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  #11  
Alt 19.06.2006, 17:49
Huber Huber ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Nach längerer Zeit komme ich auch mal wieder dazu, hier zu stöbern und kann günstigerweise gleich einen nahezu "sagenhaften" Beitrag zum Bärenthema liefern, die mir heute den Arbeitsanreiseweg angenehm verkürzt hat.

Entnommen der Gratis-Zeitschrift "Heute" vom 19. Juni, bei denen wohl auch die Copyrights liegen.

"Bruno machte Stadtbummel"
"Rauchen kann gefährlich sein, das ist einem Bewohner von Kochel am See am Wochenende schlagartig bewusst geworden. Der Mann war für eine Zigarette vor die Tür gegangen, als ihm unser haariger Freund Bruno mit zwei Metern Lebendgröße plötzlich gegenüberstand. "Der Mann hat wild schreiend die Flucht ergriffen", erklärte das bayrische Umweltministerium.
Und auch ein Café-Besucher wird an einen Scherz geglaubt haben, als er entsetzt beobachtete, wie Bruno um ein Uhr nachts direkt vor dem Lokal auf und ab lief. Auf seiner Tourr plünderte der Koloss auch einen Bienenstock, "erlegte" Hasen und ein Meerschweinchen."
(...)

Ach ja und übrigens, im gleichen Artikel ist zu lesen
"Mittlerweile hat Bruno "Verstärkung" bekommen: In Weyregg (OÖ) wurde jetzt der in Oberösterreich beheimatete Braunbär Moritz gesichtet"
(...)

So, das war's aus Wien. Ich hoffe, keine irgendwie gearteten Rechte verletzt zu haben, da ich diesen Artikel textgenau zitierte.
Falls doch, dann bitte bitte, lieber Wolfgang, lösche meinen Beitrag und Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten.

LG
Erich
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  #12  
Alt 19.06.2006, 17:57
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Hallo Erich,

kein Problem wegen Urheberrecht, das sind ja saubere Zitate.

Recht interessant zum Thema JJ1 finde ich übrigens, dass es hier wohl für jeden, der in den Medien das Thema ein bischen verfolgt hat, um recht deutliche Stimmungsmache geht.

Was Du als Berichte mit "sagenhaftem Charakter" einstufst, scheinen nach meiner Einschätzung gezielte Berichte zu sein, dem Bären in der Öffentlichkeit schön langsam ein negatives Image zu verpassen.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #13  
Alt 20.06.2006, 09:14
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Wassermann Wassermann ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Wie wäre es denn, wenn wir mal ein paar alte Bärensagen zusammenstellen. Soweit ich mich dunkel erinnere ist der Bär dort nicht immer das böse Monster, sondern eher ein geheimnisvolles Wesen. Vielleicht hilft´s den Bären ein wenig.

Klaus
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  #14  
Alt 20.06.2006, 16:31
Huber Huber ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Zitat:
Was Du als Berichte mit "sagenhaftem Charakter" einstufst, scheinen nach meiner Einschätzung gezielte Berichte zu sein, dem Bären in der Öffentlichkeit schön langsam ein negatives Image zu verpassen.

Na ja, jeden Tag ein wenig anders. Ich habe mich heute eigens um eine dieser Zeitschriften bemüht, denn das Ganze geht tatsächlich weiter.

Heute zitiere ich nicht ausführlich, doch heute wurden die Jäger und die finnischen Bärenhunde lächerlich gemacht, der Einflug eines Kanadischen Bärenhunds mit dessen exakter bisherigen Aufspürquote angepriesen, und Freund Bruno als bayrisch-tiroler Volksheld abgefeiert.

Ich glaub, ich werd das jetzt ein wenig weiter verfolgen.

