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Alt 10.04.2010, 21:56
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Standard Volkskundliche Beobachtungen Oberösterreich, Salzkammergut, Salzburg 1807

Hier ein interessanter Text einer Reisebeschreibung (Volkskunde war zu dieser Zeit noch nicht als Wissenschaft etabliert) durch das Salzkammergut im Jahr 1807.

Der Text ist in mehrfacher Hinsicht sehr interessant, da er volkskundliche, soziale und gesellschaftliche und zudem sehr interessante industrielle Beobachtungen (Bergbau, Landwirtschaft etc) bringt. Es sind vermutlich für viele Leser des Forums interessante Aspekte dabei.

Der vorliegende Textauszug stammt aus dem Buch "Reise von Böhmisch-Krumau durch das Oberennsische Salzkammergut nach Salzburg und Berchtesgaden", Prag 1809 und wurde eben als Auszug 1913 gedruckt bzw mit kleinen Erläuterungen versehen.
Volkskundliche Beobachtungen auf einer Reise durch den Böhmerwald, Oberösterreich, das Salzkammergut und Salzburg im Jahre 1807.
Mitgeteilt von Josef Blau, Freihöls.

Der Prager Beamte Dr. J. Eduard Mader unternahm 1807, um „auf einige Zeit den städtischen Kerkermauern zu entfliehen und Erhohlung im Schoose schöner Gebirgsnatur zu finden", obengenannte Reise. Er beschrieb sie in einem zwei Jahre später erschienenen Buche, („Reise von Böhmisch-Krumau durch das Oberennsische Salzkammergut nach Salzburg und Berchtesgaden." Prag 1809, Selbstverlag.) von dem ich kürzlich ein Exemplar in der Böhmischen Landesbibliothek aufgefunden habe. Das Buch ist reich an Beobachtungen in volkskundlicher, landwirtschaftlicher, industrieller und sozialer Hinsicht. Der Reisende, ein höherer Beamter von Josefinischer Schulung, nimmt besonderen Anteil an volkswirtschaftlichen Dingen und vergleicht häufig das Gesehene mit den Zuständen in Böhmen. Da vieles davon für die Kenntnis und Würdigung der heutigen Zustände von Bedeutung, dieser Inhalt aber schwer zugänglich ist, teile ich das in den Interessenkreis unserer Zeitschrift Fallende im nachfolgenden mit:

Hausbau. Hohenfurt, Böhmerwald. (S. 3.)

Der Markt ist äußerst uneben, seine Häuser sind auf östreichische Art mit breiten, weit vorstehenden Giebeln gebaut und mit losen, durch Steine beschwerten Schindeln und Dachbrettern gedeckt. Sein Äußeres verrät wenig Wohlstand und trügt hierin nicht, da ein dürftiger Feldbau, Flachsspinnerei, Fuhrwerk und wöchentliche Viehmärkte seine Bewohner nur karg ernähren.

Hausbau. Von Linz nach Gmunden. (S. 31.)

Von Zeit zu Zeit stießen wir auf einzelne Bauernhöfe, die so wie die Dörfer, welche aber hier nach Oberennsischer Sitte schon selten werden, von gebrannten Ziegeln, ohne Anwurf, durchaus ein Stockwerk über das Erdgeschoß gebaut, ungemein reinlich im Innern und mit Bequemlichkeiten des Lebens versehen sind, welche der Slave in den östreichischen Staaten nicht kennt, der höchstens Luxus in Speise und Trank, und allenfalls in der Kleidung treibt.

Arrondierung und Gemenglage der Gründe. (S. 36.)

Die Bauern, umgeben von ihren Gründen, die der böhmische, in großen Dörfern lebende Bauer oft stundenweit in 3—4 verschiedenen Fluren zwischen obrigkeitlichen und Pfarrfeldern zerstreut suchen muß — und getrennt vom Umgang mit andern, verwenden die Zeit, welche jene auf dem Wege von einem Grundstücke zum andern oder gar in der Schenke zubringen, auf die Kultur des ihre Mühe lohnenden Bodens. So bleiben sie unbekannt mit vielen Lastern, die bei den häufigen Zusammenkünften und Zechgelagen in den Dörfern nach und nach oft ganze Gemeinden anstecken, erhalten das kraftvolle Gepräge ihrer Vorfahren und stellen uns oft das ehrwürdige Bild der alten Patriarchen auf.

Wohlhabenheit; Volksnahrung. (S. 31.)

Die Bauern sind hier im Landel sehr wohlhabend und Sonntags sieht man sie größtenteils in sauberen Kaleschen zur Kirche fahren; aber noch viel reicher sind sie im Traunviertel, um Lambach, Kremsmünster und Steyer. Man erzählte mir von einem Bauer in der Nähe dieses letzten Ortes, der nach und nach sieben Bauerhöfe zur Versorgung seiner zahlreichen Familie angekauft hat und seines Reichtums und seiner Biederkeit wegen wie ein Patriarch in der Gegend umher verehrt wird.

