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  #11  
Alt 19.06.2010, 09:49
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Co2- freies Steak?

Hallao Mit´nand!
Stimmt, auf seine Weise und seiner Erfahrung nach hat jeder Recht. Der Reinlichkeitswahn belastet Umwelt und Psyche, naja - Herbert, trink das. Und obwohl Wien mit Märkten gut versorgt ist, kann da nicht jeder hin. Aber eine gute Supermarktkette hat Lebensmittel von billig bis Bio, das wär schon mal ein Beginn. Und wenn man nur das kauft, was man auch ißt, geht es auch leichter. denn ich glaube schon, dass irgendwo im Hinterkopf steckt: das Billige ist nix wert. Einkaufen, auch Angebote, wer weiß, wann es das wieder gibt - und dann wegwerfen, weil zu viel und verdorben-macht nix, war eh nicht teuer.
Ist nicht in einem Single-Haushalt mehr Zeit, wenn niemand dazwischen funkt?? Natürlich: allein dazusitzen ist nicht lustig, aber das ist es bei Dosenfutter auch nicht. Ich koch alles selber, nicht mehr so aufwändig wie früher, Statt Pürree gibts Erdäpfel - aber ich mag das Fertige nicht, vor allem ist mir das Meiste zu salzig, zu Knödel hab ich öfter gegriffen, jetzt hab ich Gott sei dank eine Allergie entwickelt, na sinds halt Nudeln, denn Knödel mach ich für mich sicher nicht. Leider fällt auch Käse weg (Histamin), also eben nur frischer. Wenn man wie Stanze schwer krank war, muss man sicher aufpassen, aber früher hatten wir die Milch auch von einer Bäuerin, Tausch am Gartentor, praktisch. Sie roch manchmal würzig, aber, na ja. Einmal holte ich sie selber, wartete in der Küche und als sie mit dem Eimer vom Stall kam, schüttet sie die Milch durch ein Filtertuch. Darin verfing sich dann neben Stroh (gebraucht) noch einiges Andere, sie dürfte eine kitzelige Kuh erwischt haben, die in den Eimer gestiegen war..., das war das Ende unsere Geschäftspartnerschaft, aber krank geworden bin ich nie. Fleisch esse ich nur dort, wo das Verständnis für die Gründe fehlt, warum ich keines Essen will. Trifft auch auf meine besten Freunde zu. Suppe gibts täglich - auf Vorrat 2 Gläser für die nächsten Tage. Ich glaube, Fantasie wenn man wirklich will ist genauso wichtig, wie Zeit und Geld. Und die Frage: was BRAUCHE ich.
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  #12  
Alt 22.06.2010, 10:09
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Standard AW: Co2- freies Steak?

Glücklich kann sicher sein, wer wie Sonja die Möglichkeit besitzt, seinen Lebensbedarf weitgehend autonom und mit Produkten aus der Umgebung zu decken.

Für den Großstädter sicher ein Ding der Unmöglichkeit. Eine groß angelegte Studie der Stiftung Warentest (Ökotest) vom Mai 2010 hat übrigens ergeben, dass Bioprodukte nicht generell eine bessere Qualität einschl. geringerer Schadtstoffbelastung als konventionell hergestellte Produkte aufweisen.

Sicher ist das selbst geerntete und sofort verarbeitete Genüse am besten - danach kommt aber schon das Tiefkühlgemüse, welches schnellstmöglich verarbeitet und gefrostet wurde. Dem gegenüber hat das Biogemüse, welches auch nur zwei Tage liegt, einen eindeutigen Nachteil. Zudem kann die Masse der benötigten Lebensmittel gar nicht nach rein biologischen Massstäben angebaut werden, selbst wenn das "Gewohnheitstier Mensch" seine Ernährungsgewohnheiten grundsätzlich umstellen würde.

Auch mit den regioanalen Spezialitäten ist das so eine Sache: wir haben hier im Forum schon ausführlich besprochen, wo die Schweine für den "echt Tiroler Schinkenspeck" herkommen - zum Großteil aus den Niederlanden.

Letztendlich ist es immer eine Einzelentscheidung, wer was zu sich nimmt.
Biolandwirtschaft ist positiv, aber man sollte auch die konventionelle Landwirtschaft nicht verteufeln.

Beide Produktionsarten sind wichtig - für unsere Ernährung und für die Erhaltung und Pflege unserer Kulturlandschaft.

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  #13  
Alt 22.06.2010, 11:23
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Standard AW: Co2- freies Steak?

