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  #11  
Alt 28.06.2012, 13:21
stanze stanze ist offline
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Standard AW: Hausinschriften

Auf einem Bauernhof in Greifenburg, Ortschaft Kerschbaum steht geschrieben.....

Geändert von stanze (24.08.2012 um 20:27 Uhr)
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  #12  
Alt 09.10.2012, 10:36
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Hausinschriften

Weitere schöne Hausinschriften:
Weil jedes Teil das andere stützt, konnt ich Jahrhundert(e) stehn, wenn jeder so
dem ganzen nützt, wird keiner untergehn-
Erbaut als Scheuer (Scheune), Werkstatt heuer, Gott schütze Gemäuer vor
STurm und Feuer -
Hilft Gott allein der Menschen Trost ist klein, bist du in Armut geboren so ist
sparen und sorgen verloren, Mante Gott ist der Mann der armen helfen kann,
1587-
Gunst sunder Geld das findet man viel in der Welt, Gott sei mit uns. Der auf
Gott vertrauet, der hat gar wohl gebauet. Der David spricht-Der gottesfürchtigen Haus bleibt bestehen, aber der gottlosen Häuser müssen untergehen-
Denen die Gott lieben müssen alle Dinge zum besten dienen, 1771-
Im Namen Gottes baue ich dieses Haus, wenns Gott gefällt, muss ich daraus,
1705 --
Aus: Herbstblatt, Unnaer Zeitschrift, Nr. 68
-Ulrike
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  #13  
Alt 09.10.2012, 10:39
Ulrike Berkenhoff Ulrike Berkenhoff ist offline
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Standard AW: Hausinschriften

Mante ???
Bitte wieder um eine Worterklärung! Paßt wohl auch zu "Alte Worte"-
Viele Grüße von Ulrike
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  #14  
Alt 09.10.2012, 17:05
Berit (SAGEN.at) Berit (SAGEN.at) ist offline
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Standard AW: Hausinschriften

Vielleicht ein "mahnte" in einer für uns ungewöhnlichen Satzkonstruktion?

lg Berit
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  #15  
Alt 24.10.2012, 21:08
Hojeweible
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Standard AW: Hausinschriften

Eine sehr nette, selbstbewußte Inschrift auf einem überaus reizenden kleinen Häuschen in einer ebenso reizenden kleinen Stadt:

"Herr, lass Dir gefallen,
dieses kleine Haus,

größ're kann man bauen -

mehr kommt nicht heraus!"

J.W. Goethe
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  #16  
Alt 28.10.2012, 17:11
Benutzerbild von LS68
LS68 LS68 ist offline
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Standard AW: Hausinschriften

Zitat:
Zitat von Ulrike Berkenhoff Beitrag anzeigen
Wer erklärt mir nun noch das: Sela ? Ulrike
kommt glaube ich von italjenischen se la vie , was mir meine mutter mit " so ist das Leben " übersetzt hat.
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  #17  
Alt 15.12.2012, 19:12
ulli292 ulli292 ist offline
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Standard AW: Hausinschriften

Inschrift auf dem Haus, in dem mein Vater einen Teil seiner Kindheit verbracht hat (Pfaffenhofen, Tirol):

Wenn dieses Haus so lange steht
Bis aller Hass und Neid vergeht
So wird das Haus noch ewig stehn,
Denn Neid und Hass wird nie vergehen.

Das Haus wurde inzwischen abgerissen. Neid und Hass gibt's leider noch.
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  #18  
Alt 17.01.2013, 12:06
Babel Babel ist offline
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Standard AW: Hausinschriften

Hausinschriften in Adorf, einem heute zur Gemeinde Diemelsee gehörigen Dorf, und der nächstgelegenen Stadt Korbach (beide Orte in Waldeck, Hessen):

Halts mit jederman freundtlich vertrawe aber unte tausenden kaum einen alles mit Bedacht.
Ungunst der Leute kann mir nicht schaden was mir Gott gönnet das mus gerathen Gott allein die Ehr (Adorf)

Halts mit jederman freundlich vertraue aber unter tausend kaum einem traue keinem Freunde du habest ihn den erkant in der Noth Syrach Cap VI (Adorf)