Das Gesinde wird in der Kost ungemein gut gehalten, obschon sie dabei die heterogensten Dinge zusammen mischen: Milchsuppe, Mehlklöße mit Sauerkraut, Schweinfleisch oder Speck und Most, der hier, da alle Felder mit Mostobstbäumen wenigstens eingefaßt oder gar reihenweise bepflanzt sind, sehr häufig bereitet und genossen wird. Er schmeckt wie ein saurer Gebirgswein, hat hier mit dem Biere fast gleichen Preis, erfordert aber einen starken Magen und veranlaßt, wie man hier behauptet, bey Ausländern häufig flechtenartige Hautausschläge . . . Schweinfleisch und Speck ist ein Hauptleckerbissen der Oberöstreicher, daher man im ganzen Mühl- und Hausviertel und im Traunviertel bis an das Salzkammergut und die hohen Grenzgebirge sehr zahlreiche Schweinherden antrifft.

Volkstracht um Wels. (S. 39.)

Nie sah ich so viele Schönheiten aus dem Bauer- und Bürgerstande versammelt als auf dem Welser Jahrmarkte, den wir auf unserer Rückreise von Salzburg in seiner vollen Blüthe trafen. Aber freylich trug der vortheilhafte oberöstreichische Bauernanzug nicht wenig dazu bey. Ein reizender weißer Filzhut mit niedrigem Gupfe und breiten, inwendig schwarzen Dache, an einem losen seidenen Bande, das um den Busen flattert, bildet auch ein mittelmäßiges Gesichte schön. Das braune oder schwarze, dicht anschließende Korsett, mit zwey aufgeschlagenen Falten an den Hüften, setzt einen nymphenhaften Wuchs ins beste Licht, und die zierlichen Leibchen, welche die hiesigen Landmädchen tragen, zeigen ihren vollen, blühenden Busen in seiner natürlichen Gestalt und erhalten ihn darin. Die kurzen schwarzen Röcke — die Mädchen im Donauthale trugen sie so kurz, daß diese Tracht durch ein Gesetz mußte verbothen werden (Verord. v. 1. May 1753 u. 16. Jänner 1756) — bilden keine solchen Räder, wie bey den böhmischen Bauerndirnen und ihre lichtblauen Strümpfe und feinen Schuhe ohne Absätze kleiden ihre Füße ungleich besser.

Die Tracht der Männer ist nach den einzelnen Gegenden sehr verschieden. Hier im Landl gleicht sie der Kleidungsart im Kammergute fast ganz, nur daß die Männer hier durchgehende lichtblaue Strümpfe, statt der Schnürstiefel meistens Bänderschuhe und schwarze oder wenigstens sehr dunkle Röcke mit weißen Metallknöpfen tragen, überhaupt sich hier niedlicher und selbst luxuriöser kleiden als dort.

Volkstracht im Salzkammergut. (S. 70.)

Wenn man die schroffen Wände des Traunsteins aus dem Kahne von unten ansieht, so begreift man nicht, wie ein Mensch da herabkommen soll, zumal mit den plumpen, fingerdick besohlten und ganz mit eisernen Nägeln beschlagenen Schuhen, die man hier zu Lande trägt, und ohne Steigeisen, deren sich die hiesigen Führer nur auf dem Schnee- oder Keesboden bedienen . . .

Ein grüner Filzhut mit breiter Krempe, der Kopf und Schultern gegen Sonne und Regen schützt, eine kurze Jacke von grauem Kalmuk, ein warmer, abgenähter Brustfleck, wie man sie hier allgemein statt der Weste trägt, Beinkleider von schwarzer Gemshaut (hier zu 8 fl.), ein paar juchtene Schnürstiefel, mit eisernen, breitköpfigen Nägeln ringsum beschlagen und so nach dem Fuße gemacht, daß man sie nicht zu wechseln braucht, einen ledernen Gürtel. Diese Gürtel machen einen Hauptluxus bey der hiesigen Männertracht aus ; und ein schön gestickter und ausgenähter kostet oft 30—40 Gulden.

(In Gmunden, sonntags.) . . . vertrieb mir die Morgenstunde damit, die festlich geschmückten Stadtleute zur Kirche und die niedlich gekleideten Bauermädchen mit ihren reinlichen Körben und weiß und grün lakierten Kufen (Schaffeln, Ampern) auf dem Kopfe, in denen sie Obst und Grünzeug trugen, zu Markte ziehen zu sehen. Es ist ein erfreulicher Anblick für einen Böhmen, die schönen freundlichen Gesichter, die niedliche, passende Kleidung, die reinlichen Gerätschaften dieser Leute zu sehen!

Die Arbeiter in den Sudhäusern zu Ebensee. (S. 85, 87.)

