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  #1  
Alt 09.01.2011, 15:02
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LS68 LS68 ist offline
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Cool Wandern durch das Bergische Land BRD/NRW

Hallo Zusammen,

Wer möchte mit mir einen Rundgang durch das "Bergische Land" machen ?
Die Anregung stammt von Ulrike ( alte Worte ). Vielen Dank.

Wir besuchen bekannte und geheime Orte, welche uns in die Vergangenheit und eventuell mit Ihrer Ausstrahlung auch zu uns selber führen.
Bekannt ist Schloß Burg, welche als Nachfolgerburg der Burg Altenberge erbaut wurde und trägt eigentlich den Namen Neuenberge. War zunächst Burg der Grafen von Berg. ( Graf Engelbert war einer der einflußreichste Personen mit kirchlicher und weltlicher Macht, wurde auch von seinem Vetter Graf von Isenberg in einem Holweg bei Hagen ermordet. Der Sohn des zu Köln geräderten Mörders erbaute die Burg Hohenlimburg bei Hagen) Nachdem der Schwede zu besuch war und die Burg zerschossen hat, wurde Sie nur noch als Jagtschloß verwendet. Daher der Name Schloß Burg. Als man die Burg nicht mehr Brauchte verkaufte man das Dach als Baumateriall. Nach langsamen Verfall wurde die Burg vom Kaiser WilhemII renoviert, da er mit den Grafen von Berg verwand war. Es wurde auch ein Museum eingerichtet, das leider 2 mal mit der Burg ausbrante.Der Burgbauverein kümmert sich nun um die Burg. Ich meine gelesen zu haben, das der letzte Graf von Berg, verwandt mit Napoleon I war und Du Mont hieß, standrechtlich erschossen wurde und das Bergische an Preußen viel.

Aus den Trümmern der Burg Altenberge entstand der Altenberger Dom. Im gegensatz zum Kölner Dom ist er für evangelische und katholische Mitmenschen gleicherseits gedacht. Es war ein altes Kloster, eine Schenkung der Grafen von Berg ( deren Begräbnistette dort auch ist) . Das Herz des Grafen Engelbert von Berg ist dort in einem Reliquienkasten verwahrt. Ein großes Fenster überdeckt das Eingangsportal. In der seitlichen Bruchsteinmauer sind auch Grabsteine / kreutze eingemauert. Besonders möchte ich noch den Gewürzgarten erwähnen und den Parkplatz, hinter dessen Bäumen sich der Bach ( glaube Dühn ) ca 6m breit durchlaufen läßt.

Wenn wir schon mal beim Wasser sind , geht es nun weiter zur Eschbachtalsperre, eine der höchsten ( Staudamm ) und frühesten Trinkwasser talsperren Deutschlands. An der Staumauer steht ein bronzener Kopf ( ich glaube von Herrn Eifel , dem erbauer der Müngstener Brücke und des Eifelturmes) Es befindet sich ein altes Sünekreutz oberhalb des Wanderweges ( dort befand sich eine alte Heeresstraße, auf welcher ein Bote erschlagen und ausgeraubt wurde. Die Mörder wurden gefaßt und gerichtet.

Lennep war einst Hauptstadt des "Bergischen Landes" und der Tuchindustrie
und hatte auch ein Kloster ( nach dem wiederaufbau fand man dort einen Blindgänger und mehere Babyskelette ( also so From waren`se dann doch nicht) wurde mir von älteren Kollegen der Bauunternehmung Hackländer erzählt ) Die Famielie von der Heyd / Wülfinghoff ( Tuchmuseum) und Röntgen (Röntgenmuseeum) müssen unbedingt noch erwähnt werden. Im ehemaligen Hallenbad ( jetzt Jugendheim ) befindet sich eine ca 1m hohe Einfriedung eines unterirdisch laufenden Fluß richtung Wuppersperre. So war es auch möglich, das an der gegenüberliegenden Grundschule ein alter Gullideckel mit Preußenadler in 4 m tiefe gefunden wurde. Lennep hat eine schöne Altstadt, aber die Anzahl der lehrstehenden Geschäfte steigt von Jahr zu Jahr, weil Remscheid in seinen Zentren mehr zu bieten hat. ( z.B. ALLEE-Center)

