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  #1  
Alt 17.11.2012, 19:20
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LS68 LS68 ist offline
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Hallo ,

ich suche eine Sage, die sich in meinem bücherschrank versteckt .

Der Inhalt war volgender: Einer neu gebauten Kirche oder Dom, fehlte es an Reliquien. Ein in der näher wandernder heiliger auf Pilgertour wurde gekidnept und in der kirche " auf ängsten Raum " ( warscheinlich stehend ) eingemauert.
Der heilige bklagte die Grausamkeit .

Ich kenne weder Titel noch Ort dieser Sage, aber sie spielt auf Deutschen boden.
Kann mir Jemand Helfen?
Gruß Lars
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  #2  
Alt 20.11.2012, 23:20
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Auch meine Suche negativ.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #3  
Alt 21.11.2012, 09:58
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baru baru ist offline
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Schau einmal bei den Heiligenlegenden nach.
Diese Seite ist übrigens für jeden Sagenliebhaber empfehlenswert
__________________
Servus und a guate Zeit! Leni
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  #4  
Alt 21.11.2012, 14:18
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Hallo Lars, leider finde ich auch nichts entsprechendes. Mir brummt schon der
Schädel: lauter Geschichten um eingemauerte Menschen, unschuldige
Kinder, ungehorsame Frauen ... Heilige ließen sich oft freiwillig "einmauern" -
allerdings nicht so ganz, denn es blieben Gucklöcher für Unterhaltungen
und Essen reichen. Ganz entfernte Idee, vielleicht auch eine falsche Spur:
Kann es eine Geschichte von Victor von Scheffel sein? - Ich suche weiter,
denn dergleichen finde ich interessant. Jedenfalls viel Erfolg! Grüße sendet
Dir aus der "Hansestadt an der Ruhr" (so steht es jetzt tatsächlich auf den
Ortsschildern!): Ulrike
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  #5  
Alt 22.11.2012, 10:24
Nicobär Nicobär ist offline
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Es gibt eine Sage zum Kirchbau in Blexen (St. Hippolyt) (heute ein Stadtteil von Nordenham) an der Wesermündung. Ich vermute einmal, dass es die Sage sein wird...

Der Oldenburger Sagensammler Ludwig Strackerjan berichtet im Ersten Band seines Werkes "Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg" davon, es habe beim Bau der Blexer Kirche große Probleme gegeben. Weil die Mauern der Kirche immer wieder einstürzten, wären die Blexer auf die Idee gekommen, bei den Lehern (Bewohner des heutigen Stadtteils Bremerhaven-Lehe auf der gegenüberliegenden Weserseite) ein Kind zu kaufen und es dann als Menschenopfer lebendig in der Baugrube zu begraben. Als sie dies getan hatten und die Mauern nicht mehr einstürzten, sei , so die Erzählung, der Heilige Hippolyt des Weges gekommen und habe den Fluch des Himmels über die Leher herbeigerufen, weil sie ein unschuldiges Kind an die Blexer verkauft haben. Da die Blexer nun fürchteten, die Kirche würde wegen des Fluches einstürzen, ergriffen sie den Hippolyt und mauerten ihn in die Kirche ein. Nur eine kleine Öffnung lies man ihm, damit er Speis und Trank erhalten konnte, die ihm zwei Tauben brachten. Die Blexer Kirche blieb stehen - aber die Leher hatten fortan unter dem Fluch des hl. Hyppolyth zu leiden: sie brannten regelmäßig ab oder wurden von feindseligen Nachbarn und Seeräubern überfallen, die wiederum ihre Überfälle mit dem Fluch des Hippolyts rechtfertigten: die Leher hätten es nicht anders verdient.

Die dem Hl. Hyppolyt geweihte Kirche ist bis zur Reformation ein Wallfahrtsort gewesen. Als man sie in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts sanierte und restaurierte fand man doch tatsächlich das in der Sage erwähnte Grab im Chor der Kirche. Hierbei handelte es sich um ein Schaugrab, in dem die Reliquie aufbewahrt wurde.

