SAGEN.at  FORUM  

Zurück   SAGEN.at FORUM > Aktuelles und Diskussionen

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #11  
Alt 05.01.2010, 18:55
Nicobär Nicobär ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.02.2006
Beiträge: 450
Standard AW: ÖBB wollen Regionalbahnen einstellen

In Deutschland wurden viele der sogenannten Nebenbahnen in den vergangenen 10 Jahren von kleinen Privatbahnen übernommen. Und da gibt es inzwischen echte Erfolgsgeschichten - wie etwa die Nordwestbahn. Diese Bahn übernahm im Jahre 2000 die damals akut stillegungsgefährdeten Bahnlinien Bremen-Delmenhorst-Vechta-Osnabrück, Wilhelmshaven-Oldenburg-Osnbrück und Esens-Sande.

Auf den Strecken Delmenhorst-Osnbrück sowie Esens-Sande führt damals die DB quasi einen Alibi-Zugbetrieb, d.h. es fuhren sehr wenige Züge am Tag und der Fahrplan war so gehalten, dass an den Endhaltestellen bei Ankunft der Züge sämtliche Anschlüsse weg waren und man lange warten musste. Zusätzlich hatte man parallel zu den Strecken Buslinien eingerichtet, die den wichtigen Pendlerverkehr abzogen. Am Wochenende gab's natürlich keinen Zugbetrieb.

Inzwischen fährt die Nordwestbahn auf allen drei Strecken von morgens früh bis spätabends im Stundentakt - und die Züge sind gut gefüllt und man hat weitere Strecken übernommen bzw. auch wieder in Betrieb genommen - darunter die 40 Jahre lang nur im Güterverkehr betriebene Strecke Bremen-Vegesack - Bremen Farge sowie der Haller Willem (Strecke Osnabrück-Bielefeld). Letztere war zuletzt fast völlig zugewachsen. In NRW hat man das sogenannte Ems-Senne-Netz übernommen und ab 2011 fährt die NWB auch das neue Bremer S-Bahn-Netz.

Trotz der ganzen Erfolgsgeschichte - einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es allerdings: die Bahnanlagen sind immer noch im Besitz der DB... Und die macht es Nichtbundeseigenen Betreibern ganz einfach sehr schwer. Auf vielen Strecken kann der Takt nicht mehr verdichtet werden, da die DB Netz ganz einfach die dafür notwendigen Kreuzungsmöglichkeiten zurückgebaut hat. Ebenso ist der Güterverkehr ausserordentlich erschwert, da es praktisch an den Magistralen keine Ladestraßen mehr gibt, sondern nur noch an Gleisanlagen von schon seit ehedem Nichtbundeseigenen Kleinbahnen. Wer hin und wieder einmal eine Waggonladung auf die Reise schicken möchte, muss sich heute an eine Kleinbahn wenden... In einer Stadt, wie Bremen ist es die Bremen-Thedinghauser Eisenbahn oder die Farge-Vegesacker Eisenbahn (dort fährt die Nordwest Cargo), in einer Stadt, wie Delmenhorst (etwa 100.000 Einwohner) an die Kleinbahn DHE, die in Delmenhorst-Annenheide noch eine Ladestraße unterhält... Delmenhorst hatte Anfang der 90er Jahre noch einen großen Rangierbahnhof mit Güterabfertigung...
Mit Zitat antworten
  #12  
Alt 05.01.2010, 20:18
Benutzerbild von Dresdner
Dresdner Dresdner ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.10.2008
Ort: Dresden
Beiträge: 2.287
Standard AW: ÖBB wollen Regionalbahnen einstellen

