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  #1  
Alt 20.08.2011, 21:42
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard Geocaching - Was kann man dagegen tun?

Geocaching scheint eine neue Trendsportart für Leute zu sein, die wirklich nicht mehr wissen, wie sie sonst ihre Freizeit gestalten könnten.

Da Geocaching ein internetbasiertes Spiel ist, gibt es keine direkten Ansprechpartner und das macht die Sache für Betroffene ziemlich unangenehm.

Wenn nun rund um die Uhr auf einem Privatgrund (!), - in der Nacht mit Taschenlampen - und Spaten unbekannte Leute erscheinen und eben diesen Privatgrund umgraben, wird die Sache für die Betroffenen Grundstückseigentümer nicht nur in jeder Hinsicht höchst unangenehm, sondern auch die Schäden am privaten Gelände können mehrere tausend Euro ausmachen. Die langfristigen Schäden in der Natur sind kaum finanziell bewertbar.

Wie kann man sich dagegen zur Wehr setzen? Wie kann man diesen widerrechtlichen Unfug beenden? Wer bezahlt die Schäden?

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #2  
Alt 21.08.2011, 08:44
Geomant Geomant ist offline
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Ort: Ainring
Beiträge: 220
Standard AW: Geocaching - Was kann man dagegen tun?

geb ich dir vollkommen recht: eine Trendsportart, die selbst bedeutende mythologische Plätze - heilige Orte, wie hier das Karlsohr am Untersberg - überrennt. Höhlenforschen ist das eine, die Höhle zur Abenteuerwelt "auszubauen" das andere. Und führt eben dazu, dass dabei auch eigene Grenzen überschritten werden...
http://salzburg.orf.at/stories/380740/
Zumindest diesen Einsatz haben die wohl zahlen müssen.
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  #3  
Alt 21.08.2011, 11:10
Benutzerbild von Elfie
Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Geocaching - Was kann man dagegen tun?

Es muss wirklich schlimm sein, wenn einem so fad ist. Andrerseits ist es schon spannend, seinen Interessen (Irgendwas suchen - von "Schatz" bis Mineralien, ect.) und Sportarten nachzugehen. Man müsste allerdings mehr Eigenverantwortung übernehmen, dann würden die teils auch für die Retter gefählichen Einsätze vielleicht weniger werden.
Was Privatgrundstücke angeht, gibt es zumindest in Österreich deutliche Gesetze. Besitzstörung, z.B. und Sachbeschädigung, wenn man dabei deutliche Spuren hinterläßt. Das kann doch in Italien nicht viel anders sein?? Im schlimmsten Fall mal die Polizei holen, wenn diese Leute sich nicht der Illegalität bewusst wären, kämen sie nicht nachts. Das ist ja wirklich unglaublich. Was denken sich die Leute dabei?? Bei uns wird schon diskutiert, ob man noch frei durch den Wald gehen darf, was sicher auch übertrieben ist.
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  #4  
Alt 21.08.2011, 12:01
Benutzerbild von stanze
stanze stanze ist offline
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Registriert seit: 27.12.2009
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Standard AW: Geocaching - Was kann man dagegen tun?

Sowas ist nur in der "zivilisierten" westlichen Welt möglich.
In der Mongolei oder in den anderen östlichen armen Ländern würde den Leuten so ein Blödsinn gar nicht einfallen. Was meine Meinung über die Zivilisation nur bestätigt.
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  #5  
Alt 21.08.2011, 12:35
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Ort: Innsbruck
Beiträge: 28.863
Standard AW: Geocaching - Was kann man dagegen tun?

Das Problem beim Geocaching ist vielschichtiger:
- derjenige, der den Cache aussetzt, also die Schatzsucher zum Versteck auf Privatgrund hingelotst, ist anonym und diesem eigentlich schuldigen Täter ist kaum habhaft zu werden. Die Caches können auch boshafterweise vorsätzlich auf Privatgrund versteckt sein.
- die Schatzsucher folgen mehr oder weniger "blind" den GPS-Koordinaten. Soweit ich bei Suchgeräuschen zu den Leuten hingegangen bin, merkt man den Schatzsuchern schon ein kleines Unrechtsbewusstsein an, weil sie dann krampfhaft in die Luft schauen und laut "die schöne Landschaft" bewundern während ihre Kinder die Situation gar nicht verstehen...

In Österreich oder Deutschland kann man recht vertraut die Polizei holen, in anderen Ländern ist das nicht so einfach. In Italien etwa gibt es verschiedene Polizeiorganisationen, wobei am Land in der Regel entweder die Gemeindepolizei oder wesentlich häufiger die Militärpolizei (Carabinieri) erscheint, was für alle Beteiligten nicht besonders erfreulich ist.

