.

hehe, ich hoffe ist okay, wenn ich mal eben etwas von der sagen thematik abschweife.

danke allen für ihre bisherigen und (hoffentlich) noch kommenden beiträge.

lieben gruss ozymandias
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  #10  
Alt 08.08.2006, 12:37
Dieter Dieter ist offline
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Standard AW: glaner braut

Die Nutzung der Großsteingräber als tatsächliche Gräber ist selbst bei den Archäologen umstritten. Soviel ich weiss ist keine einzige Bestattung aus der Erbauungszeit dieser "Gräber" bekannt, lediglich "Nachbestattungen". Die Anlagen können deshalb auch "Leergräber" darstellen. Die Religionswissenschaftlerin Ina Mahlsted (Die religiöse Welt der Jungsteinzeit, Theiss Verlag) sieht in diesen Bauten Leerräume, in welchen sich die Schöpfungskraft zu neuem Leben formt. Wir haben hier in Süddeutschland sehr interessante unterirdische Bauwerke, sogenannte "Erdställe" (www.erdstall.de), die in gewisser Hinsicht eine Paralelle bieten. Sie sind stets vollkommen leer und werden als "Seelenkammern" gedeutet. Zeitlich liegen die Erdställe allerdings weit von den "Großsteingräbern" entfernt.
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