Alle zwey Stunden wird das am Boden und auf der Oberfläche kristallisierte Salz mit hölzernen Krücken, deren Stiele über die ganze Breite des Kessels reichen, herausgezogen und auf die Salzdörre gebracht, wo die Hitze noch unerträglicher ist als beim Kessel, weil man sie viel mehr konzentrirt und den Zutritt der freyen Luft abhält.

Mir war es unmöglich, über zwey Minuten in dem beißenden und brennenden Dunste auszuhalten, in dem die unglücklichen Arbeiter jedesmal eine halbe Stunde lang Wache halten müssen.

Diese Sudhäuser bieten zugleich das empörendste Schauspiel menschlichen Elends und menschlicher Verworfenheit dar. Gleich beim Eintritte sahen wir uns von einem Heere bleicher, hohlwangiger, leichenähnlicher Menschen umringt, die uns von allen Seiten stießen und zupften und stumm mit flehentlichen Geberden um ein Almosen baten. Ich ward in einer Geschwindigkeit einen Sack voll kleiner Münze los und konnte doch nur den kleinsten Teil dieser Unglücklichen befriedigen, bis ich endlich auf den Rat des Sudmeisters, der uns umherführte, in jedem dieser Gemächer einem ein paar Sechser gab und die andern alle an ihn anwies. Diese Menschen, die fast ganz nackt arbeiten und in Wachen zu sechs Stunden einander ablösen, vegetiren, da die Sudarbeit Tag und Nacht fortdauert, — es werden denn die dem Feuer am meisten ausgesetzten Stellen des Kessels ausgebessert, was gewöhnlich alle halbe Jahre geschieht, oder es wird etwa der von Zeit zu Zeit sich ansetzende Pfannenstein weggenommen, — vegetiren, sage ich, die Hälfte ihrer Lebenszeit in einem ihre Gesundheit, ihre Seelenkräfte und ihren Frohsinn zerstöhrenden Elemente.

Der Lohn für dieses große Opfer ist ein Gehalt von 8, 10, 12, 15, höchstens 18 Kreutzern täglich. Die erste Klasse, die von 8—10 kr. täglich ihre Lebensbedürfnisse befriedigen soll, ist bey weitem die zahlreichste und es würde diesen Unglücklichen geradezu unmöglich seyn, ihr elendes Leben zu tristen, wenn sie nicht ein Deputat an Salz, Korn und Schmalz erhielten. Das erstere wird ihnen unentgeltlich gereicht, u. zw. 12 Pfund jährlich für den Kopf, selbst für jedes Kind vom Tage der Geburt. An Korn, den Metzen zu 1 fl. 22 kr. 2 pf. erhalten die Männer 8, die Weiber 5, die Kinder 2 ½ Metzen im Jahre, zu welchem Behufe das Ärarium 70—80.000 Metzen Korn jährlich aus dem Linzer Magazine in das Salzkammergut schafft; endlich Schmalz, das Pfund zu 11 kr., bekommen jedoch nur die Männer zu einem halben und zu einem ganzen Pfunde die Woche nach Verhältnis ihres Verdienstes.

Zwar steht diese Wohltat der Kammer mit ihrem Gewinnste in keinem Verhältnisse, da sie die Tonne Salz, die sie an Ort und Stelle auf 24—30 kr. zu stehen kommt, um 11 fl. 40 kr. verkauft; aber verbunden mit der Anhänglichkeit an den heimischen Boden, — mächtig in jedem Gebirgslande, und hier noch überdies durch eine gänzliche Unbekanntschaft mit der übrigen Welt und durch einen hohen Grad von Stupidität unterstützt — verbunden mit der Befreyung vom Militärstande, welche die elende Leibesbeschaffenheit bey den meisten Individuen erzwingt, in Rücksicht der Tauglichen aber bereits starke Ausnahmen gelitten hat, fesselt sie den elenden Bewohner des Kammergutes und macht ihm seine drückende Lage erträglich, ja sogar werth, ihm, der sein Loos zu verbessern, nur einige Meilen weit ins flache Land auswandern dürfte, wo man arbeitende Hände so sehr sucht und so theuer bezahlt.

Das erträglichste Schicksal haben noch die Schiffleute und Jäger, ein traurigeres die Bergleute und Holzknechte, das elendeste die Sud- und Hüttenarbeiter.

Hausbau in Ebensee. (S. 96,)

Ebensee hat viele hübsche steinerne Häuser, besonders an der Landstraße nach Ischl, alle mit Dachbrettern gedeckt, die man hier ihrer Wohlfeilheit und Dauerhaftigkeit wegen den Schindeln vorzieht. In einem dieser Häuser sahen wir einen Dachstuhl nach polnischer Art, d. i. aus dünnen Sparren, wie ein spitziges, gothisches Gewölbe gebildet, ohne Querbäume und Widerlagen, der viel leichter ist, viel weniger Holz kostet und einen geräumigem Boden zur Aufbewahrung der Vorräte gewährt als ein gewöhnlicher Dachstuhl.

