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  #11  
Alt 23.04.2006, 15:23
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Hallo Klaus,

im HdA (Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens) finden sich ungefähr 43 Seiten über das "Pferd" und etwas mehr als eine halbe Seite über das Automobil.
Das HdA ist zwischen 1927 und 1942 erschienen, würde es heute erscheinen, wäre das Seiten-Verhältnis Automobil und Pferd vermutlich eher umgekehrt...

"Steller", der Autor des Stichwortes "Pferd" bringt eine umfangreiche Liste mit Beispielen des Pferdes in der Mythologie, als dämonische Gestalt, in der Zauberei, als Symbol, in der Weissagung etc.

Wichtig im diskutierten Zusammenhang erscheint mir der Hinweis, dass Pferde- und Rossbezeichnungen auch aus der Hinsicht der fliegenden Pferdevorstellungen (Pegasus etc), dem Pferd als Wind- und Wolkensymbol, Pferd als Blitzross, Himmelross etc betrachtet werden müssen.

Für Dich vielleicht besonders interessant:

"Der Huf des Himmelsrosses übt die zersprengende Wirkung des Blitzes, doch auf den Gewitterschlag folgt der Regen: der Huf des Himmelsrosses schafft den lebendigen Quell. Derselbe Vorgang findet auf der Erde statt.

Balders Pferd schlagt einen Quell aus dem Felsboden, Wittekinds Roß stampft Wasser aus dem Boden, wo nun Bergkirchen liegt. Karl der Große hat durch den Tritt seines Rosses die Heilquellen in Aachen hervorgerufen. Als er vor Gudensberg mit durstendem Heer anrückte, schlug sein Schimmel mit dem Huf in den Fels, daß man noch die Trappe sieht; an dem aufsprudelnden Gilsborn labten sich die Krieger (Gudensberg am Odenberg in Hessen hieß 1209 Wotansberg, 1226 Wuodensberg). Der Hengistbach bei Palterzell nächst Wessobrunn und die Roßhufquelle bei Minden sind derselben Entstehung.

Auf Bonifatius wurden diese Sagen in Friesland und Thüringen übertragen. Den Bonifatiusbrunnen zu Dockum in Friesland soll das Pferd des Heiligen mit seinem Hufe geschlagen haben; den Heilborn bei Heilsberg in Thüringen scharrten des Heiligen Pferde heraus, dessen dabei verlorenes Hufeisen an die Kirchtür genagelt wurde.

Auch den Pferden des hl. Oswalt, Willibald und der hl. Walburgis werden die Entstehung von Quellen zugeschrieben. Eine moderne Variante knüpft an Prinz Karl von Preußen.

Mitunter ist der Reiter nicht namhaft gemacht, oder im Mittelpunkt der Sage steht das Roß allein, durch dessen Scharren das Wasser gefunden wird oder dessen Huf die Quelle hervorschlägt.

Auch das Märchen kennt das Motiv, und in neuerer Form heißt es, daß ein blindes Pferd bei der Belagerung eine Wasserleitung ausscharrte.

Die Entstehungssage von Kisslegg erzählt von einem Pferd, das durch Sumpf und Moor eine frische Quelle fand. Dort siedelten sich nach und nach Leute an und Kisslegg entstand.

Bei Einsiedl ist eine heilkräftige Quelle für Pferde; dasselbe gilt vom Ludwigsbrunnen bei Asch.

Griechische und andere Varianten von Roßquellen bei Panzer und Negelein.

Im Barerwald hinter Wälschnoven ist eine Salzquelle, deren Salz geblendetes Gold ist; sie wird von einem kohlschwarzen Roß bewacht.

Zahlreiche Ortsnamen in Deutschland zeigen die Verbindung einer Quellbezeichnung wie „ach", „bach", „bore", „born", „bronn", „brunn", „quell", „see"; z.B. Rossach, Roßlach, Haßlach, Heppach, Pferdsbach, Pfersbach, Perdenbach, Roßbach, Horschbach, Marbach, Marenbach, Hesselbach, Heistenbach, Hottenbach, Hengstbach, Fulenbach, Schimmelbach, Paderborn, Eppelborn, Hasselborn, Eppenbrunn, Roßbrunn u.a."
Quelle: HdA, Band 6, Sp. 1632 - 1633

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #12  
Alt 23.04.2006, 16:36
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Wassermann Wassermann ist offline
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Standard AW: Rosengewächse

Lisa, herzlichen Dank für den interessanten Link. - Dachte ich mirs doch.

Wolfgang, danke für die Rösser-Infos!

Jetzt habe ich erst mal wieder zu tun, um die neuen Quelleninfos in meine Karte einzutragen.

Grüße

Klaus
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  #13  
Alt 23.04.2006, 16:37
dolasilla dolasilla ist offline
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Standard AW: Rosengewächse

Stuttgart = Garten der Stute!
Und somit auch ein Epona-Heiligtum...
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  #14  
Alt 30.04.2006, 14:40
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Wassermann Wassermann ist offline
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Standard AW: Rosengewächse

Danke dolasilla für den 'Stutengarten'-Hinweis!


"Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zu suchen" - Und ich bin ganz schön fleißig!

Trotzdem habe ich den Rosengarten-Aufsatz in meinem 'Altpapier' gerade wieder gefunden.

Die Arbeit stammt von Kurt Ranke, heißt natürlich „Rosengarten“ und ist in dem 1999 erschienenen Sammelband der edition amalia "Mythologische Landschaft Deutschland" abgedruckt.

Ranke kommt u.a. zu dem Ergebnis: „Rosengarten heißt also nach unserer Erkenntnis der Kultplatz, der durch die Verehrung des Ahnen- und Heroengrabes besonders sakriert war und auf dem die Toten bestattet wurden. An dieser Stelle fanden die Versammlungen der Sippe oder, im größeren Verband, des Gaues , Stammes, der Landschaft statt. Hier wurde Recht gesprochen und die kultische Handlung bei Festen des Lebens (Initiation, Hochzeit) und des Jahres vorgenommen. ..."

Von Ros zu Ross ist es dann sprachlich nicht mehr allzu weit.

Viele Grüße

Klaus
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  #15  
Alt 22.05.2006, 18:36
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Lächeln AW: Rosengewächse

Hier ein Rezept für Rosenbutter:

8 Eßl.gewaschene Blütenblätter klein hacken
mit 250 g weicher Butter verrühren in einer Schüssel
zudecken u. bei Zimmertemperatur einige Stunden stehen lassen
in gut verschlossenem Behälter 2 Tage in den Kühlschrank
Innerhalb ca. 2 Wochen verbrauchen

Der Juni ist ja der Rosenmonat, also: bald mal probieren!


Grüße von Ulrike B.
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  #16  
Alt 08.05.2009, 08:42
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
Erfahrener Benutzer
 
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Beiträge: 2.562
Lächeln AW: Rosengewächse

Unter www.bad-nauheim.de habe ich das interessante Rosenmuseum
gefunden. Im Dortmunder Westfakenpark befindet sich das bekannte
"Rosarium". Da der Juni der" Monat der Rose" ist möchte ich diese Hinweise
allen Freunden (und Freundinnen) dieser besonderen Blumen geben.
Viele Grüße von Ulrike
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