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  #1  
Alt 17.10.2012, 22:27
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard Flicken - Reparieren

Parallel zum gleichnamigen SAGEN.at-Fotowettbewerb Oktober 2012 "Flicken - Reparieren" möchte ich nach Diskussionsbeiträgen zu diesem Thema fragen.

Gegenwart:

- Hatte früher das Reparieren einen höheren Stellenwert als heute?
- Wird heute der abgebrochene Henkel der Teetasse noch mit Superkleber angeklebt, oder gleich eine neue Teetasse gekauft?
- Was hat es mit Verschwörungstheorien auf sich, dass heutige Produkte so produziert werden, dass sie angeblich unmittelbar nach Ablauf der Garantiezeit defekt werden?
- Wird es als heute normal angesehen, dass vor allem technische Produkte nur noch einen Produktlebenszyklus von vielleicht 2 Jahren haben?
- Warum bevorzugen und kaufen Menschen heute lieber sehr teure technische Produkte mit kurzer Lebenszeit, wenn man ohne technisches Gerät zum selben Ergebnis kommen könnte (Beispiel: Kaffeemaschine )?
- Wird man mit einem "Flicken" auf der Kleidung heute belächelt?
- Gibt es heute noch Tüftler, die technische Geräte etwa in der Landwirtschaft umnutzen (Zb Motorradmotor -> Heuseilbahn)?
- wird heute noch in landwirtschaftlichen Genossenschaften (zB. Lagerhaus, Maschinenringe etc.) noch gegenseitiges Reparieren angeboten?
- Gibt es heute noch fahrende Reparierer, Bastler, Tüftler?
- Wer kennt Erfinder, Bastler, Tüftler, Reparierer? Vielleicht meldet sich auch jemand, der solcherweise tätig ist?

Historisch:

- Wer erinnert sich an fahrende Reparierer, Flicker?
- Hatten Reparierer und Flicker Maschinen und Werkzeug mit?
- Gab es besondere Unterkunftsregeln für Reparierer und Flicker (ähnlich wie bei Wanderhandwerkern, Stör-Gehern)?
- Was haben früher Reparierer, Flicker, Bastler, Tüftler repariert?
- War der Reparierer und Flicker ein Taglöhner?
- Gab es auch eigene Geschäfte oder besondere Fahrzeuge?
- Welchen gesellschaftlichen Stellenwert hatten Reparierer und Flicker?

Auf Beiträge freut sich

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #2  
Alt 18.10.2012, 07:04
klarad klarad ist offline
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Standard AW: Flicken - Reparieren

1: Ich kann mich noch erinnern, dass man Strümpfe 'repassieren' ließ. Das zahlt sich heute bei einem Preis von z.B 5 € für 7 Paar Kniestrümpfe sicher nicht mehr aus.

2: Eine wirklich gute Kaffeemaschine für wirklich guten Espresso ist durch händisches Kochen eines Häferlkaffees leider wirklich nicht zu ersetzen !
__________________
K.D.
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  #3  
Alt 18.10.2012, 09:47
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Flicken - Reparieren

