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  #31  
Alt 15.03.2006, 23:58
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gavial gavial ist offline
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Standard AW: Gargoyles (auch Gargouilles)

Die boarischn sind ja echt witzig - Super!

© ist bei mir Alt + 184.
Wenn ich Alt + 169 tippe, dann wäre das ®

Errare humanum est
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gavial

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  #32  
Alt 16.03.2006, 00:23
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Standard AW: Gargoyles (auch Gargouilles)

Hallo Gavial,

Alt + 184 kannte ich nicht. Allerdings hatte ich im obigen Beitrag auch Alt + 0169 geschrieben, das funktioniert auch

Legere est difficilis...

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #33  
Alt 16.03.2006, 09:38
hexchen hexchen ist offline
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Standard AW: Gargoyles (auch Gargouilles)

ich hätt da noch einen hübschen bayrischen, der... aber das überlass ich eurer phantasie...

lg s hexchen


ps. danke, mit ALT+ 0169 hats geklappt!
Miniaturansicht angehängter Grafiken
garg4 Kopie.jpg  
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  #34  
Alt 16.03.2006, 14:33
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gavial gavial ist offline
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Standard AW: Gargoyles (auch Gargouilles)

Da habe ich einen anderen Zeichensatz !?! - Tut mir Leid

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  #35  
Alt 10.04.2006, 23:25
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claru claru ist offline
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Standard AW: Gargoyles (auch Gargouilles)





wasserspeier (ablaufrinne mit drachenkopf aus metall) auf schloss ambras, innsbruck. fotos: claudia ruppitsch, 2006.

wasserspeier erinnern mich an neidköpfe, menschliche oder tierische (schreck-)fratzen bzw. (spott-)figuren aus holz oder stein an fassaden, fenstern, giebeln oder eckbalken von wohnhäusern, kirchtürmen, domen und klöstern, ferner an säulen und stadtmauern. das wort "neid" bedeutet im älteren deutschen sprachgebrauch allgemein "feindschaft jeder art" bzw. in tirol "zauber".
wie berit in ihrem forumbeitrag erwähnt, werden wasserspeier wie neidköpfe zumeist in die nähe der unheilabwehr (vgl. gorgoneion) gestellt. nach traditionellem volksglauben wussten sich die menschen gegen das böse, wie den neid, mit abwehrzauber, wie der anbringung einer schreckfratze, zu helfen. mit traditionellen apotropäischen deutungsversuchen geht die europäische ethnologie heute vorsichtig um.
oswald sailer (1980, 562), der sich mit neidköpfen in südtirol beschäftigt, bezieht sich zur frage der abwehrwirkung von fratzenhaften gesichtern an tiroler kirchen auf anton dörer, der bereits 1951 feststellt: "Nicht alle können gleich als Abwehrornamentik ... einzig mit dem Nachwirken der Antike und dauernder Dämonenfurcht erklärt werden ... die Maskenbilder beanspruchen kein Eigenleben, sie stehen in höheren Diensten (Sinnbilder der Versuchung)."
sailer unterscheidet zwischen zwei arten von neidköpfen, einmal den "wirklichen" neidköpfen, wo in den fratzen als merkmal ein ausdruck des schreckens, des dämonischen oder des grauens erkennbar ist. hier lässt sich für ihn menschlicher abwehrwille erkennen. gängige tier- und menschenköpfe, wie sie in jeder stadt zu finden sind, hält sailer (1980, 564) für harmlosere zeitgenossInnen: "Sie sind meist schwer zu erkennen und zu erblicken, und häufig läuft man an ihnen vorbei, nicht ahnend, welch eigenartiger Menschenwille sie dorthin gesetzt hat, wo sie sich zur Zeit befinden. Dabei ist nicht einmal gesagt, daß ein bestimmter Wille sie dort anbringen ließ, wo sie zu sehen sind: Zeitgeschmack und Mode, häufig reine Willkür und völlige Ahnungslosigkeit waren die Motive besonders seit der Renaissance. [...] Sie sagen einem nichts, diese Löwenköpfe und Wasserspeier, sie sind Erzeugnis des menschlichen Triebes nachzuahmen."
anderer meinung sind die kunsthistorikerinnen heike mittmann (2002) und regina schymiczek (2006). schymiczek zufolge wurden die skulpturen sehr bewusst ausgewählt. sie vergleicht die wasserspeier an den domen in köln, regensburg und magdeburg, am freiburger münster oder an den pfarrkirchen in siegburg und ahrweiler und analysiert motivgruppen (hunde und drachen, maulreißer und brustweiserinnen). schymiczek kommt zum ergebnis, "daß die Wasserspeier nicht nur als fließende Grenze zwischen dem himmlischen Jerusalem und dem Machtbereich des Bösen fungieren, sondern auch als sozialer Kommentar zur mittelalterlichen Stadtgeschichte".
den symbolwert der wasserspeier am freiburger münster hat zuvor schon heike mittmann untersucht. hinternentblößer und maulaufreißer sind beispielsweise spottfiguren; das schwein, das sich "laut Bibel 'nach der Schwemme wieder im Schlamm wälzt' (2 Petr 2,22), steht sinnbildlich für die wankelmütigen Gläubigen, die sich immer wieder aufs neue vom 'Schmutz' der Welt verführen lassen. Als Verkörperung von Unmäßigkeit und Gier stellt es auch eine der 'Sieben Todsünden' dar"; der affe symbolisiert mit seinem nachahmungstrieb den teufel. "Häufig verwandte man den Affen auch als Mittel der Parodie, um damit bestimmte Gesellschaftsschichten, wie Kleriker und Mönche aufs Korn zu nehmen. Noch heute weist die Redensart 'jemanden nachäffen' auf die negative Deutung des Tieres hin."

