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  #1  
Alt 23.07.2012, 10:22
Benutzerbild von krausi
krausi krausi ist offline
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Standard Der Sonntagberg und die Kelten

…. Sonntagberg bei Waidhofen an der Ybbs. Wobei der Flussname an dieser Stelle noch genauso keltischen Ursprung ist wie der Name Ois für die am Ötscher entspringenden Quellflüsschen. Was den Namen des Sonntagberges betrifft, der früher „Sumbtagperg” genannt wurde, liegt der Verdacht nahe, dass von den Wochentagen eigentlich der Sams-tag näher liegt und dass dahinter überhaupt die kel-tische Ambeth steckt, die als „St. Ambeth” sowohl dem St.-Ambeths-Tag (Samstag) als z.B. auch dem un-garischen Szombathely ihren Namen übertragen hat – ihr Heiliger Stein war dort der „Stein am Anger”!
Auch der Kult auf dem Heiligen Sonntagberg ist im Grunde „steinalt”. Im Mittelpunkt steht (vermutlich seit der Jungsteinzeit) ein Heiliger Stein, der sowohl Fruchtbarkeit symbolisierte (vgl. Kap. Heilige Steine) als wahrscheinlich auch in Himmelsbeobachtungen samt Lichtkult eingebunden war (Zeichenstein). Ein Teil des Heiligen Felsens, der in „christlicher” Zeit zer-stückelt und bis zum „heilkräftigen” Staub gewinn-bringend verkauft werden konnte, steckt brotlaibgroß im Denkmal der katholischen Gründungslegende vom Steinwunder in der Wallfahrtskirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit”, ein anderer „an höchster Stelle”: im Hochaltar! Und wie es sich für derartige Heilige Orte unserer keltischen Ahnen gehört, ist auch die Heilige Quelle nicht weit. Es gibt davon sogar drei! Die Hauptquelle heißt heute – nach anderen „Ungläubi¬gen” – Türkenbrunn.
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  #2  
Alt 24.07.2012, 22:07
Rudolf_K Rudolf_K ist offline
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Standard AW: Der Sonntagberg und die Kelten

Wie will man Namen aus einer Sprache nachweisen, die von einem Volk gesprochen wurde, das fast keine einzige eingene Schriftquelle hinterlassen hat? Mir fällt an keltischen Schriftquellen nur eine beschriebene Scherbe aus Manching ein, mehr gibts da auch nicht wirklich.

Der Name Samstag leitet sich von "Tag des Saturn" her

Zitat Wikipedia:

"Sprachwissenschaftlich unhaltbar ist die Deutung, dass die althochdeutsche Form auf S'Ambeths Tag zurückzuführen sei, also auf einen Tag zu Ehren einer angeblich norisch-keltischen Erdgöttin Ambeth, einer der drei Bethen..."

aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Samstag


Diese Theorien über Fruchtbarkeit und Astronomie sind meist reine, wenn auch oft naheliegende Hypothese, wie fast alle archäolgischen INTERPRETATIONEN.

Wer soll diese Ambeth gewesen sein? In welcher Schriftquelle wird diese bitte genannt oder stammt sie am besten noch aus der irischen Mythologie? Bitte, die irische Mythologie hat herzlich wenig mit den Kelten zutun, die in unseren Breiten gelebt haben, Irland gehörte eher, wenn überhaupt, zur äußeren Randzone der Latènekultur.

Warum sollen Kelten immer eine Quelle in der Nähe ihrer Kultstätte gehabt haben? Mir fallen da eine Reihe von keltischen Kultplätzen ein, die keine Quellen beinhalten oder bei denen man davon ausgehen kann, dass diese keine besondere Rolle gespielt haben.
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  #3  
Alt 24.07.2012, 22:41
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Der Sonntagberg und die Kelten

ich kenn mich leider nicht aus mit kelten und wort-ableitungen.
aber der stein interessiert mich, der auch soviel ich weiß pulverisiert und gepresst wurde- stimmt es, dass es auch auf der "froasnkettn" solche FRAISENSTEINE vom sonntagberg gegeben hat? in diese pulverisierten steine wurde dann das dreifaltigkeits-zeichen reingepresst, oder?
ich hab sowas im ardagger bauernmuseum nämlich mal gesehen und bin seit langem auf der suche danach. meinst bekommt man sowas noch am sonntagberg???
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  #4  
Alt 25.07.2012, 09:50
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krausi krausi ist offline
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Standard AW: Der Sonntagberg und die Kelten

