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  #111  
Alt 16.03.2011, 23:12
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Es soll neu den Lehrberuf: "Textilgestalter "geben. Von der "Creativa" Messe in
Dortmund gab es einen Bericht im Fernsehen (wdr), z.B. über einen "Verein zum Erhalt des Webens", sie haben Schauwebstühle in der Westfalenhalle aufgebaut.
Es soll auch das Berufsbild "Quastenmacher" gegeben haben. - Ulrike
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  #112  
Alt 16.03.2011, 23:18
far.a far.a ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Nochmals zu den Kesselflickern:
In unser südoststeirisches Gebiet wanderten manchmal - in meiner Jugendzeit - meist Roma umher, die aus dem nahen Burgenland kamen und ihre Dienste als Kesselflicker und Scherenschleifer anboten. Weiters fochten (baten, bettelten) sie um Schweineschmalz und sonstigen - freiwilligen! - Gaben.
Wie immer, gab es da auch gute und weniger gute Erfahrungen. Ob das Verschwinden von Hühnern und herumliegendem Hausrat auch mit deren Besuchen zusammenhing, konnte nicht immer geklärt werden. Schon bald fand ich heraus, dass diese als Zigeuner beschimpften Leute oft als Krampusersatz herhalten mußten. Kinder, wenn ihr nicht brav seid, nehmen euch die Zigeuner mit! ...
So lauteten die Drohworte.
far.a
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  #113  
Alt 17.03.2011, 10:30
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Frage AW: Untergegangene Berufe

Bei uns kam der "Böllemann" (?) oder der Begleiter vom Nikolaus: Knecht
Ruprecht - als Kinderschreck. Letzterer steckte "böse" Kinder in den Sack
und schleppte sie fort. Ist dies eine vernünftige Kindererziehung? Wir haben
diese "Methoden" nicht mehr! Gehorsam durch Angst? Richtig schlimme
Vergehen waren es ja nicht, aber die Furcht saß tief. So hatte ich immer
Angst in den Keller zu gehen. Bildete mir ein, dort wartete der Böllemannn
(hatte aber überhaupt keine konkrete Vorstellung). Vielleicht eine Art
"Schwarzer Mann"? Dieses Kinderspiel: Wer fürchtet sich vorm ... haben wir
hier auch schon beschrieben. -Ulrike
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  #114  
Alt 17.03.2011, 12:26
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Habe aus unserem Adressbuch einmal Namen herausgepickt, die auf (alte)
Berufe schließen lassen:
Ackermann
Aschenbrenner (?)
Bader
Baumeister
Bergmann
Bienhold (hielt er Bienen ?)
Biermann
Brenner (Schnapsbrennereien haben wir noch heuer vor Ort)
Cramer, Kramer, Kraemer
Degeler (?) - vielleicht von dengeln
Dielschneider (schnitt er Dielen?)
Dreher
Drescher
Falkner
Feilhauer
Fischer
Fleischhauer u. Fleischhacker
Förster u. Fuhrmann
Forts. folgt
-Ulrike
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  #115  
Alt 17.03.2011, 22:31
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Färber
Gärtner
Kaufmann
Kleinschmidt
Koch
Köhler
Küchenmeister
Linneweber
Müller
Nagelschmidt
Pannenbecker
Rademacher
Schlosser
Schmied, Schneider, Schreiner
Schumacher
Stellmacher
Wagner, Weber
Zimmermann
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  #116  
Alt 03.04.2011, 20:11
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Frage AW: Untergegangene Berufe

Zu dem Beruf des "Tierkörperbeseitigers" fand ich einige für mich bisher
unbekannte Bezeichnungen:
Wasenmeister
Abdecker
Feldmeister
Kleemeister
Fallmeister
Luderführer
Schinder
Kleeken
Mausgewitz
Kaviller
Racker
Scharfrichter und Henker sollen dies oft miterledigt haben, um ihren kargen
Lohn aufzubessern. Kennt jemand diese Bezeichnungen oder noch andere?
- Ulrike
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  #117  
Alt 04.04.2011, 00:31
Benutzerbild von maex
maex maex ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Saliterer

Der Saliterer stellte Salpeter her, welches zu früherer Zeit (ab dem 16.Jhd.)- für die Schießpulvererzeugung gebraucht wurde.

