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  #1  
Alt 10.06.2006, 23:17
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Standard JJ1 - ein Bär in Tirol

Seit einigen Wochen wird in Westösterreich ein Bär beobachtet. Nachdem der Bär in Westösterreich von der Bevölkerung und den Medien alias "Bruno" freundlich betrachtet wurde, wurde ihm nach einem Kurzbesuch in Bayern gleich mit einer Abschusserlaubnis begegnet.

Seit heute versucht eine finnische Bärenhundestaffel den Bären in Tirol einzukreisen und mit einem Narkosegewehr zu betäuben.

Was ist Eure Meinung zu Bären in den Alpen?

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #2  
Alt 10.06.2006, 23:19
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Bären fressen gelegentlich ein Schaf, Honigwaben oder Kannichen und leeren Mistkübel aus - es ist mir in den Alpen kein Zwischenfall zwischen Mensch und Bär bekannt, auch nicht in der historischen Literatur.

Oder irre ich mich da?

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #3  
Alt 11.06.2006, 10:18
Lisa Lisa ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Ich bin wirklich traurig über das, welche Panik so ein Bär gleich wieder auslöst. Es könnte natürlich sein, in Anbetracht der dichten Besiedelung, dass ein Zusammentreffen Mensch/Bär nicht auszuschließen ist. Aber...

Es scheinen uralte Ängste aufzubrechen.

Man kann Bruno nur Glück wünschen

Lisa
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  #4  
Alt 11.06.2006, 13:03
Benutzerbild von Wassermann
Wassermann Wassermann ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

In Rümanien sind Bären alltäglich und sie plündern hier am hellen Tag die Müllcontainer in den Vororten. Kinder nähern sich den Bären bis auf wenige Meter, ohne dass bisher etwas passiert ist. Die Schäfer haben sich auf die Bären eingestellt. Ihre Herden in den Bergen werden von entsprchend großen und mutigen Hirtenhunden bewacht. Vor Menschen haben die Bären grundsätzlich Respekt und sie gehen ihnen aus dem Weg.

In Bayernland ist wegen einem einzigen Tier die Panik ausgebrochen. Ich fürchte hier siegt, wie so oft, die Dummheit.

Warum verbietet man das Auto nicht. Es fordert jährlich zigtausend Tote?

Klaus
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  #5  
Alt 12.06.2006, 07:37
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Oksana Oksana ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Es wurde ein Bär in den Alpen gefunden und gleich will man ihn töten? Oder habe ich das falsch verstanden? Wenn doch richtig – der arme Bär tut mir sehr leid.

Zitat:
Seit heute versucht eine finnische Bärenhundestaffel den Bären in Tirol einzukreisen und mit einem Narkosegewehr zu betäuben
Warum konnte man ihn nicht in den Wald transportieren und da frei lassen? Bei uns sind viele Bären im Wald, aber es wäre undenkbar, dass wir Menschen sie beim Entdecken töten würden, aus Angst, dass sie dann vielleicht irgendwann einem Menschen bei Pilzessuchen etwas antun könnten
Voriges Jahr im Sommer wurde bei uns in Archangelsk an einem Tage auf der Uferstrasse ein toter Bär gefunden. Niemand konnte sagen, wie er da erschien. Es gab viele Menschen, die Mitleid mit ihm hatten. Ich bin sicher, wenn ein Bär irgendwie aus dem Wald nach Archangelsk kommen würde, wäre er nicht getötet, sondern wieder in den Wald gebracht.
Doch ganz sicher bin ich vielleicht doch nicht, dumme Menschen gibt es überall...
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  #6  
Alt 12.06.2006, 08:17
Lisa Lisa ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Hallo Oksana,

das mit dem Wald ist wahrscheinlich das Problem... bei uns gibt es keine großen Waldgebiete, die nicht besiedelt sind.

Als erstes hat ihn gleich ein bayerischer Minister zum Abschuss freigegeben (der Bär hat ein paar Schafe getötet). Bayerische Politiker demonstrieren gerne, dass die Bewohner Bayerns absolut beschützt werden.

Auch der WWF fand erst, der Bär müsse geschossen werden!

Die Bevölkerung UND die Jäger (wer hätte das gedacht) zeigten allerdings soviel Zuneigung zum Bären, dass nun eben Spezialeinheiten anrücken sollen, den Bären betäuben und andernorts wieder aussetzen. Ich finds schad, allerdings ist es hier für einen Bären eben wohl ohnehin nicht besonders schön. Dicht besiedelt, Straßen über Straßen...