Strohhüte in Ischl. (S. 106.)

Hier zu Ischl sah ich die ersten künstlich durchbrochenen schwarzen Strohhüte, die ein feines weißes Gesichte so reizend machen und die hier nur von den wohlhabendem Bürgersmädchen, im Salzburgischen aber allgemein, selbst von Männern getragen werden.

Frauenhüte in der Kirche zu Goisern. (S. 111.)

. . . die Mädchen, die mit ihren großen, weißen Hüten auf dem Kopfe im Gotteshause einen sonderbaren Anblick bildeten . . .
Man hat diese unanständige Sitte schon mehrmal, besonders zu Stadt Steyer mit Gewalt abstellen wollen, aber vergebens! Geldstrafen wirkten noch am meisten. Dem-ungeachtet behalten die Weiber in ganz Oberöstreich noch itzt diese Deckeln während dem Gottesdienste auf dem Kopfe.

Auf dem Schießhause in Hallstadt. (S. 120.)

Hier wähnte ich mich auf einmal nach Tyrol oder in die Schweizer Alpen versetzt. Ein paar hundert Bauern und Salzarbeiter, alle wie Jäger gekleidet, mit grünen Wämsern, Hüten und Strümpfen, schossen mit einem Enthusiasmus in die Scheibe, jubelten mit einer wilden Freude, wenn sich einer ausgezeichnet hatte, die uns phlegmatischen Bewohner der Ebene völlig fremd sind, während der künstliche Donner an den himmelhohen Felswänden des Thales, in dem das Schießhaus steht, fürchterlich wiederhallte. Das Scheibenschießen ist aber auch in diesem öden und von der übrigen Welt so ganz abgeschnittenen Winkel der Erde nicht bloß für den gemeinen Mann, sondern auch für den Salinenbeamten das höchste und einzige Vergnügen. Um dieses Genusses willen scheut der erstere weder die Beschwerden und Gefahren eines Gebirgsweges von fünf, sechs und mehr Stunden, noch das Ungemach der Witterung an dem einzigen Ruhetage, der ihm von der harten Wochenarbeit übrig bleibt.

So hatten wir heute im stärksten Platzregen zwey Barken mit Scharfschützen auf dem See begegnet, die unter lautem Jubel und einer sonderbaren Janitscbarenmusik von Schalmeyen, Trommeln und Pauken vom Scheibenschießen heimkehrten.

Wird einmal eine Hirsch- oder Gemsjagd in diesen Gebirgen gehalten, wovon man die ersteren gewöhnlich in einen See zu sprengen und darin zu schießen pflegt, so ist dies ein Fest für die ganze Nachbarschaft, bey welchem ein jeder bereit ist, sein Leben oder seine gesunden Glieder auf diesen Himmelszinnen, in diesen Steinklüften aufs Spiel zu setzen, um des Triumphes theilhaftig zu werden, einen Acht- oder Zehnender zu fällen.

Die Almen im Salzkammergut, Salzburg und Berchtesgaden. (S. 141.)

Die Alben, Sennhütten, Kasen gleichen einander sowohl dem äußeren Ansehen als der inneren Einrichtung nach so sehr, daß eine kleine Beschreibung dieser unserer Herberge hier nicht am unrechten Orte stehen dürfte, um öftere Wiederholungen zu vermeiden. Neben einem großen, umzäunten Weideplatze steht eine meist aus unbehauenen Baumstämmen zusammengesetzte, mit losen Schindeln gedeckte und mit Steinen beschwerte Hütte ohne Fenster. Die Tür ist so niedrig, daß auch der kleinste Mensch sich beugen muß, um hineinzukommen, und sie dient zugleich für den in der Stube angebrachten Herd zum Schornstein. Das Innere besteht aus einer kleinen Stube, in der eine Bank, ein paar Stühle, einige Töpfe, hölzerne Teller, Schüsseln und Löffel und ein großer eiserner Wasserkessel, unter dem beständig Feuer unterhalten wird — das ganze über meine Erwartung reinliche Geräte ausmachen — aus einem Stall, in dem das Vieh gemolken und in kalten Nächten eingestellt wird, und aus einem Milchkeller.

In jeder solchen Alpe oder Alben (Alm) wohnt in der Regel eine Alpenmagd ganz allein. Man nennt sie hier sowie auch in Salzburg und Berchtesgaden Sendinnen oder auch schlechtweg Menscher; im Lande unter der Enns und auf den Steyrischen Alpen aber Schwoagerinnen.