Etwas zum Nachlesen:

Kirchen in der Oldenburgischen Wesermarsch
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  #6  
Alt 24.11.2012, 11:39
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LS68 LS68 ist offline
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Spitzenmäßig, das wird sie sein . Vielen Dank und zu dem auch noch viel ausführlicher als ich Sie in Errinnerung habe.

Ich kenne auch noch einen Fall : als der Krieg zwischen KÖLN und dem Bergischen Land,( es ging um eingezogenes Land des Vogelfreien Grafen von Iseburg. ), hat der oberste Geistliche von Köln ein Kopfgeld auf einen Ritter ausgesetzt, welcher Ihm sehr zu schaffen gemacht hatte. Da er den Bekanten des Ritters versprach, diesen weder an der Haut zu ritzen , noch seiner Habe zu bestehlen, wurde der ritter wehrend seines morgentlichen Bades von seinen Freunden entführt. Nach auszahlung wurde der Ritter in ein mit moos ausgepolstertes Verlies gespert, dessen Tür dann zu gemauert wurde. Sicherlich steckt der immernoch dadrin.
Da ich jetz keine Bücher welzem möchte, glaube ich, das es sich um den Erzbischof von köln- namentlich von Westerburg und einen Ritter von Hohenlohe oder irgendwas mit H. gehandelt hat.
Gruß Lars
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  #7  
Alt 24.11.2012, 22:26
Nicobär Nicobär ist offline
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Die Geschichte des Hl. Hypolyth scheint einen wahren Kern zu besitzen. Die Blexer Kirche gehörte zusammen mit dem Bremer Dom zu den ersten Kirchen in Nordwestdeutschland. Beide wurden 789 durch den Bischof Willehad geweiht. Bei der Weihe der Blexer Kirche soll Willehad die Gebeine des Hl. Hippolyt als Reliquien mit nach Blexen gebracht haben. Kurz nach der Weihe verstarb Willehad jedoch plötzlich in Blexen.
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  #8  
Alt 25.11.2012, 02:07
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LS68 LS68 ist offline
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ich finde das schon eine erstaunliche Leistung, das du die Sage ausgegraben hast. Machst du auch sowas in Richtung Ahnenforschung ?


Bei der zweiten Sage, die ich nur so beigefügt habe brauchen wir nicht zu suchen. Ich habe das Buch meiner Schwester geschenkt und werde mir das demnächst fotokopieren. War nur eine kleine Geschichte nebenbei.
wünsche Dir und Euch ein shönes Wochenende.

Gruß Lars
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  #9  
Alt 26.11.2012, 09:24
Nicobär Nicobär ist offline
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Die Werke von Ludwig Strackerjan gehören zu den Standardwerken in der nordwestdeutschen Volkskunde. Da das Urheberrecht dieser im 19. Jahrhundert veröffentlichten Werke abgelaufen sind, kann man sie als kostenlose Google-Books downloaden:

Ludwig Strackerjan: Aberglaube und Sagen aus dem Herzogthum Oldenburg - Band 1


Ludwig Strackerjan: Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg - Band 2

Strackerjan zog - ähnlich wie Jacob und Wulhelm Grimm - durch die Regionen des Oldenburger Landes und lies sich von der Bevölkerung Ortssagen und Märchen erzählen. Ebenso sammelte er Fabeln, Legenden, Berichten zur Volksmedizin etc.. Heraus kam eine einzigartige Sammlung, die einen tiefen Einblick in die Kultur sowie die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der oldenburgischen Bevölkerung wieder spiegeln.
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  #10  
Alt 02.10.2013, 21:54
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LS68 LS68 ist offline
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Hallo Nicobär,
ich habe mir gerade deine Links angesehen.
Das sind ja 2 komplette Bücher, die du mir geschickt hast.
vielen dank auch.
es ist zwar jetz viel Zeit ins Land gezogen, aber du siehst, das ich die foren immer wieder durchsuche.
Vielen dank Gruß lars
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