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  #21  
Alt 22.10.2007, 09:07
Solemio Solemio ist offline
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Hallo Wolfgang,

ich habe das Buch näher betrachtet und musste daraufkommen, dass Du Recht hast, es sind nämlich keine speziellen Stickereien, sondern Spitzen und haben somit mit meiner Arbeit nicht viel zu tun ( außer vielleicht, dass sie mit ganz feinen Nadeln gemacht werden sollten, aber diese Nadeln können auch Häkelnadeln sein- sogar sehr wahrscheinlich, dass sie Häkelnnadeln sind)...
Es gibt aber auch sogenannte Nadelspitzen- diese werden mit Sticknadeln gemacht und ich denke, die werde ich auch in meiner Diplomarbeit erwähnen müssen... aber die genaue Unterteilung fehlt mir noch. Ich befürchte sogar, dass das Thema viel zu umfangreich ist, um alle Facetten in einer Diplomarbeit erwähnen zu können... mal schauen.
Auf jeden Fall herzlichen Dank für die rasche Antwort- wenn Ihr etwas über ungarische Stickereien wissen wollt....

Liebe Grüße
Kati
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  #22  
Alt 22.10.2007, 11:16
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Standard AW: Vokskunst - Heimarbeit

Hallo Kati,

natürlich sind wir an ungarischen Stickereien interessiert! Magst du vielleicht eine kleine Dokumentation dazu für SAGEN.at zusammenstellen? Es muß oder soll ganz sicher keine hochwissenschaftliche Arbeit sein, sondern ein wenig Text mit ein paar Bildern, die dem Leser verdeutlichen was man sich alles unter der ungarischen Stickerei vorzustellen hat...

Überredet?

lg Berit
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  #23  
Alt 22.10.2007, 17:30
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cerambyx cerambyx ist offline
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Ausrufezeichen AW: Vokskunst - Heimarbeit

Zitat:
Zitat von Solemio
... es sind nämlich keine speziellen Stickereien, sondern Spitzen ...Kati
Könnten es etwa gar Klöppelspitzen sein ??? Die zeichnen sich ja durch einen speziellen Fadenverlauf und sehr feinem Material aus ...

Liebe Grüße
Norbert
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  #24  
Alt 24.10.2007, 20:15
Solemio Solemio ist offline
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Hallo Berit,
ja, das mache ich gerne, es wäre mir sogar eine Ehre, eine kleine Dokumentation über ungarische Stickereien hier im SAGEN.at zusammenstellen zu dürfen... ihr müsst Euch nur ein bißchen gedulden, es ist nämlich zur Zeit ziemlich viel los bei mir, es reicht gerade mal für kurze Nachrichten..(die ich übrigens sehr geniesse!

Lieber Norbert,
soweit ich weiß, kann man auf verschiedene Art und Weise Spitzen herstellen. Ich denke dabei an Klöppeln, Häkelnadel, man kann sogar Strickspitzen machen, geschweige denn Spitzen mit Sticknadeln oder die Kombination von verschiedenen Techniken....
Die "Teneriffa-Spitze" wird nach den Bildern des Heftchens mit einer schmalen und filigranen Häkelnadel aus sehr feinem Garn gemacht -darum dachte ich zuerst, es wäre eine Art Nadelspitze. Das Heftchen wurde übrigens in der Serie " Bibliothek DMC" von der Verleger "TH. De Dillmont" in Mülhausen (Elsass) herausgegeben. Jahreszahl steht leider nirgendwo, ich schätze aber, es wurde um die Jahrhundertwende oder in der Zwischenkriegszeit herausgegeben....( das lustigste an der Sache ist, daß ich das Heftchen vor ca einem Jahr in Ungarn in einem Antiquarium gekauft habe....)

Liebe Grüße
Kati
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  #25  
Alt 25.10.2007, 09:24
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Eine interessante, mir auffällige Beobachtung machte ich vor ca. 30 Jahren auf der Isola Maggiore im Trasimener See: dort saßen am bereits kühleren Nachmittag entlang der (einzigen) Dorfstraße die alten, schwarzgekleideten Frauen und - häkelten! Das Besondere für mich war die Art wie sie die zarten Nadeln hielten: gestützt auf zwei oder drei untenliegende Finger wurde die Nadel mit dem Daumen dagegengedrückt; die Häkelnadelspitze zeigte dabei ZUM Körper, das andere Ende somit vom Körper weg! Wie die Fadenführung erfolgte, kann ich mich nicht mehr besinnen ... die Geschwindigkeit der Maschenbildung war enorm, hierbei hatten die alten Damen auch noch Zeit, miteinander zu plaudern und auch mit uns Kontakt aufzunehmen. Sie arbeiteten teilweise auch "blind", also ohne auf das Werkstück hinzuschauen ...