Ein Rock, der kaum bis an die Wade reicht, ein Brustlatz (Leibchen), ein Hemd mit langen Ärmeln und wie ein Männerhemd am Halse zugeknöpft und ein weißer Filzhut oder ein gelber Strohhut sind ihr Anzug — Milch, Butter, Käse, Haber- oder Kornbrod, wo jedoch die Kleyen nicht ausgeschieden werden, und nur selten Erdäpfel durch die Sommermonden ihre einzige Nahrung. Denn die hiesigen Älpler essen weder so reichlich, noch so substantiös als die Steyermärker und Salzburger, bey denen vier bis fünf Mahlzeiten von gekochten Speisen was gewöhnliches sind.

Probenächte, Fensterln. (S. 144.)

. . . das arme Mädchen (eine Sennerin) hatte einen Fehltritt begangen („sie hat eingebüßt"), denn die Einsamkeit und Geschäftslosigkeit, in der diese arglosen Geschöpfe mehr als die Hälfte ihres Lebens zubringen und die vom Schneeberge in Unteröstreich bis an den Großglockner durch alle östreichischen Hochgebirge herrschende Mode der Probenächte so sehr entschuldigt, daß man die Selbstbeherrschung oder die Klugheit dieser rohen Kinder der Natur billig bewundern muß, welche die schädlichen Folgen davon gewöhnlich zu vermeiden wissen. — Man nennt diesen Mißbrauch in der Schweiz bekanntlich den Kiltgang, in Salzburg, Berchtesgaden und Tirol das Gassel- oder Fensterlgehen ; ein Mißbrauch, der so in der Natur der Gebirgsbewohner zu liegen scheint, daß man ihn auch im böhmischen Riesengebirge kennt, dessen Beschaffenheit und Sitten doch so sehr von denen der östreichischen Alpen abweichen. Ja, man findet ihn im flachen Lande in Böhmen unter den Czechen fast allgemein unter der treffenden Benennung : „žebrácká noc“ (wörtlich übersetzt: „Die Bettelnacht“, von betteln abgeleitet)

Volkskunst: Das Dudeln. (S. 145.)

Für die genossene Milch und Butterbrot wollte unsere Sendin durchaus nichts annehmen und als ich ihr einige Groschen dafür aufdrang und wir einige paar hundert Schritte von der Hütte entfernt waren, überraschte uns eine noch nie gehörte Musik : das „Dudeln". Die Alpenmagd steckt nämlich die Finger in den Mund und bläst so mit einem Tone, der dem Klange einer Pansflöte ähnelt, ganze Stücke, meistens Ländler, mit vieler Fertigkeit, deren in den Gebirgen und Wäldern vervielfachtes Echo auf den Wanderer einen angenehmen, mit der großen und romantischen Gebirgsnatur, die ihn umgibt, so harmonierenden Eindruck macht.

Das Jodeln. (Zitat a. d. „Halleiner Bothen", I. H. S. 107.)

(Berchtesgadner Alben.) „Ein freundlicher Abschiedsruf der Sendinnen, der in einer ganz eigenen Art von hochtönendem Gegurgel besteht, und womit sie den fortwallenden Fremden bis in die Ferne begleiten, belohnt diese für die Mühe des Bergansteigens."
Zäune; Landwirtschaft; die Abtenauer; Tracht. (Pongau.) S. 155.
Das Pfleggericht Abbtenau besteht aus ein paar fruchtbaren und waldreichen Gebirgstälern. Die Gegenden bekommen hier sozusagen eine ganz andere Physiognomie. Lauter sorgfältig, aber mit großer Holzverschwendung eingezäunte Kornfelder und Wiesen, von kleinen Laubwäldern umsäumt und von der kleinen, aber im Früjahre und Herbste furchtbaren Lammer bewässert . . .

Die Landleute waren gerade mit der Haberfechsung und mit der Nachmahd (Grummet) beschäftigt. Den Haber banden sie in sehr dünne Garben, die sie senkrecht, je zehn zusammen, stellten, vermutlich zur leichteren Absonderung des geistlichen und weltlichen Zehents, der hier allgemein üblich ist. Die Bohnen rauft man hier grün aus und läßt sie so wie den zum Heu bestimmten Brabanter Klee auf hölzernen Schragen in der Luft schwebend trocknen, was den Feldern von ferne fast das Ansehen von Hopfengärten gibt. Ein ähnliches Verfahren beobachtet man an der Gränze zwischen Steyermark und Kärnten. Andere Felder wurden gerade zur Wintersaat bearbeitet, und zwar mit dem Spaten, mit dem Salzburgs rastlose Bewohner nach der ersten Umackerung (dem sogenannten Stürzen) ihre Fluren gartenmäßig bearbeiten ; doch sah man nichts als Weiber damit beschäftigt.

