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  #11  
Alt 31.12.2014, 11:47
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Mein Lieblingsfriedhof

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
Üblich ist es auch, ein
Holzkreuz mit Namen aufzustellen, bevor der teure Grabstein fertiggestellt
ist und später folgt. Dies meistens erst, wenn der Erdhügel eingeebnet wird.
-Ulrike
Das ist vermutlich überall so, wo Steine aufgestellt werden. Angeblich muß sich die Erde erst einige Zeit "setzen", damit sie unter dem Gewicht des Steins nicht einsackt. In Gschnaidt (Allgäu) gibt es einen Wald der Sterbekreuze, wo die hölzernen Provisorien der Umgebung aufgestellt werden.
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  #12  
Alt 31.12.2014, 14:59
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Standard AW: Mein Lieblingsfriedhof

In Friedhöfen mancher Regionen überwiegen die Eisenkreuze.

Hier dürfte es auch vom Vorhandensein eines Kunstschmiedes abhängen, wie am Beispiel Helfenberg in Oberösterreich, wo es sehr viele solcher Kreuze gibt.

Auch entlang der so genannten "Eisenstraße" in Niederösterreich sind sie Tradition. Da gibt es sogar Metall-Grabmale.

Immer öfter gehören Holzkreuze zum Begräbnis dazu. Sie werden nicht erst nachträglich eingesetzt.

Meist ist nur ein kleines Namensschild darauf. Selten so wie hier in Reichenau im Mühlkreis eines mit den gesamten Daten und einem Bildchen. Mit einer später angefügten Holzeinfassung bleiben sie oft lange stehen. Leider werden sie dann oft nur in eine Ecke gelehnt und nicht wie schon gezeigt gar in einen „Wald“ integriert.
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helfenberg (2).jpg   Frdh Gaming (1).JPG   Susanne v Almassy (28).JPG   Reichenau im Mühlkreis (19).JPG  
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  #13  
Alt 31.12.2014, 15:06
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Standard AW: Mein Lieblingsfriedhof

Zitat:
Zitat von Babel Beitrag anzeigen
Angeblich muß sich die Erde erst einige Zeit "setzen",
Nachdem das Volumen der aufgegrabenen Erde größer ist, als das der zuvor gefestigten, würde auch ein Krater entstehen, wenn man den Hügel zu früh ebnet und man müsste wieder Erde herbei schaffen.
Am schnellsten "setzt" sie sich nach ausgiebigem Regen.
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  #14  
Alt 31.12.2014, 15:52
Babel Babel ist offline
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Zitat:
Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
Nachdem das Volumen der aufgegrabenen Erde größer ist, als das der zuvor gefestigten, würde auch ein Krater entstehen, wenn man den Hügel zu früh ebnet und man müsste wieder Erde herbei schaffen. Am schnellsten "setzt" sie sich nach ausgiebigem Regen.

In Friedhöfen mancher Regionen überwiegen die Eisenkreuze.

Hier dürfte es auch vom Vorhandensein eines Kunstschmiedes abhängen ...
Aha! So bewandert bin ich nicht in der Friedhofspraxis.

In Bayern (Oberbayern und Bayer. Schwaben) sind die schmiedeeisernen Kreuze häufig, auch hier oft weit in der Überzahl. In dem Dorf Rabenden z.B. (Kreis Traunstein, Oberbayern) sind nur Eisenkreuze erlaubt (1). Oft ist vor lauter Verzierung kaum noch zu erkennen, daß es ein Kreuz ist sein soll (2). An Kunstschmieden scheint da kein Mangel zu sein.

Gußeiserne Kreuze dagegen kenne ich kaum; die ersten, die ich überhaupt gesehen habe, stehen in Les-Rues-de-Vignes (3), Picardie/Ostfrankreich (Foto von 1990). Ihre Zeit ist vorbei, und sie scheinen mir heute eher als verrosteter Müll in irgendwelchen Friedhofsecken rumzustehen als noch gepflegt auf Gräbern.
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1.jpg   2.jpg   3.jpg  
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  #15  
Alt 31.12.2014, 17:06
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Standard AW: Mein Lieblingsfriedhof

Zitat:
Zitat von Babel Beitrag anzeigen
Aha! So bewandert bin ich nicht in der Friedhofspraxis.

Gußeiserne Kreuze dagegen kenne ich kaum; Ihre Zeit ist vorbei, und sie scheinen mir heute eher als verrosteter Müll in irgendwelchen Friedhofsecken rumzustehen als noch gepflegt auf Gräbern.
Ist bei jedem Loch so, das man auf und wieder zu gräbt .

