SAGEN.at  FORUM  

Zurück   SAGEN.at FORUM > Volkskunde

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #21  
Alt 09.11.2014, 23:10
RoBa RoBa ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 09.11.2014
Beiträge: 1
Standard AW: Kultstätte - Opferplatz - Opferstein

Zitat:
Zitat von Hornarum48 Beitrag anzeigen
Was versteht man aus volkskundlicher Sicht unter einer heidnischen Kultstätte, einem Opferplatz, speziell einem Opferstein und welche Quellen gelten als sichere Beweismittel? Wie läßt sich die Christianisierung einer heidnischen Opferstätte beweisen und wie chronologisch zuordnen?
Vielleicht kann jemand an speziellen österreichischen Beispielen das Thema beleuchten?
Beispiele von Opfersteinen finden sich in Maria Taferl und am Sonntagberg in Niederösterreich.
Mit Zitat antworten
  #22  
Alt 12.02.2015, 21:29
Horner Horner ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 11.02.2015
Beiträge: 1
Standard AW: Kultstätte - Opferplatz - Opferstein

Kultische Kontinuitäten kann man im kleinen Rahmen anhand von Sagen bzw. Flurnamen schon feststellen und meines Erachtens nach auch den teils adapitiv-brachialen Umgang der neuen Religion, des Christentums damit. Es ist nicht umsonst in unzähligen Sagen von Bäumen, "bei denen es geistert", die Rede, welche, folgt man der Erzählung weiter, umgeschnitten wurden und ein Kreuz draus gemacht wurde - Kießling ist da eine gute Quelle.
Ich halte das persönlich wirklich für nicht weit hergeholt, sind doch auch das "Ansprechen" bzw. das "Wenden", nichts anderes als aus heidnischer Zeit überlieferte, christlich adaptierte "Zaubersprüche". Im Rahmen persönlicher Recherche bin ich dabei auf einen von Kießling überlieferten Spruch aus dem Waldviertel gestoßen, welcher einer Stelle aus den Merseburger Zaubersprüchen verblüffend ähnelt:

2. Merseburger Zauberspruch:
" Phol und Wodan begaben sich in den Wald
Da wurde dem Fohlen des Herrn/Balders sein Fuß verrenkt
Da besprach ihn Sinthgunt, die Schwester der Sunna
Da besprach ihn Frija, die Schwester der Volla.
Da besprach ihn Wodan, wie er es wohl konnte.
So Beinrenkung, so Blutrenkung,
so Gliedrenkung:
Bein zu Bein, Blut zu Blut,
Glied zu Glied, wie wenn sie geleimt wären"
(aus Wikipedia)

Wenn sich das Vieh den Fuß verletzt hat:
"Man macht ein Heftpflaster un schmiert es mit folgenden Worten auf die Leinwand mit der man die letzte Stelle umbindet:
Herr Christus und Sanct Petrus ritten über die Heide, das stand ein krankes Vieh auf der Weide.
Herr Christus sprach: "Sanct Petrus sag' was soll geschehen?"
-"Du Herr kannst befehlen."-
Da sprach er laut und Petrus schaut:
"Das Bein zum Bein,
das Blut zum Blut,
die Flechs zur Flechs,
das Fleisch zum Fleisch,
sei alles gut, beim heiligen Blut." Im Namen + + +."
(Kießling zitierte aus dem Waldviertler Boten)
Mit Zitat antworten
  #23  
Alt 13.02.2015, 12:14
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.04.2005
Ort: Innsbruck
Beiträge: 30.290
Standard AW: Kultstätte - Opferplatz - Opferstein

Wobei ich persönlich den Begriff "aus heidnischer Zeit" nicht mehr zeitgemäß erachte.

Wolfgang (SAGEN.at)
Mit Zitat antworten
Antwort

Stichworte
kult, neuzeit

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 17:48 Uhr.


©2000 - 2021 www.SAGEN.at