Da wir einen Fußsteig längst der Lammer verfolgten, mußten wir alle Augenblicke über die hohen hölzernen Zäune wegklettern, zu welchem Behufe zu beiden Seiten eine Art Leiter angebracht ist, die man bey nassem Wetter wirklich mit Lebensgefahr auf und absteigt.(Vergl. Die Abbildung eines solchen „Stiegls“ in unserer Zeitschrift IV, S. 280, bei der Arbeit von M. Eysn: Hag und Zaun im Herzogtum Salzburg)

Die Menschen, ein großer und starker Menschenschlag, gehen hier auf Tyroler Art gekleidet, mit groben braunen Wämsern (Schauben), schwarzen Brustflecken und Beinkleidern, die von den Weichen angefangen nur bis an die Knie reichen, welche bloß bleiben. Dieser Zuschnitt ist zum Klettern notwendig.

Ihre Roheit und Grobheit scheint im Salzburger Ländchen zum Sprüchwort geworden zu seyn, denn ich hörte mehrmal den Ausdruk: „Du biß halt a grober Abbtnauer."

Demungeachtet werden sie wegen ihrer Häuslichkeit und ihres ausdauernden Fleißes bei den härtesten Arbeiten auch in anderen Gegenden als Dienstboten sehr gesucht und geschätzt. In der Aufklärung sind sie aber gegen die Salzburger des flachen Landes noch weit zurück und Habsucht soll in ihren Handlungen nicht zu verkennen seyn.

Die Weiber, meist von kleinem Schlage, flachbusigt, mit häßlichen oder wenigstens ausdruckslosen Gesichtern, unterscheidet sich in ihrer Tracht wenig von den Östreicherinnen. Nur tragen sie hier wie in allen Gegenden Salzburgs, die ich durchwanderte, lichtblaue Strümpfe, schwarzseidene Busentücher, durch einen silbernen oder beinernen Ring gezogen und in den Städten oder Märkten Pelzmützen wie unsere Bräuer, oder kleine goldene und silberne Häubchen, die kaum das Hinterhaupt bedecken und auch ein wirklich schönes Gesicht verunstalten. Erst in Golling und Hallein sah ich wieder solche schwarze durchbrochene Strohhüte, die ich im Kammergute so sehr bewundert hatte.

Hausbau in Salzburg. (S. 191.)

Auffallender (als das Vorhandensein so vieler Klöster) ist es, daß man hier so wenige Spuren von der geschmacklosen Gothischen Bauart findet, sondern die meisten Gebäude im edelsten italienischen Geschmacke prunken. Sie sind durchgehends vier bis fünf Stockwerke hoch, welche oft unter mehrere Eigenthümer vertheilt sind, wie bey uns die jüdischen Theilhäuser. Diese tragen dann die Lasten des Hauses gemeinschaftlich, aber freylich werden sie durch dieses Gemeineigenthum auch oft in Prozesse verwickelt. Dabey hat man bekanntlich die italienische Architektur so sklavisch nachgeahmt, daß man sogar unter den Thürmen der Domkirche nach Sizilianischer Manier Zisternen wider die Erdbeben angelegt hat!! . . . Die Häuser sind hier fast durchgehends mit Schindeln gedeckt und diese Schindeldächer gewähren, wenn man sie von oben, z. B. vom Mönchs oder vom Nonnberge herab betrachtet, einen sonderbaren Anblick, da sie aus vielen kleinen Dächern bestehen. Ziegeldächer sind hier etwas seltenes.

Gewerbe und Namen derselben in Salzburg. (S. 203.)

Unter den hiesigen Gewerben und Nahrungszweigen fielen mir, theils wegen ihrer sonderbaren Benennungen, die sich meistens auf Provinzialismen gründen, theils wegen des ins Lächerliche getriebenen Zunftzwanges, der daraus hervorleuchtet, und wegen der unaufhörlichen Kollisionen, welche diese unendliche Unterabtheilung fortwährend nothwendig veranlassen muß, folgende vorzüglich auf:

Die Klufenfabrik zu Hallein (Stecknadeln),
eine Bettenhandlung (Rosenkränze),
zwey Buchführereyen oder Schreibmaterialienhandlungen und besonders wieder eine Papierhandlung,

zehn bürgerliche Fragner, die Käsestecher und zugleich Vorkäufler sind; doch verbindet man mit dieser Benennung nicht den widrigen Begriff wie bey uns; sondern nennt, wie es scheint, alle Kleinhändler so, denn man zählt zu den Vorkäuflern: Getreide-, Holz-, Tabak-, Salz-, Viktualien-, Obsthändler u. dergl.

1 bürgerlicher Stadtkoch und 1 Garkoch; nebst 19 Fleischhakern noch 3 Kuttelwäscher oder Sudelköche, 1 Ringelschmied, 3 Schopper, 2 bürgerliche Fischwässerer, 3 Gropper; diese scheinen ungefähr das zu seyn, was man zu Wien und Prag Güterbestätter nennt, gleichsam Zubringer und Faktoren der Fuhrleute, 8 bürgerliche Zugwerker, 3 Faßzieher, 1 Wagenhüter, 4 Sakträger, dann Scheerenfänger, Kränzelbinder, Heugabelmacher, Pechbrocker, Todtenansager, Todtensinger, Pechler, Mehlbler (Mehlhändler), Hühnerträger (Viktualienhändler). Schroll heißt hier ein Handlanger im Bräuhause.