Remscheid ist ein Zusammenschluß meherer kleiner Ortschaften , hat also im gegensatz zu Lennep keinen harten Kern. Remscheid ist eine Werkzeugmetrople ( Mannesmann, Vaillant, Gedore, Edscha, Keiper-Recaro ( Sitze) , Sägen , Thyssen, Krupp). Hier gibt es viele Fabrikantenhäuser, vorallem in der Südstadt. Auch am heutigen Busbahnhof standen viele Villen aus Fachwerk, die den Krieg nicht überlebt haben.

Zu guter letzt möchte ich Euch noch den Steffenshammer, das Heimatmuseum / Werkzeugmuseum und das Mahnmal für gefallene Soldaten " Heilig Land " (in Rheinshagen hinter dem Stadion ) ans Herz legen

Meine Favoriten sind der Altenberger Dom, das Mahnmal " Heillig Land " und die Bewertalsperre ( Bergisch Born,Trinkwasser, man darf dort campen und Schwimmen)

Hätt ich doch glatt noch die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands ( weil das Tal so tief ist ) vergessen. Dort wurde in den letzten Jahren wirklich viel für den Touristen geschaffen. Es ist so toll da, das es schwer ist dort am WE einen Parkplatz zu finden. Muß jeder gesehen haben.Dort standen einst 3 Hammerwerke. Darunter der Hammer der Familie Halbach --> Krupp von Bohlen und Hallbach.

So daß hab ich mir in meinen Halbwissen gradmal ohne Nachschlagewerk aus dem Arm geschüttelt. Fotos Gibt es unter Fotocommunity. de und im Netz.
Hab hier auch noch ein kleines Suchspiel eingebaut : wieviele Rechtschreibfehler stecken in diesen Text !!! ( kleiner Scherz )
Alles Gute Euer Lars

Geändert von LS68 (09.01.2011 um 21:47 Uhr) Grund: Rechtschreibung
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  #2  
Alt 09.01.2011, 19:01
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Hallo Lars, das ging aber schnell. Alles sehr interessant, habe aber keine Lust,
die Fehler zu zählen. Hauptsache ist doch, daß ich alles verstanden habe.
Den Dom kenne ich von einem Ausflug mit meiner Kirchengemeinde, über die
Müngstener Brücke stand (glaube ich) auch schon hier im Forum etwas unter:
höchste Brücken. Früher war ich mal im: Ittertaler Märchenwald, existiert er noch? Die Mordgeschichte ist mir bekannt, denn der
Graf von der Mark war der "Herr" meiner Heimatstadt Schwerte und lag immer
im Kampf mit dem Kölner Erzbischof . Dritter im Bunde war die Freie Reichsstadt
Dortmund. Zwei gegen Einen wurde gekämpft in wechselnder "Partnerschaft" -
das alte Lied! - Ulrike
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  #3  
Alt 09.01.2011, 19:29
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Standard AW: Wandern durch das Bergische Land BRD/NRW

Vor 22 Jahren war ich auch im Märchenwald, ich denke mal das der Dom genügend Besucher anlockt um den Betrieb des Märchenwaldes aufrecht zu erhalten.
Alles Gute Lars
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  #4  
Alt 03.03.2012, 11:22
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Standard AW: Wandern durch das Bergische Land BRD/NRW

