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  #11  
Alt 21.10.2012, 20:03
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Standard AW: Flicken - Reparieren

@ Dresdner: vielen Dank für die interessanten Erklärungen! Der Hinweis auf die Selbsthilfewerkstätten ist ein besonders guter Aspekt!

Doch eine Frage:
Du schreibst von Messen in Bezug auf Umnutzung. Was für Messen meinst Du damit? Kannst Du hierzu Beispiele nennen?

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #12  
Alt 21.10.2012, 20:21
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Eine Feststellung zu den Berufen rund um Scherenschleifer und ähnliche Berufe:

Schneidwerkzeugmechaniker ist ein angesehener und gesuchter Ausbildungsberuf im Handwerk im Bereich Metalltechnik!
Dazu folgende Berufsinformation mit sehenswerter Fotogalerie:
http://berufenet.arbeitsagentur.de/b...&prof-id=13740

Das Schleifen etwa eines Industriemessers (zB. in der Papierproduktion, Zeitungsverlage, Buchdruckerei) ist ein hoch-spezialisierter (und ziemlich teurer) Vorgang.

Auch rund um den Bereich Messerschmiede gibt es sehr angesehene und gesuchte Berufe. Auf handwerklich geschmiedete Messer ist heute mit mehrmonatiger Wartezeit zu rechnen.

Dies nur als Feststellung, da hier zwischen Handwerksausbildung und freiem Tür-zu-Tür-Gewerbe oft Verwechslungen passieren könnten.
Das ist hier bei volkskundlicher Nachfrage nach persönlichen Erinnerungen nicht beabsichtigt.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #13  
Alt 21.10.2012, 22:03
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Zitat:
Zitat von SAGEN.at Beitrag anzeigen
Wie war der Scherenschleifer ausgerüstet?
Hatte der Scherenschleifer nur einen kleinen Wetzstein mit oder einen großen runden Schleifstein?

Eigentlich sollte es Scherenschleifer auch heute noch geben?

Wolfgang (SAGEN.at)
Das war u.a. die Ausrüstung der Scherenschleifer:

Fahrrad Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	rango,schleifer (2).jpg
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ID:	4955 und Scheibtruhe Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	rango,schleifer.JPG
Hits:	6
Größe:	325,6 KB
ID:	4954
Diese Geräte stehen in einem kleinen Freilichtmuseum in Rango im Trentino.

Das Nachbartal ist das Val Rendena, auch Valle dei Moleti (Tal der Scherenschleifer) genannt. Von dort aus wanderten sie nicht nur durch halb Europa, auch nach Amerika kamen sie.
In Pinzolo setze man 1969 den Scherenschleifern ein Denkmal:Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	moleta storiarendena2.jpg
Hits:	4
Größe:	51,1 KB
ID:	4956
Das ist leider kein eigenes Foto, es stammt aus dieser Website:http://www.pinzolodolomiti.it/valren...iarendena.html, auf der u.a. auch ihre Geschichte nachzulesen ist.(nur in Italienisch)
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Servus und a guate Zeit! Leni
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  #14  
Alt 21.10.2012, 22:24
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Tolle Bilder - super Dokumentation!

Valle dei Moleti - Tal der Scherenschleifer ist ein interessanter Hinweis, da muss ich nächstes Frühjahr nach Pinzolo fahren! Lediglich die im verlinkten Text erwähnte Polenta als Hauptspeise dort schreckt mich noch etwas ab

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #15  
Alt 21.10.2012, 22:40
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Zitat:
Zitat von SAGEN.at Beitrag anzeigen
Tolle Bilder - super Dokumentation!