Zitat:
In Deutschland wurden viele der sogenannten Nebenbahnen in den vergangenen 10 Jahren von kleinen Privatbahnen übernommen. Und da gibt es inzwischen echte Erfolgsgeschichten
Die Frage ist nur, zu welchen Bedingungen die Beschäftigten dieser Regionalbahnen arbeiten. Wenn ich nur an V.... denke, die in ganz Deutschland Bahn- und Buslinien übernommen hat muss man feststellen, dass die bei ihr Beschäftigten nur durch immense Überstunden einen Lohn erarbeiten können, welcher zur Deckung der Lebenshaltungskosten ausreicht. V..... ist ja auch noch in anderen Bereichen aktiv, z.B. in der Müllabfuhr. Ein Mitarbeiter erzählte mir erst vor einem Monat, dass Stundenlöhne um die 4,50 € die Regel sind. Oder schau dir an, was die Leute bei den privaten Postdienstleistern "verdienen". Die "Erfolgsgeschichte" derartiger Unternehmen basiert immer auf der Ausbeutung ihrer Beschäftigten, da ist es kein Wunder, dass sie billiger als die Bahn sind.
Dresdner
__________________
www.bergbahngeschichte.de
Mit Zitat antworten
  #13  
Alt 06.01.2010, 19:36
Nicobär Nicobär ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.02.2006
Beiträge: 450
Standard AW: ÖBB wollen Regionalbahnen einstellen

Zitat:
Zitat von Dresdner Beitrag anzeigen
Die Frage ist nur, zu welchen Bedingungen die Beschäftigten dieser Regionalbahnen arbeiten. Wenn ich nur an V.... denke, die in ganz Deutschland Bahn- und Buslinien übernommen hat muss man feststellen, dass die bei ihr Beschäftigten nur durch immense Überstunden einen Lohn erarbeiten können, welcher zur Deckung der Lebenshaltungskosten ausreicht. V..... ist ja auch noch in anderen Bereichen aktiv, z.B. in der Müllabfuhr. Ein Mitarbeiter erzählte mir erst vor einem Monat, dass Stundenlöhne um die 4,50 € die Regel sind. Oder schau dir an, was die Leute bei den privaten Postdienstleistern "verdienen". Die "Erfolgsgeschichte" derartiger Unternehmen basiert immer auf der Ausbeutung ihrer Beschäftigten, da ist es kein Wunder, dass sie billiger als die Bahn sind.
Dresdner

Zumindest für die Nordwestbahn kann ich sagen, dass sich auch das Klima in den Zügen - im Gegensatz zur Deutschen Bahn - deutlich verbessert hat. Hemmschuh für eine weitere Verbesserung - auch bei den Einkommen - ist jedoch die DB, die immer noch für das Netz zuständig ist und alle NE-Bahnen letztendlich bis zum Gehtnichtmehr auspresst. Selbst vor den eigenen Töchtern macht man nicht Halt - wie das Beispiel der Berliner S-Bahn zeigt.
Mit Zitat antworten
  #14  
Alt 06.01.2010, 20:33
Benutzerbild von Dresdner
Dresdner Dresdner ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.10.2008
Ort: Dresden
Beiträge: 2.287
Standard AW: ÖBB wollen Regionalbahnen einstellen

Du sprichst ein allgemeines Problem des ÖPNV an. Den Kommunen steht finanziell gesehen das Wasser schon jetzt bis zum Halse und da wird versucht, Dienstleistungen immer billiger einzukaufen.
In diese Bresche springen private Anbieter welche massiv versuchen, öffentliche Aufträge zu ergattern. Eigentlich eine normale Angelegenheit, wenn mit fairen Mitteln gekämpft würde.
Fakt ist, dass die Privaten die Infratruktur der ehemaligen Monopolisten mit nutzen und da ist es nur richtig, dass sie auch dafür zahlen.