LG
Erich
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  #15  
Alt 20.06.2006, 18:15
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cerambyx cerambyx ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Hallo, Leute!
von wegen Presseberichten kann ich sagen, daß mir die Berichterstattung über Bruno ausgesprochen "moderat" erscheint. Als bei uns "Nurmi" die gleichen Probleme verursachte, titelte die Presse damals "Bär zieht Blutspur durch Oberösterreich" und "Furcht geht um im Lande ob der Enns" oder so ähnlich! ... und es hält sich hartnäckig das Gerücht, daß anschließend nicht nur EIN Bär dran glauben mußte, bis endlich Ruhe war im Blätter- und Bergwald .....
Dies war auch der Anlaß für den Einsatz von sogenannten "Bärenanwälten" die seitdem sowohl Schadensbegutachtung als auch Interessensausgleich und Presse(info)arbeit machen.
Ich glaube sogar ein Bedauern herauszuhören, daß Bruno's Schonzeit, in der er gefangen werden soll, abläuft - aber das kann natürlich auch gekonnte Dramaturgie sein ...
Wenn alles so stimmt, was er so treibt, dann ist er aber wirklich ein Sicherheitsrisiko und muß dann wohl oder übel abgeschossen werden.

Bleibt noch seine Mutter, die leider ihren Sprößlingen diesen Unsinn beibringt - wie dieses Problem gelöst wird, bleibt abzuwarten!

Liebe Grüße aus dem oberösterreichischen Steyrtal
bei Bärenhitze
Norbert
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  #16  
Alt 20.06.2006, 18:52
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Hallo Klaus,

Zitat:
Wie wäre es denn, wenn wir mal ein paar alte Bärensagen zusammenstellen
Der Bär kommt in den Alpen nicht nur in der Sage oder etwa im Brauchtum vor, sondern kann auch durch sehr viele volkskundliche Hinweise belegt werden.

Ich beziehe mich bei den folgenden Ausführungen auf den Artikel "Aus der Jagdgeschichte von St. Georgenberg-Fiecht" von P. Thomas Naupp OSB (Tiroler Heimatblätter 3/1988, S. 93 - 100).

Der Artikel ist auch insofern von größtem Interesse in Zusammenhang mit JJ1, da er genau jenes Gebiet behandelt, in dem sich JJ1 momentan (hoffentlich gesund) aufhält.

1906 wurden in der Tischoferhöhle bei Kufstein Knochen von Höhlenbären gefunden. Neben einer Reihe von anderen ausgestorbenen Tieren in der Region, sind hier im Karwendelgebirge unter anderen Elche, Wölfe, Luchse und vor allem der Steinbock ausgestorben.

Das am häufigsten vorkommende und auch größte Raubtier, das die Wälder des Karwendels durchstreifte, war der Bär. Stiftsjäger aus dem Karwendel und andere Jäger aus angrenzenden Jagdgebieten wie etwa dem Rofan spürten immer wieder Bären auf und erlegten sie. Das große Bärenvorkommen in den Bergen Tirols beweisen auch die vielen Wortverbindungen mit "Bär...", "Bärental", "Bärenbach" und die vielen Flurnamen, wie "Bärenbadalm", "Bärenkopf" in Pertisau, "Bärlahner" im Falzthurntal, "Bärenwand" in der Eng, "Bäralpe und Bärnsteig" in der Karwendel-Vereinsalpe, "Bäreck und Bärlöcher" im Bächental usw.

Der letzte Bär in Nordtirol wurde von Graf Konstantin von Thun und Hohenstein 1898 im Stallental geschossen.

Es wird überliefert, daß im 16. Jahrhundert im Achenseegebiet ungefähr 20 Bären erlegt wurden, 1834 noch einer in Steinberg. 1906 tauchte im Falzthurntal kurz ein prächtiges Exemplar auf. Holzarbeiter und Förster entdeckten seine Fährte im Schnee. Dannach wurde er nie wieder gesehen; er scheint Tirol wieder verlassen zu haben. In Südtirol wurde auf einer Treibjagd im Jahre 1900 im Sarntal ein Bär geschossen, am Reschen noch im Jahr 1912.