Während eine Gruppe Leute ihren Urlaubstag bei der Polizei verbringt, kommen in der Zwischenzeit die nächsten Schatzgräber zum Suchziel.

Beim Geocaching in den Bergen ist besonders gefährlich, dass es sich bei den Steinmauern in den Bergen nicht um harmlose Ziermauern handelt, sondern um jahrhundertalte Stützmauern die den Berg stützen!
Wenn unzählige Leute an der selben Stelle einer solchen Stützmauer die Steine herausziehen, kann es zu einem lokalen Bergsturz mit zB 50 m3 Geröll kommen. Das kann auch unbeteiligte arg treffen.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #6  
Alt 21.08.2011, 13:38
Benutzerbild von Elfie
Elfie Elfie ist offline
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Beiträge: 23.991
Standard AW: Geocaching - Was kann man dagegen tun?

Sicher würde es einer Problembewußtseinsbildung bedürfen, um es ganz geschwollen auszudrücken, aber ich glaube, grundsätzlich ist jeder für das, was er tut, verantwortlich. Das beginnt schon bei der ganz primitiven Frage: was würde ich sagen, wenn das mein Grundstück wäre?? Jeder tut da freiwillig mit, vielleicht ist auch ein wenig Nervenkitzel dabei: erwischen´s mich oder nicht. So sind wir früher - vergleichsweise harmlos, aber für die Betroffenen auch nicht witzig - Kirschen und Rosen stehlen gegangen. Aber nie über einen Zaun gestiegen!!
Wer ist z. B. schuld, wenn der Navi gegen die Einbahn oder auf die falsche Richtungsfahrbahn der Autobahn leitet?? Der Navi, der Hersteller, der Programmierer?? Oder vielleicht doch der Problembär hinterm Steuer??
So seh ich das überall: erst denken, dann (mit-)tun, wir leben Gott sei dank in einer Zeit und in einem Land, wo keiner zu etwas gezwungen wird. Allerdings muss man auch für alles grade stehn, das ist zumindest meine Meinung, Gesetz hin oder her.
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  #7  
Alt 17.12.2012, 08:56
Nicobär Nicobär ist offline
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Standard AW: Geocaching - Was kann man dagegen tun?

Zitat:
Zitat von SAGEN.at Beitrag anzeigen
Wie kann man sich dagegen zur Wehr setzen? Wie kann man diesen widerrechtlichen Unfug beenden? Wer bezahlt die Schäden?

Wolfgang (SAGEN.at)
Das Grundstück muss klar und deutlich als Privatgrundstück gekennzeichnet und die Grenze des Privatgrundstücks klar ersichtlich sein. Du hast dann die Möglichkeit, auf dem Grundstück Dein Hausrecht - ggf. auch mit Hilfe der Polizei - durchzusetzen. In Eurem Fall dürfte wohl ein verschließbares Tor Abhilfe schaffen. Auf jeden Fall müsstet Ihr den Durchgang für die Allgemeinheit sperren. Schäden auf dem Grundstück müssen konsequent bei der Polizei und ggf. auch bei den kommunalen Ordnungsbehörden angezeigt und von diesen aufgenommen werden.

Ich persönlich empfehle hier immer das Gespräch mit der Polizei - in Deutschland gibt es hierfür die sogenannten "Kontaktbereichsbeamten" - sowie zum zuständigen kommunalen Ordnungsamt zu suchen. Es lohnt sich auch, Abgeordnete des jeweiligen Gemeinde- Kreis- bzw. Stadtrats mit einzubeziehen. Meine Erfahrung ist die, dass sich bei solchen Gesprächen sehr schnell nachhaltige belastbare Lösungen finden.
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  #8  
Alt 17.12.2012, 11:21
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Beiträge: 2.559
Standard AW: Geocaching - Was kann man dagegen tun?

Nicht nur auf privaten Grundstücken, auch im allgemein zugänglichen Wald
(der der Kommune oder sonst wem gehört) muß ja nicht wild herum gebuddelt
werden. Eigentlich muß man dort auf den Wegen bleiben, diese werden aber
auch von ebenso wilden Mountain Bikern, freilaufenden Hunden, Geländeläufern
o.a. gekreuzt. Friedliche Spaziergänger müssen häufig ständig zur Seite springen, so z.B. auch auf unserem Radwanderweg, der übrigens durchs
Wassergewinnungsgelände führt. Vom Müllproblem will ich gar nicht
wieder anfangen! Auch das Demolieren von Bänken, Anstecken von Papierkörben
usw. ... Unser Sohn wurde mal auf dem Fahrrad mit einem Pfeil "beschossen",
jemand übte Bogenschießen! - Nun aber trotzdem eine hoffnungsvolle
Adventszeit, ein neues Jahr mit mehr Vernunft und weniger Egoismus!-Ulrike
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  #9  
Alt 29.06.2013, 13:47
chrystal chrystal ist offline
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Beiträge: 2
Standard AW: Geocaching - Was kann man dagegen tun?