Valle dei Moleti - Tal der Scherenschleifer ist ein interessanter Hinweis, da muss ich nächstes Frühjahr nach Pinzolo fahren! Lediglich die im verlinkten Text erwähnte Polenta als Hauptspeise dort schreckt mich noch etwas ab

Wolfgang (SAGEN.at)
Gute Idee! in Pinzolo ist auch ein berühmter Totentanz zu besichtigen: http://www.sagen.at/doku/totentanz/pinzolo.html
und im Nachbarort Carisolo gibt es auch einen: http://www.sagen.at/doku/totentanz/carisolo.html
Ich kann dir gerne noch ein paar "Besichtigungstipps" geben, wie z.B. die "murales" in Balbido, in denen auch altes Handwerk dargestellt ist http://www.sagen.at/fotos/showgallery.php/cat/595, und dort ist ein ganz besonderer Scherenschleifer unterwegs, der "Vagamondo" http://www.sagen.at/fotos/showphoto.php/photo/3120

Und die Polenta in der Gegend schmeckt hervorragend! Besonders zum Gulasch!
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Servus und a guate Zeit! Leni
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  #16  
Alt 21.10.2012, 23:02
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Ja mit Gulasch lasse ich mir Polenta einreden

Bemerkenswert auch Deine Hinweise auf die Scherenschleifer in Balbido!
Obwohl ich mir Deine Fotos öfters angesehen habe, sind mir die Scherenschleifer bisher nicht so aufgefallen... Es ist leider so, dass man insbesondere bei künstlerischen Darstellungen (aber leider auch sonst im Leben) nur das sieht bzw erkennt, was man weiß.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #17  
Alt 22.10.2012, 20:06
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Standard AW: Flicken - Reparieren

So, jetzt werde ich noch auf die Ausgangsfragen eingehen:

"Flicken – Reparieren" ist, glaube ich ein Thema, das je nach Generation (und Wirtschaftslage) sehr unterschiedlich beantwortet werden wird - ich gehöre zur älteren Generation

- Hatte früher das Reparieren einen höheren Stellenwert als heute?
Im Großen und Ganzen sicher –über die Gründe und Hintergründe ließe sich ein ganzer „Aufsatz“ schreiben

- Wird heute der abgebrochene Henkel der Teetasse noch mit Superkleber angeklebt, oder gleich eine neue Teetasse gekauft?
Kommt auf die Tasse an, wenn es ein besonders schönes Stück ist, oder spezielle Erinnerungen daran hängen…

- Was hat es mit Verschwörungstheorien auf sich, dass heutige Produkte so produziert werden, dass sie angeblich unmittelbar nach Ablauf der Garantiezeit defekt werden?
Kann ich mir nicht vorstellen, dass es möglich ist, so etwas zu planen.
(Da hatte ich bisher ja Glück, meine Sachen waren vor Ende der Garantiezeit defekt )

- Wird es als heute normal angesehen, dass vor allem technische Produkte nur noch einen Produktlebenszyklus von vielleicht 2 Jahren haben?
Kann ich nicht bestätigen, sie kommen vielleicht eher aus der Mode oder werden von der eigenen Technik überholt, wie z.B.Handys; mein Uralt-Handy funktioniert aber tadellos . …

- Warum bevorzugen und kaufen Menschen heute lieber sehr teure technische Produkte mit kurzer Lebenszeit, wenn man ohne technisches Gerät zum selben Ergebnis kommen könnte (Beispiel: Kaffeemaschine )?
Das frage ich mich auch… - ich verwende keine Km., ich trinke löslichen Kaffee
Ist vielleicht der selbe (Status-) Effekt, wie mit dem Auto des Nachbarn…

- Wird man mit einem "Flicken" auf der Kleidung heute belächelt?
Jein – je nach dem, was gerade Mode ist, mit einem Riss oder Loch in den Jeans war man vor Kurzem noch „in“.
Ich habe Löcher in der Bekleidung meiner Kinder immer mit irgendwelchen Labels übernäht. Nicht auswaschbare Flecken in T-Shirts usw. übermale ich heute noch mit Textil-Malstiften – das werden dann wirklich „einmalige“ Stücke ...

