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  #11  
Alt 15.11.2011, 23:59
Dachstein Dachstein ist offline
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Standard AW: Impressionen aus dem BBT-Begleitstollen

Ich schalte mich mal hier zu, weil ich das Gefühl habe, dass hier bezüglich der Sicherheitskontrollen etwas verwechselt wird. Großbritannien ist ein Nicht Schengen Land - es gelten immer noch die Passkontrollen und die Sicherheitschecks. PKWs werden im Eurotunnel beispielsweise stichprobenartig kontrolliert, sonst reicht die Passkontrolle (wie auf jedem Flug von und nach GB). Denn auch am Simplon gibt es, obwohl Bahntunnel, keine derartigen Kontrollen. GB ist eben eine Insel, die manchmal etwas merkwürdige Dinge hervorbringt, aber dennoch liebenswürdig ist.

Warum hegen hier nun Leute den Gedanken, dass dies auch beim BBT sein wird? Nachdem Österreich durchwegs tunnelgesegnet ist, müsste man bei jedem Tunnel nun so einen Safety Check einführen, da ja sonst die Gefahr bestünde, dass jemand im Arlbergtunnel beispielsweise auf dumme Gedanken kommt. Ich sehe hier mal keine Gefahr.

Des weiteren möchte ich festhalten, dass der BBT nur ein Teil unter vielen ist - denn die Unterinntaltrasse ist als Vorleistung zum BBT zu verstehen. Und ich persönlich halte diese Trasse für sehr zukunftsträchtig. Schließlich kostet der Treibstoff schon einen erheblichen Teil mehr als noch vor wenigen Jahren - und auch der Frächter von Morgen wird sich irgendwann Alternativen überlegen müssen - die Bahn hat dann jedenfalls schon vorgesorgt und steht dann nicht mit leeren Händen da.

Zur angeprangerten Steigung: Österreichische Seite: 7 Promille, Italienische Seite 5. Von steil kann da keine Rede sein.

Auch die von dir angegebene Überlagerung von 500 Metern kann nicht stimmen - es sind bis zu 1700 - 1800 Meter Gestein über den Röhren.

Auch die Tatsache, dass nicht weniger Züge auf der alten Brennerbahn fahren werden, ist falsch - denn alle Züge, die keine Gefahrenstoffe transportieren (also alle Güterzüge und Personenzüge, die dieses Kriterium erfüllen), können auch den Tunnel benützen. Jeder Schnellzug von Innsbruck gen Süden und von Süden kommend kann durch den Tunnel, und viele Güterzüge auch - und von denen gibt es auch noch einige. Was übrig bleibt sind die Regionalzüge und die Gefahrenguttransporte, die müssen oben drüber.

Soweit mal einige Einwürfe von meiner Seite.

MFG Dachstein
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  #12  
Alt 27.11.2011, 22:21
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Ort: Innsbruck
Beiträge: 28.266
Standard AW: Impressionen aus dem BBT-Begleitstollen

Wie die Sicherheitstechnik dann für den BBT aussehen wird, ist zweifellos derzeit unklar. Ich wage aber die Prognose, dass der BBT und auch einige andere zum Teil schon ältere Großbauwerke (die ich hier nicht anführen möchte, die aber jeweils regional bekannt sind) in Zukunft sicherheitstechnisch enorm aufrüsten müssen...

Zitat:
denn die Unterinntaltrasse ist als Vorleistung zum BBT zu verstehen. Und ich persönlich halte diese Trasse für sehr zukunftsträchtig.
Nur dass hier dummerweise die Österreicher das selbe Problem wie die Schweizer mit ihrem Gotthard Basistunnel (GBT) haben. Ohne Zulaufstrecken nutzen beiden Ländern ihre verzweifelten Versuche nichts, mit dem längsten Tunnel in das Guinness Buch der Rekorde zu kommen.

Nach derzeitigem Stand ist es so gut wie sicher, dass die Zulaufstrecken sowohl für die Schweiz als auch für Österreich NICHT gebaut werden. Die neue Strecke von München nach Kiefersfelden ist nach derzeitigem Stand gar nicht mehr realisierbar und es gibt auch keinerlei Anzeichen mehr, dass sie von deutscher Seite überhaupt noch weitergeplant wird. Die neue Strecke von Franzensfeste nach Verona ist wohl ebenso nur noch Utopie.