Das sind die Methoden der Privatanbieter:
* absolute Dumpinglöhne für ihr Personal - Bereitschaftszeiten bei einem großen privaten überregional tätigen Anbieter werden z.B mit 50 Cent brutto / Stunde "bezahlt"
* Gewerkschaften und Betriebsräte werden erst nach massiven Protesten der Beschäftgten toleriert
* zum großen Teil nur befristete Arbeitsverträge, welche nach Gutdünken verlängert werden oder auch nicht
* Freizeitregelungen am gesetzlichen Limit und teilweise auch darunter - der Mitarbeiter ist dort Bittsteller und nicht Partner
* das gleiche betrifft die Dienstpläne - diese sind nicht wie bei den öffentlichen Unternehmen bindend, sondern tragen maximal einen allgemeinen Orientierungscharakter
* besonders beliebt ist die befristete Einstellung von Praktikanten, da bezahlt das Arbeitsamt einen Großteil der Lohnkosten
* Beschäftigung von Mitarbeitern, welche z.B aus den öffentlichen Unternehmen in Altersteilzeit gegangen sind - man bekommt gut ausgebildete Fachkräfte kostenlos und zum Schnäppchentarif
* keine Bezahlung von Pausen- und sonstigen Ruhezeiten
* bei Bahnunternehmen Arbeitsbeginn und -ende in hunderten km Entfernung ohne Entschädigung für die Mitarbeiter
* möglichst kostenlose Nutzung der Infrastruktur der öffentlichen Unternehmen
* katastrophale Bedingungen was z.B. Pausenräume, Toiletten an den Endpunkten etc. betrifft
* teilweise keine Lohnzahlung bei betrieblichen Problemen
* keine Ausbildung von Lehrlingen bzw. nur dann, wenn das Amt den Großteil der Kosten übernimmt
* keine Abfederung von Mitarbeitern, welche aus gesundheitlichen Gründen z.B. nicht mehr in den Fahrdienst gehen können - Entlassung dieser oft schon älteren Kollegen; in den öffentlichen Unternehmen werden diese Mitarbeiter zum Großteil in anderen Bereichen weiter beschäftigt
* keine freiwilligen Schulungsmaßnahmen wie Sicherheitstraining und Dienstunterricht, was bei öffentlichen Unternehmen eine Selbstverständlichkeit ist und ja auch dem Kunden zugute kommt.

Ist ja in Deutschland aber auch nicht weiter schlimm. Wenn das Geld nicht reicht, wird man halt Aufstocker und das Arbeitsamt zahlt die Differenz zum Existenzminimum.

Ich weis wovon ich spreche, bin selbst seit 20 Jahren im ÖPNV-Geschäft.

Dresdner
__________________
www.bergbahngeschichte.de
Mit Zitat antworten
  #15  
Alt 29.10.2010, 19:12
Mystery Mystery ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 29.10.2010
Ort: Vöcklabruck
Beiträge: 20
Standard AW: ÖBB wollen Regionalbahnen einstellen

da ich aus dem Raum Vöcklabruck komme, hab ich auch so einiges erfahren was die ÖBB betrifft:

Das sie die Salzkammergutbahn und die weiterführende Strecke nach Ried auflassen wollen, dafür gibt es schon seit über 10 Jahre Berichte, Planungen ...
Erst letzte Woche gab es wieder einen kurzen Bericht über den Versuch diese Strecke bald einzustellen.
Da ich auch öfters mit der Bahn ins Salzkammergut fahre, dabei immer erlebe das diese Züge gut gefüllt sind da sie meistens nur 3 Wagons anhängen, wäre es aus meiner Sicht der Ruin für das gesamte Salzkammergut, da auf keinen anderen Weg so viele Touristen befördert werden können.
Durch die Löschung dieser Strecke würden ca 10.000 neue Arbeitslose geschaffen werden, die bis dahin vom extremen Tourismus lebten.
Allein die Region Hallstatt und Bad Ischl wird von ca 5 Millionen jährlich besucht.