Ich glaube, wir haben einfach das Glück in Ländern zu leben, wo noch ziemlich alles in Ordnung scheint, so weit unser Auge reicht. Natürlich will hier auch sicher niemand jemanden beeinflussen in seinem Tun, du hast völlig Recht: es ist jedem seine freie Entscheidung und keine wird verteufelt. Aber zur Entscheidungsfindung gehört auch Information. Dass Schweine von irgendwo plötzlich echte Tiroler werden, ist sicher für Viele nicht uninteressant. Genau so wichtig ist es auch zu wissen, dass Bioanbau uns mengenmäßig deshalb nicht ernähren kann, weil das meiste Grünzeug für die Kuh ist. Schon vor mehr als hundert Jahren hat man gewusst: das Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen. Was nicht übertrieben ist, wenn man bedenkt, dass es 7 Kilo Pflanzeneiweiß braucht um 1Kilo tierisches Eiweiß zu erzeugen. So hieß es zumindest vor ein paar Jahren, vielleicht hat man inzwischen schon ein Turbofutter gefunden. Und dass die Abholzung des Regenwaldes (Brandrodung!!) auch mit Viehzucht zu tun hat. Und die Ausbeutung der Ackerböden mit zunehmender Ausbreitung der Wüste in Spanien, also gar nicht mehr so weit weg.
Inhalt der Lebensmittel ist zwar wichtig, aber auch nicht alles: ich kauf die Freilandeier wegen der Hennen, allerdings kann sich das ein Single-Haushalt leisten, so gut geht es nicht jedem.

Geändert von Elfie (22.06.2010 um 19:55 Uhr)
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  #14  
Alt 22.06.2010, 18:39
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Standard AW: Co2- freies Steak?

Den Schweinetourismus gibts sicher auch noch anderswo! Vor Jahren erzählte mir ein Weinviertler von einem Schlächter in einem weinviertler Nachbardorf, der angeblich wöchentlich Schweinetransporte aus Tschechien erhielt. Die Tiere wurden nach dieser Quelle dann auf österreichischem Boden geschlachtet und wurden dadurch automatisch "Österreichische Qualität"! Aber vielleicht handelt es sich dabei nur um die Falschmeldung eines Konkurrenten?
Zu den Schweindln fällt mir noch der Leibspruch eines Fleischhackers ein, der meinte: "Aus einer Sau kann man nur das rausschneiden, was drinnen ist". Aber da gehts schon ins Philosophische......

Geändert von Hornarum48 (23.06.2010 um 06:03 Uhr)
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  #15  
Alt 23.06.2010, 20:00
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Standard AW: Co2- freies Steak?

Zum Thema Tiroler Speck schrieb die Onlineausgabe von diepresse.com im März diesen Jahres:

Zitat:
WIEN (cim). Wie viel von Tirol muss ein Schwein gesehen haben, um zu Tiroler Speck werden zu können? Kein Stück. Selbst wenn es schon geschlachtet nach Tirol kommt und dort verarbeitet wird, darf der Verarbeitungsbetrieb später „Tiroler Speck g.g.A.“ (das steht für „geschützte geografische Angabe“) auf die Packung schreiben. Der Tiroler Fleischverarbeitungsbetrieb Handl Tyrol geriet oft in die Kritik, weil die Schweine in seinem Tiroler Speck aus Deutschland, Dänemark oder Belgien kamen.

Nun sollen zumindest im Tiroler Speck, der in Österreich verkauft wird, österreichische Schweine stecken. Handl lässt die Herstellung dieser Produkte seit Herbst von der Agrarmarkt Austria (AMA) kontrollieren, ab April sind Handl-Produkte mit dem AMA-Gütesiegel im Handel. Das bedeutet, dass die Schweine für den Speck in Österreich geboren, gemästet, geschlachtet und verarbeitet wurden. Handl hat bisher etwa 30 Prozent seines Fleischbedarfs in Österreich gedeckt, 65 Prozent kamen aus Deutschland und fünf Prozent aus Dänemark, sagt Karl Handl, der Vorsitzende des Aufsichtsrates.

Wenn er könnte, wie er wollte, so Handl, würde man das ganze Fleisch in Österreich kaufen, allerdings gebe es dafür nicht genug Schweine in Österreich. Handl braucht pro Jahr Fleisch von 350.000 bis 400.000 Schweinen, mit dem Speck oder Trockenwürsten machte der Betrieb 2009 mit 500 Mitarbeitern einen Umsatz von 110 Mio. Euro. 57 Prozent der Ware wird ins Ausland verkauft– in insgesamt 18 Länder.

Inlandsanteil wächst

Auch künftig wird der Anteil am gesamten Fleisch, den die Tiroler in Österreich kaufen, nur leicht auf 35 bis 37 Prozent wachsen. Deutsche Kunden werden weiterhin „Tiroler Speck“ aus deutschen Schweinen und ohne AMA-Siegel kaufen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.03.2010)
Das AMA-Siegel macht also den gewissen Unterschied.

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bbq, gourmetfleisch, grillen, steak

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