Anhang :
Graf Adolf I erhielt burg Altenberg als Lehen.
In einer Schlacht ging sein Bruder verloren, kam aber nach einigen Jahren als Mönch zurück. Glücklich über die wiederkehr seines Bruders, schenkte er den Zistersiensern Burg Altenberg, die erbauten den Altenberger Dom und trugen die Burg ab. Er selbst erbaute die Burg Neuenberge . Im altenberger Dom gab es eine Sage, daß eine weiße Rose auf dem Stuhl der in 3 Tagen versterbenden Mönche liegt. Eine weiße Roseblüte war das Wappen der Grafen von Berg.
2 Jahrhunderte später starb Graf Adolf der V und sein Bruder Engelbert, der damals ein mächtiger Würdenträger der kirchlichen und weltlichen Macht war erbte alles. Graf Adolf V hinterließ eine nicht erbberechtigte Tochter, welche mit Graf Isenbert verlobt war. Dessen Vater wollte warscheinlich Engelbert in Hagen zur rede stellen. Das mißlang ihm aber gründlich und Engelbert wurde auf der Flucht ermordet. Graf Isenberg fiel in den Bann, verlor einen Großteil seines Landes und wurde von seinen Freunden fallen gelassen. Der Mord war 1225 und schon ein Jahr später wurde Graf Isenberg in Köln gerädert. Weil der Name nun einen so schlechten Ruf hatte nahm die Famielie den Namen einer anderen eigene Besitzung an und zwar Limburg.
Die Tochter des verstorbenen Graf Adolf V von Berg, als einziege Blutsverwante des Hauses Berg, inzwischen verheiratet mit dem Sohn des hingerichteten, brachte wiederrum die Grafschaft Berg in Limburger besitz. (Teoretisch hat der Bräutigam vom Schwiegervater geerbt) Das Wappen der Grafen von Limburg / zuvor Isenberg war ein aufsteigender Löwe, das heutige Wappen des Bergischen Landes.
Nach dem sie auf die Burg Neuenberge gezogen ist, nahm Ihre Famielie wieder den Namen - von Berg - an. Ihr Schwager versuchte lange die durch den Bann verloren gegangenen Länderreien zurück zuerhalten und wurde von den Grafen von Berg stark unterstützt. Aber es kam zum Krieg mit Köln. Er erbaute sich die Burg Hohenlimburg und verbündete sich mit der Stadt Dortmund. Dann kam es zu der Schlacht bei Worringen, die Grafen von Berg standen dabei auf der Siegerseite. Düsseldorf wurde als Grenzposten der Grafschaft Berg geründet. Deshalb sind die Kölner und die Düsseldorfer leicht angefeindet.
Meines wissens war der letzte Graf von Berg, der seinen Namen französisiert hatte ( du mont, oder so) ein Schwiegersohn von Napoleon I und wurde Von den Preußen standrechtlich erschossen und das bergische Land viel als Kriegsbeute an Preußen.

Geändert von LS68 (04.03.2012 um 00:47 Uhr)
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  #5  
Alt 03.03.2012, 11:47
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Unglücklich AW: Wandern durch das Bergische Land BRD/NRW

Na,sowas,
ich hatte aus der Errinnerrung herraus geschrieben.
Als Quelle den " Rheinlands Wunderhorn" 15 Band.
Die Sage stimmt in wichtigen teilen nicht mit der Wirklichkeit überein.
Weil ich den Text aber auch nicht löschen möchte, kann jeder , der sich dafür interesirt, in wikipedia nachlesen wie es wirklich war. Eingabe : schloß burg oder neuenberge.
Nichts für ungut, Lars
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  #6  
Alt 03.03.2012, 11:58
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Wenn man jetzt wieder unter Wappen bergischer Löwe bei Wikipedia nachkuckt stimmt die Sache wieder im großen und ganzen.
Die Sage (Friedrich, Graf von Isenberg) muß also wesentlich später aufgeschrieben worden sein.
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  #7  
Alt 03.03.2012, 20:29
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Wandern durch das Bergische Land BRD/NRW