verwendete literatur:
Mittmann, Heike: Die Wasserspeier am Freiburger Münster. Kunstverlag Josef Fink, 2. Aufl. 2002. Digitaler Auszug: http://www.arte-tv.com/de/geschichte...r/1047550.html.
Sailer, Oswald: Neidköpfe in Südtirol. In: Der Schlern, 54 (1980), Heft 12.
Schymiczek, Regina: Höllenbrut und Himmelswächter. Mittelalterliche Wasserspeier an Kirchen und Kathedralen. Verlag Schnell & Steiner 2006. Siehe auch Dies.: Über deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt ...: zur Entwicklung der Wasserspeierformen am Kölner Dom. Frankfurt am Main u. a. 2004. (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 28, Kunstgeschichte, Bd. 402)

literaturtipps:
Benton, Janetta Rebold: Holy terrors: gargoyles on medieval buildings. New York u. a. 1997.
Scharfe, Martin: Neidköpfe im Remstal. In: Württemberg. Jahrbuch für Volkskunde, 1957/58, 156-179.

Geändert von claru (11.04.2006 um 10:54 Uhr)
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  #36  
Alt 11.04.2006, 12:05
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Standard AW: Gargoyles (auch Gargouilles)

Hallo Claru,

danke für deinen interessanten und informativen Beitrag! Du scheinst ja zu diesem Thema wirklich eingelesen zu sein und da würde mich deine Meinung zu diesen Behauptungen, da nur aus "dem Bauch heraus", interessieren.

Ich würde den Neidkopf zeitlich in die Romanik legen, den "Drachenkopf als Wasserspeier" aber in die Gotik. Die Gargoyles in unseren Breiten, da bei uns nur mehr sehr wenige gotische Kirchen original erhalten sind, würde ich eher als Dekoration der Neogotik sehen bzw. vielleicht wurde der Freiburger Münster zu einem Idealbild der Gotik (nachdem Goethe vom Freiburger Münster inspiriert das Interesse an der Gotik revitalisiert hat)?

Mir drängt sich außerdem die Frage auf, ob wir wirklich bei jedem Wasserspeier von einem Gargoyles reden können? Ist es nicht eher die von Wolfgang gezeigte gehörnte Figur, die wartend oder besser nichtstuend über Paris sitzt? Das Auffällige an diesem Gargoyles ist doch seine Funktionslosigleit, im Gegensatz zu den Wasserspeiern. Interessanter Weise wird in der englischen Sprache jedoch die Bezeichnung "gargoyle" für gotische Wasserspeier verwendet....

Ich möchte noch auf eine Sage zum Neidkopf hinweisen Sage

http://www.sagen.at/texte/sagen/deut.../neidkopf.html

lg Berit
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  #37  
Alt 11.04.2006, 12:37
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claru claru ist offline
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Idee AW: Gargoyles (auch Gargouilles)

hallo berit,

du wirfst interessante kunsthistorische fragen auf, die ich aus ethnologischer sicht nicht aus dem bauch heraus beantworten kann. wie schon wolfgang festgestellt hat, gibt es kaum ethnologische literatur zum thema wasserspeier. da wir dank dem forumthema nun aber alle sensibilisiert sind, wird uns vielleicht das eine oder andere fundstück noch begegnen, damit wir solchen fragen auf den grund gehen können!

lg claru
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  #38  
Alt 28.04.2006, 00:14
Lilith
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Standard AW: Gargoyles (auch Gargouilles)

Wow, was für schöne Bilder und interessante Seiten!! :T
Ich mag Gargoyles auch schon ne ganze Weile und freue mich natürlich sehr,
dass hier im Forum was darüber zu finden ist!

