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  #11  
Alt 08.02.2006, 17:14
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gavial gavial ist offline
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Standard AW: Faschingszeit - Krapfenzeit

Mikrowelle: Marmelade heissss - Krapfen gummimmimmi.

Das mit dem Bäcker ist sicher eine gute Idee (aber Achtung, auch hier gibt es schon mittelgroße Ketten, die industriell und billig fertigen). Und wenn man die Krapfen am Vortag bestellt ist der Bäcker dankbar und die Krapfen garantiert frisch.

Am Rande: Rechnet einmal die Kosten für die Zutaten eines guten Rezeptes zusammen, dazu 2 kW Strom, dann wisst Ihr, was gute Krapfen - leider - kosten müssen. (Die Preisdifferenz zum Großhandelspreis kann man gegen die Arbeitszeit und die Gemeinkosten eines Bäckers aufrechnen).
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  #12  
Alt 08.02.2006, 17:32
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Standard AW: Faschingszeit - Krapfenzeit

Hallo Gavial,

"Am Rande: Rechnet einmal die Kosten für die Zutaten eines guten Rezeptes zusammen, dazu 2 kW Strom..."

da hast Du wohl Recht! Und erinnert mich daran, dass ich seit langem selber Nudel machen will *lach
allerdings gehen selber gemachte Nudeln nicht ins Geld, aber irgendwie scheut mich doch die Arbeit, wo es noch so viel auf SAGEN.at zu tun gibt!

lg Berit
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  #13  
Alt 25.02.2006, 20:40
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Standard AW: Faschingszeit - Krapfenzeit

Dem Kochbuch meiner Großmutter (ca. 1915) entstammt folgendes Rezept.
Die Ausfertigung der Krapfen war damals so klar, dass man sie gar nicht erst aufgeschrieben hat.....
Miniaturansicht angehängter Grafiken
Faschingskrapfen.jpg  
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  #14  
Alt 25.02.2006, 23:41
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Standard AW: Faschingszeit - Krapfenzeit

Das folgende Rezept der Faschingskrapfen dürfte im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts im Tiroler Oberinntal handschriftlich aufgezeichnet worden sein. Es wurde um 1980 tatsächlich vom Inn angeschwemmt an dessen Ufer gefunden und von den Findern freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Faschingskrapfen auf Tiroler Art:



Für diejenigen, die den exakt transkripierten Text lesen möchten, ist dieser im Anhang einschliesslich einer Umrechnungstabelle alter Maße und Gewichte, soweit sie in der Küche gebräuchlich waren, beigefügt!


Wolfgang (SAGEN.at)
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Dateityp: doc Faschingskrapfen-2.doc (132,0 KB, 14x aufgerufen)

Geändert von SAGEN.at (27.02.2006 um 17:37 Uhr)
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  #15  
Alt 26.02.2006, 12:43
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Standard AW: Faschingszeit - Krapfenzeit

Vielleicht sollte noch eine Tiroler Krapfen-Spezialität angeführt werden, die "Blattlan"

Zutaten:
30 dag Mehl
3 Dotter
1/8 Obers
2 EL Rum
1 - 2 EL Milch
Salz
Öl zum Ausbacken

Zubereitung:
Mehl auf ein Nudelbrett sieben, mit den übrigen Zutaten zu einem weichen Nudelteig verkneten. Daraus einige Laberl formen und zugedeckt rasten lassen.

Die Laberl messerrückendick ausrollen, zu Rhomben schneiden und in heißem Öl schwimmend backen, nach Geschmack mit Zucker und Zimt bestreuen.

In Südtirol werden die "Blattlan" in der Faschingszeit beim Greißler und in kleinen Lebensmittelgeschäften im Papierl verkauft.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #16  
Alt 26.02.2006, 12:50
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Standard AW: Faschingszeit - Krapfenzeit

Aus der Südtiroler Hausmannskost sollten unbedingt die Germmäuse erwähnt werden. Die Germmäuse stammen aus dem Pustertal und eine Pustertalerin hat uns berichtet, dass die Germmäuse nicht nur in der Faschingszeit gebacken werden, sondern auch zur Heuernte, weil sie besonders kalorienreich sind.

Zutaten:
250 g Mehl
2 Dotter
60 g Zucker
125 g Topfen
20 g Germ
4 - 6 Löffel Milch
Salz
Backöl

Zubereitung:
Das Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde machen, Zucker, Germ und die lauwarme Milch dazugeben und gehen lassen.
Dann die übrigen Zutaten dazugeben, den Teig gut schlagen, bis er Blasen macht und auf einem bemehlten Brett fingerlange, daumendicke Nudeln formen. Diese läßt man nochmals gehen und backt sie in heißem Öl goldgelb.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #17  
Alt 26.02.2006, 14:16
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Standard AW: Faschingszeit - Krapfenzeit

Alte Kochbücher sind ja eine wahre Fundgrube für Krapfenrezepte.
Da habe ich noch diese "Butterkrapfen" gefunden. Eigentlich ein gewöhnlicher Blätterteig:


Rezept für Butterkrapfen aus einem alten Kochbuch (ca.1915)