Mir tut leid um sie, nicht nur weil sie für mich ein gewohntes Bild waren, sondern weil sie auch eine gewisse Schlichtheit vermittelten. Sie stammen eben aus einer Zeit, wo man nicht zeigen musste, dass man mehr hat als der Nachbar .
In meinem Heimatort dürften sie doch immer noch gesammelt und wieder vergeben werden. Vereinzelt tauchen sie frisch gestrichen auf neuen Gräbern auf. Auch als Marterln sind sie hier in der Gegend häufig.
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IMG_8244.jpg   IMG_0736.jpg  
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  #16  
Alt 31.12.2014, 17:40
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Mein Lieblingsfriedhof

Zitat:
Zitat von Elfie Beitrag anzeigen
Ist bei jedem Loch so, das man auf und wieder zu gräbt .

Sie stammen eben aus einer Zeit, wo man nicht zeigen musste, dass man mehr hat als der Nachbar .
Mein Gärtle ist zu winzig, als daß ich Veranlassung hätte, darin Löcher auf- und wieder zuzugraben.

Na, ich weiß nicht – zur gleichen Zeit gab es genug Gräberpracht und -prunk. Es war wohl mehr eine Frage, wie groß der Ort war und wieviele Großkotzige man da übertrumpfen mußte.
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  #17  
Alt 01.01.2015, 14:32
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Mein Lieblingsfriedhof

Zitat:
Zitat von Babel Beitrag anzeigen
Na, ich weiß nicht – zur gleichen Zeit gab es genug Gräberpracht und -prunk. Es war wohl mehr eine Frage, wie groß der Ort war und wieviele Großkotzige man da übertrumpfen mußte.
Der Ort war klein, es war aber auch so, dass ein paar VIPs neidlos akzeptiert wurden und die hatten eben das Größere und Schönere von allem. Der Doktor, der Tierarzt, der Viehhändler, der Lagerhausverwalter ... freundliche Menschen, die geachtet wurden. Die hatten auch die ersten "Wägen". Ein paar Autos gab es ja, hauptsächlich VW-Käfer. Ein Wagen war, wo´s hinten und vorne weit rausging . Die wurden neidlos bestaunt. Der erste solche war ein Ford Taunus, das ganze Dorf ist Kopf gestanden. Das führt vom Thema weg, aber irgendwie gehört es dazu, denn furchtbar wurde es erst, als sich "ihresgleichen" übertrumpfen wollten. Im Friedhof wie im Schrebergarten.

Ich hatte leider den Beitrag von Drestner übersehen: ein sehr interessanter Link zu einer wichtigen Initiative - danke.
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  #18  
Alt 01.01.2015, 21:09
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Der "Wald der Kreuze" ist ja sehr berührend. - Habe heuer bei unserem Steinmetz am Friedhof einige provisorische Holzschilder mit Namen herumliegen gesehen,
er nimmt sie also fort, wenn er die Steine stellt. Es gibt also nicht nur
Kreuze für diesen Zweck. Vielleicht werden sie wiederverwendet - oder
zu Brennholz? Keine Ahnung, könnte ja einfach mal fragen, wenn es
interessiert. -Ulrike
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  #19  
Alt 02.01.2015, 15:37
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Dresdner Dresdner ist offline
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Standard AW: Mein Lieblingsfriedhof

Elfie schrieb:
Zitat:
Nachdem das Volumen der aufgegrabenen Erde größer ist, als das der zuvor gefestigten, würde auch ein Krater entstehen, wenn man den Hügel zu früh ebnet und man müsste wieder Erde herbei schaffen.
Am schnellsten "setzt" sie sich nach ausgiebigem Regen.
Erdbestattung und Wasser sind ein zweischneidiges Schwert.

Der Hügel "ebnet" sich nicht nur durch die Verfestigung des Erdreiches, sondern auch und vor allem durch das Einbrechen des Sarges, in dem alle Hohlräume ausgefüllt werden müssen. Deshalb auch die lange "Ruhezeit" des Hügels, die vor allem von der Beschaffenheit des Erdreichs abhängig ist.

Im TV lief vor einigen Jahren ein Beitrag in dem gezeigt wurde, wie auf Friedhöfen versucht wurde (ist wohl heute offiziell verboten?) diese Zeit zu verkürzen. Dazu steckten Friedhofsmitarbeiter außerhalb der Öffnungszeit der Friedhöfe Rohre in die Gräber und leiteten Wasser direkt auf die Särge. Diese brachen dann zwar schneller zusammen, jedoch stoppte der Verwesungsprozess - es entstanden die Wachsleichen. Dies passiert übrigens auch, wenn man Gräber, die in Lehmböden liegen, zu stark giest.
Makaber, aber leider Realität.

PS: Im Internet gibt es dazu Erklärungen und Bilder. Auf direkte Verweise sollte man verzichten - ist nicht jedermanns Sache, meine auch ausdrücklich nicht.
__________________
www.bergbahngeschichte.de
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  #20  
Alt 03.01.2015, 17:26
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Mein Lieblingsfriedhof

Ich denke, da läßt man sich doch besser verbrennen! - Ulrike
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