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  #1  
Alt 07.12.2006, 19:50
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Oksana Oksana ist offline
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Lächeln Aberglaube - Tierwelt

Es gibt auch genug mit Tierwelt verbundene Aberglauben...

Man darf in Russland keine Spinnen töten, denn das bringt sofort Regen.

Anders: eine Spinne zu sehen (bin nicht sicher, aber vielleicht gibt es da noch Einschränkungen, dann heißt es: eine Spinne im Bad zu sehen) heißt, man bekommt bald Nachrichten, z.B. einen Brief.

Wenn ein Vogel an das Fenster klopft, bringt er schlechte Nachrichten oder einfach Unglück, Krankheit oder Tod. Ist mit der Vorstellung verbunden, dass es in diesem Fall die Seele eines verstorbenen Verwandten ist (vgl. mit Kuckuck), die vor einem Unglück warnen will.
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  #2  
Alt 07.12.2006, 21:44
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Vögel die an die Fensterscheibe klopfen sind mir in Tirol als "Arme Seelen" bekannt, die erlöst werden wollen. Das gleiche erzählt man sich in Tirol von den Kröten siehe Armeseelenkröten.

Stare künden den Frühling an.

Wenn der Kuckuck schreit www.sagen.at/forum/archive/index.php/t-543.html

Der Rabe gilt in unseren Breiten auch als Unglücksvogel, wenn er bei einem Haus auf einem Baum, Zaunpfahl oder dergleichen sitzt kündet er den Tod an.

Hund sollen ebenso die Fähigkeit haben den Tod voraus zu sehen, dazu gibt es zahlreiche Sagen, siehe z.B. Totenreahrer

Schweine gelten als Glücksbringer und gehören fest mit den Neujahrswünschen zusammen.

Pferde stehen einerseits mit dem Tod in Zusammenhang und können Geister sehen, andererseits können sie auch Glück und das Gute bedeuten.

Katzen stehen natürlich immer mit Zauber und Hexen in Verbindung. Man sagt ihnen nach, dass sie sich Plätze im Haus aussuchen, die eine schlechte Strahlung für Menschen haben. Wenn man ihnen auf der Straße begegnet heißts "Katze von rechts - was schlechts, Katze von links - was bringst."

Spinnen können Glück und Unglück bringen, es kommt darauf an ob man sie am Morgen = Kummer und Sorgen oder am Abend = erquickend und labend sieht.

Blindschleichen sind im Volksglauben giftig. Verschiedene Schlangen wrden auch Würmer bzw. Beisswürmer genannt, die nicht nur "beissen", sondern einen auch "anblasen" können. Wurde man von einem Tier angeblasen schwillt einem der Kopf an, manche müssen daraufhin sterben.

In der Weihnachtsnacht sprechen die Tiere im Stall, sie unterhalten sich darüber wer im nächsten Jahr sterben wird. Darum sollte man keines Falls in dieser heiligen Nacht in den Stall gehen, diese Nacht gehört den Tieren allein.

Im Volksglauben waren es die Gänse die den heiligen Martin verraten haben, darum gibt es am 11. November -Martini- einen Gäsebraten, auch Martinsgans genannt.

Der Marienkäfer und der Laubfrosch sind Wetterpropheten.

Berit

Geändert von Berit (SAGEN.at) (07.12.2006 um 21:49 Uhr)
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  #3  
Alt 07.12.2006, 22:49
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baru baru ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Zitat:
Spinnen können Glück und Unglück bringen, es kommt darauf an ob man sie am Morgen = Kummer und Sorgen oder am Abend = erquickend und labend sieht
.

So kann's gehen - die armen Spinnen werden wegen ihres Namens zu schicksalsträchtigen Wesen gemacht, dabei liegt nur eine "Verwechslung" vor:

Arme Frauen, die sich mit Spinnarbeit Geld verdienen mussten, mussten am Morgen schon beginnen zu spinnen (sie waren im Unglück), wohlhabende Frauen konnten es am Abend als Zeitvertreib und in fröhlicher Runde tun (erquickend und labend).

Also: Gemeint sind eigentlich nicht die Spinnen, sondern das Spinnen.
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Servus und a guate Zeit! Leni
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  #4  
Alt 08.12.2006, 21:10
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Oksana Oksana ist offline
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Lächeln AW: Aberglaube - Tierwelt

Zitat:
Gemeint sind eigentlich nicht die Spinnen, sondern das Spinnen
Sehr interessant, wie ein Aberglaube entsteht und sich dann mit der Zeit entwickelt und verändert...