Unter die Künstler werden hier auch die Musikanten und Gärtner gerechnet, welche sonst Hofbefreyung genossen. Die Müller sind zugleich Schwarzbäcker sowie die Bäcker zugleich Griesler oder Mehlbler sind und also auch Mehl und dürre Gemüse verkaufen dürfen.

Ramsauer und Berchtesgadner. (S. 262.)

Hier (in der Ramsau) findet man noch die größte Originalität und Einfalt der Sitten, die wohlgebildetsten und stärksten unter den Berchtesgadnern. — Die Ursache dieses Abstandes der Rambsauer von ihren übrigen Landsleuten liegt in ihrer verschiedenen Lebensart. Während jene bey einem wiewohl dürftigen Landbaue und der Alpenwirtschaft, die hier mit besonderem Erfolge betrieben wird, die stärkende Gebirgsluft, das kristallhelle Trinkwasser, den aromatischen Kräuterduft genießen und sich mit kräftigen, meist übermäßig geschmalzenen Mehlspeisen und dem beliebten Ramkoche nähren, sind jene jahraus jahrein in ihren niedrigen, feuchten, vom Dunste des Leims und der Farben zu den Holzwaren verpesteten Hütten eingekerkert und darben bei Wassersuppe, Haberbrod und Erdäpfeln in dem fürchterlichsten Schmuze und Unreinlichkeit. Rahmkoch und Tyroler Kronowettbrandwein sind die Leckerbissen des Berchtesgadners.

Am Königssee: Votivtafeln, Seejagden, Holzsturz. (S. 266, 282.)

Keinen Weg hatte ich noch so reichlich mit Votivtafeln besetzt gefunden, als diesen; und nirgends stürben wohl, wenn man denselben unbedingten Glauben beimessen wollte, auf einem gleich großen Flecke der Erde so viele Menschen eines gewaltsamen Todes als hier. Doch waren sonderbar genug die darauf verewigten Unglücksfälle meistens alt, wenigstens aus der ersten Hälfte des letztverflossenen Jahrhunderts. Auch bezeichnen sie keineswegs immer eine diesen wilden Alpen eigene Katastrophe als z. B. den Niedergang einer Schneelehne oder einen Wolkenbruch oder Seesturm, sondern, wie unser unterrichteter Führer versicherte, sehr oft den Fall eines Trunkenen, der vom fröhlichen Gelage, oder eines jungen Hirten, der von den wollüstigen Genüssen des nächtlichen Gasselgehens berauscht, nach Hause taumelte und von der jähen Bergwand in den nahen Abgrund stürzte oder im See ein nasses Grab fand. Zumal als die Korridons von Berchtesgaden ihren Stolz darein setzen, recht viele Gefahren auf den nächtlichen Wanderungen zur Dame ihres Herzens zu bestehen; auch oft, wenn zwey Rivalen sich treffen, blutige Schlachten geliefert werden. Andere Votivtafeln verewigen als ein augenscheinliches Wunder, wenn der Abentheurer bei einer solchen Gelegenheit bloß mit einer blutrünstigen Nase oder mit einem zerschmetterten Arme wegkam, oder der Seesturm sich noch zu rechter Zeit legte.

Auf diesem See gab man drey Wochen später Seiner Majestät dem Kaiser die herrlichen Schauspiele des Holztriftens und einer Seejagd.

Die Hirsche und Gemsen werden bei dieser letzteren durch Treiber und Hunde von den Felswänden herab in den See gesprengt, daselbst von einer Menge Gondeln auf die Jagd, in der sich die hohen Gäste befinden, zugetrieben und mit Kugelröhren gefällt . . .

Beim Holzsturze dagegen werden die auf den Gipfeln der Berge gefällten Stämme durch einen oben in tiefen Behältern — einer Art Kastenschleusen — die man dann plötzlich öffnet, gesammelten Wasservorrat in den See hinabgeschwemmt oder von Menschen hinabgestürzt . . .

Berchtesgaden: Eine Sammlung von Hausindustrie-Erzeugnissen.

(Unser Buch fehlt in dem sonst sehr reichhaltigen Verzeichnisse der einschlägigen Schriften, welches Dr. August Hartmann in seiner „Geschichte der Berchtesgadner Schnitzerei“ (Volkskunst und Volkskunde, I. Jahrgang, München 1903) mitteilt.)