Lieber Lars,vielen Dank!
Ich habe ein Buch gelesen:5o Jahre fest im Sattel, von dem Iserlohner
Ernst Dossmann ( ein bedeutender Heimatforscher ), er schildert das
Leben des Engelbert III. von der Mark. Dieser wurde der "Streitbare"
genannt u. war wohl die 6. Generation nach dem Mord. Der ermordete
Erzbischof wurde auch der "Heilige" genannt, obwohl er alles andere als das
war. Immer schon stand das Erzbistum Köln gegen die Märker, wir
haben immer noch die" Religionsgrenze"(Spaß!) Ich wohne in einer Stadt, die
von den Märkern das Stadtrecht bekam und fast vollständig nach der Reformation zum "neuen Glauben" wechselte.
Wir sagen noch heuer "das schwarze Sauerland", meint das zum Kölner
Bistum gehörige katholische Land. Die freie Reichs- und Hansestadt Dortmund
hatte einen Sonderstatus. Möchte hier mal bemerken, daß Dortmunder Kaufleute
die englische Königskrone als Pfand bekamen für einen" Riesenkredit".
Für die einfachen Menschen hieß es: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Die
Religion bestimmte der Landesherr.
In Hörde steht die berühmte Stiftskirche, die alte Burg und man findet den
neuen Phönixsee (alte Industriebrache). Früher hatte "der Märker" dort
seinen Grenzort zu Dortmund, heuer gehört es als Stadtteil zur nahen
Großstadt. Diese Geschichte finde ich interessant, ob es auch unsere
Österreicher anspricht? Jedenfalls habe ich bisher kein vergleichbares Forum
z.B. für unsere Region gefunden! Ich finde, daß man überall auf historische
Spuren stößtund Geschichte wachhalten soll (negatives u. positives) für
die nächste(n) Generation. Ich stelle da immer wieder große Lücken fest
(bin allerdings auch keine "Fachfrau" oder Pädagogin)-nun schweife ich mal
wieder ab.- Herzliche Grüße aus dem Land der "Spökenkieker" von Ulrike
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  #8  
Alt 04.03.2012, 00:37
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Standard AW: Wandern durch das Bergische Land BRD/NRW

habe mal nachgeschaut in Hermann Gote Stamtafeln :
Graf Adolf v. Berg regirte von 1189-1218
Engelbert der Heilige, Erzbischof von Köln, Graf von Berg 1218-1225
Friedrichvon Isenberg 1242-1226 verheiratet mit magaretha Herzogin von Limburg , in Köln hingerichtet
Graf Heinrich (Herzog von Limburg) Graf (verheiratet mit Irmgard) von Berg
1225/6-1247
Graf Dietrich I von Limburg 1242-1297
Hohenlimburg- Johan ?
Graf Didrich von Hohenlimburg II 1280-1322
es spricht viel dafür, das die Sage stimmt.
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  #9  
Alt 29.11.2014, 10:20
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Wandern durch das Bergische Land BRD/NRW

In dem neuen Heft: Ergste und wir - eine interessante Bürgerzeitschrift mit
vielen historischen Aufsätzen - geht es noch einmal um die Geschichte der
Grafschaft Mark (meine Heimat). Erwähnt wird. dass die jüngere Linie der
Grafen von Altena die Burg Mark/ Hamm erwarben und danach den
Grafentitel von der Mark annahmen. Nach dem Mord an dem Erzbischof
Engelbert von Berg (ein mächtiger Mann neben Kaiser und Papst, nämlich
Reichsverweser und Kaiserberater/Friedrichs II von Hohenstaufen) wurde der
Mörder- von Isenberg- grausam gerichtet. Graf Adolf von der Mark
(übrigens ein Vetter des Mörders)konnte die Mark retten, das Haus Altena
wurde konfisziert, der Name ausgelöscht. Der Sohn des Mörders stellte
allerdings Erbansprüche, er nahm den Namen seiner Mutter an: von Limburg
(ein Herzogtum westl. von Aachen). Er bekam minimale territoriale Rechte
und baute das Schloss Hohenlimburg (heute in Hagen/Westf.).
Viel interessantes unter www.heimatverein-ergste.de
Dieser Ort am südlichen Ruhrufer gehört allerdings nicht zum Bergischen
sondern zum Sauerland. -Ulrike
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  #10  
Alt 30.11.2014, 16:00
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von dieser Seite gefällt mir die Geschichte von Gut Brenne und Althoff auch sehr gut. http://www.heimatverein-ergste.de/main.php?q=art12
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