- wird heute noch in landwirtschaftlichen Genossenschaften (zB. Lagerhaus, Maschinenringe etc.) noch gegenseitiges Reparieren angeboten?
Das Lagerhaus hat bei uns eine eigene Werkstatt und einen motorisierten Notfalldienst, wenn z.B. bei der Heuarbeit eine Maschine ausfällt.
Früher waren besonders die guten „Machler“ gefragt, das waren begabte Leute, die fast alles reparieren oder auch herstellen konnten.

- Gibt es heute noch fahrende Reparierer, Bastler, Tüftler?
Fahrende habe ich schon lange keine mehr bemerkt, bei den traditionellen Märkten bieten hie und da Scherenschleifer ihre Dienst an, allerdings mit modernen Schleifgeräten, die jeder auch selber erstehen kann.

- Wer kennt Erfinder, Bastler, Tüftler, Reparierer? Vielleicht meldet sich auch jemand, der solcherweise tätig ist?
Ich kenne einen ehemaligen LKW-Fahrer, der jede Maschine, aber vor allem Motorräder, alt und neu, und auch Autos herrichtet, er ist kein gelernter Mechaniker, er hat sogar eigene Werkzeuge entwickelt. Seine „Diagnosen“ sind unschlagbar, sogar Spezialisten wenden sich an ihn.


- Wer erinnert sich an fahrende Reparierer, Flicker?
Ich erinnere mich an Scherenschleifer, Kesselflicker, die auch „Gatzl“-Macher waren (Gatzl = Schöpfer; ital. cazzuola = Kelle) Die Sprache dieser Leute konnte ich als Kind kaum verstehen – heute weiß ich, warum: Sie sprachen ladinisch, italienisch oder einen ital. Dialekt.
Noch was: Die Bezeichnung „Katzlmacher“ für Italiener hat nichts mit der Katze zu tun, sondern mit dem „Gatzl“!

- Hatten Reparierer und Flicker Maschinen und Werkzeug mit?

Ja, Werkzeug vor allem

- Gab es besondere Unterkunftsregeln für Reparierer und Flicker (ähnlich wie bei Wanderhandwerkern, Stör-Gehern)?

Ich erinnere mich, dass die wandernden Handwerker ihre Zündhölzer oder Feuerzeuge beim Bauern abgeben mussten, wenn sie auf dem Heuboden übernachteten – Brandschutz!

- Was haben früher Reparierer, Flicker, Bastler, Tüftler repariert?
Alles: Uhren, Geräte in Haus und Hof.
Wenn der Rührkübel undicht war, machte die Urgroßmutter ein Teigerl aus Roggenmehl und Wasser, damit dichtete sie die durchlässigen Stellen ab – „Riahkiwö eideekn“ nannte man das.

- War der Reparierer und Flicker ein Taglöhner?
Eigentlich nicht, es war der Nachbar, ein Rentner, ein guter „Machler“ halt.

- Welchen gesellschaftlichen Stellenwert hatten Reparierer und Flicker?
Einheimische einen hohen, auswärtige bzw. Ausländer waren eher weniger angesehen.
Genau so war es mit den „Umtragern“ (Bandlkramer, Wanderhändler).
__________________
Servus und a guate Zeit! Leni
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  #18  
Alt 22.10.2012, 22:01
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Lächeln AW: Flicken - Reparieren

Gegenwart:

- Hatte früher das Reparieren einen höheren Stellenwert als heute?
Ja, denn die Neuanschaffung war teuer, der "Reparateur" hingegen leistbar. Auch wurde hierdurch ja die Lebensdauer wesentlich verlängert, was heutigentags durch gezielte Förderung einer "Wegwerfmentalität" nicht mehr so interessant ist.
Außerdem war ein "Reparateur" eine angesehene Fachkraft, da er über detaillierte Kenntnisse von Funktion und Handhabung des schadhaften Produkts verfügen mußte und verfügt ... heut wird entweder "Baugruppe getauscht" oder ... weggeworfen"

- Wird heute der abgebrochene Henkel der Teetasse noch mit Superkleber angeklebt, oder gleich eine neue Teetasse gekauft?
Ich kenne kaum noch jemand der das macht - bei mir gibts noch die "alte Familienkanne" die einen "Wert" darstellt und deshalb geklebt wurde. Die Jugend kennt solche Werte kaum mehr, klebt daher nicht mehr, wirft daher weg ...

