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  #1  
Alt 12.12.2010, 23:51
Mystika Mystika ist offline
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Standard Prägende Bilder der Zeitgeschichte Kindheit

Guten Abend,

mich würde brennend interessieren, welche Bilder der Kindheitserinnerung in den Menschen in diesem Forum noch immer manchmal auftauchen und eine unerklärliche Empfindung wie Geborgenheit und Begeisterung auslösen.

Ich habe heute zum Beispiel so einen Tag, wo mir die uralte Mühle im Wald, nahe meiner verstorbenen Oma andauernd unterkommt.
Wir gingen dort manchmal als Kind auf Erkundungsreise an Fischteichen vorbei in einen Wald an dem ein Bach munter drauf los floss.....man sah dort Enziane und die seltesten Kräuter und geschützten Pflanzen.....da gab es eben auch eine alte Mühle....mit Mühlstein drinnen und man fand sogar noch Spuren von Mehl und interessante alte Dinge.....

Obwohl mir die alten Sachen und Sagen davon immer etwas Erfurcht einlösten, empfand ich doch eine wohlige Geborgenheit in Ihnen....und auch bei meiner Oma....obwohl man sich dort nicht austoben durfte als Kind....Am Besten war es, man horchte nur zu und verfiel in ein vorübergehendes Koma, mit Lächeln am Gesicht......das war ihr am Liebsten, aber ich habe sie sehr geliebt und möchte sie wahrscheinlich über dieses Forum loslassen....

Aber zuerst muss einem das ja mal klar werden....warum es einem so schwer fällt.....

Darum würde ich mich freuen, auch andere Gedanken über Kindheitsbilder zu hören...und die Geborgenheits- Begeisterungs.....empfindung dazu.

Liebe Grüße Mystika
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  #2  
Alt 13.12.2010, 00:51
Mystika Mystika ist offline
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Standard AW: Prägende Bilder der Zeitgeschichte Kindheit

Die Geschichte der Zeit verursacht häufig eine Art Nachfolgeprägung, wie hier am Bild deutlich zu erkennen....Sogar die Vögel...folgten sich nach...
Miniaturansicht angehängter Grafiken
nachfolgeprägung paint.jpg  
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  #3  
Alt 13.12.2010, 07:47
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Prägende Bilder der Zeitgeschichte Kindheit

Geborgen fühlte ich mich im Wald, zwischen den feuchten Moosen und dem raschelnden Laub und zwischen großen Felsen, in den Bergen und unter Bäumen, wenn ich die rauhe Rinde mit den Fingerkuppen erspürte, wenn ich durch Kuhweiden hindurch und Schluchten hinauf und an Felsen vorbei herumkraxelte. Geborgen fühlte ich mich, wenn ich meinen Opa im Wald besuchte und ihm zuschaute wie er seine Holzknechtarbeit machte, den Geruch von Baumpech und Harz, Rinde und frisch geschnittenem Holz in der Nase.
Geborgen fühlte ich mich in Omas Stube, bei Grießknödeln und Gseclhtem, Sauerkraut und Erdäpfelsalat, ihrem warmen Tischherd und die Luft zum schneiden von den vielen Zigaretten die Opa und Oma darin geraucht haben. :-)
Geborgenheit, das ist heute noch für mich Natur und kochen, Familie und die warme Stube, Holzofen anheizen und das Knistern vom Feuer.

Liebe Grüße, Sonja
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  #4  
Alt 13.12.2010, 09:50
Mystika Mystika ist offline
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Standard AW: Prägende Bilder der Zeitgeschichte Kindheit

Mhh, das hört sich wohlig an....knisternder Holzofen in ner alten Stube....das erinnert mich an meine Oma.....meine Oma machte immer eine Heilsalbe aus Baumharz nur von bestimmten Arten...Föhren? Keine Ahnung....das war eine Prozetur....durfte ja nicht zu heiß werden...Schweineschmalz, Käspappel...Ringelblumen...Kampfer....und was sie noch alles reintat, keine Ahnung....

Doch das war eine echte Heilsalbe, da wurde alles wieder gut.

Danke für deine Gedanken. Das tat gut.

Liebe Grüße Mystika
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  #5  
Alt 13.12.2010, 09:57
Mystika Mystika ist offline
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Standard AW: Prägende Bilder der Zeitgeschichte Kindheit

Ja, genau. Sicher tat sie auch nen hochprozentigen Alkohol dazu....wegen der Desinfektion.

Hicks......Spaß
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  #6  
Alt 13.12.2010, 10:18
Mystika Mystika ist offline
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Standard AW: Prägende Bilder der Zeitgeschichte Kindheit

In der Stube meiner Oma standen auch wunderschön bemalte Truhen, die den Raum mitsamt den musealen Altertumsstücken sehr interessant und aufregend machten....Und fast jedes alte Stück, das irgendwo hing, hatte eine lange Geschichte.....und noch immer.
Da ja alles noch dort hängt.
Nun hab ich mal nachgesehen, woher eigentlich das Wort Truhe kommt beziehungsweise, wofür man diese eigentlich verwendete.
Ich kann mich noch erinnern, daß unter der Truhe immer eine Mausefalle lag...und manchmal auch ein Mäuschen.

