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  #11  
Alt 12.03.2012, 16:12
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Die Vinschgauer Tugendrose

Ein wirklich ernsthaftes Thema! -
Trotzdem eine Buchempfehlung betr. ledige Mutter mit unehelichen Kindern:
Una Troy, Wir sind sieben. Ein Klassiker. Darin wird das Leben einer
irischen Familie geschildert, die durch Höhen und Tiefen und der Umwelt
zum Trotz ihr Leben meistert. Hat mir gut gefallen! - Ulrike
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  #12  
Alt 12.03.2012, 18:13
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baru baru ist offline
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Standard AW: Die Vinschgauer Tugendrose

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
Ein wirklich ernsthaftes Thema! -
Trotzdem eine Buchempfehlung betr. ledige Mutter mit unehelichen Kindern:
Una Troy, Wir sind sieben. Ein Klassiker. Darin wird das Leben einer
irischen Familie geschildert, die durch Höhen und Tiefen und der Umwelt
zum Trotz ihr Leben meistert. Hat mir gut gefallen! - Ulrike
Ein wunderbares Buch, mindestens 2mal gelesen!
Ob's im wirklichen Leben auch so gelaufen wäre, lässt sich ja leider nicht feststellen...

Das mit den ledigen Kindern von Mägden war so eine Sache: Es hing natürlich vom Bauern ab, bei dem die Magd oder der Kindsvater arbeitete.
Wenn das Dienstleutepaar bei einem Bauern ein eigenes Zimmerl (Raum...)bekam, durften sie heiraten und das Kind konnte bei den Eltern auf dem Bauernhof aufwachsen.
Es gab auch Bauern / Bäuerinnen, die die Magd mit dem Kind behielten, aber oft musste das Kind, sobald es zu irgendeiner Arbeit fähig war, zu anderen Bauern - manche hatten Glück, andere erwischten es ganz schlecht.

Franz Innerhofer beschreibt so (s)ein Leben in dem Buch "Schöne Tage" - war ein ziemlicher Aufreger damals. Ich kannte eine Magd, damals schon eine alte Frau, die in ihrer Jugend beim selben Bauern war, die meinte: "In Wirklichkeit war's noch schlimmer..."

Ledige Mütter mussten auch in der Kirche öffentlich "Abbitte" leisten, für ihren Sündenfall. Wenn der Pfarrer ein gütiger Mensch war, durfte die junge Mutter das bei einer Werktagsmesse tun.
Meine Großmutter hatte ledig Zwillinge (No a größare Sünd!), sie musste beim sonntäglichen Hochamt ihre "große Schuld" bekennen ...

Gott sei Dank haben sich die Zeiten wenigstens bei uns geändert und wir leben in einem sozialen Umfeld, wo eine Frau /ein Mädchen ohne Diskriminierung Mutter sein kann!

Übrigens: Seit 3 Wochen bin ich Urgroßmutter - durch eine ledige Enkelin
__________________
Servus und a guate Zeit! Leni
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  #13  
Alt 12.03.2012, 18:39
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Die Vinschgauer Tugendrose

Herzlichen Glückwunsch
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  #14  
Alt 12.03.2012, 18:50
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Die Vinschgauer Tugendrose

gratuliere ebenfalls!
bei mir wars (vor 18 jahren) so, dass ich mit einem guten bekannten mal zum wirt gehen wollte, einen apfelsaft trinken und erzählen, wie es mir so ergangen ist bei der geburt und danach ich hab ja auch ein kind gekriegt wo der vater nie da war.
ich hab also meiner mama die kleine vorbeigebracht und bin mit meinem bekannten zum wirt gegangen.
als ich heimkam schimpft meine mutter mit mir, dass ich "als ledige mit einem wildfremden mann beim wirt nix verloren hätte"
ich war damals ziemlich bestüzt, weil von "wildfremd" konnte nicht die rede sein, ledig war ich so oder so und dass man als frau nicht zum wirt geht, das kommt auch aus dem letzten jahrhundert. ;-)

als ich zu meiner tochter schwanger war (also vor diesem erlebnis das ich oben beschrieben habe) da ging ich einmal hochschwanger mit meinem bruder durchs dorf spazieren.
als wir wieder nach hause kamen erzählte mir meine mutter, die nachbarin hätte eine frau getroffen (die dafür bekannt war, dass sie viel quatscht.) und die hätte gesagt: "jetzt hot`s eh grod da votta vom kind huckn lossn und dann ziagts scho wieda mit am neichn habara umadum!"

also auch 1994 war in einem dorf wie unserem das öffentlich dazu stehen dass man ledig ist noch keine einfache sache.