Dann die Strecke Vöcklabruck - Schörfling (Kammerer Hansl)
soweit ich weiß war diese Strecke über 5 Jahre ohne Personenverkehr
bzw wenn ein kulturelles Event war fuhren vielleicht Sonderzüge
Seit 2 Jahren fahren hier wieder 3 Züge pro Tag (eigentlich Triebwagen)

Dann noch eine Bemerkung zu Sinnlosbauten der ÖBB:
Das in den vergangen Jahren Milliarden Euro verspekuliert und weiter Millionen großzügig verschenkt wurden und großteils vom Steuerzahler beglichen wurde, ist schon angeführt worden in den Beiträgen zuvor. (Dieses Jahr gibts wieder ein MegaMinus)
Vor ca 10 Jahren wurde nach 30 Jähriger Planung endlich der Bahnhof Vöcklabruck neu gebaut (also Planungskosten sind ca gleich hoch wie Baukosten!!!!)
1 Jahr später wurde die ganze Güterverladung von Attnang-Puchheim übernommen, 30 Arbeitsplätze gestrichen und der halbe Umbau war somit umsonst.
Des weiteren wurden die Bahnsteige verlängert, obwohl bis zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Intercity Zug Halt gemacht hat, obwohl dieser Ort eine Bezirkshauptstadt ist. (Attnang-Puchheim hat den Bahnhof wo für den Bezirk Vöcklabruck die IC-Züge halten, ein einmaliges Schicksal in der Geschichte)
Seit 3 Jahren halten endlich IC-Züge auch in Vöcklabruck, nachdem über 30 Jahre auf politischer Ebene "geplant" und somit Steuergeld verschwendet wurde.

Und das die ÖBB auf LKW teilweise umgerüstet haben überrascht mich:
Zum einen gibts einen Zug namens "Alpentransitbörse" wo für umweltschonendes Verladen und Transport der LKW auf Wagons über die Alpen geworben wird.
Mit Zitat antworten
  #16  
Alt 29.10.2010, 19:35
Rabenweib Rabenweib ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.03.2009
Beiträge: 5.274
Standard AW: ÖBB wollen Regionalbahnen einstellen

Unsere schöne Ybbstalbahn wurde auch zwischen Lunz und Gstadt (bei Waidhofen/ Ybbs) und von Ybbsitz bis Gstadt eingestellt.
Nun fahren Unmengen Busse auf der Strasse. Ich finde das FURCHTBAR!
Früher gab es in Waidhofen noch die Molkerei da wurde alles mit dem Zug hingebracht, deshalb auch der Spitzname "Schofkas-Express"- auch Holz wurde mit der Banh befördert. Dann wurde die Molkerei eingestellt, da fahren nun die grossen Milchlastwagen. Das Holz wird auch auf der Strasse befördert, das heisst Lastwagen. Und nun die Busse- verblüfft hat mich vor allem die rasche Umsetzung! In NULL KOMMA NIX waren überall Bushaltestellen gebaut worden und es gab trotz lauten Protesten kein Pardon.
Schade um unser Wahrzeichen. Damit ist schon mein Papa zur Schule egfahren, später mein bruder und ich und jetzt meine Kinder.
Ich hab sie geliebt. :-(
Mit Zitat antworten
  #17  
Alt 30.10.2010, 12:44
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 02.04.2005
Ort: Innsbruck
Beiträge: 28.282
Standard AW: ÖBB wollen Regionalbahnen einstellen

Hallo Mystery,

eine Auflassung der Salzkammergut-Bahn würde für den Tourismus im Salzkammergut verheerende Folgen bringen und dort tatsächlich in nicht wenigen Bereichen einen Stillstand auslösen. Zudem ist die Bahn zwischenzeitlich auch ein beachtliches technisches Denkmal, da sie meines Wissens zu den letzten teilweise mechanisch betriebenen Bahnstrecken gehört.