In unserem Fall werden doch eben Spinnen gemeint;-) Ich bin nicht sehr abergläubisch, muss aber zugeben, dass es funktioniert (eigene Erfahrungen mit Spinnen im Bad als Zeichen für kommende Nachrichten )
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  #5  
Alt 11.12.2006, 18:37
dolasilla dolasilla ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Zitat:
Zitat von Berit (SAGEN.at)
Katzen stehen natürlich immer mit Zauber und Hexen in Verbindung. Man sagt ihnen nach, dass sie sich Plätze im Haus aussuchen, die eine schlechte Strahlung für Menschen haben.
das kann ich bestätigen!
meine katzen sitzen seeeehr gerne auf meinem handy.

ist mir schon öfter passiert, dass ich mein handy verzweifelt in der ganzen wohnung gesucht habe, nirgends war's zu finden und letztendlich, als es dann mal geläutet hat und ich es dadurch gefunden hab, hat sich rausgestellt, dass katz ganz gemütlich ihren mittagsschlaf drauf hält

und: hierzulande gelten schwarze katzen als unglücksbringerinnen. in UK gelten sie hingegen ganz explizit als glücksbotinnen!
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  #6  
Alt 11.12.2006, 19:37
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Ein erbämlich grausiger Aberglaube ist der, dass den Fröschen abgeschnittene Schenkel wieder nachwachsen würden...

Um so erfreulicher ist das mit Hilfe der Korrekturleserin Leni Wallner online gestellte Werk Volkstümliche Tiernamen in Tirol und Vorarlberg

Neben sehr alten Mundart-Ausdrücken findet sich auch so mancher Aberglaube, am besten einfach mal rein schauen!

Wünsche euch viel Freude dabei

Berit
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  #7  
Alt 11.12.2006, 21:03
dolasilla dolasilla ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Tiere können in der Weihnachtsnacht sprechen!

Oder etwas erweitert: Menschen, die Tiere, die in der Weihnachtsnacht sprechen, belauschen, können dabei erfahren, wer (Mensch, nicht Tier) im kommenden Jahr stirbt. (nein, ich probier's nicht aus )
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  #8  
Alt 12.12.2006, 19:44
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baru baru ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Zitat:
Volkstümliche Tiernamen in Tirol und Vorarlberg

Neben sehr alten Mundart-Ausdrücken findet sich auch so mancher Aberglaube
- und auch als Etymologie-Quelle ist es sehr aufschlussreich: Da es neben den nordital. (Deutsch-) Sprachinseln auch dortige ital. Dialekte einbezieht, kann man feststellen, wie weit das Italienische unsere Dialekte nördl. des Alpenhauptkammes beeinflusst hat.
Ich habe mich als Kind immer gewundert, wenn meine Großmutter ein männl. Ferkel "Parktl" nannte - jetzt weiß ich, wieso!
Und dass es einen Zusammenhang zwischen Uhu/Kauz und der sagenumwobenen "Habergoaß", die im Salzburgischen die Wilde Jagd begleitet, gibt, habe ich auch erst da erfahren. Und noch viiiel mehr interessante Dinge!

Zitat:
am besten einfach mal rein schauen!
Unbedingt!
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Servus und a guate Zeit! Leni
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  #9  
Alt 12.12.2006, 20:08
harry harry ist offline
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Im östlichen Niederösterreich, in der Umgebung von Hainburg, wird der Feldhamster "Kritsch" genannt.
Dort in der Nähe stand einst die Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien.
Lateinisch "cricetus" = der Hamster. Zufall ??
__________________
Harry
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  #10  
Alt 13.12.2006, 22:45
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Standard AW: Aberglaube - Tierwelt

Zitat:
Zitat von harry
Im östlichen Niederösterreich, in der Umgebung von Hainburg, wird der Feldhamster "Kritsch" genannt.
Dort in der Nähe stand einst die Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien.
Lateinisch "cricetus" = der Hamster. Zufall ??
Das wäre jetzt wirklich interessant! Ich nehme an, dass das kein Zufall ist.
In den oben gen."Tiernamen" ist der Hamster nicht vertreten - in Nordtirol und Vorarlberg kommt er in freier Natur ja nicht vor, aber in Oberitalien ?
Aber das ist nun ja schon eine "andere Geschichte"...
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