Liebe Grüße von
Lisa
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  #7  
Alt 14.06.2006, 12:24
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Nun möchte man den Bären mit Hunden, die aus Finnland eingeflogen wurden, einkreisen.

Braunbär "JJ1" ist noch einmal davongekommen. Die Suche nach dem Bären wurde am Dienstagmittag im Karwendelgebirge zunächst abgebrochen. Den skandinavischen Hunden wurde es zu heiß.

Die fünf Spürnasen hatten den Bären nach einer Sichtung durch einen Wanderer am Montagabend bei der Engalm Dienstagfrüh gerochen und seine Spur aufgenommen. Die Suchhunde konnten in der Nacht nicht eingesetzt werden, weil das Gelände in der Dunkelheit zu gefährlich ist.
Die Spezialhunde sollen "JJ1" einkreisen und stellen. Ein Narkosespezialist soll dann aus einer Distanz von weniger als 70 Metern mit einem Gewehr die Spritze mit dem Spezialmedikament auf den Bären abfeuern.

Quelle: ORF.at, 13. Juni 2006

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #8  
Alt 14.06.2006, 15:33
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Wassermann Wassermann ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Zitat:
Zitat von SAGEN.at
Den skandinavischen Hunden wurde es zu heiß.
Die skandinavischen Hunde scheinen ja auch nicht mehr das zu sein, was Hunde früher einmal waren. Oder sind das verbeamtete Hunde? Fragt mein Dorle.

Klaus

Geändert von Wassermann (14.06.2006 um 16:01 Uhr)
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  #9  
Alt 14.06.2006, 22:41
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cerambyx cerambyx ist offline
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Hallo Leute,
da ich hier im Nationalpark O.ö. Kalkalpen auch "betroffen" bin möcht ich mich auch äußern:
Ich selber hab am vergangenen Sonntag eine Bärenfährte in unserem Nationalpark bei einer privaten Wanderung gefunden - und fotografiert. (Ihr findet sie unter www.kalkalpen.at)
Auch wir hatten vor einigen Jahren einen inzwischen legendär gewordenen Bären der "Nurmi" genannt wurde wegen seiner Dauerlaufleistung. Diese Burschen können (wenn sie wollen oder müssen) in einer Nacht 40-60 km zurücklegen. Das Problem liegt in der (vorauseilenden) Angst der Bevölkerung und in dem Schaden der durch den Bären angerichtet wird bei Schafen und Bienen, auch (Raps)Ölkanistern und ähnlichem in Siedlungsnähe! Nurmi und auch Bruno verhalten sich nicht mehr artgerecht - sie haben die Scheu vor Menschen abgelegt und damit steigt tatsächlich die Chance einer Konfrontation mit einem Menschen der mit dem Umgang mit Bär nicht vertraut ist (wer ist das schon?).
Der Lebensraum ist auch in Nationalparken viel zu klein für Bären - sie müssen deshalb in Österreich beständig wandern und jeder (Siedlungs)Kontakt läßt den Bären LERNEN! = Leicht zu beschaffendes Futter!
Den finnischen Hunden (und deren Begleiter) geben wir keine Chance: sie sind unseren Gebirgen konditionell nicht gewachsen - und die Hunde vertragen die Hitze tatsächlich nicht, wofür sie aber nix können!
Heute bei einem Essen mit meiner Abteilung fiel die Idee: Mit den BAWAG/Gewerkschaftsgeldern wären die Schäden, die der Bär anrichtet, leicht auf einige Zeit (!) abgedeckt ... :-)

Ich wünsch Euch eine gute Nacht
und auch mal die "positive Aufregung" in einem Bärenrevier herumzustreunen!
Ich mach das ohne Hemmungen und verlaß mich drauf, daß alles "normal" abläuft (wie es bei uns auch schon mal passierte, wie auch in der HP zu sehen ist!)
Pfüat Euch
Norbert/cerambyx
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  #10  
Alt 19.06.2006, 16:52
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Standard AW: JJ1 - ein Bär in Tirol

Hallo Norbert,

vielen Dank auf Deinen Hinweis auf die Bärenfährte im Nationalpark Kalkalpen! Zum Glück reagieren die Oberösterreicher ganz gelassen, wenn ein Bär friedlich durch die Wälder zieht

Hier in Tirol (und noch schlimmer in Bayern) heißt es nämlich:




Wolfgang (SAGEN.at)
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