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  #11  
Alt 15.12.2006, 11:22
D.F. D.F. ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Liebe Hamsterfreunde!

Die Etymologie ist ja eine nicht ganz unproblematische Sache und man gerät leicht in Hinterhalte...

Die Vermutung, im „Kritsch“ habe sich ein ferner Widerhall des lateinischen cricetus gehalten, ist ja fürs Erste gar nicht so abwegig, führt aber, wie nähere Überprüfungen zeigen, doch in einen der gemeineren Hinterhalte.

Das Problem ist nämlich, daß es den römischen cricetus gar nicht gibt!

Natürlich will ich damit nicht behaupten, daß der Hamster ins Reich der Fabelwesen zu verweisen sei, und auch nicht, daß Herr von Linnè das Tier 1758 Mus cricetus nannte.
Nur hat er, anders als man annehmen möchte, nicht einen schon bei naturwissenschaftlichen Schriftstellern der Antike auftretenden Begriff verwendet, sondern einen, der erst nachantik erscheint, erstmals bei Thomas von Cantimpré (ca. 1200–1270) und Albertus Magnus (ca. 1200–1280); dieser schreibt in seinem Werk über die Tiere (animal. 22, 47): „Cricetus, ut dicunt, animal est parvulum in antris in terra habitans.“ (Der Hamster, wie man sagt, ist ein kleines Tier, das in Höhlen in der Erde wohnt.)

Eher hat also der Kritsch (auch Krietsch, Grütsch, Grutsch, Grutschel...) dem cricetus den Namen gegeben als umgekehrt (der ital. criceto ist aus dem Neulateinischen italianisiert).

Schade für die Pannonier!

(Übrigens bezeichnet auch das Wort „Hamster“ bei seinem ersten Auftreten nicht das heute so genannte Tier, sondern dient als Übersetzung für lat. „curculio“, den Kornwurm, einen Rüsselkäfer!
So scheint es fast, als müsse man die häufige Klage über die Bösartigkeit des Hamsters auch auf seine Etymologie ausdehnen...)

Freundliche Grüße
D.F.
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  #12  
Alt 15.12.2006, 14:14
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Lächeln AW: Aberglaube - Tierwelt

Aberglaube?
Bleibt ein Pferdefuhrwerk plötzlich vor einem Haus stehen wird dort bald
ein Sterbefall eintreten (die Tiere spüren das?). Soll schon vorgekommen sein!
Wie war das mit der schwarzen Katze? Von rechts nach links oder umgekehrt?
Käuzchenruf sagt auch Sterben an. Spinne töten nimmt den Segen aus dem Haus? Marienkäferchen darf man auch nicht töten, da "Gottestierchen".
Habe als Kind einmal mit einem Nachbarsjungen deswegen großen Krach gehabt.
Überhaupt gilt ja: Quäle nie ein Tier zum Scherz - denn es hat wie du ein Herz!
Grüße an alle im Forum von Ulrike!
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  #13  
Alt 15.12.2006, 14:33
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cerambyx cerambyx ist offline
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Ausrufezeichen AW: Aberglaube - Tierwelt

Wenn Schwalben im Haus nisten, a) schlägt kein Blitz ein und b) ist es ein Glückszeichen. (Eine Erklärung: Wenn kein Vieh mehr im Stall war, gabs auch keine Fliegen mehr für die Schwalben ...!)

Wie oft der Kuckuck im Frühjahr ruft, so viele Lebensjahre sind noch zu erwarten ...

Wenn der Hund Gras frißt, kommt schlechtes Wetter auf ...

Beißen die Bremsen verstärkt, kommt ein Gewitter ...

Grüße aus dem Steyrtal
Norbert
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  #14  
Alt 15.12.2006, 16:16
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Wenn die Kühe weniger Milch geben, kann es daran liegen das sie "verhext" wurden. Das dieser Glaube bei manchen Bauern bis heute besteht kann man kaum glauben, doch war ich selber dabei als hieß "immer wenn XY zu Besuch kommt, geben die Kühe keine Milch!"