Dieses bevorstehende Haus wurde durch eine Überraschung am 22. November 1850 ein Raube der Flamme
Gott der Vergelter aller Wohlthaten bewahre dieses Haus gleichwie auch das Haus Hiob auch das er den Einwohner in Seinen Schutz nehme wie Eliam und das er jeden Nachfolger zur zeitlichen und Ewigen Wohlfahrt Wie den Vater Jakob beglücken wolle Amen (Adorf)

Misgunst der Leute kan mir nicht schaden was mir Gott gib das wird mir geraten
und alle die vorübergehn ob sie mich kennen oder nicht geb ihn Gott was sie mir gönnen
Gott allein die Ehre (Adorf)

Das Haus der Gottlosen wird vertilliget aber die Hütte der Frommen wird grünen Spr.Salam:XI
Es wird meiner Sellen lang zu wohnen bey denen die den Frieden hassen Psalm:CXX (Korbach)

In Goddes Namen habe ich gebavet dieses Haus
Wen er wil so mus ich daravs
Wen ers gönd dem wird ers geben
vnd mir hernach ein besser Leben (Korbach)

Wie gehet es immer zv das mich fiele hassen den ich nicht thve die mir nicht geben müsen mit ihren eigen augen sehen das ich lebe
Obzwar vor fünfzig Jahren mein Vatter Seel hier auch gebauet weiln aber solches der Brant wiedrum verzehret als hat Gott dies wieder bescheret. (Korbach)

Das vor sieben Jahren wahr
durch meins Herren Schweiss erbawt
hat der Brant verzehret zwar
dannoch weil ich Gott vertraut
hat er mich verlassen nicht
sondern hat durch seinen Segen
welcher Frommen Gott gegeben
dies Haus wiedrum lassen heben
Ach Herr du getreuer Gott
Behüts vor Krieg und Feuersnoth (Korbach)

Ich dencke Gott hats so gefügt ich lebe wohl und bin vergnügt

Misgonner habe ich so fiel die mir doch nichts geben doch mussen sie mit ihren selbst Avgen sehen das ich lebe Gott mit uns allen (Korbach)

---

Dazu gehört natürlich immer noch die Besitzerinschrift nach dem Schema:

Ich Christian Friedrich Schröder und meine eheliche Hausfrau Friederike gebohrne Presing haben Gott vertraut und dies Haus gebaut im Jahr 1855 den 19ten Mai
Gott gesegne dieses Haus und alle die gehn ein und aus Amen

---

Als ich als Dreizehnjährige diese Hausinschriften abschrieb (aus meiner Heimat in Berlin kannte ich sowas nicht), fiel mir schon auf, wie oft da von Neid, Hass und der "Ungunst der Leute" die Rede ist. An jedem dritten Haus steht das diplomatische (bayerisch: hinterfotzige) "Allen, die mich kennen, gebe Gott, was sie mir gönnen". Auch wenn ich heute wieder in diese stockevangelische Gegend komme und die frommen, teilweise aus der Bibel entnommenen Texte lese, denke ich jedesmal: Das "Betriebsklima" in diesen Orten muß katastrophal gewesen sein! Dabei geben diese bunten Fachwerkdörfer und -städtchen so ein richtig Spitzwegsches Heile-Welt-Bild ab.
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  #19  
Alt 17.01.2013, 20:37
SAGEN.at SAGEN.at ist offline
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Standard AW: Hausinschriften

Zitat:
Als ich als Dreizehnjährige diese Hausinschriften abschrieb
Mein größter Respekt vor Deiner jugendlichen Volkskundeforschung!

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #20  
Alt 20.01.2013, 13:43
Nicobär Nicobär ist offline
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Beiträge: 450
Standard AW: Hausinschriften

In der Gemeinde Lemwerder (Ldkrs. Wesermarsch) stand bis vor ein paar Jahren eine kleine Kate mit der sinnigen Hausinschrift:

"Mein lieber Herr Sankt Florian, verschon' mein Haus, zünd andre an".

So eine Hausinschrift ist in protestantischen Regionen mehr als bemerkenswert. Bemerkenswert auch die Einstellung.

Übrigens: abgebrannt ist das Haus nicht, es wurde, nachdem es lange Zeit leergestanden hat, baufällig und dann abgebrochen.
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