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  #11  
Alt 08.08.2006, 14:27
Nicobär Nicobär ist offline
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Standard AW: glaner braut

...und genau dies nicht engültig zu klärenden Nutzungen macht die Funktion, die die Megalithanlagen hatten ja so sagenhaft. Sie zeigen nur die Auenorientierung damaliger Siedlungen. Interessant ist auch die exponierte Lage insbesondere der größeren Anlagen - wie z.B. in Stenum, das auf einer Geestkuppe exponiert liegt oder an der Glaner Braut; dies gilt auch für das ehemalige Großsteingrab in Dötlingen auf der der Glaner Braut genau gegenübergelegenen Seite der Hunte und das bronze- und eisenzeitliche Pestruper Gräberfeld.
Die Ballung christlicher Wallfahrtsorte in diesem Bereich (Wildeshausen, Visbeck, Bethen) könnte nach meinem Ermessen einen Hinweis geben, dass es sich hier um seit der Jungsteinzeit tradierte Heilige Orte handelt, die der jeweiligen religiösen Orientierung in den einzelnen Kulturepochen angeglichen wurden. Aber das ist im Moment reine Spekulation.

Geändert von Nicobär (08.08.2006 um 14:38 Uhr)
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  #12  
Alt 09.08.2006, 17:38
Dieter Dieter ist offline
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Standard AW: glaner braut

Hallo Niccelausi,

für mich wäre interessant zu wissen, welche Heiligen in den genannten Wallfahrtsorten hauptsächlich verehrt werden und ob es an den christlichen Orten bemerkenswerte Hinweise oder Darstellungen auf das Fegefeuer gibt.

Grüße,
Dieter
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  #13  
Alt 10.08.2006, 11:03
Nicobär Nicobär ist offline
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Standard AW: glaner braut

Zumindest in der Katharinenkirche in Schönemoor - etwa 3 km vom Stenumer Steingrab gibt es bildliche mittelalterliche Darstellungen - und zwar des Höllenschlundes. Diese Malereien wurden bei der Renovierung der Kirche nach 1945 entdeckt und restauriert.

Zu den Heiligen: in Bethen wird noch heute die Gottesmutter verehrt. Auch Wardenburg, den Osenbergen gegenüber an der Hunte gelegen, war im Mittelalter ein Marienwallfahrtsort. In Wildeshausen und Visbeck wurde der Hl. Alexander, Sohn der Felicitas verehrt, dessen Reliquien dort aufbewahrt wurden. Seine Gebeine wurden ca. 853 von Rom nach Wildeshausen überführt; in späteren Jahrhunderten wurde der Leichnam aufgeteilt. So wurden Teile von ihm nach Halle in Thüringen gebracht. Sein Kopf gelangte angeblich nach Osnabrück. Was am Ende des 30-jährigen Krieges noch von ihm übrig war, gelangte nach Vechta, dem heutigen Aufbewahrungsort der Reliquien.
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  #14  
Alt 12.08.2006, 23:01
ozymandias ozymandias ist offline
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Standard AW: glaner braut

ergänzung zu dötlingen: die heute evangelische kirche ist st. firmius gewidmet.
"Die Dötlinger Kirche ist dem heiligen Firminus geweiht, von ihm hat sie ihren Namen. Firmin war christlicher Missionar und erster Bischof in Amiens (Hauptstadt des französischen Departements Somme, 120 km nördlich von Paris) zu Beginn des 4. Jahrhunderts. Er wurde als Märtyrer verehrt. In der Kathedrale von Amiens ist seine Grabanlage heute noch zu besichtigen."
http://www.ekdoe.de/geistliches/index.htm

interessant ist die alte deckenmalerei (siehe bild) vielleicht kann jemand was zu den symbolen sagen?

in bethen steht steht ein vesperbild der schwarzen madonna. die statue ist der legende nach die soeste stromaufwärts geschwommen. beim transport blieben die pferde vor dem siechenhaus in bethen stehen. darum wurde dort die kirche gebaut. ich hab mal gehört daß dort früher ein alter kultplatz war.
genaues weiss ich nicht.

nen lieben gruß
ozymandias

p. s. ich hab auch mal gehört das noch vor einigen jahren die fronleichnamszüge von visbek durch den visbeker bräutigam führten. ich konnt nie näheres dazu erfahren. vielleicht weiss jemand was drüber?
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Bild 079.jpg  