An" Laufmaschen aufnehmen lassen" bei "Seiden"-strümpfen erinnere ich mich
noch gut. Ich glaube, es kostete 20 Pfennig pro Masche. Strümpfe waren
teuer, so brachten wir immer eine ganze Menge zum Ausbessern! Es gab
zuletzt noch eine Schneiderei in Dortmund (alter Familienbetrieb), die
dergleichen machte. Es war während meiner Lehrzeit in der dortigen
Buchhandlung, ist über 40 Jahre her! Wollsocken prima stopfen kann meine
Mutter noch gut! - Ulrike
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  #4  
Alt 18.10.2012, 09:53
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Bei uns kommt heute noch immer ein Messerschleifer ins Dorf. Kündigt sich mit der Post durch einen Zettel an undd ann kann man da hingehen und die Messer schleifen lassen.
Meine Nachbarin erinnert sich noch an Zigeuner die als Kesselflicker hier durchgezogen sind, mit Pferden und Planenwagen, sie sagte, hinten auf dem Wagen schepperten die Pfannen.... daran kann ICH mich aber nicht mehr erinnern.
Ich erinnere mich an das Schwammerl das meine Mama als Stopf-Holz im Nähkisterl hatte.
Was Kleidung anging brachten wir früher alles der Oma, die konnte zu enge Kleidung weiter machen und zu weite Kleidung enger nähen, usw...
Heute lebenw ir in einer Wegwerf-Gesellschaft aber so wie ich das rundherum mitbekomme sind die jungen Muttis wieder sehr am stricken, flicken, nähen und stopfen- weil es alte Erinnerungen weckt und eien schöne Arbeit ist. :-)
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  #5  
Alt 20.10.2012, 09:30
Benutzerbild von Elfie
Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Ich denke schon, dass Reparaturen früher einen größeren Stellenwert hatten, weil die Dinge einfach teurer waren und das Reparieren sich auszahlte. Es gab noch viele Handwerker, die davon lebten: Spengler, Schuster, Tischler.
Es wurden sogar Töpfe „geflickt“ das machte der Spengler. Gelötet wurde das, glaube ich. Wenn das „Glett“ ab war am Häferlboden, dauerte es nicht lang und man konnte durchschauen. „Glett“ war das Email – weiß nicht, vielleicht von Glätte, also dann eher „Glätt“.
„Scher net des Glätt aussa“ hieß es, wenn man besonders intensiv ein Häferl ausputzte, das war nicht allein wegen des Durchscheuerns, wo schon welches fehlte, ging es leicht weiter ab und die Splitter könnte man verschlucken.
Tassen ohne Henkel waren nichts Seltenes. Früher waren die Kleber nicht so gut und die Gefahr, dass die volle Tasse dann am Boden landete, während man den Henkel in der Hand hat, war zu groß – sie blieb einfach ohne. Für den Hausgebrauch, nicht für Gäste!
Auch anderes Geschirr wurde nicht so schnell ausgetauscht, manchmal auch in der Hoffnung, man würde es ohnehin nicht mehr lange brauchen. Deshalb benutzte ich mein irdenes Töpfchen sehr vorsichtig, nachdem von Rand eine Ecke fehlte, aber im Winter wollte ich nicht ins Häuschen unter Sternen.

Der Schuster war auch für abgerissene Gurten und Tragegriffe an Schultaschen und Aktentaschen zuständig, für Absätze sowieso und für die Eisen, fallen mir jetzt nicht ein, hatten einen bestimmten Namen. Sie waren halbrund und wurden an die Sohlen an Spitzen und Ansätze genagelt. Gegen das „Verhatschen“, Abtreten und Abstoßen.

Abgebrochene Henkel würde ich nur bei Tassen ankleben, die einen großen ideellen Wert haben, ein Geschenk oder Geerbtes von geliebten Menschen.
Alle anderen werden zweckentfremdet, als Kaktustopf zum Beispiel…

Strümpfe repassieren kannte ich nur von meiner Mutter, im Ort war eine Frau, die das konnte. Selber zog ich diese Strümpfe nicht gern an, manche hatten auch hinten eine schwarze Naht, die mußte besonders gerade sitzen. Ich stoppte die Laufmaschen mit Uhu.

Mit technischen (elektronischen) Produkten hab ich nicht viel Erfahrung, ich brauch diese Multifunktionsdinger nicht. Ich häng irgendwie an meinen Dingen und bin froh, wenn sie lange halten.
Was Ablaufdatum angeht: mein Laptop (der Erste – erst vor 5 Jahren!!) war 2x defekt, das 2. Mal knapp vor Garantieende mit demselben Problem, da wurde ein Teil ausgetauscht und bald danach bekam ich ein Angebot, ich könne die Garantie für 1 Jahr verlängern um 130€. Ich wußte von Freunden, dass so häufige Defekte nicht üblich sind und dachte, wenn das ein Montagsgerät ist, schmeiß ich ihn raus. Die Garantie hab ich abgelehnt und bis heute war nichts mehr.