Es waren ganz zarte Fäden und äußerst feine Häkelarbeiten, die hierbei angefertigt wurden. Ich kann mich noch erinnern, wie die Dolmetscherin unserer Gruppe eine hochnehmen durfte und - gegen einen dunklen Hintergrund - von uns betrachten ließ.

Liebe Grüße
Norbert

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  #26  
Alt 25.10.2007, 14:45
Solemio Solemio ist offline
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Ja, ja, das sagt mir etwas, ich denke, ich habe irgendwo schon mal darüber gelesen, daß in einigen Gegenden sehr wohl üblich ist, die Häkelnadeln weg vom Körper zu halten(oder gerade umgekehrt, Richtung Körper zu halten? Bitte, verzeiht mir, ich kann nicht häkeln) und dabei ... ich weiß jetzt aber leider nicht mehr, wo ich das gelesen habe.
Ich nehme aber an, diese alten Damen haben diese Art der Nadelführung von klein auf praktiziert, darum könnten sie sich nebensbei unterhalten (übrigens, ich sticke auch in die verkehrte Richtung, dh ich sticke weg von meinem Körper im Gegensatz zu meiner Großmutter, denn bei ihr schaut die Sticknadel zu ihr hin und die Arbeiten werden natürlich wunder-wunderschön plastisch..)
Ah, ich muss vielleicht dazufügen, daß ich weniger Kreuzsticharbeiten mache, sondern eher Plattsticharbeiten und in Ungarn ist es auch üblich, daß man den Abschluß mit dichten Schlingstichen in meistens roter Farbe abschließt.

oh je, ic muss jetzt aufhören, sonst könnte ich stundenlang darüber erzählen...

PS: vielen Dank für den bildhaften Bericht, ich fühle mich, als ob ich dabei gewesen wäre...
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  #27  
Alt 09.11.2007, 15:26
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cerambyx cerambyx ist offline
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Idee AW: Vokskunst - Heimarbeit

Auf eine Anfrage bei einem meiner Bilder über Kreuzstichstickerei möchte ich hier antworten (endlich - ich habe grade eine anstrengende Zeit):
Zitat:
Zitat von leinen
Hallo Herr Steinwendner,
Ihre aufwändigen Stickereien sind alle bis ins kleinste Detail exakt ausgeführt und ich bewundere Ihr Durchhaltevermögen. Auch ich versuche jetzt in der Pension traditionelle Muster in eigener Zusammenstellung auf Mühlviertler Leinen zu sticken, deshalb sind mir Ihre wundervollen Arbeiten aufgefallen. Für mich wäre interessant, welches Leinen (wieviel Fäden pro 10 mm) Sie für Ihre jeweiligen Stickereien verwenden?
Die gewählte Fadendichte des Leinens richtet sich nach:
  • dem Gegenstand, der entstehen soll und der späteren "Betrachtungsdistanz" (soll erstmal heißen: kleine Dinge = feines Leinen, große Fläche = grobes Leinen !)
  • der Struktur des Musters (zarte Inhalte oder grobe Ornamentik)
  • Geschmack des Stickers bzw. des Beschenkten ;-)
  • und ganz wichtig: dem Sehvermögen des Stickenden *ggg* derzeit plag auch ich mich trotz Lesebrille nimmer gern bei über 8 Fäden ;-)
  • Spanschachteln: bis 11 Fäden/cm ... je nach Schachtelgröße bzw. Durchmesser
  • Polster: 7 bis 8 Fäden (hier wirken oft grobe Strukturen sehr gut)
  • Tischtuch und Tischläufer, Vorhänge: 8 Fäden/cm (wirkt harmonischer bei gemeinsamer Benützung)
  • Wandbilder: 10 Fäden/cm

Ich hoffe, ich konnte damit die Frage zufriedenstellend beantworten ...
Achja, ich verwende ausschließlich Schlinggarne, da diese mit dem Leinen am besten harmonieren ... und am wenigsten "eindrehen" beim Sticken (Zöpfchen machen!) Dem kann man übrigens begegnen, wenn man nach wenigen Stichen die Nadel ein klein wenig "zurückdreht", um dem Eindrehen des Garnes zu begegnen - Feingefühl ist hier sehr gefragt!

