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  #111  
Alt 05.09.2014, 13:14
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
Erinnert sich jemand an rote Gummischwämme in grüner Dose zum Anfeuchten z.B. für Briefmarken?

Außerdem grüne Gummifinger mit Noppen zum Blättern?
Das kenne ich beides noch. Die Gummischwämme wurden sogar noch ziemlich lange benutzt – so lange eben, bis die Briefmarken selbstklebend wurden. Wenn man viel Post zu verschicken hatte, konnte man einfach nicht jede Marke abschlecken.

Der grüne Gummifinger ist mir, glaube ich, nur einmal begegnet. Den trug der schon erwähnte alte Beamte mit den Ärmelschonern im Ulmer Rathaus – Anfang der 60er Jahre schon ein arg altmodisches Original. Den Gummifinger zog er sich an, ehe er sich an die Führung des Tagebuchs begab. (Briefe an Oberbürgermeister, Bürgermeister, Beigeordnete etc. wurden im Hauptamt geöffnet und ins Tagebuch eingetragen: Adressat, Absender, Betreff, Eingangsdatum ...) Das Buch war sowas wie seine Bibel. Eines Tages gestattete er auch mir, Einträge ins Tagebuch zu machen – aber nur, weil ich technische Normschrift gelernt hatte und die ordentlich genug war für das heilige Buch. Ich war völlig fassungslos ob dieser Ehre.

Natürlich wurde dort auch dieses Gerät rege benutzt – kennt das noch jemand?
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  #112  
Alt 05.09.2014, 14:38
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Jackdaw Jackdaw ist offline
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Standard als ob es heute an BILDERN mangeln würde…*

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
Diaabende kenne ich auch noch.
Der "Kulturnachfolger" des Diaabends ist die Powerpoint-Präsention mittels Beamer. In allgemein- und berufsbildenden Schulen sind bisweilen diese Geräte, wo die Dias einzeln eingelegt werden mussten, während man eines der Bilder gerade betrachten durfte, von der neuen Technologie (Laptop) abgelöst worden.
Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
… eine Form von Geselligkeit, die leider auch
verloren geht.
Im Zeitalter des Burnout sucht mancher Zeitgenosse, in den knappen Stunden seiner Freizeit vor allem Ruhe. Die tägliche "Informationsflut" längst ein nicht mehr zu bewältigendes Problem geworden.

Früher mag die technische Ausrüstung von Hobbyfotograf und Gelegenheits-Schnappschussknipser vergleichbar gewesen sein; heute benötigt letzterer nur noch sein Mobiltelefon - mithin ist auch das Vorzeigen der geschossenen Fotos gegenüber Freunden, Kollegen und Bekannten nicht länger an eine Einladung gebunden: Heute hat man seine Fotoalben ja praktisch immer dabei, und kann die "Diashow" auch bei der zufälligen Begegnung in der U-Bahn oder in der Warteschlange an der Supermarktkasse improvisieren.
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  #113  
Alt 05.09.2014, 14:45
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Jackdaw Jackdaw ist offline
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Zitat:
Zitat von Babel Beitrag anzeigen
Natürlich wurde dort auch dieses Gerät rege benutzt – kennt das noch jemand?
Logisch. Allein die Duftnote frischer Abzüge machte doch die Aushändigung dieser frühen Form der "handouts" zum Genuss!
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  #114  
Alt 05.09.2014, 14:52
klarad klarad ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Zitat:
Zitat von Babel Beitrag anzeigen

Natürlich wurde dort auch dieses Gerät rege benutzt – kennt das noch jemand?
Leider und es geht mir überhaupt nicht ab. Es ist mir einige Male passiert, dass ich mühsam eine ganze Seite beschrieben habe und sich dann die Sache in der Maschine verwurschtelt hat oder man hatte zu viel oder zu wenig Farbe usw. Das kleinste Problem waren die tagelang nicht abwaschbaren Farbspuren auf den Fingern !
Wie wundersam, dass man sein Schreiben jetzt ohne Mühe korrigieren kann und der Drucker - fast - immer brav druckt !
__________________
K.D.
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  #115  
Alt 05.09.2014, 17:38
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Zitat:
Zitat von klarad Beitrag anzeigen
Leider und es geht mir überhaupt nicht ab. Es ist mir einige Male passiert, dass ich mühsam eine ganze Seite beschrieben habe und sich dann die Sache in der Maschine verwurschtelt hat oder man hatte zu viel oder zu wenig Farbe usw. Das kleinste Problem waren die tagelang nicht abwaschbaren Farbspuren auf den Fingern !
Wie wundersam, dass man sein Schreiben jetzt ohne Mühe korrigieren kann und der Drucker - fast - immer brav druckt !
Und immer, wenn es eilte, war gerade der Spiritus alle, und während der Fummelarbeit des Nachfüllens maulte der Chef pausenlos im Hintergrund: "Sind Sie denn immer noch nicht fertig?!"