Ich fahre seit vielen Jahren jedes Jahr mindestens einmal mit der Salzkammergut-Bahn eben ins Herz des Salzkammergutes und kann dabei immer eine sehr hohe Auslastung der Strecke beobachten. Zudem wird die Strecke von Touristen aus aller Welt benutzt die etwa das UNESCO-Welterbe Hallstatt besuchen. Weiters ist die Bahn für Bergsteiger und Wanderer unentbehrlich, wenn man weitere Touren (zB Überquerung Totes Gebirge) machen will und nicht einen Autocorso organisieren möchte. Nicht zuletzt wird die Bahn meines Wissens auch sehr stark von Einheimischen, Schülern und der Industrie genützt.

Die Baugeschichte des Bahnhofs Vöcklabruck stellt sich aus meiner persönlichen Sicht jedoch etwas anders dar:

Der Bahnhof Vöcklabruck war bis ca 1975 ein Juwel aus der Kaiserzeit. Neben der weitgehend erhaltenen Originalsubstanz hatte er auch sehr nette Holzanbauten, ua. erinnere ich mich bahnsteigseitig an ein sehr nettes Zuckerlgeschäft in einem schönen weißen Holzhütterl

Bis dann irgendwelche Leute bei den ÖBB etwas anderes eingefallen ist, vermutlich waren die Argumente "nicht zeitgemäss" oder was auch immer... Jedenfalls wurde der schöne Bahnhof eben um 1975 eingerüstet, hinter dem Gerüst das ganze architektonische Feinwerk abgeschlagen und nach Entfernung des Gerüstes kam zum Schock der Bevölkerung das schreckliche Gebäude mit den hässlichen weißen und blauen Eternitplatten zum Vorschein.

Seither wurde der Bahnhof etwa im 10-Jahres-Takt umgebaut, die hässliche Eternit-Architektur ist im großen und ganzen bis heute vorherrschend. Beim letzten Umbau kamen halt noch die Glasscheiben auf den Bahnsteigen dazu.

Die wesentliche bahntechnisch auch notwendige Modifikation des Vöcklabrucker Bahnhofes war (ich vermute das war in den 1990er Jahren) die dringend notwendige Unterführung bzw die Schnellzuggleise.

Bis eben in die Mitte der 1980er Jahre hatten ja die meisten Bahnhöfe in Österreich keine wirkliche Schnellzugtauglichkeit, traurigstes Beispiel in der Region ist ja der Bahnhof Attnang-Puchheim, wo bis dahin etwa 9 Gleise ohne Unterführung zu Fuss zu kreuzen waren und dazwischen die Züge durchpfiffen...

Wolfgang (SAGEN.at)
Mit Zitat antworten
  #18  
Alt 24.01.2011, 18:51
Benutzerbild von maex
maex maex ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 12.10.2009
Beiträge: 85
Standard AW: ÖBB wollen Regionalbahnen einstellen

Die Einstellung der Ybbstalbahn ist beschlossene Sache. Leider ist wiedereinmal von der hohen Politik ÜBER die Bevölkerung hinweggefahren worden. Die Abgehobenheit und Präpotenz der Politiker beunruhigt mich in der Zwischenzeit erheblich. Die Politiker behaupten geradeaus, dass die neue Buslinie im Ybbstal von der Bevölkerung überaus positiv angenommen wird. Genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn man die Menschen im Ybbstal fragt, was sie zur Einstellung IHRER Bahn sagen, dann erfährt man nur negative Statements dazu!!!

Mit der Ybbstalbahn stirbt wiedereinmal in einem Winkel der Welt ein Teil einer gewachsenen Struktur, ein Teil der regionalen Identität. Obwohl realisierbare Konzepte dem Land NÖ übergeben wurden, die einen Weiterbetrieb der Ybbstalbahn in sinnvoller Weise garantieren, wurden diese von den zuständigen Politikern nicht einmal ignoriert. Die Schließung dieser Bahn, die sogar Chancen hätte als Weltkulturerbe der UNESCO weiterzubestehen, ist beschlossene Sache. Obwohl sich der LH von Niederösterreich noch vor drei Jahren eindeutig FÜR den weiterbestand dieser Bahn aussprach, hat dieser sich jetzt vom Volk abgewendet und er vertritt eine Meinung, die 180 Grad konträr zu seiner früheren Meinung steht!