Geschichte
Florentinische Truhe aus Ebenholz mit Bemalung
Mittelalterliche Truhe mit Schnitzereien und Beschlag

Truhen gab es bereits im Altertum. Schon im 1. Jahrhundert begann man im Römischen Reich, Truhen aufzustellen und sie wie Schränke zu benutzen. Dennoch hielten sich die Truhen weiterhin als praktischer Behälter zur Lagerung von Kleidung, da sie schnell zum Transport bereit waren. Die ältesten erhaltenen Truhen des Mittelalters stammen aus dem 12. Jahrhundert und sind lange, schmale Kisten auf hohem Untergestell.

Etwa um 1300 gibt es die sogenannte Satteldach-Truhe mit schrägestelltem Deckel und in gedrungener Form mit kurzen Fußstollen. Sie war kastenförmig und geräumig. Die Truhe muss zumindest zeitweilig auch als Sitzmöbel gedient haben, denn später gab es Truhen mit Rückenlehne und ganz flacher Deckelplatte. Der Höhepunkt der Truhenkultur bilden die reich verzierten wertvollen Pracht- und Prunktruhen des 16. Jahrhunderts.
Bekannte Truhenformen [Bearbeiten]

* Bekannt geworden durch Literatur und Film sind vor allem Schatztruhen mit schweren Eisenbeschlägen und kompliziertem, teilweise mit Fallen ausgestattetem Öffnungsmechanismus.
* Als Aussteuer- oder auch Hochzeitstruhe gilt der aus Italien stammende cassone. Seine Vorderwand und die Schmalseiten waren mit Malereien geschmückt, die sich auf die Hochzeit bezogen.
* Die sogenannte cassapanca (Truhenbank) der italienischen Renaissance war neben einer verzierten Rückenlehne gar noch mit Armlehnen versehen.
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  #7  
Alt 13.12.2010, 10:35
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Prägende Bilder der Zeitgeschichte Kindheit

@mystika: vorlauf und lärchenpech kam rein.
hast du zufällig noch rezepte oder eine oma, die das rezept für mich aufschreiben würde?
hab grad heute drei alte rezepte gekriegt und brauchte ne weile um rauszufinden, dass "baumpech" das selbe ist wie HARZ- nur die bezeichnung im volksmund ist halt pech). *lach*

alles liebe, sonja
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  #8  
Alt 13.12.2010, 12:25
Mystika Mystika ist offline
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Standard AW: Prägende Bilder der Zeitgeschichte Kindheit

Weißt du wie wir die Heilsalbe immer nannten?
Da gab es eine Frau in der Nachbarschaft von meiner Oma, die hatte fast keine Stimme....da kamen nur krächzende Laute heraus, aber die war sehr lieb.
Für sie machte meine Oma manchmal die Salbe....

Daher hatte sie langen den Namen.....D`Taura"muada"schmiea!

Ein Wahnsinn, wie die Leute früher den Sachen über Menschlichkeit, Bedeutung gaben.
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  #9  
Alt 13.12.2010, 13:28
Mystika Mystika ist offline
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Standard AW: Prägende Bilder der Zeitgeschichte Kindheit

Ein weiteres Bild, welches mein gesamtes Leben geprägt hat, ist dieses:

Wir gingen von unserer Oma, der, meines Vaters zu Fuß nach Hause. Es herrschte sehr starker Wind. Ich war damals sehr dünn, da mir das Essen damals schon nicht ganz Geheuer war. Also, wir gingen da so im Sturm. Mir wurde immer mulmiger, ich mußte mich ziemlich durchkämpfen, um nicht weggewäht zu werden. Da war ich ca. 3 Jahre.
Ich rief zu meinem Vater, bitte halte mich, da ich die ehrliche Angst hatte, wegzufliegen....

Doch, der stur, wie er war, ging weiter und weiter und hielt mich nicht...Er war wegen irgend etwas wütend und ließ mich armes Kind im Sturm allein.

Daher mein zerstörtes Vaterbild.
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  #10  
Alt 13.12.2010, 15:10
Mystika Mystika ist offline
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Standard AW: Prägende Bilder der Zeitgeschichte Kindheit

Zitat:
Zitat von Mystika Beitrag anzeigen
Ein weiteres Bild, welches mein gesamtes Leben geprägt hat, ist dieses:

Wir gingen von unserer Oma, der, meines Vaters zu Fuß nach Hause. Es herrschte sehr starker Wind. Ich war damals sehr dünn, da mir das Essen damals schon nicht ganz Geheuer war. Also, wir gingen da so im Sturm. Mir wurde immer mulmiger, ich mußte mich ziemlich durchkämpfen, um nicht weggeweht zu werden. Da war ich ca. 3 Jahre.
Ich rief zu meinem Vater, bitte halte mich, da ich die ehrliche Angst hatte, wegzufliegen....

Doch, der stur, wie er war, ging weiter und weiter und hielt mich nicht...Er war wegen irgend etwas wütend und ließ mich armes Kind im Sturm allein.

Daher mein zerstörtes Vaterbild.
Aber eigentlich wollte ich ja nur Geborgenheitsbilder hier erscheinen lassen.
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