"1/2 kg Butter, 1/2 kg Mehl. Mehl in 3 Teile teilen.
2 drittel Mehl, 1 Dotter, 1 ganzes Ei u 1/8 l Milch (geßechte [=abgeseihte])
etwas salzen, einen festen Nudelteig gut gearbeitet [=geknetet]
darauß machen, liegen lassen. Das andere Drittel
Mehl wird in die Butter m. Nudelwalker eingearbeitet,
so, daß kein Mehl mehr sichtbar ist. Dann legt man
dieses auf den Nudelteig in d. Mitte u. schlagt in
zusammen. Zuerst m.d. Nudelwalker auseinander
schlagen, in Viereck wieder auseinander treiben,
schlägt man ihn 3 mal zusammen u. etwas rasten
laßen
-----
Ein anderer Butterteig:
12 dkg Butter
15 dkg Mehl
1 Eidotter
3 Löffel kaltes Wasser, etwas Salz,
1 Löffel Zucker"
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Geändert von gavial (26.02.2006 um 14:45 Uhr) Grund: Ergänzung
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  #18  
Alt 26.02.2006, 14:30
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Standard AW: Faschingszeit - Krapfenzeit

Hier ein Rezept für "Tiroler Krapfen" aus Kärnten. Allerdings ist es nicht leicht zu lesen - Die Verfasserin verwendete Schreibschrift, Sütterlin und Stenografie-Kürzel gut gemischt.


Rezept für Tirolerkrapferl aus einem alten Kochbuch (ca.1915)

"28 dkg Butter wird fein abgetrieben, [von] einer halben
Zitrone [die] Schale, 7 dkg Zucker, 4 hartgesottene Eierdotter
gesiebt, [und] 21 dkg Mehl vermengt, dann wird der Teig
ausgewalgt, [mit] einem kl. Glas ausgestochen [und] 2 + 2 aufeinan-
der gelegt, in d. Mitte gibt man [?] Eingesottenes; Die
Krapferl werden sodann [mit] Eier, Mandel [und] Zucker
bestrichen, [und auf dem] Blech langsam gebacken. Wenn man sie
ungefüllt will, muß [der]Teig dicker ausgewalkt sein."
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  #19  
Alt 27.02.2006, 11:20
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Standard AW: Faschingszeit - Krapfenzeit

"Fritelle" sind korsische Krapfen. Hier ein altes französisches Rezept:

Zutaten:
500 g Mehl
2 Eigelbe
1 großer Eßlöffel weiche Butter
1/4 l Mineralwasser ohne Kohlensäure (zB. Contrex oder Vichy)
1/2 Würfel Hefe (20 g)
Salz
einige Tropfen Rum oder Orangenblütenwasser
Öl zum Ausbacken
Zucker zum Bestäuben

Zubereitung:
Das Mehl in eine Schüssel sieben. Die Butter und die Eigelbe mit dem Wasser unterrühren. Die Hefe hineinbröckeln und unter den Teig kneten. Nach Belieben mit Rum oder Orangenblütenwasser parfümieren. Salzen.

Das Öl im Fett-Topf erhitzen. Mit einem großen Eßlöffel Teigportionen abstechen. Die Teigbällchen in dem kochenden Öl ausbacken, bis sie goldbraun und fest sind.

In ein Sieb geben, abtropfen lassen. Auf Küchenkrepp oder eine Papierserviette legen und überzuckern.
Zubereitungszeit: 30 Minuten
Ausbackzeit: jeweils 3 - 4 Minuten.

Eine Variante stellen die "Beignets au Brocciu" dar. Man bereitet sie aus Weizen- oder Kastanienmehlteig mit Brocciu, einem korsischen Ziegenkäse.
Den Ziegenkäse in Würfel von etwa 1 cm Kantenlänge schneiden. Die Würfel in den Teig tauchen. Die Hände mit warmem Wasser benetzen. Je 1 Käsewürfel mit Teig entnehmen, formen und in das kochende Öl werfen. Goldbraun ausbacken. Die Krapfen mit Zucker überstreuen. Diese Krapfen sofort heiß verzehren, denn der Kontrast zwischem kühlen, frischen Ziegenkäse und heißer Kruste ist besonders reizvoll.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #20  
Alt 27.02.2006, 12:50
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Standard AW: Faschingszeit - Krapfenzeit

Eine recht brutale Krapfenversion habe ich einmal in der Süd-Steiermark mit allen dazugehörigen Nachwirkungen kennengelernt :

Schnapskrapfen:
I.
500 g Mehl
1 Ei und 2 Dotter
60 g Zucker
30 g Germ
ca. 1/4 Ltr Milch
1 TL Salz
---
Fett zum Ausbacken
---
II.
3/4 Ltr Obstbrand (Obstler)
1/2 Ltr Wasser
20 dag Zucker

Aus den Zutaten (I.) einen Germteig herstellen, gehen lassen, auswalken und kleine (etwa 3 cm Durchmesser) Krapferl ausstechen. Nochmals kurz gehen lassen und im Fett schwimmend herausbacken.
Das Wasser erhitzen und darin den Zucker auflösen. Den Schnaps dazugießen und schön heiß machen. Diese Flüssigkeit in einen Weitling leeren und soviele von den Krapfen hineinlegen, als frisch verzehrt werden können.
Autoschlüssel bei der Hausfrau abgeben und die Schnapskrapfen noch heiss genießen.
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gavial

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