Berit
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  #15  
Alt 15.12.2006, 19:22
harry harry ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Zitat:
Zitat von D.F.
Die Etymologie ist ja eine nicht ganz unproblematische Sache und man gerät leicht in Hinterhalte...
Genau deshalb habe ich keine Schlussfolgerungen gezogen und mein Posting mit Fragezeichen versehen.
Danke für die aufschlussreiche und interessante Erklärung
__________________
Harry
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  #16  
Alt 15.12.2006, 19:34
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Hallo Norbert,

Zitat:
Wie oft der Kuckuck im Frühjahr ruft, so viele Lebensjahre sind noch zu erwarten ...
stimmt NICHT, sonst wäre ich schon als Kind gestorben. Wir hatten neben meinem Elternhaus eine riesige Fichte, da kam manchmal ein Kuckuck vorbei. Der hat aber nur 2 x "Kuckuck" gerufen.

Zitat:
Wenn der Hund Gras frißt, kommt schlechtes Wetter auf ... ]
STIMMT! Wenn unser Hund Gras frißt, betreibt er erstens eine Selbstbehandlung gegen seine Darmwinde und seinen Durchfall und zweitens kommt dannach immer Schlechtwetter.

Zitat:
Beißen die Bremsen verstärkt, kommt ein Gewitter ...
STIMMT! Ich habe das früher besonders in Oberösterreich beobachtet!

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #17  
Alt 20.12.2006, 20:04
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In der Kindheit habe ich oft gehört, man darf die Kröten nicht in die Hände nehmen, sonst bekommt man Warzen. Habe das selbst zwar nie geglaubt…

Wenn die Katze beim Schlafen ihre Nase mit der Pfote bedeckt, kommt bald die Kälte.
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  #18  
Alt 21.12.2006, 00:54
harry harry ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Das mit den Kröten habe ich hier (in Niederösterreich) auch schon gehört.

Die Ankunft der russischen Saatkrähen (Corvus frugilegus L.), die die kalte Jahreszeit bei uns verbringen läßt angeblich auf einen baldigen Wintereinbruch schließen. Heuer haben sich die Vögel gründlich geirrt ...
__________________
Harry
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  #19  
Alt 21.12.2006, 06:39
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Oksana Oksana ist offline
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Zitat:
Heuer haben sich die Vögel gründlich geirrt ...
Vielleicht doch nicht? Bei uns hat der Winter endlich seinen Einzug gehalten. Waeren die Voegel nicht geflogen, muessten sie jetzt frieren
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  #20  
Alt 21.12.2006, 10:24
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cerambyx cerambyx ist offline
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Idee AW: Aberglaube - Tierwelt

Hallo, Ihr!

Zitat:
Zitat von harry
Das mit den Kröten habe ich hier (in Niederösterreich) auch schon gehört.
Diesen Spruch gibts (gab's) auch in Oberösterreich und zwar in der sehr derben dialektischen Form: "Waunn Di a Krot anbrunzt, kriagst Warz'n"
Ich hab dies aber schon lang nicht mehr gehört - aber eher deshalb, weil kein Mensch mehr eine Kröte anfassen würde, schätze ich!
Wissenswertes: Die Kröte hat eine zwar runzelige, aber TROCKENE Haut (außer sie sitzt im nassen Gras!), läßt aber praktisch nie den Harn als Abwehrreaktion, wenn man sie berührt oder auch aufnimmt. Frösche sind da viel "aktiver" und ziehen oft beim Absprung eine glitzernde feuchte Spur hintennach, wenn sie die Blase entleeren.

Ein weiterer Spruch: "Kröten sind giftig!" bezieht sich auf die Schwelldrüsen zwischen Augen und Nacken, die an der oberen Kopfseite verlaufen; die beinhalten tatsächlich eine säurehaltige Flüssigkeit, die auf Schleimhäuten ätzend wirken kann. Bloß: Diese Drüsen können nicht aktiv betätigt werden, sondern müssen ausgequetscht werden, z.B. beim REINBEISSEN!! Zum erläuternden Bild

Zitat:
Zitat von harry
Heuer haben sich die Vögel gründlich geirrt ...
Alles hat zwei Seiten: Der Ausspruch bedenkt nicht, daß die Vögel WISSEN daß ein harter Winter kommt - nämlich dort, wo sie herkommen! Milde Winter können wir sicherer daran ablesen, wenn heimische Sommervögel, eigentlich Zugvögel, hierbleiben, wie schon öfter bei Goldammern, Bachstelzen usw. beobachtet.

Norbert

Geändert von cerambyx (21.12.2006 um 10:42 Uhr)
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kröte

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