Auf der Trasse wird vermutlich ein Radweg errichtet, der in der Errichtung und im Erhalt genauso teuer ist, wie ein Weiterbetrieb der Bahn.

Die Verantwortlichen dieser Schließung beweisen eindrucksvoll fehlenden Weitblick. Hauptsache man „gewinnt“ einen Machtkampf GEGEN die Bevölkerung, GEGEN eine Initiative, die ein technisches Meisterwerk, welches seinesgleichen sucht, bewahren will. Unter dem Motto „Hinter uns die Sintflut“ soll die Suppe wer anderer auslöffeln!
Mit Zitat antworten
  #19  
Alt 24.01.2011, 19:17
Rabenweib Rabenweib ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.03.2009
Beiträge: 5.274
Standard AW: ÖBB wollen Regionalbahnen einstellen

dass der bus von der bevölkerung gut angenommen wird ist blödsinn.
im gegenteil, das gemeindeamt macht derzeit per gemeindezeitung werbung für den bus, sie bieten gratis- tageskarten für den bus an, damit die leute damit fahren.
mit diesen gratiskarten kann man zweimal im monat einen tag lang im ganzen mostviertel mit dem bus herumfahren.
witzig finde ich, dass auch ybbsitz am radweg mitzahlen soll, obwohl der radweg an ybbsitz VORBEI führt. *lach*
im vertrag steht was von: "die gemeinde verpflichtet sich"..... dabei müsste es ja eigentlich heissen: "im falle einer zustimmung verpflichtet sich die gemeinde..."

ich finde es BESCHISSEN (entschuldigt bitte das wort, aber genauso würd ich das auch jederzeit laut vor versammelten politikern aussprechen) daß die ybbstalbahn einfach abgeschafft wurde.

nicht nur meine kinder sind damit zur schule gefahren, sondern auch ich und mein vater als er noch zur schule ging.
ich erinnere mich an die lederriemen, mit denen man die fenster schliessen konnte, an die fahrten durchs ybbstal, die wunderschön und idyllisch waren, man konnte die ybbs betrachten und es war einfach eine wunderschöne strecke.

dazu kommt ja, dass es immer heisst: "zurück zur natur"- früher wurden mit der ybbstalbahn die molkerei-produkte nach waidhofen gebracht, weshalb die bahn ja auch den namen "schafkäs-express" hat.
es wurde holz transportiert, usw...

die molkerei hat dann zu gesperrt, das holz wird nun wieder auf LKW`s durchs tal gefahren und nun fahren auch noch stinkende busse durch unseren ort.
PFUIT DEIFI kann ich da nur sagen.

zum thema radweg: der muss auch erhalten werden!!!!
und: die radrennfahrer fahren sowieso auf der strasse und die paar leute die aus unserm tal nach waidhofen radeln, die kann man an einer hand abzählen.

ICH WILL DIE YBBSTALBAHN ZURÜCK!

und ich bin nicht die einzige.
wurscht wen ich frage, alle sind traurig, wegen der ybbstalbahn, aber es kämpfen nur noch wenige, weils eh zu spät ist.

http://www.facebook.com/pages/Wir-ge...57657590946927


liebe grüße, sonja
Mit Zitat antworten
  #20  
Alt 24.01.2011, 20:28
Benutzerbild von maex
maex maex ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 12.10.2009
Beiträge: 85
Standard AW: ÖBB wollen Regionalbahnen einstellen

Ich kämpf noch!
Mit Zitat antworten
Antwort

Stichworte
bahn, bundesbahnen, eisenbahn, nebenbahnen, regionalbahnen, stillegung, verkehr, ybbstalbahn, Öbb

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:11 Uhr.


©2000 - 2019 www.SAGEN.at