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  #1  
Alt 22.07.2006, 12:23
D.F. D.F. ist offline
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Vielleicht wäre bei SAGEN.at ein Warnhinweis notwendig:

SAGENGLÄUBIGKEIT KANN IHRE GESUNDHEIT GEFÄHRDEN!

Zum Beweis ein Vorfall, den ich heute in einer – etwas älteren! – Zeitung gelesen habe:

„(Ein verunglückter Schatzgräber). Aus Graz wird berichtet: In der Ruine Eppstein bei Judenburg, wo nach einer im Volke verbreiteten Sage ein großer Schatz verborgen sein soll, verbrachte ein 35jähriger Bergknappe längere Zeit mit Nachforschungen, während welcher er in einem Erdloche wohnte. Er fand zwar nichts, es froren ihm jedoch beide Füße ab, die ihm nun amputiert werden müssen.“
Innsbrucker Nachrichten 14. Februar 1900, S. 3

Quelle: http://anno.onb.ac.at/cgi-content/an...seite=3&zoom=2

Also Vorsicht!

Schönen Tag allerseits (die Erfrierungsgefahr dürfte heute ja nicht wirklich groß sein )
D.F.
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  #2  
Alt 22.07.2006, 21:04
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Toller Link!
Danke!
__________________
Servus und a guate Zeit! Leni
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  #3  
Alt 22.07.2006, 22:46
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Hallo Baru,

Zitat:
Toller Link!
Der virtuelle Zeitungslesesaal der österreichischen Nationalbibliothek (Austrian Newspapers Online) zählt auch meines Erachtens zu den besten Kulturquellen Österreichs.

Eine ebenfalls exzellente Literaturquelle wird bei uns an der Universität Innsbruck aufgebaut: Austrian Literature Online. (Ab Herbst 2006 mit neuem Interface).

Allen Digitalisierungsprojekten, dazu zählt auch SAGEN.at, ist leider gemeinsam, dass sie unter drastischem Geldmangel leiden. SAGEN.at entsteht quasi nur auf Privatinitiative (und auf meine Privatkosten), aber auch die beiden erwähnten Projekte könnten dringend Geld für deren wertvolle Kulturarbeit brauchen.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #4  
Alt 23.07.2006, 11:36
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Zitat:
Eine ebenfalls exzellente Literaturquelle wird bei uns an der Universität Innsbruck aufgebaut: Austrian Literature Online. (Ab Herbst 2006 mit neuem Interface).
Auweija! Schon wieder etwas, wo man hängen bleibt!
Danke!
__________________
Servus und a guate Zeit! Leni
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  #5  
Alt 25.07.2006, 21:11
Nicobär Nicobär ist offline
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Ja ja, die alten Burgen und ihre sagenhaften Schätze...Hier bei uns gibt es auch zahlreiche Sagen, vor allem im Ammerland, wo die Oldenburger Grafen bereits im 12. Jahrhundert Grenzfesten gegen die ostfriesischen Häuptlinge errichten mussten, deren Besuche im Einflussbereich der Grafschaft Oldenburg damals nicht unbedingt geschätzt wurden, weil danach alles, was nicht niet- und nagelfest war, abtransportiert wurde.
Bei den Grenzfesten handelte es sich in der Regel um sogenannte 'Turmhügelburgen' oder 'Motten'. Das waren einfache Gebäude in Fachwerkabuweise die von einem Palisadenzaun und oft dann noch mit einem Graben umgeben waren. Eine schöne Beschreibung hierzu findet man hier.
Die Grenzfesten waren in der Regel 'Mannen' zum Lehen gegeben, die Besatzung sicherstellen und Heeresdienste zu leisten hatten.
Natürlich waren diese 'Burgen' zeitweilig wahre Räubernester, dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass es oft nicht Habgier, sondern die pure Not war, die die Leute zwangen, ihre Nachbarn zu überfallen oder die reisenden Kaufleute auf den Handelsstraßen auszurauben. Diverse Fehden weckten allerdings auch Begehrlichkeiten mancher Landesherren, die sich angesichts der Krisen im 15. Jahrhundert den systematischen Straßen- und Seeraub als ergibige Einnahmequelle erschlossen. Als einer der schlimmsten gilt Gerd der Mutige von Oldenburg, Bruder des dänischen Königs Christian I. Über ihn gibt es zhalreiche Sagen, die auch in zahlreichen Prozessakten des Reichskammergerichts zu finden sind; Graf Gerds Geleit war bei den Kaufleuten der Hansestädte sprichwörtlich.
Natürlich erzählte man sich sagenhafte Geschichten über die alten Burgplätze - von großen Schätzen, die aus dem Raubgut stammten. Diese Schätze wurden natürlich in der Regel vom Teufel selbst bewacht. Im norddeutschen Volksaberglauben trat dabei der Teufel oft als Drache (Drake) auf. Das Heben dieser Schätze war möglich, doch galt für die Schatzgräber dabei ein absolutes Schweigegebot, das der Teufel mit allen erdenklichen Tricks zu durchbrechen versuchte. Typisch ist dabei, dass zunächst ein Reiter an den Grabenden in jagendem Tempo vorbei reitet und ihm dann eine Kutsche folgt, die etwa von Schnecken oder Enten gezogen wird und auf der eine absonderliche Gestalt sitzt, die die Schatzgräber fragt, ob sie den Reiter wohl noch einholen könne. Spätestens zu diesem Zeitpunkt kann einer der Gräber seinen Mund nicht halten und der Schatz verschwindet.
Übrigens: die Oldenburger Archäologen haben einige der Burgplätze ergraben. Aber Gold hat man nicht in ihnen gefunden. Nur ein paar Scherben, Knochen und Gebäudereste, die aber aus wissenschaftlicher Sicht viel wertvoller waren, weil sie einen detailgetreuen Einblick in das Leben in diesen hochmittelalterlichen Wehranlagen liefern.

