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  #1  
Alt 26.01.2009, 22:28
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Standard Hinweis auf die Deutsche Fotothek

Eine vorbildliche Sammlung und höchst gelungene Internetpräsentation bringt die Deutsche Fotothek.

Das ist eine außerordentlich umfangreiche Sammlung mit dzt. 845.000 Bilddokumenten eines Universalarchivs der Kunst- und Kulturgeschichte mit den Schwerpunkten Kunst-, Architektur- und Musikgeschichte, Regionalkunde Sachsen, Geographie sowie Technik- und Wirtschaftsgeschichte.

Aus dem enorm umfangreichen Archiv möchte ich hier auf die Kapitel Technikgeschichte (zB 5.709 Fotos zum Bergbau, 7.000 Fotos zu Grundlagen der Technik, 19.000 Fotos zum Thema Verkehr etc.) hinweisen. Sehr interessant ist auch das Mühlenarchiv Günter Rapp mit 15.750 Aufnahmen oder fast 10.000 Fotos zum Thema Industriedokumentation.

Weiters gibt es einen Künstler-Katalog, der rund 185.000 Künstler von der Antike bis zur Gegenwart nachweist. Sehr schön gemacht auch die Sammlung an Schellackplatten, von denen derzeit schon über 100 Schallplatten als mp3 angehört werden können.

Alle Bestände können auf der Internetseite in sehr guter Qualität betrachet werden, für kreative Verwendung und Autoren gibt es ein Warenkorbsystem, über das (soweit ich das gesehen habe, zu günstigen Preisen) legales Nutzungsrecht an den Beständen etwa für Publikationen oder Posterdruck erworben werden kann.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #2  
Alt 01.02.2009, 17:00
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Standard AW: Hinweis auf die Deutsche Fotothek

Zu empfehlen ist nicht nur der virtuelle Besuch der Fotothek, Dresdenbesucher sollten auch die Bibliothek direkt kennenlernen, welche die Fotothek betreibt. Alle Informationen dazu unter http://www.slub-dresden.de/.
Verkehrsgünstig gelegen am Zelleschen Weg bietet der Bibliotheksneubau, welcher die Bestände der Sächsischen Staatsbibliothek und der Universitätsbibliothek vereint neben modernster Bibliothekstechnik eine Vielzahl von Sammlungen zu Sondersammelgebieten. Ein besonderes Juwel ist die Schatzkammer - virtuell zu sehen unter http://www.slub-dresden.de/ueber-uns...-schatzkammer/.
Bedeutendstes Exponat ist zweifellos die Maya-Handschrift Codex Dresdensis; alle Informationen dazu unter http://www.slub-dresden.de/sammlunge...a-handschrift/.
Dresdner
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  #3  
Alt 06.02.2009, 17:49
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Standard AW: Hinweis auf die Deutsche Fotothek

Nach den Bildern geht es jetzt ganzen Büchern "an den Kragen" - sie werden digitalisiert und dann ins Internet gestellt.
Grundlage ist ein Scanroboter der Firma Quidenus aus Wien.
Die Sächsische Zeitung schreibt dazu heute:
Zitat:
Wenn Johannes Gutenberg, der Erfinder des mechanischen Buchdrucks, das noch erlebt hätte: In einem Hinterzimmer der Sächsischen Landesbibliothek geht es zu wie in einer kleinen Fabrik. Zwei Lese-Roboter haben hier im Februar ihre Arbeit aufgenommen.

Künstlicher Lesefinger

Im offenen Bauch der Präzisionsgeräte sitzen zwei schräg oben angebrachte Fotoapparate, die die einzelnen Buchseiten fotografieren. „Je nach Stand der Technik können wir die Kameras austauschen“, sagt Jens Bove, der Leiter der Deutschen Fotothek. Ein sogenannter bionischer Finger aus Gummi blättert die Seiten um und passt sich dabei der Dicke und Qualität des Papiers an. „Der Druck des ,Fingers‘ ist geringer als beim ,menschlichen‘ Umblättern“, so Bove. „Außerdem bleiben so die Seiten trocken.“

Relativ unwahrscheinlich sei es, dass aus Versehen zwei Seiten umgeblättert werden. „Pro Stunde werden durchschnittlich 500 bis 700 Seiten digitalisiert“, sagt Bove. Unter Idealbedingungen seien 1200 Buchseiten möglich – oder bis zu einem Terrabyte pro Tag.

Teile der Maschine stammen aus der Autoindustrie. Schlappe 100000 Euro kostet ein Scan-Roboter der österreichischen Firma Qidenus Technologies – für die Sächsische Landesbibliothek eine Investition in die mediale Zukunft. „Das Geld kommt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft“, sagt die stellvertretende Leiterin der Fotothek, Manuela Queitsch. Der Rest fließe aus bibliothekseigenen Mitteln.

Jegliche Inhalte von Büchern – Texte, Fotos, Karten – finden dadurch ihren Weg ins Internet. Was früher eher im kleinen Rahmen geschah, rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt einer technisierten Lesezunft. „Bis jetzt wurde vor allem viel im Bildbereich digitalisiert, aber für die Massendigitalisierung brauchen wir modernere Instrumente“, so Bove.

Zunächst werden die Bücher ausgewählt, vom Roboter digitalisiert und dann manuell strukturiert, also zum Beispiel digitale Inhaltsverzeichnisse angelegt. Am Ende wird alles fürs Internet aufbereitet. „Der Vorteil ist, dass jeder von überall und jederzeit auf die digitalisierten Schriften zurückgreifen kann“, sagt Manuela Queitsch. „Ganz oben auf der Auftragsliste stehen zurzeit Dinge mit Sachsen-Bezug und Bücher der Technikgeschichte.“

Das 16. und 17.Jahrhundert stehe bereits digital zur Verfügung, jetzt ist das 18. und 19.Jahrhundert dran. Gerade läuft ein Sonderprojekt für den Sächsischen Landtag. Historische Redeprotokolle werden digitalisiert und fürs Internet aufbereitet. Teils hitzige Debatten von 1869 bis 1913 sind bereits im Netz unter landtagsprotokolle.sachsendigital.de abrufbar. Themen-, Stichwort- und Personensuche – das alles ist in Sekunden per Mausklick möglich. Im Juni soll das nächste Teilprojekt starten.

In der täglichen Arbeit sei es wichtig, unterschiedlich ausgebildete Mitarbeiter zu haben. Jens Bove ist studierter Kunsthistoriker, Manuela Queitsch Diplom-Ingenieurin und wissenschaftliche Bibliothekarin und Bianca Reyer Fachangestellte für Medien- und Kommunikationswesen. Zur Frage, ob es durch die neue Technik eine Gefahr für Bücher an sich gebe, sagt Bove: „Die Bereitstellung der Bücher im Internet wirkt eher animierend für die Leute. Seit einigen Jahren haben wir ein stetiges Wachstum unserer Besucherzahlen zu verzeichnen.“

Foto: sz-online.de

Die Technik kann am 22.2.2009 zum "Tag der Offenen Tür" besichtigt werden.

Dresdner
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Stichworte
archiv, autor, autoren, deutsche fotothek, digitalisierung, geschichte, internetpräsentation, künstler-katalog, nutzungsrechte, sammlung, technikgeschichte, universalarchiv

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