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  #1  
Alt 17.06.2009, 18:29
kaserweibl kaserweibl ist offline
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Beiträge: 25
Standard Glaube versus Aberglaube

die rubrik aberglaube wirft die frage auf, wer beurteilt einen glauben als aberglauben. ich habe vor jahren sir james frazer's THE GOLDEN BOUGH, ein werk das von vielen als wegweisend bezüglich zauberei und religionen betrachtet wird und vergebens nach dem deutschen titel gesucht (auch hier). es ist ein mammutwälzer und ich habe zeitweise oft und lange verschiedene themen nachgelesen, da es für mich ein werk ist das man nicht unbedingt auf einmal von a-z lesen kann oder will. obwohl ich mich nicht an details erinnern kann, tatsache ist dass alle diese glauben als echt empfunden wurden und viele interessanterweise in ähnlichen formen in verschiedenen geographisch entfernten orten auftauch/t/en. nun stellt sich die frage ob der etablierte glaube den titel aberglaube verleiht, ob es die meinungsmacher sind, die ja auch oft aber/glauben verbreiten und ob die wissenschaft letzendlich mehr oder weniger alles als aberglauben hinstellen wird oder wer?

wenn wir ironisch sagen wer's glaubt wird selig - entspringt das nicht einem gewissen neid, dass glauben (an was auch immer) vielleicht doch wirklich selig macht. wie verwerflich ist aberglaube - ist er es?

ich kann mir vorstellen dass dieses thema vielleicht schon öfter hier zur sprache kam und vielleicht auch schon vollkommen erläutert wurde - in diesem fall bitte ich um links... sonst fände ich eure meinungen dazu interessant.

also - wenn die muse dich (hoffentlich) überwältigt... schreib!

n.b. dieser gedanke entsprang einer unbeantworteten frage über den grünen mann, der mich an den golden bough erinnerte.
ich fand auf projekt gutenberg eine version. http://www.gutenberg.org/browse/authors/f#a1241
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  #2  
Alt 17.06.2009, 21:52
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Glaube versus Aberglaube

ja, du sprichst das aus, was ich mir schon oft gedacht habe, wenn ich über diese rubrik gestolpert bin.
ich würde hier alleine schon aus dem grund nichts zum thema passendes schreiben wollen, weil ich das wort "aberglaube" als etwas empfinde, das beleidigend, bzw. abwertend ist.
den spruch "wer`s glaubt wird selig" nehme ich übrigens 100% für bare münze, völlig ohne ironie. ;-)

alles liebe, sonja
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  #3  
Alt 18.06.2009, 11:43
Huber Huber ist offline
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Beiträge: 168
Standard AW: Glaube versus Aberglaube

@kaserweibl

The Golden Bough

heißt auf Deutsch ziemlich genau 1:1 übersetzt "Der goldene Zweig" und gilt auch in deutscher Übersetzung als Standardwerk (dass vielfach und regelmäßig neu aufgelegt wird)

lg
erich
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  #4  
Alt 18.06.2009, 19:09
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Standard AW: Glaube versus Aberglaube

Ich mag mich eingentlich nicht an einer Diskussion zum Thema "Glaube versus Aberglaube" beteiligen, schon weil ich nicht recht verstehe was ihr unter "etablierte Glaube" oder "Meinungsmacher" versteht - bin aber auch kein Mensch der auf "Wortklaubereien" steht, möchte aber dennoch ein paar Dinge sagen, die mir wichtig sind.

Das SAGEN.at Forum ist in Threads zu verschiedenen Themen unterteilt, wir könnten auch "Diskussionsfaden" sagen oder in anderen Foren wird auch von "Brett" gesprochen. Wichtig für so eine Diskussiongruppe/Thema ist natürlich das Schlagwort, denn dieses Wort soll möchlichst vielen Menschen und einer breiten Bildungsschicht verständlich sein, man sollte auf Anhieb wissen worum es geht - und mit dem Begriff "Aberglaube" weiß eigentlich jeder was gemeint ist. Würdet ihr den Begriff "Volkstümliche Vorstellungswelt" - Volksglaube - Glaube an die Wirkung und Wahrnehmung naturgesetzlich unerklärter Kräfte -Überzeugung von magischen Kräften in der Natur" besser finden? Ich erachte den Begriff "Aberglaube" aus den oben genannten Gründen immer noch als passend und nicht als abwertend oder gar beleidigend. Und das ich kein Wiki-Anhänger bin der auf die Erklärung
Zitat:
Die Bezeichnung Aberglaube wird abschätzig für einen Glauben gebraucht
etwas gibt, dürfte auch bekannt sein.

Wo die Grenze zwischen Glaube und Aberglaube ist, darüber kann sicher ein Buch geschrieben werden, über die Schlagworte Glaube und Religion gibt es sie bereits...

ich versuche es dennoch einfach zu sagen:

Der Aberglaube weicht vom kanonischen Glauben der Religion ab.

Im übrigen verwende ich die Redewendung "Wer's glaubt...." schon lange nicht mehr und wird auch in meinem Umfeld sehr selten verwendet.

