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  #221  
Alt 12.04.2018, 12:41
zuma zuma ist offline
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Registriert seit: 10.04.2018
Beiträge: 3
Standard AW: Lieblingsgedichte

Am fünftausendsten Abend unsrer Liebe
Bin ich noch immer so schüchtern wie einst:
Beflecke meine weißen Handschuh mit dem Blau
Zu feucht gepflückter Glockenblumen
Und ersticke ungeschickt die Lerche
Die ich dir mitgebracht in meiner Tasche
Noch immer weiß ich nicht wie ich dir lächeln soll
Um die Traurigkeit meines Glücks zu verstecken
Und wenn ich dich umarmen will
Werf ich die Sonne um
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  #222  
Alt 05.10.2018, 20:14
zzeldaa
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Lieblingsgedichte

Evas Klage
(von Richard Dehmel)

Stern im Abendgrauen,
laß dein bleich Erschauern;
laß micht endlich ruhig
heim gen Eden trauern.

O Eden, mein Eden,
Garten meiner Träume,
warum gab mir Gott den Anblick
deiner Frühlingsträume!

Deine Sommerfluren
hat er nicht behütet;
in den stolzen Garben
hat der Blitz gewütet.

In dein Herbstgefilde
ist der Sturm gekommen,
hat mir von den Ästen
Frucht um Frucht genommen.

Warum sang der Frühling?
sang von seligem Wandern
nur auf Blumenauen,
sang von einem seligen Andern!

Ach, er kam, der andre,
kam mit Glut und Flammmen
über meinen Blumen
schlugen sie zusammen.

Lachend aus der Asche
hat mich getragen.
In der kalten Fremde
hat ihn Gott erschalgen.

Winter ist geworden
Ach, ich möchte weinen.
Aber seine Seele
lacht noch in der meinen.

Still af seinem Grabe
muß ich warten, warten;
meine Kinder irren
suchend nach dem Garten.

O mein Garten Eden,
verlorenes Eedn,
o Eden, mein Eden,
stehst du denn noch offen?
Bis zur letzten Stunde
will ich auf dich hoffen!

Magst du, Gott, mich töten,
mag mein Trum verglühen,
aber meinen Kindern muß er
neu erblühen! ----

Laß dein bleich Erschauern,
Stern im Abendgrauen!
Endlich kann ich ruhig
heim gen Eden schauen.

Magst du, Stern, versinken,
mag ich selbst vergehen:
Meine Kinder werden
Eden wiedersehen.
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  #223  
Alt 19.12.2018, 08:57
alterego alterego ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 04.08.2007
Beiträge: 582
Standard AW: Lieblingsgedichte

Advent

ADVENT….. das ist ein schöner Klang
ein Wort fast wie ein Gebet
so wie ein Engelchorgesang
den lang nach Sonnenuntergang
der Nachtwind herüberweht.

ADVENT…..das ist ein zartes Licht
als ob eine Kerze brennt
ein Wort, das sich so leise spricht
fast wie ein Kindertraumgedicht
doch wie schreiben wir dieses….ADVENT?

A wie abgekämpft….abgehetzt
Aktionsangebot und alles zuletzt
Anstrengung, Anspannung, Angst allein
A….wie ganz außer Atem sein.

D wie Drängen…..es drängt die Zeit
und Weihnachten – Himmel – ist nicht weit
drunter und drüber und dies und das
Dauerstress ohne Unterlass!

V wie Vortäuschen….und überhaupt
irgendwas vormachen, was man nicht glaubt
V….wie Verschwenden, Vergeuden, Vergessen
Völlegefühl vom Viel-zu-viel-Essen!

E wie Eile….in Eile sein
erschöpft in das Einkaufscenter hinein
was Exklusives, was echt keiner hat
mit eigenem Echtheitszertifikat!

N wie Nerven….die Nerven verlieren
dieser ADVENT geht mir voll auf die Nieren
und noch und noch….und noch viel mehr
ach wenn doch endlich Neujahr wär!

T wie tausenderlei Termine
Torschlusspanik….ob ich so viel verdiene
wie viel ich für den Trubel brauch?
T…wie Trott…wie Trostlos auch!

Das alles steckt in diesem Wörtchen ADVENT
und der Zeiger der Weihnachtsuhr rennt und rennt
und du musst nur ein bisschen stehen bleiben
dann kannst du das Wort auch ganz anders schreiben!

A wie Andacht, Aufmerksamkeit
achten auf Andere, allezeit
auch wenn die Anderen anders sind
anders war auch jenes göttliche Kind!

D wie Demut….Dankbarkeit
dankbar für Licht in der Dunkelheit
D wie Datteln, Duftkerzenduft
D wie….Da-sein, wenn DICH einer ruft!

V wie Vergeben, Versöhnen, Versteh’n
ganz ohne Vorurteil durchs Leben geh’n
V wie….ein Vogelhäuschen bau’n
so wie die Kinder – völlig vertrau’n!

E wie Erwartung, wie echtes Empfinden
E wie….die Engherzigkeit überwinden
und wie….Erbarmen….und für jeden Gehör…
E wie….ein Fingerhut Eierlikör!

N wie Nachbar…den Nächsten lieben
Nüsse im Ganzen – und Nüsse gerieben
Nachsicht, Nachgeben und obendrein
nie wieder irgendwem nachtragend sein!

T wie Tränen trocknen und trösten
tauet Himmel, den Erlösten
T wie Traum und wie…Toleranz
und Tannenbäumchen-Lichterglanz!

ADVENT…..das ist ein schöner Klang
ein Wort fast wie ein Gebet
so wie Engelschorgesang
den lang nach Sonnenuntergang
Der Nachtwind herüberweht.

ADVENT… und jetzt liegt es wohl an dir
der diesen Begriff buchstabiert –
ob aus dem ADVENT, diesem Wörtchen hier
auch wirklich WEIHNACHTEN wird.


Ich wünsche euch ein wunderschönes Weihnachtsfest,
viele unvergessliche Momente mit denen, die euch nahe sind
und dass im neuen Jahr der eine oder andere Wunsch in Erfüllung geht.

alterego
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