Zum Fang des Bären am 14. Mai 1898 durch Constantin Graf Thun am 14. Mai 1898 auf der "Lichtrast" am Fiechter Joch bedienten sich die Jäger einer perfiden Methode, die ich hier aber nicht wiedergebe, um den heutigen Bärenjägern keinen Tipp zu geben...

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #17  
Alt 20.06.2006, 20:45
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Wassermann Wassermann ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Bei uns gab durchaus nette Bären, die den Kontakt zu den Menschen suchten. Hier eine bärige Sage aus dem Schwarzwald:

Gallus im Harmersbacher Thal.
Vor Alters, als das Harmersbacher Thal noch eine Wildniß war, wohnte darin als Einsiedler der heilige Gallus. Seine Hütte stand an einem Brunnen und einem Dornbusch, aus dem manchmal ein wunderschöner Gesang ertönte. Eines Tages kam zu dem Heiligen ein Bär und hielt ihm seine Tatze hin, worin ein großer Dorn stack. Gallus zog diesen heraus, und nun führte ihn das dankbare Thier zu einem Felsen, wo er eine Menge wilden Honigs fand; auch wich es nicht mehr von seiner Seite, trug ihm Holz herbei und verrichtete sonstige Dienste. Nachdem der Andrang der Leute zu dem Heiligen sehr groß geworden war, zog er sich eine Stunde weiter in das Thal zurück, an den Ort, wo jetzt die ihm gewidmete Pfarrkirche von Oberharmersbach steht. Aber auch hier entging er dem Zulaufe nicht, daher er mit seinem Bären sich fort in die Schweiz begab, wo er nachmals das Kloster Sankt Gallen gründete. Ungeachtet seiner Entfernung pilgerten die Leute noch immer in das Thal zu seinen Hütten, und als auch sie den Gesang aus dem Dornbusche hörten, suchten sie daselbst nach und fanden ein hölzernes Standbild, welches die Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem linken Arme vorstellte. Sie erbauten dort eine Kapelle, und nachher ließ sich der Gesang nicht wieder hören. Statt der Kapelle steht jetzt auf dem Platze die Wallfahrtskirche Maria zur Kette, und außen über ihrer Hauptthüre das Standbild. Bei demselben haben schon manche Hülfe gefunden, und auch durch das Wasser des Brunnens werden verschiedene Leibesübel, besonders Augenleiden, vertrieben.1
Aus Baader: Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden.

Klaus
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  #18  
Alt 22.06.2006, 18:13
Bussibärli Bussibärli ist offline
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Cool AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

also
meiner meinung sollten wir eine rangertruppe gründen die unseren bruno schützt. wir sollten jagd auf die finnischen schlittenhunde machen (mit scharfer munition) und die jäger lebendig und unverletzt fangen.
wer dafür ist bitte melden
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  #19  
Alt 22.06.2006, 23:40
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Wassermann Wassermann ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Ich habe heute einen netten Radiobeitrag über einen Braunbären in Estland oder Lettland gehört, der sich dort oben von einer abgetriebenen Eisscholle auf eine kleine bewohnte Insel gerettet hat und den man nun ebenfalls einfangen will, um in wieder auf dem Festland frei zu lassen. Dort geht man recht gelassen mit den Bären um und schüttelt über unsere Bärenpanik verständnislos den Kopf: Wir würden mit 140 km/h über die Autobahn rasen und hätten Angst vor einem Braunbären!

Grüße

Klaus
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  #20  
Alt 23.06.2006, 00:24
harry harry ist offline
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Ort: Klosterneuburg, Bezirk Tulln
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Einen netten Beitrag sah ich unlängst im ORF: Ein Reporter fragte einen Bauern, dem der Bär gerade die Almhütte aufgebrochen und Vorräte geklaut hatte, ob das Tier nun abgeschossen werden solle. Der Bauer antwortete zur sichtlichen Verwirrung des Reporters (sinngemäß): "Nein, von irgendetwas muss sich das Tier ja ernähren"
__________________
Harry
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