Zitat:
Zitat von Nicobär Beitrag anzeigen
Das Grundstück muss klar und deutlich als Privatgrundstück gekennzeichnet und die Grenze des Privatgrundstücks klar ersichtlich sein. Du hast dann die Möglichkeit, auf dem Grundstück Dein Hausrecht - ggf. auch mit Hilfe der Polizei - durchzusetzen. In Eurem Fall dürfte wohl ein verschließbares Tor Abhilfe schaffen. Auf jeden Fall müsstet Ihr den Durchgang für die Allgemeinheit sperren. Schäden auf dem Grundstück müssen konsequent bei der Polizei und ggf. auch bei den kommunalen Ordnungsbehörden angezeigt und von diesen aufgenommen werden.
Wie bitte?

Die Guidelines bei den beiden großen Geocachingportalen sehen etwas anders aus!
Der Owner (Verstecker) hat dafür Sorge zu tragen, dass der Cache NICHT auf Privatgrund liegt (alle notwendigen Schritte, Recherchen, Abklärungen dazu hat der Verstecker vorzunehmen, nicht der Eigentümer mittels Absperrungen oder Tore!!!), oder sich um Erlaubnis des Grundeigentümers zu kümmern.

Zum Verstecken und zum finden des "Schatzes" darf es nicht notwendig sein, irgendwo herumzugraben, selbst der Gebrauch von "pointy devices" ist untersagt!

Eisenbahnlinien, Friedhöfe, archäologische oder historische Stätten sind verbotene Verstecke,
Dämme, Brücken, Energieleitungen, militärische Einrichtungen, höherrangige Strassen, etc und deren nähere Umgebung sind unerwünschte Versteckorte.

Wir haben in unseren Verstecken unsere Telefonnummer hinterlegt. Wenn sich tatsächlich einmal ein Problem ergibt, muss der Betroffene nicht wegen uns auch noch im Internet herumrecherchieren!

Der Reiz einer versteckten (vermutlich) Filmdose in einer Fuge einer 100m langen Trockenmauer ist überschaubar. Sie wird niemanden fehlen!
Das ist unsere Meinung zu diesem eigentlich schönen, aber leider in den letzten Jahren völlig von Filmdosenwerfenden, Punktegeiernden Teilnehmern überlaufenen Hobby.
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  #10  
Alt 29.06.2013, 14:00
Benutzerbild von Joa
Joa Joa ist offline
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Ort: Wien
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Standard AW: Geocaching - Was kann man dagegen tun?

Zitat:
Zitat von chrystal Beitrag anzeigen
Wie bitte?

Die Guidelines bei den beiden großen Geocachingportalen sehen etwas anders aus!
Der Owner (Verstecker) hat dafür Sorge zu tragen, dass der Cache NICHT auf Privatgrund liegt (alle notwendigen Schritte, Recherchen, Abklärungen dazu hat der Verstecker vorzunehmen, nicht der Eigentümer mittels Absperrungen oder Tore!!!), oder sich um Erlaubnis des Grundeigentümers zu kümmern.

Zum Verstecken und zum finden des "Schatzes" darf es nicht notwendig sein, irgendwo herumzugraben, selbst der Gebrauch von "pointy devices" ist untersagt!

Eisenbahnlinien, Friedhöfe, archäologische oder historische Stätten sind verbotene Verstecke,
Dämme, Brücken, Energieleitungen, militärische Einrichtungen, höherrangige Strassen, etc und deren nähere Umgebung sind unerwünschte Versteckorte.

Wir haben in unseren Verstecken unsere Telefonnummer hinterlegt. Wenn sich tatsächlich einmal ein Problem ergibt, muss der Betroffene nicht wegen uns auch noch im Internet herumrecherchieren!

Der Reiz einer versteckten (vermutlich) Filmdose in einer Fuge einer 100m langen Trockenmauer ist überschaubar. Sie wird niemanden fehlen!
Das ist unsere Meinung zu diesem eigentlich schönen, aber leider in den letzten Jahren völlig von Filmdosenwerfenden, Punktegeiernden Teilnehmern überlaufenen Hobby.
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