Wo es diese Steine noch gibt, kann ich nicht sagen, ich weiß nur, das dieses Steinmehl den Tieren gegen allerlei Wehwechen eingegeben wurde.
Gerhard
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  #5  
Alt 25.07.2012, 12:22
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Der Sonntagberg und die Kelten

ich hab noch zwei legenden im hinterkopf die es um das türkenbründl und diese steine gibt... einmal, dass die leute sich vor den türken in der kirche versteckt haben und als sie angeritten kamen tat sich der boden auf und sie sind im morast versunken samt ihren pferden- und als dankbarkeit wurde dann die kapelle gebaut....

und dann gab es noch eine legende mit einem schäfer, der seine schafe am sonntagberg verloren hat (bei nebel?) und sie dann wiedergefunden hat.... aber was das mit den steinen zu tun hat ist mir entfallen.... vielleicht kennt jemand diese sage!

alles liebe, sonja
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  #6  
Alt 25.07.2012, 12:43
Geomant Geomant ist offline
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Standard AW: Der Sonntagberg und die Kelten

Zitat:
Zitat von Rudolf_K Beitrag anzeigen
Wer soll diese Ambeth gewesen sein? In welcher Schriftquelle wird diese bitte genannt oder stammt sie am besten noch aus der irischen Mythologie? Bitte, die irische Mythologie hat herzlich wenig mit den Kelten zutun, die in unseren Breiten gelebt haben, Irland gehörte eher, wenn überhaupt, zur äußeren Randzone der Latènekultur.
Ambeth ist eine der Drei Bethen, die teilweise heute noch im Alpenraum verehrt werden - hat also nix mir irischer Mythologie zu tun.
Diesen Bethen-Kult kann man sich in Meransen ansehen:
http://www.kraftort.org/Sudtirol___I.../meransen.html
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  #7  
Alt 25.07.2012, 15:16
Rudolf_K Rudolf_K ist offline
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Standard AW: Der Sonntagberg und die Kelten

Und was sollen die drei Bethen bitte mit den Kelten zutun haben? Das meiste was man da im Internet zu findet ist nur so esotherisches Zeug. Mal wieder Zitat Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Be...ungsgeschichte
"...und weil die Theorie lediglich auf (teils sogar nachweislich falschen) lautlichen Ähnlichkeiten ohne sprachwissenschaftliche Methodik aufbaut, wurde sie aus wissenschaftlicher Sicht umgehend zurückgewiesen und bis heute von den Wissenschaften völlig abgelehnt".

Dieses ganze Konzept passt wunderbar in diese romantisierende, vereinfachende Sicht unserer Vorfahren. Es gibt eine ganze Reihe fachlich sehr guter Bücher über die Kelten, warum finden die nur so wenig Anklang in der Öffentlichkeit? Diese ganze, auch oft nachweißlich falsche bzw. haarsträubende, esotherikerschoßen mit den Kelten im Stile des "edelen Wilden" etc. sind leider viel mehr verbreitet. Es kommt zwar jetzt ziemlich vom Thema ab, aber ich finde, man muss die Menschen aus verschiedenen Gründen für die latente Gefährlichkeit des esotherischen sensibiliseren, jeder kann seine Meinung haben, klar, aber trotzdem liefert vieles aus der Esotherik ein sehr stark vereinfachtes Bild der Dinge, vor allem was die Geschichte angeht, da wird mit den Augen von heute und überholten philosophischen Annahmen eine Vergangenheit zurecht gewünscht, die so sicher nicht gewesen ist und teilweise dient das dann als Grundlage von manchmal doch recht kruden Weltanschauungen (bis hin zu den Nazis, sorry aber irgendwann kommt im Internet schließlich immer der Hitlervergleich). Ich will damit nicht sagen dass Esotheriker Nazis sind oder jemanden meine Meinung aufzwingen, aber man sollte doch schon eher vorsichtig mit diesen ganzen, bleiben wir mal beim Thema, Keltenkram aus der Esotherikabteilung der Buchhandlung sein. Vieles davon beruht auf Halbwissen, Mutmaßungen, Zirkelschlüssen oder stimmt so einfach nicht.
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