Korrigieren konnte man schon, man mußte die Beschichtung abkratzen. Das ging besonders gut mit einem Skalpell. Beschäftigte im Städtischen Krankenhaus belieferten Freunde, die anderswo bei der Stadtverwaltung arbeiteten, regelmäßig mit den ausgedienten Skalpellen, die andernfalls entsorgt worden wären.
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  #116  
Alt 05.09.2014, 20:23
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

In einem alten Krimi: Holzkugel-Sitzauflage für den Fahrer. Mir fiel ein,
mein Mann besaß auch so ein Ding, hing bis zur Entsorgung noch eine
Weile in der Garage rum. Kennt ihr dergleichen? - Noch schlimmer:
Fellauflagen , danach Schonbezüge aus elastischem Kunststoff.
Ebenso gab es für die Lenker verschiedene "Ummantelungen": Fell, Leder ...
Was der Mensch alles so erfindet und gleich kurzlebig zur Mode wird ...
Ganz in Gedanken! Ulrike
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  #117  
Alt 05.09.2014, 21:10
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
In einem alten Krimi: Holzkugel-Sitzauflage für den Fahrer.
Stimmt, die sah man eine Zeitlang in jedem zweiten Auto. Angeblich sollten sie irgendwie massierend wirken und folglich gesund sein. Da ich von Natur aus nie gut gepolstert war und schon normale Holzstühle als Zumutung für mein Hinterteil empfand, habe ich auf die gesunde Massage verzichtet. Inzwischen sieht man sie nicht mehr, obwohl es sie weiterhin gibt. Dafür haben die besseren Autos heute heizbare Sitze.

Aber da wir gerade beim Auto sind: Daß es mal solches Autoflickzeug gab, hab ich nicht gewußt. Was habe ich mir unter "selbstvulkanisierend" vorzustellen?
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  #118  
Alt 05.09.2014, 23:21
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Vielleicht so ähnlich wie das Dichtmittel in einem altersschwachen Kühler: man füllt das Mittel in den Reifen und durch die Bewegung oder Reibung dichtet das auch - keine Ahnung.
Ich würde lieber einen neuen kaufen
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  #119  
Alt 11.09.2014, 18:02
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Zitat:
Zitat von harry Beitrag anzeigen
#34: Jetzt muss ich doch eine Lanze für den Rechenschieber brechen: Dieses Gerät war einfach ein geniales Ding.
Ja, das war es. Ich habe damit umgehen gelernt, weil ich von klein auf meinen Vater (Ingenieur) damit hantieren sah und irgendwann verlangte, daß er es mir beibrachte. In meinen letzten Schuljahren (1957/58) gab es das Problem: Darf der Rechenschieber in Mathe und Physik verwendet werden? Eine verbindliche Regelung gab es offenbar nicht. Unser Lehrer entschied: Bei Klassenarbeiten ja, aber im schriftlichen Abitur ist es verboten. Es spielte keine große Rolle, weil ohnehin außer mir nur ein Schüler daran Interesse hatte.

An diese Rechenmaschinen (Bild 1, 2) erinnere ich mich gut, habe aber selbst nie so ein Ding bedienen müssen. Gänzlich unbekannt war mir dagegen der "Addiator" (Bild 3) – nie gesehen, nie gehört. In der hier schon früher erwähnten Ausstellung "Verschwundene Dinge" war so ein Gerät zum Ausprobieren. Naja, mit dem Rechenschieber ging's jedenfalls schneller.

Zitat:
Zitat von harry Beitrag anzeigen
... Stenografie (wer weiß noch, was das ist?)
Ich habe Steno gelernt und benütze es bis heute – eigentlich immer, wenn ich keinen Computer zur Hand habe. Es geht nicht nur wesentlich schneller als normale Schrift, es ist auch platzsparender. Daß die Leute kaum noch wissen, was das ist, habe ich gemerkt, als ich in Berlin 2003 bis 2006 viele Interviews geführt und dabei Notizen gemacht habe. Fast jeder Gesprächspartner hat erstmal mit Stielaugen auf meine Krakel geschaut und gefragt: "Ist das Steno?"
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Rechenmaschine.jpg   Rechenmaschine1.jpg   Addiator.jpg  
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  #120  
Alt 12.09.2014, 11:10
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Dinge des Verschwindens?

Ein heutiges Bildergalerie-Zufallsfoto erinnert mich an etwas ebenfalls längst Vergessenes: Die Fernsehleuchte. Als der Schwarzweiß-Fernseher im Wohnzimmer noch neu war, schaltete man die Lampe aus. Dann wurde man darüber belehrt, daß der helle Bildschirm im dunklen Zimmer schlecht für die Augen sei, und es erschienen lauter seltsame Geräte im Handel, die man auf den Fernseher stellte und die nicht nur leuchteten, sondern bei denen sich meist auch irgendwas bewegte: Ein Schiff, das auf Pseudowasser herumwackelte, eine Waldlandschaft, in der das Sonnenlicht wanderte, oder Blasen, die in farbiger Flüssigkeit auf- und abstiegen. Alles längst entsorgt ...
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