Zur angesprochenen Haltung der Nadel: Beim Ebenseer Stich ist laufend ein Wechsel zwischen "zum Körper hin" und "vom Körper weg" je nach weiterem Musterverlauf notwendig - was bei kleinen Nadeln eine gewisse Fingerfertigkeit erfordert, wenn man nicht zu viel Tempo verlieren will ...

Klar ist: Zu langer Faden dreht sich mehr ein und wird leicht zum Ende hin schütter oder franst aus ! Es hängt auch von der "Härte" des Leinens ab, wie sehr der Faden beim Stickvorgang strapaziert wird. Die Härte wiederum verändert sich, wenn das Leinen bereits vor dem Sticken gewaschen wird (z.B. um das exakte Endmaß nach dem "Eingehen" zu kennen für Maßanfertigungen!).

Ich selber rechne immer mit (m)einem Erfahrungswert von 7% Schrumpfung - das klappt aber nur wenn man immer vom gleichen Produzenten (!) kauft.
Haslach im oberösterreichischen Mühlviertel ist für mich immer eine (Einkaufs)Reise wert !!

Ein fröhliches "Nadeln" wünscht
Norbert
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  #28  
Alt 11.11.2007, 18:49
leinen leinen ist offline
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Hallo Norbert,
danke für die rasche und ausführliche Antwort während dieser stressigen Zeit.
Ihrem letzten Satz kann ich gerne beipflichten - in Haslach Urlaub zu machen und in Helfenberg sich mit wunderbarem Stick-Leinen einzudecken war auch für mich ein schönes Erlebnis und wird mir auch wieder einmal eine (Einkaufs)Reise wert sein, auch wenn mein Anfahrtsweg etwas länger ist!
Herzlichst leinen
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  #29  
Alt 08.03.2009, 09:40
volker333 volker333 ist offline
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Hallo,
ich bin zufälligerweise auf diese Seite gestoßen und habe mich an Cerambyx Thread erinnert.
Zitat:
Auf eine Postkarte, ein Kuvert, in ein Album, auf die Haut, in eine Brieftasche. Das kleinste Kunstwerk der Stickerei bekleidet eine Briefmarke. Couturier dieses Kleides ist die Firma Hämmerle & Vogel aus Lustenau, alteingesessener Familienbetrieb und Sticker der Avantgarde. Hier werden die ausgefallensten Wünsche der Modekönige Wirklichkeit. Hier wurde eine Briefmarke gestickt, die man tragen kann. Das Leitmotiv der ungewöhnlichen Kreation ist das Edelweiß, Königin der Alpenblumen. Zum Pflücken echt heben sich Blütenkranz und Blütenpollen vom dichten Fadengrund ab. Der Zackenkranz der Briefmarke ist unzerstörbar wie der Mythos des Edelweiß. Sticken ist eine Kunst. Plastisch, wertvoll, zeitlos. Und Kunst kommt tatsächlich von können. Kunst ist das, was man kann.
Das Kleid der Briefmarke ist ein österreichisches Festkleid. Es wird das Datum seiner Erstausgabe tragen, aber nicht aus der Mode kommen. Es wird um die Welt gehen und eine Geschichte erzählen, die ganz ungewöhnlich ist: Welche Briefmarke trägt schon ein gesticktes Kleid? 2005 ist es eine Sonderbriefmarke Austria. Ihr Geburtsort ist Lustenau, Metropole der Vorarlberger Stickereiwirtschaft.
Was es nicht alles gibt. Also die Briefmarke habe ich noch nicht gesehen. Und dann wurde sie noch als Block ausgegeben. (?) Also den Block würde ich mal gerne sehen. Muss man die Briefmarken da rausschneiden oder einen kleinen Faden ziehen?

Gruß Volker
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  #30  
Alt 08.03.2009, 10:43
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Hallo Volker,

hier ist die Briefmarke noch mal in großer Abbildung. Man kann die Briefmarke mit Nadel und Zwirn auf den Brief nähen, für Notfälle klebt sie auch selbst wie ein Abziehbild.

Wolfgang (SAGEN.at)
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