Geändert von ozymandias (12.08.2006 um 23:05 Uhr)
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  #15  
Alt 28.08.2006, 16:48
Nicobär Nicobär ist offline
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Standard Karte zur Glaner Braut

Für alle, die nicht wissen, wie sie zur Glaner Braut kommen und wo sie genau liegt, habe ich hier ein kleines Kärtchen gemacht, das einen Überblick liefert.
Übrigens war Visbeck ein wichtiger Missionsort während der Christianisierung des Gebiets. Dort stand die erste Kirche. Späterhin ist Visbeck dann dem Erzbistum Münster zugefallen, wohingegen Wildeshausen dem Erzbistum Bremen unterstand, das nach der Reformation aufgelöst wurde. Zwischen Bremen und Wildeshausen bestand während des Hochmittelalters eine Art Wettstreit: während in Wildeshausen die Reliquien des heiligen Alexanders von Rom verehrt wurden, wurde im Bremer Dom der heilige Willehad, der Gründer Bremens und dessen erster Bischof verehrt. Er starb während einer Missionsreise im gegenüber dem heutigen Bremerhaven gelegenen Blexen. Zu Blexen gäbe es auch noch jede Menge zu sagen, gibt es dort doch eine einen Heiligen betreffende Ortssage.
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Glane_Gekennzeichnet.pdf (185,7 KB, 4x aufgerufen)

Geändert von Nicobär (29.08.2006 um 01:07 Uhr) Grund: Fehler in Karte entdeckt und korrigiert. Vergleicht den Maßstab zwischen alter und neuer Version. Es lag ein Umrechnungsfehler vor.
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  #16  
Alt 28.08.2006, 17:26
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard AW: glaner braut

Hallo Nicolaus,

schöne Landkarten-Zeichnung! Respekt!

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #17  
Alt 03.09.2006, 21:56
Nicobär Nicobär ist offline
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Standard AW: glaner braut

Ein paar Details zur Glaner Braut: interessant ist die Lage der Megalithkammern - sie sind streng in West-östlicher Richtung ausgerichtet, nicht jedoch die Findlingseinfassung, die schon von weitem sichtabr ist. Sie kreuzt in ihem Bereich eine Kammer etwa in einem Winjkel von 75 Grad. Ich denke einmal, genau an dieser Stelle wären vielleicht weitere Untersuchungen, insbesondere astroonomischer Natur nötig, denn im Gegensatz zur Visbecker Braut, die ja im 19. Jahrhundert umgestaltet worden sein soll, wirft diese Anlage, die zudem vieöl größer als die Anlagen im Raum Visbeck ist, Fragen auf.
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  #18  
Alt 04.09.2006, 02:14
Benutzerbild von Wassermann
Wassermann Wassermann ist offline
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Beiträge: 62
Standard AW: glaner braut

Kann es sein, dass die genannten 75° in Richtung des lokalen Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergangsortes am Mittsommertag, dem 21. Juni weisen? Dieser Tag war unseren Altvorderen heilig und wurde von der Kirche als Tag Johannis des Täufers adaptiert.

Häufig sind Gräber und auch die meisten frühen Kirchen bei uns exakt in diese Richtung ausgerichtet und sind nicht in Ost-Westrichtung, wie häufig behauptet wird.

Viele Grüße aus dem Süden

Klaus
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  #19  
Alt 04.09.2006, 12:15
harry harry ist offline
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Beiträge: 11.563
Standard AW: glaner braut

Ganz so einfach ist die Sache mit der Ausrichtung von sakralen Bauten nicht, wie auch nicht alles bei christlichen Kirchen auf "heidnische" Ursprünge zurückzuführen ist. Da müssen schon genaue Untersuchungen angestellt werden.

Ein Beispiel: Der Wiener Stephansdom wurde genau nach dem Sonnenaufgang am 26. Dezember (Festtag des Hl. Stephanus) ausgerichtet. Allerdings nach dem Julianischen Kalender, da die Kirche vor der der gregorianischen Kalenderreform erbaut wurde. Heute stimmt das nicht mehr, da der gute Gregor einfach 14 Tage ausfallen lies ...
__________________
Harry

Geändert von harry (04.09.2006 um 12:25 Uhr) Grund: Schreibfehler
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  #20  
Alt 04.09.2006, 12:18
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard AW: glaner braut

Hallo Harry,

Zitat:
Heute stimmt das nicht mehr
welcher Tag wäre das heute?

Wolfgang (SAGEN.at)
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