Ich hab eigentlich alles ziemlich lange, mein Handy ist 7 Jahre alt, ich brauch es auch nur zum Telefonieren, SMSen, dass man Alarm einstellen kann, ist praktisch und auch die Uhr (hab seit über 20 Jahren keine Armbanduhr, sie stört mich ), natürlich könnte es mehr, aber wozu?
Fernsehen auf dem Handy?? Ich hab einen großen Flat-TV, warum soll ich eine bewegte Briefmarke anschauen ??

Vielleicht ist es eine Alterserscheinung, aber ich denke, dass die Geräte früher besser waren. Oder anders gesagt: sicher gibt’s heute auch noch sehr gute, aber man fällt leichter auf den Ramsch herein, den es früher gar nicht gab.
Meine Steroanlage war wirklich sehr teuer (vor 25 Jahren ), große Boxen mit Holzgehäuse, ein super Ton, den ich mir mit 5 Hebeln mischen kann. Zu dieser Zeit gabs noch keine CDs, inzwischen hab ich schon den 2. CD-Player, aber mein „Technics-Turm“ ist noch der alte, das Recorder-Fach der Kassette eiert schon etwas, aber das 2. ist intakt.
Der Plattenspieler geht auch…
Das Gekreische aus dem neuen Radio, ein Alu-Plastikkasten mit 4 Lautsprechern in Zentimeterabstand – den Sinn hab ich noch nicht begriffen – packt mein Tinnitus nicht, auch Bässe mag er nicht. Dieses Gerät kann ich nur zum Nachrichten hören brauchen. Dafür kann er nichts, nur: der Ton ist einfach schlecht. Aber nicht schlechter als von ähnlichen Geräten, wie sie überall herumstehen.

Was gibt’s noch, das ich nicht brauche - das war ja auch die Frage: Wäschetrockner, Geschirrspüler – na gut, da spielt die Familiengröße eine Rolle.

Und noch eine Schrulle: ich mag keinen Espresso. Früher hatte ich diese Mokkamaschine, in der Mitte zum Schrauben und dazwischen den Kaffee. Dann lange Filtermaschinen. Als wieder mal eine kaputtging, goß ich auf bis zur Neuen, aber die kam nie. Ich wollte keine mehr. Liebe Freunde, die das bei einem Besuch sahen, überfiel das Mitleid und sie kauften mir zum Geburtstag eine neue .

Mit Flicken auf der Kleidung würde ich nicht gehen. Außer bei Gartenarbeiten, Holzhacken oder wo sonst noch Räuberzivil angesagt ist. Eigentlich hab ich aber gar nix Geflicktes.

Basteln tu ich für mein Leben gern, zum Umnutzen hatte ich keine Gelegenheit.
Vom Kaffeemaschinenschalter im Rasenmäher hab ich schon berichtet. Mein Staubsauger läuft mit einem normalen Kippschalter, nachdem mir ein Originaler um 350 S (ja, da gabs noch Schillinge, so lange hält der schon) zu teuer war und ich beschloß, dass ich den eingebauten Thermostat, mit dem der Preis begründet wurde, nicht brauche, weil ich nie so lang am Stück sauge, dass der abbrennt. Seitdem tuts auch der um 19.90 – Schilling. Nachdem es auch keine passenden Staubsäcke mehr gibt, machte ich eine Konstruktion, wohinein jetzt alle passen.