Geändert von Nicobär (25.07.2006 um 21:28 Uhr)
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  #6  
Alt 26.07.2006, 01:15
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Hallo Niccelaus,

bitte sei mir nicht böse, aber diese US-Webseite:
Zitat:
Eine schöne Beschreibung hierzu findet man hier.
finde ich zum Zitieren nicht erwähnenswert. Rubbish...

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #7  
Alt 26.07.2006, 20:53
Nicobär Nicobär ist offline
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Zitat:
Zitat von SAGEN.at
Hallo Niccelaus,

bitte sei mir nicht böse, aber diese US-Webseite:

finde ich zum Zitieren nicht erwähnenswert. Rubbish...

Wolfgang (SAGEN.at)

Also ich schau immer erst da drauf, was da drin steht. Und in diesem Fall ist es ok. Die Sache ist gut recherchiert und hat ein paar Bilderchens drin, die beschreiben, was eine Turmhügelburg ist...
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  #8  
Alt 26.07.2006, 21:33
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Hallo Niccelaus,

Zitat:
Also ich schau immer erst da drauf, was da drin steht.
Ich finde es bei Suchmaschinen-Ergebnissen nicht ganz irrelavant, von welcher Quelle der Beitrag stammt. Es ist duchaus nicht auszuschliessen, dass einzelne Beiträge von Wiki**** als Überblick nützlich sind, mehr aber nicht. Im wissenschaftlichen Bereich gilt Wiki**** in der Regel als elektronischer Datenmüll, wer von dort zitiert bekommt statistisch gesehen ohnehin die schlechteren Noten (falls er nicht disqualifiziert wird, wie an unserer Uni) [Quelle: ORF.futurezone, 19. Juni 2006]

Um hier nicht leere Polemik zu schreiben, ein ganz konkretes Beispiel:

Ich habe gestern einen Ausflug zur "Europabrücke" hier in Tirol gemacht, um eine kleine Fotodokumentation für die SAGEN.at-Bildgalerie zu gestalten. Meine Fotos von der Europabrücke kannst Du in der Galerie ansehen.

Mein Foto von der Erbauungszeit der Brücke habe ich leider verwackelt, in der Eile habe ich statt einem ordentlichen Lexikon "Google" bemüht und bin aus Versehen auf der Wiki*****-Seite zur Europabrücke gelandet. Der dortige "Enzyklopädie-Eintrag" hat mich auf Grund des falschen Inhalts so köstlich amüsiert, dass vor Lachen nix mehr mit weiterarbeiten war. So viel Unfug in wenigen Sätzen mit Rechtschreibfehlern und so liebe "Sagen der Gegenwart" als enzyklopädischer Inhalt - einfach köstlich...

Ein Zitat als Screenshot, neben dem Erzählcharakter auf "Gasthaus-Niveau zu später Stunde" des ganzen Artikels, ist der letzte Satz (ohne Rechtschreibfehler) eine weltweit bekannte "Sage der Gegenwart":


Wikipedia-Screenshot, Stichwort "Europabrücke", 26. Juli 2006

Es ist jedoch keinesfalls meine Absicht, das Werk der Wiki-Autoren als Ganzes zu kritisieren, deren Arbeit mag durchaus Berechtigung für Informationszwecke haben.

Wolfgang (SAGEN.at)
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  #9  
Alt 26.07.2006, 22:20
Nicobär Nicobär ist offline
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Ich schaue genau nach, was die Herrschaften dort hineingeschrieben haben. Jeden Müll würde ich auch nicht zitieren. Es muss halt bestimmten wissenschaftlichen Kriterien stand halten - und als jemand, der durch die harte Schule von Prof. Dr. H.Leser gegangen ist, ist man da penibel.
Aber ich denke, dass in diesem Fall Wikipedia besser als Sprockhoff'sche archäologische Untersunungsberichte ist. Letztere fallen nicht nur durch ihre außerordentliche Langatmigkeit, sondern auch - und vor allem deshalb - durch ihre Ideen- und Belanglosigkeit auf.
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  #10  
Alt 27.07.2006, 00:24
D.F. D.F. ist offline
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Lieber Wolfgang,

nachdem ich mich von angeblichen Halluzinationen erholt habe, wollte ich doch noch einmal herzlich lachen und habe mir den Wikipedia-Eintrag zur Europabrücke angeschaut.
Sicherheitshalber habe ich dann gedruckte Literatur konsultiert (Brockhaus und Meyer in den 1960/70 Ausgaben, wo die Sache interessant war; Dehio; das Tirol-Lexikon von Fr. Pfaundler in der 1. Auflage - die 2. habe ich nicht, weil mir die 1. gereicht hat!) - und jetzt weiß ich eigentlich wirklich nicht, worüber ich mehr lachen soll...

Eines allerdings ist wahr: ein paar Zeichensetzungsfehler mehr hat der W.-Eintrag, aber wo will man z.B. in den 1 1/3 Zeilen des Dehio oder dem einen seltsamen Satz im Pfaundler-Lexikon schon einen Zeichensetzungsfehler unterbringen?

Und daß eine moderne Sage am Leben erhalten wird, sollte Dich ja eigentlich nicht stören!!!

Soviel zwischen Halluzinationen und Träumen
D.
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