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  #1  
Alt 27.03.2014, 15:43
ulli292 ulli292 ist offline
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Beiträge: 86
Standard Hausarbeit damals und heute

Eben ist mir wieder das Schulkochbuch meiner Oma (Geburtsjahrgang 1923) untergekommen, und beim Herumblättern sind mir besonders die Kapitel zum Thema diverse Hausarbeiten aufgefallen. Ich dachte, dass das ein gutes Thema für dieses Forum wäre. Ist jemand interessiert?

Kapitel aus diesem Teil:

Das Feuer
Das Aufwaschen und Aufräumen in der Küche
Einiges über Verwendung des Kochgeschirr
Die Wäsche
Die Kochkiste (fand ich besonders interessant)
Berechnung des Küchenzettels
Das Aufstellen des Küchenzettels
Täglicher Küchenzettels für die vier Jahreszeiten
Allgemeine Kochregeln
Das Tischdecken und das Verhalten bei Tisch

Danach kommen die Kochrezepte.

Wenn jemand mehr wissen will, einfach Bescheid sagen und ich kann die Seite (ist in deutscher Schrift gedruckt) abschreiben.
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  #2  
Alt 27.03.2014, 19:04
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Zitat:
Zitat von ulli292 Beitrag anzeigen
... und beim Herumblättern sind mir besonders die Kapitel zum Thema diverse Hausarbeiten aufgefallen. Ich dachte, dass das ein gutes Thema für dieses Forum wäre. Ist jemand interessiert?
Ich habe etliche Haushaltsbücher: eins von 1904 (für "bessere" Haushalte), zwei aus den 1950er Jahren und das DDR-Standardwerk "Die Frau" von 1961 (in dem natürlich nicht nur der Haushalt behandelt wird). Bei entsprechenden Fragen kann ich daraus gerne auch Kostproben liefern.
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  #3  
Alt 27.03.2014, 21:47
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Beispiele sind natürlich sehr willkommen, etwa die "Kochkiste" klingt spannend!

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #4  
Alt 28.03.2014, 08:10
ulli292 ulli292 ist offline
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Beiträge: 86
Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Aus "Dr. Oetker's Schulkochbuch", 2. Auflage (1927), S. 10

"Die Kochkiste.

Das Geheimnis der Kochkiste beruht auf der Lehre von den schlechten Wärmeleitern.
Man nimmt zur Herstellung der Kiste am besten eine kräftige Holzkiste, möglichst ohne Ritzen. Es läßt sich aber auch ein Korb verwenden, wenn man ihn innen mit einem dicken Tuche oder einem Wachstuche bekleidet.
Der Deckel des Topfes muß gut schließen. Am besten benutzt man Kochkistentöpfe, die in Haushaltungsgeschäften erhältlich sind. Unter dem Topfe muß eine 8 - 10 Zentimeter dicke Lage Heu, Holzwolle, Stroh, Späne oder dergl. festgedrückt werden. Der Topf wird mitten darauf gestellt und ringsum mit Holzwolle festgestopft. Wer es anwenden kann, legt einen Wollstoff über die ganze Fläche der Kiste und schneidet den Stoff über dem Topfe sternartig ein. Dann wird der Topf herausgenommen, die Tuchläppchen in die Öffnung geschoben und der Stoff rings am Kistenrande unter einem Bande oder einer Leiste befestigt. Der Kistendeckel wird auch 8 Zentimeter dick gefüllt und mit Stoff bezogen. Wenn der Deckel flach aufliegt, muß dieses Kissen in der Kiste noch Platz haben. Die Hauptsache ist, daß die Hitze zusammengehalten wird. Man schließt die Kiste möglichst mit einem Schlosse, denn sobald sie geöffnet wird, kocht es im Topfe nicht mehr weiter, und der feste Verschluß ist die Hauptsache.
Man kocht nun das, was in der Kiste gar werden soll, auf Gas-, Petroleum- oder Spirituskocher oder auf dem Herde 1/4 bis 1/2 Std. vor und setzt es in die Kiste. Nach einigen Stunden ist alles gar. 10 Min. vor dem Einsetzen des Topfes in die Kiste darf der Deckel des Kochtopfes nicht mehr gehoben werden; denn der Dampf trägt wesentlich zum Gelingen dieser Kochart bei.
Im allgemeinen richtet sich derjenige, welcher die Kiste benutzt, nach den gewohnten Kochvorschriften. Alles, was schwer weich wird, z. B. Hülsenfrüchte, Sauerkraut, Steckrüben, kann am Abend angekocht und über Nacht in die Kiste gestellt werden (oder man muß es 3/4 Std. des Morgens vorkochen.) Am Morgen kocht man das Gericht dann nochmals mit Fleisch und Kartoffeln 20 min. und stellt es wieder in die Kiste hinein. Zu Kohlrabi, Blumenkohl und dergl. kocht man die Soße, legt das geputzte Gemüse roh hinein, kocht 15 Min. vor und stellt es dann ein. Wer mittags Zeit hat, kann Kartoffeln, Bratwurst und dergl. in der letzten halben Stunde noch auf Gas oder Herd fertigstellen. Am wichtigsten ist die Kiste für die Frau, welche nur morgens einige Stunden Zeit für ihre Häuslichkeit findet und nicht immer pünktlich mittags zu Hause sein kann. Da findet der Mann das Mittagbrot in der Kiste und braucht nicht zu warten.
Immerhin sollte die Kochkiste nicht regelmäßig benutzt werden, weil durch das lange Kochen der Nährstoff- und Vitamingehalt der Speisen leidet."

Hier noch ein Link zum WIKIPEDIA - Artikel zu den Kochkisten, die zu Beginn des 20. Jh. wohl sehr häufig in Gebrauch waren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kochkiste
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  #5  
Alt 28.03.2014, 09:21
Babel Babel ist offline
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Beiträge: 7.980
Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Nach dem 2. Weltkrieg wurden Kochkisten verwendet, weil wegen der ständigen Stromsperren (und Kohlen gab es viel zu wenig) nur zeitweise der Herd in Betrieb genommen werden konnte. Es gab Leute, die eine richtige Kochkiste hatten. In anderen Familien – auch bei uns – fabrizierte man selbst eine.
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  #6  
Alt 28.03.2014, 14:57
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Beiträge: 2.559
Standard AW: Hausarbeit damals und heute

Früher Haushaltsschule - später Berufsfachschule - heute Berufskolleg ...
Meine Zeit auf der "Frikadellen- bezw. Puddingakademie" währte 2 Jahre
und war eigentlich meine schönste Schulzeit. Nach der damals 9jährigen
Volksschule (heuer Hauptschule und 10 Jahre) konnte man mittlere Reife
und Fachabitur dort erlangen. Die Schule war angelegt für Hauswirtschafterinnen,
Sozialarbeiterinnen, Erzieherinnen usw. Damals noch eine reine Mädchenschule,
heuer finden sich auch Jungen z.B. für Sozialpädagogik dort. Die praktischen
Fächer(Handarbeit!) werden auch weniger vermittelt als damals - wir hatten noch
Schulgarten, Waschküche, Kochküche, Vorratsraum, Dachboden zum
Wäschetrocknen usw. Genauso gab es aber Unterricht in allen wichtigen
theoretischen Schulfächern . - Zum eigentlichen Thema: Wir hatten ein
Buch: Haushaltsführung und -pflege, leider besitze ich es nicht mehr.
Hat hier jemand vielleicht auch eine "Haushaltsschule" besucht und berichtet
darüber, fände ich interessant! Viele Grüße von Ulrike
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