Der Grundstoff für das Salpeter wurde aus den Böden von Stallungen, von Keller und Senkgrubenwänden gewonnen. Dabei wurden die Lehmwände abgeschabt.
Der begehrte Stoff entstand in diesen Stätten indem er sich durch den vorhandenen Kalk und den Nitrathaltigen Exkrementen und Urin der Tiere und Menschen bildete.

Nur vom Kaiserhaus privilegierte Personen durften dieses Gewerbe ausüben und genossen viele Freiheiten um an den Saliter zu kommen. So waren sie berechtigt, Böden von Kammern und Stuben aufzureißen, Mauerstücke auszubrechen. Dieser Beruf war derartig wichtig, dass die Saliterer sogar vom Militärdienst befreit waren.
Natürlich waren die Saliterer in der Bevölkerung nicht unbedingt beliebt, da sie doch teilweise stark in die Privatsphäre der Menschen eingriffen.

Der gewonnene Rohstoff wurde, bevor es in die Salpetersiedereien gebracht wurde, gründlich von Mauerresten gereinigt.

Die eigentliche Gewinnung von Salpeter erfolgte dann in einem Siedeprozess. Der Saliter wurde mit Wasser und Asche gemischt und diese salzhaltige Lösung sättigte beim Sieden. Im Abkühlprozess kristallierte der Salpeter aus.

Die Salpetererzeugung in unseren Breiten verlor Anfangs des 19Jhd. an Bedeutung, als man in Chile große Vorkommen entdeckte und erschloss.

Saliterer in Weyer:

In Weyer stand am Marktplatz das sogenannte Salitererhäusl. In diesen Haus bewahrte der Saliterer seine Werkzeuge auf.

1673 wandte sich der Tischlermeister Matthias Tolzer an Richter und Rat, man wolle ihm erlauben, den Saliter zu sieden. Nach einem Einspruch seitens der Färber und Lederer, welche wie die Saliterer auf Asche angewiesen waren, wurde das Begehren des Matthias Tozler abgewiesen.

Am 18.2.1687 berichtete Richter und Rat von Weyer und Gaflenz an den Hofrichter zu Gärsten (Garsten), dass der Salitergraber im Prarrhofgebäude nicht graben könne, da er dort sehr leicht Schaden anrichten könne, diesen aber nicht wieder gutmachen könne.

1753 betreibt ein Ferdinand Kirchmayr am Kreuzhäusl in Neudorf das Gewebe des Saliterers.

Der letzte Salitergraber in Weyer war der k.k. Saliterer Josef Georg Lidlgruber.

Das oben erwähnte Salitererhäusl wurde am 11.März 1901 um 800 Kronen von der Marktkommune Weyer gekauft und abgerissen.
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  #118  
Alt 11.07.2011, 15:56
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Mein Urgroßvater väterlicherseits war in der Unterlaussa Wegmacher.
Also er war zuständig, Strassen instand zu halten.
Der Beruf kam etwa um 1700 auf und später waren die Wegmacher beim Magistrat oder am Gemeindeamt angestellt.
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  #119  
Alt 11.07.2011, 23:29
far.a far.a ist offline
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Ort: Altenmarkt bei Fürstenfeld, Steiermark
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Vor kurzem hörte ich wieder einmal eine Bezeichnung aus der Kindheit:
Der Katzenwuperer
Felle von Katzen!, aber auch Marder, Füchse, besonders aber von Bisamratten wurden dem Katzenwuperer verkauft, der diese Felle der Fellbekeidungsverarbeitung zuführte.
Mich würde interessieren, ob auch anderen Gegenden diese Bezeichnung bekannt ist.
far.a
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  #120  
Alt 12.07.2011, 16:52
Rudolf_K Rudolf_K ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

ich wusste bisher garnicht, dass es überhaupt sowas gab...
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beruf, diktat, hallknechte, halloren, salzwirker, stenotypistin

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