Zuletzt hab ich meine gute alte Heckenschere wieder flott gemacht. Der Schalter mußte da gedrückt bleiben und konnte nicht fixiert werden wie etwa bei der Bohrmaschine oder der Stichsäge. Irgendwann bekam der einen Wackler. Nach einem viertel Jh. darfs eine neue sein und das war ein Fehler. Denn während die alte gerade Schnittflächen hatte und wie eine Backenzange schnitt, hatte die neue schräge, schnitt wie eine Schere und drückte dabei die Äste hinaus. Die dickeren – aber ich kann ja nicht sortieren. Das war ein Gefetze und Gerupfe, grauslich. Bei jeder Prozedur dachte ich: nächste Woche kauf ich eine andere.
Dann schraubte ich die alte auseinander, holte das kaputte Zeug heraus und fand einen Druckschalter, dessen Knöpfchen genau ins Loch paßte. Ich mußte nur noch ein Stück Holz einpassen, der den Schalter an der richtigen Stelle hält, denn dafür war nichts vorgesehen.

Jetzt hab ich wieder einen schönen Schnitt . Wie sagt eine Werbung: es gibt immer was zu tun.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Heckensch.jpg   Heckensch (2).jpg   Mokkamasch..JPG   Uraltturm.JPG  
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  #6  
Alt 20.10.2012, 17:04
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Vielen Dank für die beeindruckenden Beiträge!

@ Elfie: super illustriert!

Kennt eigentlich fahrende Flicker? Der "Messerschleifer" und die "Kesselflicker" wurden schon erwähnt - gab es weitere fahrende Flick- und Reparaturberufe?

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #7  
Alt 21.10.2012, 10:15
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Es gab wohl auch Frauen, die für Näharbeiten ins Haus kamen. - Persönlich
kann ich mich nur an Scherenschleifer erinnern. - Ein neuer Gurt für meinen
Tornister: es gab einen Laden für Taschen, Gürtel usw., dort wurde alles
"zusammengeflickt". Leider Vergangenheit!
Heuer würde es wohl unser Schuster machen, wenn man ihn schön
bittet. - Es gibt einige "Schneiderstuben", dort gebe ich manchmal Hosen hin
für z.B. einen neuen Reißverschluß (wenn es sich preislich lohnt), Kürzungen
oder Änderungen. Ich nähe auch, habe aber keine "overlookmaschine", so
heißt es (glaube ich). Oft fehlt auch die passende Garnfarbe. Hier vor Ort
bekommt man kaum passende "Kurzwaren", diese Läden sind rar
geworden. Bei Jeansnähten bricht schnell meine Nadel ab (kleine Koffernäh-
maschine), Fahrtkosten zur nahen Großstadt und schwierige Neubesorgung
(da "Quelle" nicht mehr existiert vor Ort), bei guten Textilien gebe ich das
Geld schon mal dem Schneider. - Ich hatte mal das Glück, eine gelernte
Stickerin kennenzulernen, die für Museen alte Fahnen restaurierte. Das
ist Handwerk erster Klasse! - Fällt wohl auch unter: Aussterbende Berufe!
Viele Grüße von Ulrike
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  #8  
Alt 21.10.2012, 10:50
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Wie war der Scherenschleifer ausgerüstet?
Hatte der Scherenschleifer nur einen kleinen Wetzstein mit oder einen großen runden Schleifstein?

Eigentlich sollte es Scherenschleifer auch heute noch geben?

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #9  
Alt 21.10.2012, 12:13
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Beiträge: 2.558
Standard AW: Flicken - Reparieren

Mein Mann erinnert sich an Scherenschleifer mit Fahrrad, aber nicht an die
Funktion der Vorrichtung. Ich erinnere mich an Werkstattwagen, aber auch
nichts genaueres, denn es war in unserer Kindheit und die Erwachsenen
gingen hin. Es war in etwa so wie mit den Zigeunern, Kinder sollten sich
fern halten. Heute kommt der Scherenschleifer ab und zu in ein
Haushaltswarengeschäft, dort kann man arbeiten lassen. Wir hatten das
Glück, dass ein Onkel im Werk schleifen konnte (Vereinigte Deutsche
Nickelwerke), er nahm manchmal unsere Messer u.a. mit. - Mit einem Wetzstein
bearbeitete mein Opa z.B. eigenhändig seine Sense. Heuer kann hier kaum noch
jemand mit einer Sense umgehen, das Gras wird mit Maschinen gemäht.
"Stinkige" Benziner oder elektrisch. - Ulrike
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  #10  
Alt 21.10.2012, 17:02
Benutzerbild von Dresdner
Dresdner Dresdner ist offline
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Standard AW: Flicken - Reparieren