Wir besahen noch des verstorbenen Grafen Berghem, eines hiesigen Kapitulars, in ihrer Art einzige Sammlung aller Gattungen Berchtesgadener Waaren und Kunststücke. Unter ihnen zogen das vortrefflich gearbeitete Modell des Bergwerks, ein paar elfenbeinerne Blumenstöckchen, an denen jede Blüthe einen andern Inhalt hatte, z, B. ein Schachspiel, Kücheneinrichtung u. dergl. — hundert genau ineinander passende hölzerne Becher, welche zusammen die Größe einer welschen Nuß hatten, ein paar Spieltische, welche der menschlichen Erfindsamkeit Ehre machen und einige elfenbeinerne Statuen von Heiligen meine Aufmerksamkeit auf sich. Der Christus am Kreuze, den ich hier fand, würde bei der Richtigkeit der Zeichnung, bei der glücklichen und fleißigen Ausführung, bei dem Ausdrucke des tiefsten Schmerzens und der gänzlichen Ergebung an einem andern Orte gewiß als ein Meisterstück gesucht werden. Der Leichnam daneben, im Zeitpunkte der halb vollendeten Verwesung, hat fürchterliche Wahrheit . . . Der geschickteste unter den hiesigen, jetzt lebenden Kunstarbeitern ist Andrä Mezenleidener. Er wurde auf landesfürstliche Kosten gebildet — und verfertigt aus Bein, Holz und Metall sehr gute chirurgische Instrumente, unter andern den neuesten Entbindungsapparat und sowohl aus diesen Stoffen, als auch aus Alabaster, Wachs und Serpentinstein anatomische Präparate, Figuren und Spielzeug.

Schade, daß diese schöne und vollständige Sammlung, die der edle Sammler zugleich zur Unterstützung, zum Schutze der armen Drechsler und Schnitzer gegn den Druck unbarmherziger Verleger anwendete, nun vereinzelt und zerrissen werden wird. Denn bei dem herabgesunkenen Wohlstande dieses Ländchens dürfte sich hier wohl kein Käufer auf das ganze, nur für einen Berchtesgadner interessante Kabinet finden. (Heute fände diese Sammlung wohl viel ausgebreiteteres Interesse. Was ist aus ihr geworden ?)

Die Berchtesgadner Hausindustrie. (S. 302.)

Noch besuchten wir Wallners Niederlage des verkäuflichen Berchtesgadner Kunstfleißes. Diese Verleger sind der Ruin der Bevölkerung und der Vervollkommnung der Kunst. Denn, indem sie den Arbeitern die Spielwaaren um einen Preis abdringen, der sie gerade nur vor dem Hungertode schützt und sie noch an dem Materiale und an den Lebensmitteln, die sie ihnen vorstrecken, aufs Unbarmherzigste bewuchern, kurz alle die schädlichen Kunstgriffe anwenden, deren sich unsere Garnhändler und Leinwandverleger bedienen, um der leidenden Menschheit das Mark auszusaugen, — zwingen sie dieselben, so schleuderisch als möglich zu arbeiten. Und daher mag es wohl hauptsächlich kommen, daß man in den Produkten ihres Fleißes viel Manchfaltigkeit, viel Erfindungsgabe, aber wenig Genauigkeit und Akuratesse findet.

So wie in unserem Kammergute dem Salinenarbeiter das härteste Loos geworden ist, so schmachtet hier am meisten der fleißige Holzarbeiter, der bei der größten Anstrengung, bei der offenbarsten Verkürzung seines Lebens nicht im Stande ist, sich nur den armseligen Wohlstand seines Nachbars, des Berchtesgadner Bauers zu verschaffen. Der kleinlichste und verderblichste Zunftzwang, kraft welchem z. B. der Schachtelmacher keine Schachteln mahlen oder keine Kufen (Schaffeln) machen darf und der unbarmherzige Druck der Verleger richten diese unglückliche Menschenklasse zu Grunde.

Im Wirtshaus zu Landhaag a./D. (S. 368.)

Die Stube war voll Schiffleute, welche, da der Strom heut sehr stürmisch war, Wind feyerten und das ganze Wochenverdienst in Bier und Brandwein ersäuften. Über jedem Tische hing ein anderes Zunftzeichen, was ich schon in mehreren Oberennsischen und Salzburgischen Wirtshäusern bemerkt hatte; hier ein niedliches Schiffchen, dort ein Stiefel, eine Schere u. s. w.

Im Böhmerwald: Glöckelberg, Behausungen, Mundart. (S. 380.)

Die Dörfer dieser Gegend sind armselig, Holz und Leim die einzigen Baumaterialien, das Innere der Hütten ebenso finster, dumpfig und unreinlich als die Sprache ihrer Bewohner rauh und unverständlich. Eine Sammlung von Provinzialismen würde unstreitig in diesen böhmischen Grenzgegenden noch viel reicher ausfallen als in Österreich, da die Mundart hier von Dorfe zu Dorfe wechselt.

Quelle: Zeitschrift für Österreichische Volkskunde, XIX. Jahrgang 1913, S. 36 - 44.

Wolfgang (SAGEN.at)
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