eine freundin von mir wurde nach ihrer scheidung von ihrem mann schwanger von ihrem neuen freund.
als sie mit dickem bauch einmal durchs dorf ging, sagte eine alte frau zu ihr: "na, wie gehts mit deim bastardl im bauch?"
(das ist jetzt vier jahre her)

also viel hat sich hier am land hinsichtlich ledigen müttern nicht geändert. das negative denken ist noch verankert.
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  #15  
Alt 13.03.2012, 09:45
klarad klarad ist offline
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Standard AW: Die Vinschgauer Tugendrose

Was mich an solchen Geschichten immer besonders bestürzt ist, dass gerade Frauen so boshaft und lieblos mit anderen Frauen umgehen. Dabei sollte jeder die Frauen bewundern, die sich dazu entschließen, ein Kind zu bekommen.
__________________
K.D.
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  #16  
Alt 13.03.2012, 10:10
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Die Vinschgauer Tugendrose

liebe klarad, ich meine zu wissen, warum das so ist.
ich erzähle dir dazu eine kurze geschichte:

ich bin nach meiner scheidung mit zwei kindern von zwei männern in meine heimat zurück gezogen. und ich hab mich geschämt dafür, dass ich kein glück mit den männern hatte.
jeder wusste, dass ich immer nur kurz mit einem mann zusammen war und dann wieder abgehauen bin, entweder weil ich das mit dem alkohol nicht ertragen konnte oder weil er fremdging und ich das nicht aushalten konnte oder sonstwas war...

als einmal so ein "siedlungsfest" war, wollte ich nicht hingehen, weil ich das gerede nicht mochte. eine nachbarin kam zu mir und fragte mich, wieso ich nicht mitfeiern will. ich sagte ihr, dass es mir peinlich wäre da hin zu gehen, weil bestimmt alle reden würden über mich.
da sagte sie: "also ich bewundere dich für deinen mut, dass du immer gehen konntest, als es schmerzhaft wurde. andere bleiben ein leben lang bei einem mann den sie gar nicht lieben, nur aus angst um ihre sicherheit oder weil sie sich nicht trauen, zu gehen."

erst da habe ich verstanden, dass der neid eine große rolle spielt bei den frauen.
frauen die selbst in unglücklichen beziehungen leben, und eine frau sehen, die offenbar alleine leben kann, beneiden sie darum. insgeheim wollen sie vielleicht auch frei sein oder ein eigenes leben führen. oder sie haben probleme mit ihren männern und unbewusst würden sie sich ein friedliches leben alleine mit den kindern wünschen.
das ist oft so.

ich habe mir nach einigen schlimmen erlebnissen geschworen, nie wieder in einer unglücklichen beziehung zu bleiben. entweder es ist liebe oder ich lebe lieber alleine und hab meinen frieden. auf gar keinen fall möchte ich abhängig sein, mit einem betrunkenen rumkämpfen müssen, mich oder meine kinder in gefahr bringen, usw... dazu ist mir das leben zu schade.

es gibt übrigens sogar menschen, bei denen ich im ansehen stark gesunken bin seit meiner scheidung. die waren früher total freundlich zu mir und nach der scheidung sprachen sie kein woprt mehr mit mir. es ist eine schande für eine frau, ihren mann zu verlassen.
*lach*

alles liebe, sonja
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  #17  
Alt 13.03.2012, 10:42
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Die Vinschgauer Tugendrose

Ich denke auch, dass es so was wie Neid ist oder Verbitterung, nicht nur aus den von Sonja genannten Gründen. Man muss sich vorstellen, wie die Jugend und das "Frausein" in dieser Zeit bei den heute alten Frauen war. Einige stecken vielleicht immer noch in der Moralinsäure (damit meine ich nicht wichtige ethische Grundsätze sondern idiotische Ge- und Verbote) fest, aber andere fühlen sich einfach um Teile ihres Lebens betrogen. Es gibt doch in der Meinung der vorigen Generation zwei Richtungen: die einen sagen, uns ist es auch nicht besser gegangen, warum denen..., die anderen finden es gut, dass es den Kindern besser geht.
Eine Kollegin getraute sich z. B. nie, ihrer Mutter zu sagen, dass sie die Pille nimmt, weil diese immer dagegen wetterte aus dem einfachen Grund: "wofür haben denn wir uns so gequält und geängstigt und nie ohne Panik oder ähnliche Begleiterscheinungen leben können, nicht mal in der Ehe, wenn man keine Kinder mehr wollte." Die Kollegin hatte 3 Geschwister, die Eltern einen Gast- und Bauernhof.
Eine andere Erzählung von meiner Freundin Grete, mit der man trotz ihren über 90 über alles reden konnte: ein Gemeindemitglied (es handelt sich um eine christliche Gemeinde, denen sie über 30 Jahre angehörte), mit der sie auch befreundet war, sagte nach dem Konzil "die Kirche hat meine Ehe und mein Leben zerstört"
Auch sowas hat es noch vor einige Jahrzehnten gegeben.
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Stichworte
betrug, frau, geschichte, historisch, kriminalität, vinschgau

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