Zitat:
es sind bis zu 1700 - 1800 Meter Gestein über den Röhren
Im Grunde ist es egal, wieviele Meter Gestein über der spannenden Tunnelkreuzung liegen.
Nach meiner einfachen Rechnung liegt Innsbruck auf 574 m, Franzensfeste auf 749 m und Brennero 1.098 m. Demzufolge sollte der BBT nur 500 m unter der Erde sein. Wenn der BBT allerdings nicht dem Wipptal folgt sondern er noch durch Berge (vermutlich anstelle von Sterzing) geht, dann dürfte Deine Rechnung stimmen.

Zitat:
Auch die Tatsache, dass nicht weniger Züge auf der alten Brennerbahn fahren werden, ist falsch
Diese Tatsche ist ganz sicher nicht falsch!
Was soll ein Regionalzug denn im Tunnel machen? Baut man dann aus den von Dir vorgerechneten 1700 Metern Tiefe Treppen, Lifte und Seilbahnen in die Dörfer und Städte des Wipptales?

Wie ich eingangs schon gesagt habe, befahren derzeit (2011) laut Fahrplan ganze 12 Schnellzüge (!) täglich die Brennerstrecke.
Damit fallen für die Anrainer im Wipptal täglich 12 Züge weg, die mit Sicherheit sofort durch private Post- und Güterzüge (wie DHL usw) ersetzt werden. Und private Bahnbetreiber werden mit Sicherheit dem BBT den Vogel zeigen, weil es keine Möglichkeit gibt, sie in den Tunnel zu zwingen. Und DHL kann ohne weiteres dem Wipptal mit dem LKW drohen...

Ich habe neulich einen ganzen Containerzug mit DHL-Containern und Privatlokomotive über durch den Bahnhof Brennero rauschen gesehen, während unser Regionalzug deshalb verspätet abfahren musste - darum liegt mir dieses Beispiel so nahe.
Gibt es schon Vermutungen, wieviel so ein Privatzug für eine BBT-Durchfahrt wird ablegen müssen? 5.000 Euro oder 10.000 Euro? Da wird es schwierig werden, private Frächter die gleichzeitig mit 100 LKW-Fahrten drohen können zu einer freiwilligen Benutzung des BBT zu überzeugen...

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #13  
Alt 27.11.2011, 22:45
krisu krisu ist offline
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Registriert seit: 06.01.2009
Beiträge: 24
Standard AW: Impressionen aus dem BBT-Begleitstollen

Zitat:
Zitat von SAGEN.at Beitrag anzeigen
Die neue Strecke von Franzensfeste nach Verona ist wohl ebenso nur noch Utopie.

... Innsbruck auf 574 m,
... Franzensfeste auf 749 m
...und Brixen 550 m

Das Absurde ist ja, dass am südlichen Ende des Tunnels bei Franzensfeste eine Steilrampe nach Brixen folgt. Auf wenigen Kilometern werden hier 210 Hoehnmeter zurückgelegt, welche Güterzüge in Süd-Nordrichtung nur in Mehrfachtraktion bewältigen können. Doppeltraktion bei Langstreckenzüge für einen nur wenige Kilometer langen Abschnitt kommt recht teuer...

Man mag sich daher schon die Frage stellen, weshalb der BBT nicht die wenigen Kilometer von Franzensfeste (geschätzte 6km) nach Brixen verlängert wurde. Man hätte sich die unnötigen 200 Höhenmeter gespart, und somit eine "echte" Flachbahn wie bei der neuen Gotthardachse erschaffen.
(Südlich von Brixen gibt es zwar auch noch Gefälle zu überweinden, aber weitaus weniger steilers...)

Noch absurder wird dieser Schildbürgerstreich durch den geplanten Hangtunnel von Franzensfeste hinab auf die Höhe von Brixen: Um diese etwa 200Hoehenmeter "Flachbahntauglich" überwinden zu können, wird der Tunnel eine grosse "S" Schleife im Berg vollziehen...
Um 200 Hoehenmeter zu bewältigen, werden 16km Strecke mit 1,25%o Steigung benötigt...

Wie das nur so weit kommen konnte ....
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