Hatte früher das Reparieren einen höheren Stellenwert als heute?
Ja, auf alle Fälle. In dem Land, in dem ich aufgewachsen bin, wurden die Waren auch hinsichtlich einer möglichst langen Lebensdauer produziert. Technische Konsumgüter sollten schon über 10 Jahre halten und der Trabbi wurde gehätschelt; so manches gute Stück fuhr auch noch nach über 20 Jahren in einem Topzustand.
Die einen nennen dies Mangelwirtschaft, die anderen Nachhaltigkeit.
Wird heute der abgebrochene Henkel der Teetasse noch mit Superkleber angeklebt, oder gleich eine neue Teetasse gekauft?
Wenn einige Serviceteile defekt sind, gibt es neues Geschirr.
Was hat es mit Verschwörungstheorien auf sich, dass heutige Produkte so produziert werden, dass sie angeblich unmittelbar nach Ablauf der Garantiezeit defekt werden?
Verschwörungstheorien hin oder her, bewiesen ist es wohl noch nicht.
Welchen Grund sollte allerdings ein Unternehmen haben, langlebige Sachen zu produzieren?
Man lese einfach einmal nach, was ein bärtiger Mann vor über 150 Jahren zu den Bewegungsgesetzen unserer Gesellschaft geschrieben hat - das ist aktueller als je zuvor.
Wird es als heute normal angesehen, dass vor allem technische Produkte nur noch einen Produktlebenszyklus von vielleicht 2 Jahren haben?
2 Jahre sind da schon sehr großzügig bemessen. Siehe die Umschlagzyklen bei Handys, Fotoapparaten & Co. Den Grund erklärte der oben angeführte bärtige Mann.
Warum bevorzugen und kaufen Menschen heute lieber sehr teure technische Produkte mit kurzer Lebenszeit, wenn man ohne technisches Gerät zum selben Ergebnis kommen könnte (Beispiel: Kaffeemaschine )?
Weil es cool ist, weil es in ist, weil man dabei sein muss, weil man z.B. ohne Smartphone ein elender LOOSER ist! Weil Schein heute viel mehr wert ist als Sein.
Wird man mit einem "Flicken" auf der Kleidung heute belächelt?
Belächelt nicht, aber schief angesehen, außer in der alternativen linken Scene.
Gibt es heute noch Tüftler, die technische Geräte etwa in der Landwirtschaft umnutzen (Zb Motorradmotor -> Heuseilbahn)?
Ja, dazu gibt es sogar Messen.
Wird heute noch in landwirtschaftlichen Genossenschaften (zB. Lagerhaus, Maschinenringe etc.) noch gegenseitiges Reparieren angeboten?
Gibt es sogar in der Stadt, nennt sich Selbthilfewerkstätten.
Gibt es heute noch fahrende Reparierer, Bastler, Tüftler?
Hier in der Stadt gibt es nur ab und an Scherenschleifer mit elektrisch angetriebenen Schleifsteinen.
Wer erinnert sich an fahrende Reparierer, Flicker?
Es gab bis vor ca. 25 Jahren in Pirna sogar einen uralten Orthopädieschuhmachermeister, der seine Kunden in den umliegenden Orten besuchte, Maß nahm und die fertigen Schuhe dann auch zum Kunden brachte um zu sehen, ob sie passen.
Welchen gesellschaftlichen Stellenwert hatten Reparierer und Flicker?
Es war eine einfache Arbeit, die im Gegensatz zur heutigen Zeit geachtet war.
__________________
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bastler, defekt, erfinden, erfinder, reparieren, stör, störgeher, tüftler, wanderhandwerker, wegwerfgesellschaft, weiterverwendung

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