Und da die Wissenschaft nicht nur aus Lehre, sondern auch aus Forschung besteht und damit einer stetigen Veränderung und Erweiterung unterliegt, gleich wie die Kirche z.B., warum sollte da die Wissenschaft "alles als Abergauben hinstellen"? Haben wir in Österreich nicht gerade erst die neue anerkannte Religion der Zeugen Jehovas hinzubekommen?

mit besten Grüßen

Berit
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  #5  
Alt 18.06.2009, 23:33
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Elfie Elfie ist offline
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Standard AW: Glaube versus Aberglaube

Ja,ja - das ist überwältigend, ein Thema, umfangreich wie die Bibel selber. Und heikel. Sollte man sich nicht fragen, warum das so ein Thema ist? Wenn einer (oder Viele) den rechten Glauben haben, dann ist das doch toll. Wenn dann aber die ihrem Glauben nach Rechtgläubigen mit Bomben und Raketen andere zu ihrem Glück - nein: zur Seligkeit - zwingen wollen, hat das ja eher mit Macht zu tun. Das Sprichwort würde ich gerne in: jeder soll nach seinem Glauben selig werden, umwandeln. Ich finde Aberglaube jedenfalls weniger verwerflich als die Anmaßung, bestimmen zu können, was Aberglaube ist.
Wissenschafter glauben, dass nur sie Recht haben und das macht sie wiederum selig - was solls. Übrigens: ICH glaube ...
liebe Grüße, Elfie
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  #6  
Alt 19.06.2009, 10:53
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Glaube versus Aberglaube

hm.
ich sag immer:

religionen= GLAUBEN
schamanismus= WISSEN

das war für mich der grund, weshalb ich lieber zu den wurzeln ging und es von der pike auf lernen wollte.
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  #7  
Alt 22.06.2009, 11:31
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Oldtimer Oldtimer ist offline
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Standard AW: Glaube versus Aberglaube

Beschäftige mich seit ein paar Jahren mit der Bibel.
Ein nettes Ehepaar besucht mich da immer.
Sie haben mich nie aufgefordert oder auch nur animiert dem Glauben der ZJ
beizutreten. Ihre Besuche basieren auf der Aufforderung, dass Jesus lt.
Bibeltext eben gesagt haben soll das Wort Gottes zu verbreiten.
Ich bin in den kath. Glauben hineingeboren und nehme die Gelegenheit wahr mich etwas bibelfester zu machen.

Das ganze Brimborium um Glauben und Glaubensgemeinschaften muss man jedoch sehr differenziert betrachten. Toleranz und Verständnis ist auch angebracht. Ich lasse dem Schamanen seine Ansichten ebenso wie dem gläubigen Moslem. Könnte sie ja eh nicht ändern.
Ändern aber kann ich mich - mit etwas Willen.
Auch der oft angewandte Spruch - man kenne jemanden sehr gut ist Unsinn.
Ich kenne nicht mal mich selbst genug - geschweige denn einen anderen.
Was mir an den ZJ, den so bibelfesten nicht so gefällt ist ihre Ablehnung aller
anderen Glaubensgemeinschaften. Ihre völlige Intoleranz und Ablehnung ihnen gegenüber.
Aber - es kann ja nur einen Gott geben - oder ?
Fragen Sie mal einen Katholiken ob er den Namen des Vaters der von ihnen so verehrten
Hl. Maria kennt. Müsste man doch - zähle das mal zum Allgemeinwissen.
Ich sage, dass 95% ihn nicht wissen.
Der Schamane weiss ihn auch nicht - obwohl er Wissen besitzt - ha ha

Gruss

Oldtimer
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  #8  
Alt 25.06.2009, 17:29
Athunis Athunis ist offline
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Standard AW: Glaube versus Aberglaube

hmmm ich komme jetzt zwar net ganz mit was die ZJ damit zu tun haben... egal...

vater marias? joachim ists. und das, obwohl ich auch schamanisch unterwgs bin, na da schau her. obwohl jochim (im moment) nicht wirklich eine kräftige spirituelle gestalt ist (bzw nicht mehr ist), schamanistisch gesehen.... allgemeinwissen würd ich das nicht nennen, zählt es doch zum wissenskreis für die anhänger der heiligen. oder kennt man als katholik sämtliche naturgeister???
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  #9  
Alt 25.06.2009, 21:37
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Oldtimer Oldtimer ist offline
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Standard AW: Glaube versus Aberglaube

Nein - kenne keine Naturgeister.
Schamanismus ist mir sehr unbekannt. Finde das aber auch interessant.
Es ist wohl eine Lebenseinstellung die man hierfür mitbringen muss.
Gewiss hochinteresant.
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  #10  
Alt 25.06.2009, 21:47
Rabenweib Rabenweib ist offline
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Standard AW: Glaube versus Aberglaube

für mich ist es das ursprünglichste, natürlichste, das es überhaupt gibt.
die natur selbst ist dein gott. und du gehörst zur natur, drum bist auch du göttlich. und alles ist beseelt. egal ob steine, wolken, sterne, seen und flüsse, berge, bäume, alles was existiert, ist beseelt. und da alles aus dem selben material geschaffen wurde, kann es untereinander kommunizieren.
das ist das einzige, was wir wieder lernen mussten, weil die menschen es vergessen in ihrem "zivilisierungs-wahn"... (so nenne ich es)

so einfach ist das. :-)
so erkläre ich schamanismus.

alles liebe, sonja
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Stichworte
aberglaube, definition, golden bough, sir j.g. frazer

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