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  #131  
Alt 05.03.2013, 08:01
klarad klarad ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Ulrike hat gefragt: Wer erklärt "Schusterkugel" ?

Eine Nachbildung einer solchen Schusterkugel habe ich in einem exklusiven Wiener Schuhgeschäft fotografiert, das Foto war auch einmal eine Rätselfrage.
In Wikipedia ist zu lesen:
Die Schusterkugel ist ein mit Wasser gefüllter farbloser Glas-Kolben in Kugelform, der von Handwerkern insbesondere vor Einführung elektrischer Lichtquellen benutzt wurde, um diffuses Licht der Sonne, einer Gas- oder Öllampe wie mit einer Sammellinse zu fokussieren und so den Arbeitsplatz besser auszuleuchten. Der Begriff Schusterkugel wurde deswegen gewählt, weil vielfach Schuster Werkstätten, die gleichzeitig auch Wohnraum waren, im Souterrain hatten, die nur ein hochgelegenes Fenster als Lichtquelle hatten, um damit das Licht in den Raum zu verteilen.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
schusterkugel.jpg  
__________________
K.D.
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  #132  
Alt 22.08.2013, 09:38
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

Nochmal zu diesem Thema:
Im Jahre 1858 gab es in meiner Heimatstadt 2.800 Einwohner, davon
waren
29 Leineweber
14 Bäcker
1 Konditor
10 Fleisc her
5 Gerber
33 Schuhmacher
1 Handschuhmacher 3 Kürschner
6 Riemer
1 Seiler
28 Schneider
7 Hutmacher
5 Tapezierer
3 Blaufärber
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  #133  
Alt 22.08.2013, 09:43
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

(Forts.)

2 Zimmerer, 24 Tischler
6 Radmacher
2 Böttcher
2 Drechsler
2 Korbmacher
18 Maurer
1 Dachdecker
1 Schornsteinfeger
5 Glaser
2 Anstreicher
11 Grobschmiede
6 Schlosser
2 Kupferschmiede
2 Klempner
1 Drahtsiebmacher
2 Uhrmacher
1 Goldschmied
1 Barbier
3 Gärtner
5 Tabakspinner

dies nur die Meister
es gab 6 Brauergesellen u. in fast allen Handwerken auch Lehrlinge

"Nicht auf meinem Mist gewachsen" schönes altes Sprichwort!

Quelle: Schwerte, 2. Teil 1983 (3bändiges Geschichtswerk)

Viele Grüße von Ulrike
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  #134  
Alt 22.08.2013, 17:31
Benutzerbild von LS68
LS68 LS68 ist offline
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Standard AW: Untergegangene Berufe

interesant finde ich ja alte Adressbücher, aus der zeit wo die wenigsten Telefonanschluß hatten. So bis 1960. Dort steht jeder mit Beruf und Adresse
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  #135  
Alt 22.08.2013, 19:54
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Beiträge: 2.559
Standard AW: Untergegangene Berufe

Wer erklärt mir, was ein "Tabakspinner" macht?
Stroh zu Gold spinnen ist ja bekannt (Märchen Rumpelstilzchen), aber was wird
aus Tabak gesponnen? -Ulrike ???
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  #136  
Alt 23.08.2013, 12:03
Benutzerbild von Elfie
Elfie Elfie ist offline
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Beiträge: 23.991
Standard AW: Untergegangene Berufe

"Dieses Krauts Blätter, welche sehr groß seynd, offtmals länger als eine Elle und breiter als eine halbe Elle, werden auf eine sonderliche Art auffgetrucknet und zusammen gewickelt gleichwie ein dickes Seil und hernach klein zerschnitten." (Anmerkung 1)

So beschreibt Peter Lauremberg 1711 in seiner Schrift:"Neuen und vermehrten Acerra philologica"
die Arbeit der Tabakspinner. Dieser Berufszweig etablierte sich sehr bald nach der Einführung des Tabaks in Europa, und bald arbeitete in jeder größeren Stadt einen Tabakspinner. Das Verfahren der Tabakspinnens lehnte sich sehr eng an das der Flachsspinnerei an, daher wohl auch die Übernahme des Namens "Spinner".

Schon im Jahre 1657 besaßen die Tabakspinner in Hanau übrigens eine eigene Innung. In der Chronik der Stadt Bochum wird 1722 das erste Mal ein Tabakspinner erwähnt, Johann Georg Cramer der Ältere. Und in der Handwerkliste der Stadt Oldenburg werden für das Jahr 1744 drei Tabakspinner aufgeführt. In der Liste der Ansiedler für den Netzedistrikt in Polen finden wir ebenfalls zwei Tabakspinner die sich dort im Jahre 1779 ansiedelten und ihrem Gewerbe nachgingen.

Quelle
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  #137  
Alt 23.08.2013, 19:59
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Beiträge: 2.559
Standard AW: Untergegangene Berufe

Danke, liebe Elfie, für die Erklärungen. Viele Grüße von Ulrike
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  #138  
Alt 27.12.2013, 13:40
Gurgi Gurgi ist offline
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Beiträge: 1
Standard AW: Untergegangene Berufe

Hoppla, eigentlich durch Zufall auf diese Seite gekommen und die letzten 14
Seiten durchgelesen.

Meine Mutter hat in den 60er Jahren Tapisteristin bei Karstadt in Hannover
in der Handarbeitsabteilung gelernt.

Sie lernte von der Pike auf alles, was mit Nadel und Faden alles gemacht
werden kann: Knüpfen, Nähen, Sticken, Häkeln, Stricken...
Sie stellten damals Schaustücke für die verschiedenen Materialien
her wie z.B. Socken, Stickbilder, Gobelinstickereien...

Sie bildete später auch Lehrlinge (ohne Meisterbrief) aus und als sie später mit
meinen Vater in den 70ern an den Bodensee zog "reparierte" sie jahrelang
für das Musuem in Hannover historische Wandteppiche und Taschen.
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  #139  
Alt 27.12.2013, 15:50
harry harry ist offline
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Ort: Klosterneuburg, Bezirk Tulln
Beiträge: 11.546
Standard AW: Untergegangene Berufe

Willkommen bei uns, Gurgi!
Vielleicht hast Du noch alte Fotos, Dokumente, Werkzeug oder andere Gegenstände zum Beruf der Tapisteristin, die Du uns zeigen möchtest:
__________________
Harry
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  #140  
Alt 27.12.2013, 19:44
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Beiträge: 2.559
Standard AW: Untergegangene Berufe

Willkommen hier,Gurgi! - Da hat deine Mutter aber schöne Dinge gefertigt!
Ich sende dir viele Grüße aus Westfalen und wünsche allen hier im Forum
einen guten Rutsch ins neue Jahr!-Ulrike
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Stichworte
beruf, diktat, hallknechte, halloren, salzwirker, stenotypistin

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