- Was hat es mit Verschwörungstheorien auf sich, dass heutige Produkte so produziert werden, dass sie angeblich unmittelbar nach Ablauf der Garantiezeit defekt werden?
Ist leider keine Verschwörungstheorie, sondern gängige Praxis ... da Schrauben, Achsen, Gelenke über berechenbare Größen bezüglich Belastung durch Scherkraft, Fliehkraft, Zugkraft, Rostsicherheit etc. verfügen, sind diese gezielten Verschleiß-Berechnungen einfach durchzuführen ... siehe "geplante Obsoleszenz" (google) bei Glühlampen, Strumpfhosen, Kraftfahrzeugen ...

- Wird es als heute normal angesehen, dass vor allem technische Produkte nur noch einen Produktlebenszyklus von vielleicht 2 Jahren haben?
Es wird nicht als normal angesehen, man ärgert sich darüber, wenn es so ist .... aber ist dem weitestgehend ausgeliefert, wenn man sich nicht intensiv mit der jeweiligen Materie beschäftigt (und wer kann das schon immer?). Siehe ebenfalls "geplante Obsoleszenz" (google) ...

- Warum bevorzugen und kaufen Menschen heute lieber sehr teure technische Produkte mit kurzer Lebenszeit, wenn man ohne technisches Gerät zum selben Ergebnis kommen könnte (Beispiel: Kaffeemaschine )?
Markengläubigkeit, Statussymbol, ... ich tu da nicht mit bzw. vermeide bewußt, wo's nur immer geht!

- Wird man mit einem "Flicken" auf der Kleidung heute belächelt?
Ja, außer bei Arbeitskleidung für's "Grobe" .... und "fetziger" Kleidung bei Jugendlichen - da dürfen dann auch Löcher und Flicken vorhanden sein.

- Gibt es heute noch Tüftler, die technische Geräte etwa in der Landwirtschaft umnutzen (Zb Motorradmotor -> Heuseilbahn)?
Ja, gerade und meines Wissens weitgehend nur mehr in der Landwirtschaft ... im Haushalt verhindern das die vielen Sicherheitsbestimmungen (Verschuldensfrage bei Unfall durch "unsachgemäße Reparatur oder Veränderung"!

- wird heute noch in landwirtschaftlichen Genossenschaften (zB. Lagerhaus, Maschinenringe etc.) noch gegenseitiges Reparieren angeboten?
In Maschinenringen meines Wissens ja, da viele technikorientierte Jungbauern die entsprechende Befähigung besitzen.

- Gibt es heute noch fahrende Reparierer, Bastler, Tüftler?
Ich habe schon jahrelang keinen mehr gesehen ...

- Wer kennt Erfinder, Bastler, Tüftler, Reparierer? Vielleicht meldet sich auch jemand, der solcherweise tätig ist?
Ich habe schon jahrelang keinen mehr gesehen ...

Historisch:

- Wer erinnert sich an fahrende Reparierer, Flicker?siehe Posting bei "Kaufmann - wer erinnert sich 2006"

- Hatten Reparierer und Flicker Maschinen und Werkzeug mit?
Die Maschinen waren alle Hand- oder Fußbetrieben (Schleifsteine), das einfache Werkzeug in Holzkästen auf den Wagen, die durch Hunde (+ Handwerker!) gezogen wurden. Nur der Holzschneider brauchte einen Stromanschluß, Kabel führte er selber mit ...

- Gab es besondere Unterkunftsregeln für Reparierer und Flicker (ähnlich wie bei Wanderhandwerkern, Stör-Gehern)?
Nein, denn sie wohnten oft innerhalb der Siedlungen - besserten mit diesen Tätigkeiten ihre Einkünfte auf. Wie die "Wanderflicker" untergebracht waren, kann ich nicht sagen ...