Angefangen hat das bei mir eigentlich so richtig mit einer Trickserie, die ich vor einigen Jahren regelmäßig mit meinen Zwillingen (die jetzt schon 14 sind) angesehen habe. Die Serie hieß: "Auf den Schwingen der Gerechtigkeit". Habe meinen Kids natürlich auch irgendwann die Figuren dazu gekauft, die ganz schön teuer waren. Aber ich selbst hatte ja auch meinen Spaß an der Geschichte. Aber weil das gerade so schön paßt, meine Jungs haben zu Ostern auch wieder eine Gargoylefigur bekommen und sich mega darüber gefreut. Die Figuren gibt es derzeit des öfteren in diversen Geschäften zu kaufen. Sehen aus, wie aus Stein, sie sind aber leider aus so einem zerbrechlichem Material. Trotzdem, superschön! Würde sie mir selbst auch ins Regal stellen!

Dir, lieber Huber wünsche ich natürlich, dass du fündig wirst! Jetzt, wo ich mal wieder dran erinnert bin, werde ich mich diesbezüglich auch mal schlau machen.

LG
Lilith
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  #39  
Alt 28.06.2006, 13:05
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claru claru ist offline
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Ausrufezeichen AW: Gargoyles (auch Gargouilles)

liebe gargoyles-fans,
angeregt von den forumsdiskussionen habe ich mich jetzt ausführlicher mit wasserspeiern und neidköpfen auseinandergesetzt und zu einer ausführlichen foto-dokumentation aus innsbruck bzw. tirol einen artikel geschrieben, schaut doch mal rein: http://www.sagen.at/doku/wasserspeie...eidkoepfe.html

einmal infiziert, ist es fast nicht mehr möglich, durch eine stadt oder ein dorf zu gehen, ohne die augen gelegentlich richtung giebel bzw. erker zu richten... was meint ihr?
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  #40  
Alt 29.06.2006, 12:48
Huber Huber ist offline
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Beiträge: 168
Standard AW: Gargoyles (auch Gargouilles)

Lustig, was ich da so losgetreten habe. Und großes Kompliment an alle, die bisher hier gepostet haben.

Leider muß ich gestehen, daß ich zwar versprochen habe, hier ein paar Bilder einzustellen, bis jetzt aber schlichtweg zu faul war, diese rauszusuchen, scannen usw. - aber ich gelobe Besserung. (Das habe ich davon, weil ich Digi-Verweigerer bin)

Noch ein paar Anmerkungen zu den bisher hier Geschriebenen.
Ein Zeit lang war in diesem Thread eine Diskussion (ist aber mittlerweile scheinbar woanders hin verschoben worden), deren Kontext war: Gargoyle = Schutzengel oder so ähnlich. Per Zufall habe ich herausgefunden, daß in modernen Hexenkreisen der Gargoyle tatsächlich als Schutzdämon/engel angesehen wird. Soviel nur dazu.

@claru
Na, da ist jetzt aber wer ziemlich angesteckt, gell. Zu deinem Artikel und auch zu deiner Quellenangabe/Buchempfehlung "Höllenbrut und Teufelswächter".

Das Buch ist durchaus brauchbar und hat hohen Schauwert. Allerdings kategorisiert die Autorin die verschiedenen Typen der Gargoyles anhand ihrer im Buch vorgestellten Kirchen und nimmt diese als allgemein gültig an. Dem kann ich nicht ganz zustimmen. In Österreich sind ganz andere Typen von Gargoyles üblich und selbst in Deutschland, z. B. Würzburg Marienkirche, wären da noch ein paar neue Kategorien zu schaffen.

Bei deinem Artikel setzt du, wie meistens in den wenigen Artikeln zum Thema, bei den Tempel- bzw. Wächterfiguren der Antike an. Tatsächlich aber gibt es so etwas schon bei den Tempeln des vorantiken Asiens und zwar als teilweise herrlich groteske Figuren, aber auch in Drachen- und Tigerform. Dies nur als kleine Anmerkung und keinesfalls als Kritik. Ansonsten danke für deinen Artikel und entschuldige, daß du jetzt an Gargoyle-Such-Fieber leidest.

LG
Erich

Geändert von Huber (29.06.2006 um 13:13 Uhr)
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