- Was haben früher Reparierer, Flicker, Bastler, Tüftler repariert?
Töpfe, Scheren und Messer, Stiele (Besen, Rechen, Schaufeln)

- War der Reparierer und Flicker ein Taglöhner?
Er kam, läutete an allen Klingeln, empfing die "Objekte", reparierte sofort vor Ort und kassierte unmittelbar ... ob das als "Taglöhner" anzusprechen ist?

- Gab es auch eigene Geschäfte oder besondere Fahrzeuge?
eigentlich nur Hundekarren, zwei Hunde vorgespannt, an einem langen Riemen oft auch der Flicker, Scherenschleifer ...

- Welchen gesellschaftlichen Stellenwert hatten Reparierer und Flicker?
Wichtig und auch gern gesehen, weil auch Nachrichten über ihn ausgetauscht werden konnten, die NICHT in der Zeitung zu finden waren .... ich kann mich an keine Probleme erinnern, wenn nur gebrochen Deutsch gesprochen wurde, was auch manchmal vorgekommen ist .... diese Leute brachten dafür auch Holznägel, gebrauchte und geradegebogene Nägel mit .... Schusterpech und -garne ...
__________________
unterwegs mit allen Sinnen ...
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  #19  
Alt 23.10.2012, 10:40
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Dresdner Dresdner ist offline
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Zitat:
Was hat es mit Verschwörungstheorien auf sich, dass heutige Produkte so produziert werden, dass sie angeblich unmittelbar nach Ablauf der Garantiezeit defekt werden?
Ich halte gerade die neueste Ausgabe der Gewerkschaftszeitung ver.di-publik (07/2012) in den Händen.
Dort gibt es auf Seite 16 einen Artikel von Karin Nungeßer unter dem Titel "Schon wieder kaputt".
Sie verweist darin u.a. auf die Autorin Sabine Stadtmueller, die das Phänomen untersucht hat.
Das Ganze nennt man heute geplante Obsoleszens.
Das nachfolgende hochinteressante Artevideo zeigt, was die Autorinnen meinen.
[ame="http://www.youtube.com/watch?v=zVFZ4Ocz4VA"]Kaufen für die Müllhalde (ARTE/HD) - YouTube[/ame]
Videoquelle: youtube

Man könnte in diesem Zusammenhang auch auf ein vor 96 Jahren von einem spitzbärtigen Mann verfasstes Buch verweisen ...
__________________
www.bergbahngeschichte.de
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  #20  
Alt 26.10.2012, 21:30
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Vielen Dank für diese hochinteressanten Antworten!

Bemerkenswert und wichtig finde ich die Hinweise, dass die Reparierer und Flicker einen hohen Stellenwert hatten. Gerade in alpinen und landwirtschaftlichen Gegenden war man froh, wenn Leute gekommen sind und Reparaturen vorgenommen haben. Man musste daher wohl nicht lange vom Hof weggehen, um eine Maschine zum städtischen Fachhandel zur Reparatur zu bringen.

Es ist mir noch nicht ganz klar, wann der heute allgemein eher verbreitetere negative Beigeschmack zu wandernden Hausgeschäften eingesetzt hat?
Vielleicht wurde der negative Beigeschmack auch von Berufsvertretungen der regionalen Handwerker auch geschürt?

@ baru: Du schreibst vom Abgeben der Feuerzeuge und Zündhölzer beim Nächtigen der wandernden Handwerker.
Vor einigen Jahren hat mir jemand von einem hochalpinen Bergbauernhof in Deiner Gegend erzählt, dass die Wanderhandwerker ein Nächtigungsrecht hatten. Weißt Du etwas dazu?

Wolfgang (SAGEN.at)
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Stichworte
bastler, defekt, erfinden, erfinder, reparieren, stör, störgeher, tüftler, wanderhandwerker, wegwerfgesellschaft, weiterverwendung

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